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    AW: Warum zerbrechen alle Freundschaften?

    Zitat Zitat von Delphinia Beitrag anzeigen
    Das ist für mich noch schwieriger. Ich tue mich unheimlich schwer weitläufige Bekannte oder Kollegen zu fragen, ob sie mir z. B. bei einem Umzug helfen könnten. Da habe ich eine extrem hohe Hemmschwelle. Wenn Freunde (oder vermeintliche Freunde, eurer Ansicht nach) schon nicht helfen wollen, warum sollten es Bekannte? Warum sollten die ihre Freizeit opfern? Das sind meine Gedanken, die mich immer abhalten würden.

    Also Delphinia, es geht ja vielen Menschen so wie dir. Du bist kein Einzelfall. Nur kommst du mit einer positiven Einstellung auf lange Sicht einfach weiter. Es stimmt. Nimm dich nicht so wichtig und mache einfach weiter. Versuche neue Menschen kennen zu lernen und mit ihnen etwas aufzubauen. Das dauert lange, aber das ist nun mal nicht zu ändern. Blöd, wenn man drauf angewiesen ist. Alleine ist man oft sehr verletzlich.

    Es gibt aber wirklich so liebe Menschen! Die trifft man ja auch und natürlich wollen alle was von denen. Ich habe ein paar von diesen besonderen Exemplaren im Bekanntenkreis. Da stehe ich auch nicht an erster Stelle, auch wenn ich mir jeweils wünsche, deren beste Freundin sein zu können. Schön ist es, dass sie immer wieder (auch mit längeren zeitlichen Abständen) an mich denken und mich in ihr Herz geschlossen haben. Und jeder Mensch hat eine besondere Gabe, kann in ganz bestimmten Situationen besonders gut helfen - aber nicht in allen und nicht überall zu gleichen Zeit sein.

    Ich habe eine ganz besonders liebenswürdige Freundin, die hilft jeweils Frauen, die in große Not geraten. Das ist ihr Wesen. Ich weiß also, wenn ich mal in Not geraten würde, dann wäre sie auf jeden Fall da. Aber sonst wird sie eben auch woanders gebraucht. Seit ich das akzeptieren kann, wächst unsere Freundschaft immer weiter.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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    AW: Warum zerbrechen alle Freundschaften?

    Zitat Zitat von Delphinia Beitrag anzeigen
    Sie wusste auch, dass meine Schwester am Nachmittag wieder zurück fliegen würde. Ich vermute, sie dachte, ich schiebe die Migräne nur vor, weil ich lieber das andere Treffen länger gestalten wollte. Das ist das einzige, was ich mir zusammenreimen kann. Sollte sie ernsthaft so denken, dass ich sie anlügen würde, wäre das unheimlich verletzend.
    Hierzu muss ich auch noch mal was schreiben.

    Menschen, die selber keine Migräne kennen, unterschätzen das Ausmaß dieser "Plage". Sie denken, es handelt sich um Kopfschmerzen.

    Aber hattest du nicht geschrieben, du hattest einen Nervenzusammenbruch? Das betraf doch diese Freundin?


    Migräne wird oft belächelt, weil viele Frauen diesen Ausdruck verwenden und jeder weiß, dass oft gelogen wird dabei. Es ist ein taktisches Mittel von Frauen seit Jahrhunderten (glaube ich), da wird oft was vorgespielt.

    Schlimm ist das für all jene, die wirklich unter Migräne leiden. Denn das ist heftig. Ich selber hatte sie vor 2 Wochen, fühlte mich tagelang wie tot, konnte gar kein Tageslicht ertragen, musste im schönsten Frühling im stockdunklen Zimmer liegen. Und das, wo ich bei Dunkelheit Platzangst bekomme ...

    Aber einen Nervenzusammenbruch kann man nicht einfach so unter den Teppich kehren!
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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    AW: Warum zerbrechen alle Freundschaften?

    Zitat Zitat von Delphinia Beitrag anzeigen
    Ich hinterfrage ständig, was ich falsch gemacht habe.
    ich fand diese Frage noch nie hilfreich. Denn wüssten wir eine Antwort darauf, dann hätten wir es vermutlich gar nicht erst falsch gemacht bzw wir würden "es" (was immer "es" auch ist) nicht nochmal falsch machen.

    Weiterführender finde ich es stattdessen sich zu fragen, wie der andere das vielleicht sehen könnte. Denn es gibt allermeist zwei "Wahrheiten" d.h. zwei Sichtweisen. Und diese ehemaligen Freundinnen, von denen du hier schreibst, könnten uns sehr wahrscheinlich genauso ihre Sichtweise plausibel darstellen wie du die deinige.

    in den vorigen Posts wurde das ja auch schon an praktischen Beispielen erläutert.

