Fina, du hast Liebeskummer. Und damit einhergehende psychische Turbulenzen. Weswegen dir im Moment alles dunkelschwarz erscheint. Du kämpfst mit ziemlicher Sicherheit mit einer zumindest reaktiven Depression. Lustig ist das nicht, keine Frage, aber auch nicht unlösbar. Und keinesfalls ungewöhnlich. Und - so etwas kommt mehr als einmal vor. Man ist durchaus öfter im Leben gefordert, sich wieder aufzurappeln. Wut, dass man das schon mal gemacht hat, hilft nicht weiter.
In klaren Zeiten, in denen dein Herz, Hirn und Bauch frei sind von dieser Anpassungsstörung, würdest du wahrscheinlich zustimmen, dass es kein Zustand wäre, in einer Situation zu leben, wie es das oben beschriebene, sich neu gefundene, glücklich Paar tut.
Die beiden sind noch kaum zusammen und schon belügt er sie, fährt mehrgleisig. Er wird irgendwie in die Beziehung zu ihr hineingeschubst, weil die andere ihn ziehen ließ und nun muß sie ihren Hauptgewinn durch Kontrollen abbüßen.
Kannst du dir vorstellen, wie sich diese Art und Weise die Beziehung begonnen zu haben für diese Frau anfühlen muß? Ich kann mir das gut vorstellen!
Denkst du, sie fühlt sich als "die Frau" für ihn? Würde mich sehr wundern.
Denkst du, sie fühlt sich sicher und frei mit ihm? Das tut sie nicht, du beschreibst es deutlich.
Denkst du, eine Beziehung kann ohne diese Elemente glücklich und stabil ein gemeinsames Leben tragen.
Du schilderst zwei Menschen, die in einem recht gewöhnlichen Kampf kleiner Herzen stecken. Klar, sie können zusammenleben, sie können Kinder zeugen und sie können auch zusammenbleiben. Manche halten sowas aus. Manchen fehlt die Phantasie, um sich etwas anderes vorstellen zu können.
Viele würden so etwas aber nicht wollen. Was glaubst du, bei wem der beiden Typen mehr persönliche Entwicklung stattgefunden hat und wer mehr Potential auf tatsächliches Glück oder Zufriedenheit hat?
Ich würde niemandem, der Kontrolle innerhalb einer - freiwilligen! - Liebesbeziehung für ein angemessenes Instrument des Alltagslebens hält, als "best practice"-Beispiel für gelungene Lebensentwürfe vor den Vorhang zerren. Und auch nicht mit denen tauschen, und ich weiß unter anderem aus persönlicher Erfahrung, was das heißt.
Letztlich bleibt immer nur das einzelne Individuum übrig - du, ich, die da und jener. Klar, wir alle leben in einem Kollektiv und sind verbunden. Diese Verbindungen sind auch essentiell. Aber bei der großen Endabrechnung des Schicksals fragt niemand nach einem Trauschein.
Was du außerdem machst ist, Beziehung und Mutterschaft in einen Mixer zu werfen und zu sagen: Ich habe A nicht, also fehlt mir logischerweise B. Die Männer in meinem Leben sind mit Schuld, dass ich keine Kinder habe.
Nun, zu einer idealen Beziehung kam es für dich bisher nicht. Das ist so. Aber du hast eine Gebärmutter, die dir alleine gehört. Nichts hindert dich daran, ein Kind zu bekommen, wenn du gerne Mutter sein möchtest. Viele Wege führen zu einer Schwangerschaft. Das Erscheinen vor Standesbeamte oder Priester ist im Vorfeld nicht zwingend nötig. Auch eine Lebensgemeinschaft ist nicht nötig. Verliebt wärst du schon des öfteren gewesen. Nun gut. Aber letztlich brauchst du dich nicht mal zu verlieben, um ein Baby zu haben. Ja, nicht mal Sex ist dazu notwendig. Wenn du ein Kind willst, kannst du auch eines haben. Dein Alter ist noch nicht zu prekär um endgültig darauf verzichten zu müssen.
Ich kenne nicht viele Menschen, die nur Idealbedingungen vorfanden und genau IHREN Plan leben. Wir wären alle ziemlich unglücklich, wenn wir das verlangen würden. Leben ist das, was passiert. Kind oder nicht Kind, ist definitiv eine ziemliche Veränderung und Entscheidung. Partnerschaft nimmt sich dagegen relativ beliebig aus, weil diese Entscheidungen immer wieder revidiert werden können.
