Meine ältesten Erinnerungen, die ich mir höchstens konstruiert haben kann, aber nicht suggeriert bekommen, weil der Moment für niemanden außer mir sichtbar war, stammen so aus dem Alter von zweieinhalb. Das eine war eine Epiphanie, die stattgefunden haben *muß*, die beiden anderen waren Alptraummomente, die stattgefunden haben *könnten*.
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Thema: Erinnerungen
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06.04.2015, 00:38
AW: Erinnerungen
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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06.04.2015, 01:18Inaktiver User
AW: Erinnerungen
Ich war von Geburt an massiver psychischer und ungefähr ab dem ersten Lebensjahr auch physischer Gewalt ausgesetzt - und ich erinnere mich an eine ganze Menge einzelner Erlebnisse, die weit vor meinem dritten Geburtstag stattgefunden haben müssen (weil bald danach ein Umzug stattfand)
Auch ich kenne natürlich die Theorie, daß vermeintlich gesicherte Erinnerungen vor dem 3. Geburtstag eher ungewöhnlich sind, bin mir aber, was mich selber betrifft, ziemlich sicher, daß ich mich nicht täusche.
Ganz einfach, weil ich den Schrecken mancher Situationen aus meinen ersten 3 Lebensjahren bis heute körperlich spüren kann - es erinnert sich weniger mein Gedächtnis, sondern viel mehr der gesamte Körper.
Meine laienhafte These: Ich konnte bereits mit 9 Monaten fließend sprechen (dafür erst mit knapp 2 Jahren laufen) und habe ganz einfach sehr viel von dem, was um mich herum geschah, intellektuell schon begriffen ( und war emotional noch ein Baby und ganz einfach heillos mit den verstandenen Vorgängen überfordert) und es deshalb ins Gedächtnis gebrannt bekommen.
Liebe Twix
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ich kann mir so gar nicht vorstellen, was es heißt, sich nicht zu erinnern.
Mir fehlen nur die Grundschuljahre ( die aber auch komplett) und der Herbst des Jahres 1988, aber ansonsten kann ich mehr als 30 Jahre meines Lebens nahezu wochenweise abrufen, bzw gelingt es mir nicht, sie zu vergessen.... so sehr ich es auch versuche und mir wünschen würde.
Jetzt bin ich für mich auf den Trichter gekommen, mich quasi selber neu zu erfinden.
Künftig bin ich nicht mehr die mit den sehr unguten ersten 20 Jahren, sondern die mit der glücklichen Kindheit - frei nach dem Motto: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.
Ist schwierig und vor lauter Umzugsplanung komme ich auch selten dazu, "aktiv vergessen zu wollen", aber das wird schon noch werden; ich übe ja auch erst seit einem Monat.
Glaubst Du, Du kannst Deine nicht vorhandenen Erinnerungen lieber als Chance, denn als Makel/Mangel sehen ?
Wenn Du Dich ohnehin nicht richtig erinnerst, dann kannst Du doch die vorhandenen Lücken auch mit schönen Dingen füllen, oder ? Und wer sollte Dir nachweisen, daß Deine Kindheit nicht so liebevoll und leuchtend war, wie Du es "in der Erinnerung empfindest" ? War ja niemand dabei außer Dir....
herzlichst
verschwiegen
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06.04.2015, 07:53
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06.04.2015, 07:58Inaktiver User
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06.04.2015, 08:18
AW: Erinnerungen
Ich hatte erst vor kurzem einen kleinen disput mit meiner mutter, weil sie nicht fassen konnte, dass ich mich an eine bestimmte begebenheit erinnern konnte. Die zeit dazu (geburtstag) ließ sich feststellen und ich wäre zu jung gewesen, um mich nach wissenschaftlicher meinung erinnern zu können. Es war ein detail, also nichts, worüber in den folgenden jahren gesprochen worden wäre.
Ich habe einige erinnerungen aus der zeit, bevor ich 3 jahre alt war, eindeutig zuzuordnen wegen mitbewohnerwechsel und umzug. Das sind dann meist kurze filmszenen von einzelnen ereignissen, zum teil von dingen, die nur ich weiß und wissen kann, die ich also auch nicht vom erzählen her haben kann.
arabeskeNur tote Fische schwimmen mit dem Strom.
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06.04.2015, 08:31Inaktiver User
AW: Erinnerungen
Es ist hoffentlich klar, dass dieser Spruch eigentlich anders gemeint ist.Jetzt bin ich für mich auf den Trichter gekommen, mich quasi selber neu zu erfinden.
