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Thema: Erinnerungen

  1. Moderation

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    AW: Erinnerungen

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Also Ihr findet es (auch?) ungewöhnlich, dass ich mich nicht erinnere?
    Ich finde es ungewöhnlich, sich gerade in die Jahre, in denen so viel neu war, so wenig zu erinnern. Die Jahre zwischen Mitte Dreißig und Mitte Vierzig, die können mal in Routine und Schlafmangel untergehen, aber bis zwölf?

    Andrererseits, Erinnerung ist eine seltsame Sache. Eigentlich sollte man sich nicht wundern, daß sie seltsame Dinge tut.

    Möchtest du dich denn erinnern? Bist du neugierig, oder besorgt darüber, was du vergessen haben könntest? Oder ist es mehr eine Irritation mit dem nicht-Erinnern an sich, dem Anders-sein? Oder nur ein seltsames Detail in deiner Geschichte und so oder so nicht sehr relevant für dich?

    ***

    Bei mir ist es so, ich habe diese detaillierten Erinnerungen, aber es ist mir (meistens) nicht wichtig, wie akkurat sie sind, ich habe nie das Verlangen, irgend etwas wiederzusehen, an irgendeiner Stelle wieder anzuknüpfen, irgendwelche Details herauszufinden. Die "Schulfreunde wiederfinden!" Anzeigen finde ich befremdlich und denke mir, wer will den so etwas? Vielleicht liegt das daran, daß ich genug Vergangenheit für meine Zwecke habe, und sie deswegen mißachten kann, aber ich kenne Leute mit ebenso detaillierten Erinnerungen, die damit immer noch hantieren, immer noch darauf neugierig sind, Kontinuität wollen - deswegen nehme ich an, daß das unterschiedliche Temperamente sind.

    Also kann man wohl auch wenige Erinnerungen haben und neugierig sein, oder eben nicht. Beides kommt mir normal vor.
    Geändert von wildwusel (07.04.2015 um 23:31 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  2. Inaktiver User

    AW: Erinnerungen

    Zitat Zitat von Promethea71 Beitrag anzeigen
    Und ich glaube die Erinnerungen werden auch dadurch wachgehalten, dass man sich mit ihnen beschäftigt, dass man sie immer wieder mit anderen bespricht. Und wenn es in deiner Familie nicht üblich war, über diese Erinnerungen zu sprechen finde ich es auch normal, dass du dich weniger daran erinnerst, als jemand in dessen Umfeld der Erinnerungen regelmäßig ausgetauscht und und wachgehalten wurden.
    Ich kann Dir versichern, ich kann mich an Dinge erinnern, über die ich noch nie mit jemandem geredet habe und auch nie werde (nichts wirklich Traumatisches, aber trotzdem Dinge, die mir unangenehm sind).

    Es gibt aus meiner Kindheit Super-8-Filme. Die hab ich zigmal gesehen, aber die Szenen auf diesen Filmen sind keine, an die ich selbst mich besonders gut erinnere.

  3. Inaktiver User

    AW: Erinnerungen

    @twix,

    ja, ich finde es auch ungewöhnlich.

    trotzdem frage ich mich, warum du nun unbedingt was aus deiner kindheit wissen willst?
    was hast du davon?
    im grunde genommen tut dein gedächtnis genau das, was es soll, evtl. unangenehmes ausblenden.

    ein glück ist das von der natur so gedacht, dass wir nicht alles unangenehme mit-nehmen, mit uns rumschleppen, sondern meist schönes, oder gar banales hängen bleibt.

    natürlich versteh ich deinen wunsch, ich wüsste auch gerne viel, viel mehr, als ich tatsächlich weiss,
    gerade wo ich mutter und oma bin. da würde ich auch gerne mehr (!) erzählen, gerade von meiner familie.
    sind auch gene.
    meine töchter lernten nur oma und opa von der seite ihres vaters kennen.

    da gäbe es so noch viele fragen an meine mutter, meinen vater. ist leider nicht.

    also mach' dich nicht verrückt und vielleicht auch ganz gut so, dass es so ist, dass du dich nicht erinnern kannst.

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    AW: Erinnerungen

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    Also Ihr findet es (auch?) ungewöhnlich, dass ich mich nicht erinnere?

    Ist es also eher "normal", dass man etwas - mehr oder weniger- weiß?

    Ich hab mich erst wieder in jüngster Zeit damit beschäftigt und all die Jahre zuvor wenig beachtet
    Mein Mann hat aus seiner kindheit auch wenig bis keine erinnerungen und die war schon etwas - speziell. Es gibt (sicher) keinen missbrauch oder ausgesprochen traumatische erlebnisse, aber das von phaden angesprochene absprechen von empfindungen und gefühlen - bzw. auch ein umdeuten - das hat es sicher gegeben und ein reinpressen in etwas, was ihm nicht entsprochen hat.

    Ich denke, es ist gar nicht so selten, dass dann jemand keine oder erst spät einsetzende erinnerungen hat.