Liebe Fina - zu lügen gibt es immer was!
Zudem gibt es als weibliche Wesen auf dieser Erde nicht nur dich oder sie. Wer anfällig ist, kann immer wieder in genau diese Konstellation schlittern.
Lügerei ist selten situationsbedingt, sie ist viel mehr "individuumsbedingt".
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Thema: Wie weiter?
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26.04.2015, 11:04
AW: Wie weiter?
Durchsage:
"Achtung, es wurde eine herrenlose Damenhandtasche gefunden ..."
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26.04.2015, 11:06Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Ja, gehe raus. Atme einmal tief durch. Schau' in den Himmel, beschaeftige dich mit der unglaublichen Groesse des Universums, zaehle deine Schritte
, versuche ganz das 'hier und jetzt' wahrzunehmen. Vielleicht schaffst du ein wenig Demut zu spueren, Demut vor dem, was ohnehin nicht in unserer Macht liegt.
Es blueht wunderschoen an allen Ecken und Enden
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26.04.2015, 11:07Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Und lies" hier gerade mal nicht weiter :-). Bleibe mal bei dir.
Hier entstehen immer wieder einmal wichtige Prozesse, die leider aber nicht von jedem wahrgenommen werden. Sonst wuerde das Forum tatsaechlich manche Therapie ersetzen
.
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26.04.2015, 11:11
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26.04.2015, 11:23Inaktiver User
AW: Wie weiter?
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26.04.2015, 11:37
AW: Wie weiter?
Eben drum.
Ich denke, jeder User wird hier von sich aus sprechen und von seiner Art, mit Problemen oder auch Wünschen umzugehen.
Wenn ICH einen Kinderwunsch hätte, der mit Partner nicht umzusetzen ist, dann wäre das für mich eine Option.
Wenn es für jemanden anderen grenzwertig ist, auch ok. Für mich wäre es lösungsorientiertes Denken.
Wieviele Partnerschaften gehen in Brüche und man/frau steht plötzlich alleinerziehend da? Die Möglichkeit, Mutter zu sein ohne Partner existiert real.
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26.04.2015, 12:03
AW: Wie weiter?

Hast du nicht beschrieben, dass er ständig am Lügen ist?
Das nennst du fürsorglich, stabil etc?
Du konntest das nicht akzeptieren und hast dich gewehrt. Er möchte keine Frau, die sich wehrt und hat sie (vorerst) gefunden. Du hattest die Wahl (muss ich mal schreiben, ich lese ja besagtes Buch und da steht immer wieder, wir wählen selber, sind nicht ausgeliefert!!!).Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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26.04.2015, 12:12
AW: Wie weiter?
Das würde ich so nicht denken. Wenn Frauen sich Männer für eine Familiengründung suchen, dann nehmen sie (oft unterbewusst) nicht die vermeintlich starken Typen, sondern die, die wirklich stabil sind und Ruhe und Treue ausstrahlen. Denn die laufen nicht bei der nächst besten "Schnecke", die ihnen über den Weg läuft, davon. Die halten zu ihren Kindern und ihrer Frau und rennen nicht vor Konflikten davon. Das spürt eine Frau, die sich wirklich Familie von ganzem Herzen wünscht.
Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.
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26.04.2015, 12:24Inaktiver User
AW: Wie weiter?
Es mag lösungsorientieres, rationales Denken sein. Wenn ich den Strang von fina lese, würde ich nicht davon ausgehen, es mit einer lösungsorientierten, rein ratiogesteuerten Frau zu tun zu haben. Und wer es kennt, was es bedeutet, ein Kind alleine zu erziehen, dürfte von solchen 'praktischen' Lösungen eher Abstand nehmen. Ein Kind ist kein Auto, das ich mir mal eben anschaffe. Ein Kind fordert, ein Kind muss gefördert werden. Ein Kind braucht Liebe. Und ein Kind will irgendwann wissen, woher es kommt. Auch von Vaters-Seite.
Ich halte diesen Beitrag deshalb hier an dieser Stelle zu diesem Zeitpunkt für wenig sinnstiftend.
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26.04.2015, 12:27Inaktiver User



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Oh Mann... Ich glaube, wir reden hier wohl wirklich aneinander vorbei, wenn wir über Liebe reden. Sorry, aber das ist echt so ein bescheuertes Beispiel, da fällt mir wirklich kaum noch was zu ein.
