Zio, welches Mitleid meinst du? Das, das hier im Strang verteilt wird?
Davon abgesehen, habe ich nicht den Eindruck, als ob es hier um fehlende Wut geht. Die finde ich sogar sehr praesent, das zeigt sich in manchen Postings.
Ich meine vielmehr, dass die Trauer, die hinter der Wut um die verpassten Chancen steckt und hinter der Wut, zu kurz zu kommen in diesem Leben. Diese Trauer sucht einen Weg. Die Wut lenkt noch davon ab.
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Thema: Wie weiter?
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25.04.2015, 20:36Inaktiver User
AW: Wie weiter?
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25.04.2015, 20:40
AW: Wie weiter?
Man kann aber auch 10 Jahre lang alles "falsch" angehen, durch erlernte Muster und Verhaltensweisen. Das würde auch erklären, weshalb sich bei dir keine dauerhafte Besserung einstellt.
Ich kann auch 10 Jahre lang mit der falschen Landkarte versuchen den richtigen Weg zu finden, und mich dann wundern, weshalb ich mein Ziel nicht erreiche und ständig im Kreis umherirre oder wieder am Ausgangspunkt lande. Oder ich könnte mich fragen, ob ich überhaupt die richtige "Landkarte" in der Hand halte.
Nur so, als gedankliche Anregung.
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25.04.2015, 20:41
AW: Wie weiter?
In welche Richtung?
Du möchtest in eine Stadt?
Warum hängst Du nicht schon tagelang im Netz und suchst Dir eine Stadt, die Dir gefallen könnte? Oder suchst nach Erfahrungsberichten von Menschen aus anderen Städten?
Du möchtest einen anderen Job?
Warum schreibst Du nicht jeden Tag Bewerbungen für einen anderen Job? Andere Menschen schreiben mehrere hundert Bewerbungen, bis sie etwas finden, das ihnen besser gefällt.
Um etwas zu erreichen, braucht es ein konkretes, GANZ konkretes Ziel. DIESE Stadt oder DIESEN Job. Zu sagen, ich möchte etwas verändern, weiß aber nicht wo ich anfangen soll wird niemals zum Ziel führen, weil es kein klar definiertes Ziel gibt.Ich versuche alles seit 10 Jahren.
Das kann niemand.Nur kann ich mir keinen Partner herzaubern.
Er wird nicht in der nächsten halben Stunde vor Deiner Tür stehen - wenn Du einen Partner möchtest, dann musst Du auch aktiv werden.
Ist das "viel rausgeholt" nun gleichbedeutend mit "mir geht es super im Job?"In Bezug auf den Job habe ich für die Basis die ich hatte, und die Studienwahl die ich traf, mir viel rausgeholt.
Wenn nein, ist das kein Kriterium.
Du hast mehrere Baustellen. Setz Dir EIN konkretes Ziel und visiere es an.
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25.04.2015, 20:42
AW: Wie weiter?
Ich habe dich keineswegs als passiv empfunden, sondern nach dem Lesen deiner Zeilen kammst du mir sehr aktiv vor. Fast so, als würdest du was erzwingen wollen.
Meiner Erfahrung nach, gibt es "gesunde" Ziele und "ungesunde". Die "gesunden" lassen sich mit einem normalen Mass an Aufwand umsetzen, bei den anderen kostet entweder enorm viel Aufwand oder es ist nicht hinzubekommen. Unendlich viel Energie reinzustecken kommt mir persönlich nicht sehr weise vor, unter anderem auch, weil man sich durch jede "Niederlage" in die Negativität hienainsteigert. Wenn es ganz dumm läuft, denkt man noch, das Leben sei ungerecht oder gar es würde was mit einem nicht stimmen.
Kannst du nicht "einfach" eine Weile von deinen Vorstellungen ablassen und das erleben, was IST? Nur ein Weilchen, außer du stellst fest, dass es dir viel besser damit geht und bleibst dabei.....
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25.04.2015, 20:49
AW: Wie weiter?
Jein. Ich meine die Wut auf das eigene Mitleid, das jede Bewegung hinaus aus dem Dilemma verhindert. Mitleid hier von anderen Usern hilft kurzfristig das Bedürfnis zu befriedigen, das (eigene) Mitleid als sinnvoll zu etablieren, auf Dauer ist es in meinen Augen jedoch kontraproduktiv.
Es gibt Wut - diese zielt aber wieder nach Außen, geht also wieder ganz weit weg von den eigenen Entscheidungen.Davon abgesehen, habe ich nicht den Eindruck, als ob es hier um fehlende Wut geht. Die finde ich sogar sehr praesent, das zeigt sich in manchen Postings.
Es ist das eigene Leben, die eigenen Entscheidungen. Wenn man zu kurz kommt in diesem Leben, dann deshalb, weil man sich selbst dafür entschieden hat. Egal ob nun bewusst oder unbewusst.Ich meine vielmehr, dass die Trauer, die hinter der Wut um die verpassten Chancen steckt und hinter der Wut, zu kurz zu kommen in diesem Leben.
Wie gesagt, ich klammere da Schicksalsschläge aus, auf die man wirklich keinen Einfluss hatte (Tod, Krankheiten etc.).
Es ist niemand verantwortlich für sein Leben außer man selbst, wenn man erwachsen ist.
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25.04.2015, 21:03Inaktiver User
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25.04.2015, 21:05Inaktiver User
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25.04.2015, 21:06Inaktiver User
AW: Wie weiter?
So ganz verstehe ich dich zwar nicht, glaube aber den Sinn zu erfassen - aus der Opferhaltung zu gehen. Grundsaetzlich wuerde ich aber das Wort Mitleid ohnehin in Mitgefuehl veraendern. Das hat eine ganz andere Wirkung. Mitgefuehl mit sich selbst zu haben, ist legitim. Es bedeutet auch die Wuerdigung des eigenen Schicksals anzunehmen und sich damit zu versoehnen.
Ich meine, die Wut ist auch sehr nach innen gerichtet. Und es geht im Moment noch nicht um Entscheidungen. Sondern um Ruhe finden.Es gibt Wut - diese zielt aber wieder nach Außen, geht also wieder ganz weit weg von den eigenen Entscheidungen.
Wer emotionalen Mangel erlebt hat, braucht seine Zeit, um dahin zu kommen, sich fuer einen anderen Weg zu entscheiden. Auch wenn ich wiederhole, es gilt erst einmal darueber zu trauern. Die meisten Mangelgefuehle werden kompensiert durch grossen Fleiss, Angepasstheit, beruflichen Erfolg, um sich das holen, was man einst nicht bekam. So einfach 'aufzuloesen' ist das sicher nicht.Es ist das eigene Leben, die eigenen Entscheidungen. Wenn man zu kurz kommt in diesem Leben, dann deshalb, weil man sich selbst dafür entschieden hat. Egal ob nun bewusst oder unbewusst.
Da gebe ich dir absolut Recht. Nur, so rational ist das nicht. Denn, gerade der beschriebene Mangel, laesst ein Erwachsenwerden an dieser Stelle nicht zu, sondern bedient immer wieder das kindliche Trauma. Das will geheilt werden, dem gilt die erste Entscheidung.Es ist niemand verantwortlich für sein Leben außer man selbst, wenn man erwachsen ist.
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25.04.2015, 21:16
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25.04.2015, 21:17



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