    Zitat Zitat von twix25 Beitrag anzeigen
    sundays, mit menschen die du seit 18/20 kennst-im alter deines stammtisches- teile ich ja erinnerungen!

    hmm....eine freundin ist therapeutin-ich frag sie mal
    auch, ob sie eine idee hat, die mich unterstützt, mich zu erinnern

    hypnose hab ich in nem anderen zusammenhang gemacht-ich bin nicht "in den zustand" gekommen
    Es gibt hypnosefreie rückführungstechniken, die mit einem erfahrenen therapeuten fast immer etwas bringen - wenn dich näheres interessiert, schreib mir eine pn.

    arabeske
    Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

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    AW: Erinnerungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kann Dir versichern, ich kann mich an Dinge erinnern, über die ich noch nie mit jemandem geredet habe und auch nie werde (nichts wirklich Traumatisches, aber trotzdem Dinge, die mir unangenehm sind).

    Es gibt aus meiner Kindheit Super-8-Filme. Die hab ich zigmal gesehen, aber die Szenen auf diesen Filmen sind keine, an die ich selbst mich besonders gut erinnere.
    1:1 sicherlich nicht, aber ich denke, dass die Wichtigkeit (weil es Gesprächsthema ist, weil es soziale Bindung herstellt etc.), sich überhaupt zu erinnern schon einen Einfluss darauf hat, ob man sich an solche Begebenheiten (individuelle oder auch gemeinsame) erinnert oder nicht. Ist die Frage "weißt du noch" nie ein Thema, werden ja keinerlei Erinnerungen hervorgerufen, d.h. dieses Wissen wird schlicht nie benutzt und daher auch schlicht vergessen.

  6. Inaktiver User

    AW: Erinnerungen

    Ich schrieb schon, dass ich es sehr ungewöhnlich finde, wenn sich jemand nicht an seine Kindheit erinnern kann.
    Ab der Schulzeit sollte man das vielleicht können. Dabei meine ich weniger das Erinnern an Äußerlichkeiten, sondern an Empfindungen.
    Es ist eigentlich Deine komplette Kindheit, die gedanklich bei Dir verschwunden ist.
    Ab 11/12 Jahren ist man im strengen Sinne kein Kind mehr, die Erziehung, die Prägung ist in dem Alter grundlegend abgeschlossen.
    Alles, was bis dahin angelegt ist, kann dann nur noch weiterentwickelt werden.
    Oder vereinfacht: Mit 11 Jahren ist der Mensch fertig.
    Wenn es Dich belastet, dann solltest Du vielleicht nachforschen. Irgendetwas ist da verschüttet, aus welchem Grund auch immer.

  7. Moderation

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    AW: Erinnerungen

    Ich war beim Lesen des Eingangspostings regelrecht erschrocken, dass Du so gar keine Erinnerungen an die Kindheit hast, weil diese bei mir sehr präsent sind (selbst Kleinigkeiten wie der Geschmack der Kekse, die es immer bei Oma gab, die Lieder, mit denen mich mein Vater in den Schlaf sang, das Lieblingsröckchen, das ich mit fünf gerne trug), aber bei uns spielte das Schwelgen in Erinnerungen in der Familie schon immer eine große Rolle. Vielleicht trägt das wirklich generell dazu bei, dass man sich besser zurückerinnert. Gerüche und Musik fördern bei mir übrigens auch ganz extrem Erinnerungen zutage. Ganz oft weiß ich noch, in welcher Situation ich ein bestimmtes Lied gehört habe. Oder wenn im Sommer die Sonne auf einen Jägerzaun scheint, der mit einer bestimmten Farbe gestrichen ist, bin ich im Geiste sofort wieder im Hof des Kindergartens, wo der Zaun genauso roch.

    Andererseits gibt es auch relativ einschneidende Ereignisse, an die ich nur wenig bis gar keine Erinnerung habe. Das Gedächtnis ist schon ein merkwürdiges Ding.

    Ich wünsche Dir, twix, dass Du einen Weg für Dich findest, damit umzugehen ... und vielleicht auch ein paar auftauchende schöne Erinnerungen aus der Kinderzeit
    May you be surrounded by friends and family,
    and if this is not your lot, may the blessings find you in your solitude.

    Leonard Cohen


    Entweder man lebt, oder man ist konsequent.
    Erich Kästner

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    AW: Erinnerungen

    Twix, ich finde es sehr ungewöhnlich, dass Deine Erinnerung erst so spät einsetzt.
    Ich habe kein besonders gutes Gedächtnis und meine Erinnerung setzt zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr ein (Gefühle und Situationen). Ab Kindergarten (3. Lebensjahr) dann recht durchgängig.
    Und in meiner Familie wurde nie großartig "in Erinnerungen geschwelgt".
    Hingegen können sich meine Freunde viel besser an Einzelheiten als ich erinnern, die vor wenigen Jahren stattfanden.

    Hast Du Dich zu der Thematik bereits mit Fachliteratur beschäftigt, ob das "normal" ist?
    Ich hab bei Deinem Post nämlich auch direkt an eine Schutzfunktion des Gehirns gedacht, etwas zu vergessen.

    Finde ich auf jeden Fall spannend- auch, was Deine Psychologen-Freundin dazu sagt!

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