Künftig bin ich nicht mehr die mit den sehr unguten ersten 20 Jahren, sondern die mit der glücklichen Kindheit - frei nach dem Motto: Es ist nie zu spät für eine glückliche Kindheit.
Es tut mir Leid, was Dir passiert ist und ich wünsche Dir gute therapeutische Begleitung.
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06.04.2015, 14:08Inaktiver User
AW: Erinnerungen
Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, dass man bis zum 12. Lebensjahr so gar keine Erinnerungen an diese Zeit haben kann. Klar, die Pubertät z.B., die dann ja in diesem Alter einsetzt, ist eine prägende Zeit. Aber nicht nur die, sondern doch auch die Jahre davor.
Ich glaube, wenn ich so einen "blinden Fleck" in meinem Leben hätte, wäre ich neugierig und würde versuchen, ihn z.B. mit professioneller Hilfe aufzudröseln, wenn es da sonst niemanden gäbe, der meinem Erinnerungsvermögen auf die Sprünge helfen könnte.
Selbst wenn es aus der Familie niemanden mehr gibt, was ist denn mit ehemaligen Schulfreunden?
Gibt es da auch keinen mehr, mit dem Du mal über alten Zeiten quatschen kannst?
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06.04.2015, 14:23Inaktiver User
AW: Erinnerungen
Twix, möchtest du dich denn erinnern?
Ich würde die sogenannten Kindheits-Erinnerungen im übrigen nicht immer für bare Münze nehmen. Wie schon geschrieben: Wir bauen uns vielleicht unsere Geschichte selbst, anhand von vermeintlichen Erinnerungen. Andere haben die gleichen Ereignisse vielleicht ganz anders erlebt. Ich kann zum Beispiel daran erinnern - oder ich meine, mich erinnern zu können, dass man ein Mädchen im Kindergarten mal bloßgestellt hat, weil ihr ihre Mutter immer die harte Rinde vom Pausenbot abgeschnitten hat. Die Rinde sei gesund, das müsse die Mutter als gelernte Kinderschwester doch wissen. Irgendwie sehe ich uns noch alle um den kleinen Tisch sitzen, sehe die nicht alltägliche Frisur der Kindergarten-"Tante". Die Frisur erinnere ich richtig. Die "Tante" ist kürzlich hochbetagt gestorben und in der Zeitung gab es einen Nachruf mit Foto - mit ebendieser Frisur. Aber das damals bloß gestellte Mädchen, mit dem ich heute noch befreundet bin, kann sich an die Szene nicht erinnern - und auch nicht daran, dass in ihrer Familie jemals die Rinde vom Brot geschnitten worden sei.
Ähnlich geht es mit Erinnerungen an die Schulzeit. Das zeigt sich bei Klassentreffen: Bestimmte Dinge hat jede aus unserer Klasse anders im Gedächtnis.
Ich denke, unser Gedächtnis baut sich da wirklich aus kleinen Szenen, Gerüchen, Geräuschen, Gesprächsfetzen einen ganz eigenen ERinnerungsfilm zusammen.
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06.04.2015, 22:54Inaktiver User
AW: Erinnerungen
Das finde ich wirklich extrem. Denn Du bist doch zur Schule gegangen, hast lesen, schreiben und denken gelernt. Für dieses Phänomen gibt es vielleicht ein Erklärung.
Hat man Dir Empfindungen und Gefühle abgesprochen? Kannst Du Dich an ein Buch erinnern, das Du als Kind gelesen hast? An Deine Fibel vielleicht?
Ich kann mich gut an Episoden, Räumlichkeiten, Menschen und vor allem auch an Gedanken und Gefühle erinnern, seit ich drei Jahre alt bin.
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07.04.2015, 09:26Inaktiver User
AW: Erinnerungen
ich kann mich an einiges aus meiner kindheit erinnern, so bis 5 jahre alt.
ereignisse, wo ich mich frage, warum genau die hängen geblieben sind?
teils nix weltbewegendes.
da ich eine jahrzehntelange freundin habe, kann ich mich auch genau daran erinnern, wie wir uns kennen lernten.
sie wiederum erinnert sich an dermassen viel aus unserer kindheit, jugend, erwachsene,
dass ich oft zurück bleibe und denke, dass ich wohl total verblöde?!
da sie dazu neigt, die vergangenheit leider verklärt darzustellen, glaube ich ihr mit zunehmendem alter nicht mehr so viel, was sie da von der gemeinsamen vergangenheit erzählt.
meine schwester, die fast 10 jahre älter ist als ich, erzählt auch vieles völlig anders, als ich mich zurück erinnnere?
liegt das nun - auch - am altersunterschied?
ein glück habe ich nicht viele negativen erinnerungen aus der kindheit.


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