    Das ist für mich noch schwieriger. Ich tue mich unheimlich schwer weitläufige Bekannte oder Kollegen zu fragen, ob sie mir z. B. bei einem Umzug helfen könnten. Da habe ich eine extrem hohe Hemmschwelle. Wenn Freunde (oder vermeintliche Freunde, eurer Ansicht nach) schon nicht helfen wollen, warum sollten es Bekannte? Warum sollten die ihre Freizeit opfern? Das sind meine Gedanken, die mich immer abhalten würden.
    Ich kann da nur von mir reden. Zum einen mache ich es generell so, egal ob das nun Bekannte sind oder Freunde, dass ich die "Gegenleistung" auch gleich anspreche. Beispiel Umzug: z.B. dass ich die Helfer dann zum Essen einlade bzw bekoche, oder es eine Einweihungsparty geben wird oder dass die natürlich bei mir was gut haben, d.h. ich helf ihnen mal was. Aufwandsentschädigung gibts natürlich (Benzinkosten, Verpflegung während des Umzugs), das muss ich aber normalerweise nicht extra sagen, weil das absolut üblich ist. Zumindest in meinen Kreisen. Das klingt jetzt vll sehr "geschäftlich" aber letztlich bringe ich die Botschaft rüber, dass es zwar Arbeit ist, aber wir es uns dabei alle gut gehen lassen. Und ich glaube, das kommt auch an.

    Bei meinem letzten Umzug bekam ich auch unerwartete Hilfe, gerade in den letzten Zügen der Organisation, weil ich richtig viel an der Backe hatte und schon ziemlich am Ende meiner Kräfte war (Der Umzug war nur noch der Abschluss von länger sich anbahnenden tiefgreifenden Lebensveränderungen). Ich konnte mich zum Glück aufgrund dieser Kraftlosigkeit nicht mehr fragen, warum die Leute, die mich teilweise gar nicht kannten, mir so unter die Arme griffen. Ich war einfach nur froh. Aber ich konnte es gut annehmen, weil diese Leute es sich einfach aufgrund ihrer Kräfte erlauben konnten, mir so zu helfen. Vielleicht kann ich so etwas gut annehmen, weil ich die andere Seite eben selbst auch kenne, also dass ich in einer Form helfe, dir mir selbst leicht fällt und dem Geholfenen wirklich eine Entlastung ist.

    Ich selbst helfe gerne, wenn ich Zeit habe, einfach weil das mir auch Spaß macht mit anderen Leuten zusammen was wegzuklotzen. Vor allem, wenn ich nichts einpacken und nichts auspacken muss. Das reine hin-und herschleppen ohne die nervigen Verpflichtungen, die sonst noch mit einem Umzug einhergehen, finde ich ganz nett. Ausgleich zu meinem kopfigen Büroalltag. Und eine nette Gelegenheit andere Leute kennenzulernen oder wiederzutreffen. Das kann dann auch bei einem Bekannten von einem Bekannten von einer Bekannten sein oder so.

    Oder ich "helfe" jemanden, weil ich sowieso an der Quelle hocke, oder weil ich mich mit dem Thema gern beschäftige oder so was. Also weil es mir überhaupt keine Mühe macht. Wenn ich helfe, dann opfere ich mich nicht auf. Das habe ich inzwischen gelernt, dass das wichtig ist.

    Dieses Aufopfern steigert nur die Erwartungshaltung auf Dankbarkeit, und die kann man nunmal nicht einfordern. Also tue ich es auch nicht. In dem Fall würde ich mich fragen, warum ich die Dankbarkeit anderer Menschen brauche. Meist ist das nämlich der Ersatz für fehlende Zuneigung. Deshalb "helfen" nämlich auch so einige Menschen "gerne", weil sie Bestätigung und Zuneigung dadurch erhalten wollen. Das geht dann schnell mal in die Richtung "guck mal, wie ich mich für dich aufopfere, also finde mich gefälligst toll und nett.." so ungefähr.

    so tickt aber nicht jeder, drum würd ich mir nicht so viel Gedanken darum machen, ob und warum die Leute dir helfen würden. Gleichzeitig gibt es aber bei der o.g Sichtweise aber auch keinen Grund mehr eine Absage persönlich zu nehmen.
    Geändert von Amelie63 (19.04.2015 um 13:03 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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