Zugegeben- jetzt wird es ein wenig philosophisch, aber die Frage beschäftigt mich schon seit einiger Zeit!
Man kann den Eindruck gewinnen, dass es viel leichter ist unglücklich zu sein als glücklich. Nur- warum ist das so?
Liegt das alles an Prägung? Liegt es in der Natur von Denken und Erwartung? Liegt es an der Persönlichkeit?
Es gibt nicht viele Menschen, die eine positive Grundeinstellung mitbringen.
Wenige Menschen, die grundsätzlich gut drauf sind und das Leben gelassener nehmen.
Es scheint als ob aber für die meisten Menschen glücklich-sein regelrecht Arbeit ist, die zuviel Kraft kostet.
ist das so?
lg kenzia
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20.03.2015, 06:05Inaktiver User
Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
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20.03.2015, 06:29
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Ich kann nur von mir selbst sagen: mir fällt es leichter, glücklich zu sein. Ich habe eine positive, optimistische Grundstimmung und werde durch kleine Dinge erfreut (Pflanzen, Sonnenstrahl, Blick, heißer Milchkaffee).
Das war aber nicht immer so. Aufgewachsen bin ich in einer Familie, in der alles immer schwierig, problematisch, nahezu aussichtslos und auf jeden Fall dabei war, schlechter zu werden (Kurzfassung, war natürlich komplexer).
Dort habe ich mich sehr unwohl gefühlt. Als ob ich falsch lebte. Aber auch als junge Erwachsene bin ich noch sehr unsicher durch die Welt gegangen und habe mir Partner gesucht, mit denen es nicht einfach war, einfach glücklich zu sein.
Der Wendepunkt war für mich die Erfahrung, dass es ganz, durch und durch gut sein kann und ich dem vertrauen kann, wenn ich mich traue. Es war unheimlich, aber ich habe es getan.
Es folgte eine Zeit des unwahrscheinlichen Glücks, Jackpot, Manna vom Himmel, bevor sich mein Glücksgefühl auf ein alltägliches Level einpendelte. Insgesamt bin ich sehr dankbar.
Ich weiß nicht, ob das an deiner Frage dran war, aber so ist meine Erfahrung mit Glücklichsein.
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20.03.2015, 08:21Inaktiver User
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Ich glaube es liegt an all diesen Dingen. Ein Paar mit positiver Grundeinstellung hat wahrscheinlicher Kinder, die diese teilen. Sozialisierung spielt eine wichtige Rolle. Erwartungshaltungen sind meiner Meinung nach das beste Rezept zum Ungluecklichsein. Ich meine damit Erwartungen, die man an andere hat, die dem eigenen Denken entstammen.
Aber letztendlich liegt es an einem selbst und dafuer ist maryquitecontrarys Beitrag sehr anschaulich, wie es sein kann. Es ist oftmals eine bewusste Entscheidung.
In DE habe ich oft den Eindruck dass es den Menschen leichter faellt, ungluecklich als gluecklich zu sein. In anderen Laendern ist es umgekehrt.
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20.03.2015, 08:35
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Ich denke es ist leichter unglücklich zu sein, jedenfalls für mich. Andererseits glücklich/unglücklich sein ist ja kein Dauerzustand, sollte es jedenfalls nicht sein. Eine Stufe unter glücklich ist vlt. zufrieden?
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20.03.2015, 09:27Inaktiver User
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Eigentlich gibt es für niemanden von uns einen Grund unglücklich zu sein....
Ich gucke Nachrichten wenn ich mal glaube unglücklich zu sein.....uns geht's gut, mir geht's gut!!
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20.03.2015, 09:48Inaktiver User
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Mir fällt es leicht, glücklich zu sein. Was mich oft dazu verleitet, kleinere Unzufriedenheitsfaktoren zu übersehen. Das kann meinen Partner, der Störendes aller Art gerne gleich beseitigt, ganz kirre machen: wie kann man nur den Sonnenschein genießen, wenn doch die Haustür klemmt und man sofort etwas dagegen tun müsste?

