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    AW: Wie konstruiert sich Wirklichkeit?

    Zitat Zitat von schlumpsi Beitrag anzeigen

    Im Übrigen konstruiert sich nicht Wirklichkeit, sie IST einfach. Was wir konstruieren, ist unser Bild oder unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit.
    Auch hier gibt es andere Theorien, die besagen, dass man z. B. durch Sprache die Wirklichkeit konstruieren kann. Im Gespräch, einer Diskussion, etc. konstruieren wir Wirklichkeiten.

    Diese Wirklichkeiten entstehen aus uns und unserer Identität heraus und dies Identität ist ein Abbild der Zeit in der wir leben. In der Vormoderne war die Identität durch Stand, Gruppe, Familie und Obrigkeit klar definiert. Es stellte sich nicht die Frage nach Identität, denn man musste sich den Bedingungen anpassen, u. a. um zu überleben. Die ersten Ansätze zur Identität oder Fragen nach der individuellen Persönlichkeit entwickelten sich in der Romantik. Bis heute hat sich da viel verändert und so gibt es u. a. keine klaren Meinungen mehr zu bestimmten Themen. Man kann sogar weiterhin glauben, dass die Erde eine Scheibe sei und dass die Fotos gefälscht sind.
    Heutzutage werden andere Anforderungen an das Selbst gestellt, z. B. hohe Flexibilität, um z. B. mit den verschiedenen Ideologien im Umfeld klar zu kommen, wenn dies notwendig ist (z. B. erhalten des Arbeitsplatzes).

    Um also anhand von Kommunikation gut erkennen zu können, wie andere ihre Wirklichkeit konstruieren, erfordert es ein hohes Maß an narrativer Kompetenz (u. a. autonoetisches Bewusstsein, Integration von Erfahrungen, Regulation von Emotionen, Bedeutungsaushandlung, etc.).

    Das Erzählen ist Teil unserer Kultur, so wurden kollektive Ordnungs- und Deutungsmuster (was als normal gilt) weiter gegeben.
    Durch den kommunikativen Akt des Erzählens werden soziale Beziehungen hergestellt und qualitativ differenziert, so erhalten Familien- und nationale Geschichten Identität und so werden Kulturen zu Wertegemeinschaften.

    Für mich heißt das, dass meine Konstruktion meiner Wirklichkeit ein Ergebnis meiner Familiengeschichte und deren Werte oder unaufgeschriebenen Regeln, sowie die meiner Identität (Gefühle, Erfahrungen) und meiner beruflichen Ausbildung (auch in den unterschiedlichen Berufszweigen gibt es unterschiedliche Werte) sind.

    Durch diese Prägung kommt es zu den unterschiedlichen Haltungen in den hier schon genannten Themengebieten.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

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    AW: Wie konstruiert sich Wirklichkeit?

    Ich meine damit die naturwissenschaftlich "untersuchbare" dingliche Außenrealität, die zunächst einmal ohne unser Zutun vorhanden ist, keine gemeinschaftlich, gesellschaftlichen Wirklichkeiten oder Identitäten. Also simpel gesprochen "Luft" ist nicht nur gesellschaftliche Konstruktion, sondern ein Etwas, das unabhängig von uns, "da" ist. Was wir unter Luft hingegen verstehen, also Gasgemisch oder geheimnisvolles von Geistern kontrolliertes Element u.ä. und welche Vorstellungen wir davon haben, ob wir es überhaupt wahrnehmen, oder welches Wort wir dafür verwenden, kann differieren.

    Edit: Übrigens kann man die Vorstellung eines Individuums durchaus auch bereits im Mittelalter feststellen. Es mag sich anders konstituieren, als das romantische Subjekt, aber die Selbstwahrnehmung als Individuum beginnt deutlich früher.
    Geändert von schlumpsi (04.04.2015 um 21:45 Uhr)

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