Ich denke schon, dass Glücklichsein eine*Art Fähigkeit oder Talent ist. Manchen fällt es leichter, manche müssen es hart trainieren. Eine kluge Frau sagte mir mal in einer sehr unglücklichen Phase: wenn man schon mal glücklich war, ist es viel leichter, dahin zurück zu finden.
Mein persönlicher Alltags-Glückspegel liegt bei etwa 85 Prozent, mit Aufschlägen nach oben und unten.
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20.03.2015, 10:04Inaktiver User
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
aber natürlich!
es gibt tausend gründe, unglücklich zu sein.
meine schwägerin ist gerade gestorben.
für meinen schwager, wie für seine kinder ist das sicherlich - momentan - ein grund, unglücklich zu sein.
heute morgen las ich in einer todesanzeige, dass eine familie immer noch um die frau und mutter trauert, nach 25 (!) jahren.
es scheint wirklich menschen zu geben, die nicht mehr glücklich sein können, warum auch immer.
es gibt jedenfalls mehr gründe unglücklich, statt glücklich zu sein.
eine meiner freundinnen gehört auch dazu.
immer zukunftsängste.
am liebsten redet sie über die vergangenheit, wo für sie alles so toll war.....
so war sie nicht immer.
wieder eine andere freundin opfert sich gerade für ihren dementen mann auf.
hilfe nimmt sie nicht an.
ganz im gegenteil, wenn sie ihren mann einen tag in der woche für wenige stunden in eine pflegestelle gibt, setzt sie sich noch mind. 4 stunden dazu und kontrolliert das pflegepersonal.
sie selbst geht fast auf dem zahnfleisch.
was ich damit sagen will.
so viel unglücklichsein ist oft bewusst gewählt.
also einfach nur das negative mitnehmen und sich wundern, wenn all dies einen noch mehr runter zieht.
ich bin eher die macherin.
also ich schaue, dass es mir gut geht.
da gibt es ja X varianten, dies umzusetzen - aus meiner sicht.
für mich ist es z.b. die höchste freude, wenn ich mit hund im biergarten bei sonnenschein sitzen kann.
erfüllt mich mit tiefster zufriedenheit.
ich quäle mich nicht mit negativen zukunftsgedanken.
wer weiss denn was morgen ist?!
ich lebe im JETZT.
vielen ist das fast unmöglich. so meine erfahrung.
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20.03.2015, 18:42
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Unglücklich oder unzufrieden geht schneller.
Glück muss man sich oft erst bewusst machen, also auch kleine Glücksmomente im Alltag finden.
Bei mir ist es jedenfalls so.
Mein größter Glückskiller ist die Zukunftsangst.
Aber wie Tosca schon schrieb, man muss bewusster die Gegenwart genießen.--Manchmal gewinnst du und manchmal lernst du.--
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20.03.2015, 18:55
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20.03.2015, 20:28Inaktiver User
AW: Was ist leichter- glücklich oder unglücklich sein?
Ich habe manchmal so Tage, da fahr ich eine Wut- oder traurig-Schleife.
Das ist, als ob nur in der Hirnregion Licht an wäre, in der sich dunkle Erinnerungen, Ideen für trotzige Verhaltensweisen, negative Sprüche und aktuelle Probleme befinden.
Steck ich einmal in dieser Region drin, geht mir erst das eine durch den Kopf, gefolgt von einer anderen Situation, wo es mir nicht gut ging, darauf noch etwas, was mich derzeit ärgert und dann fällt mir plötzlich Herr A ein, auf den ich schon lange einen Hals hab. Mühsam, das abzustellen.
Und dann gibt es Tage, da scheint nur in dem Teil meines Hirns Licht an zu sein, in dem die pure Fröhlichkeit herrscht. Da blödel ich mit dem Postboten, hab auf der Arbeit beste Laune, denke an Freundin B und wie gern ich sie hab, seufze "hach ist das schön" in meine Kuscheldecke hinein, weil ich mir gerade eine Schachtel Pralinen geöffnet habe...
Vielleicht kann man das ja auch bewusst steuern, das Licht anmachen im freundlichen Bereich.
Aber wenn ich halt nun mal schlecht drauf bin, klappt das nicht.


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Allerherzlichsten Glückwunsch! Wunderbar beschrieben. Und dankeschön, you made my day!

