Ich würde erstmal das mit den Nebenjobs lassen, wenn es nicht unbedingt sein muss. Das macht Euch auf Dauer kaputt. Könntet Ihr an anderer Stelle was einsparen, um die Schulden schneller abzutragen?
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Ergebnis 11 bis 20 von 24
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15.03.2015, 10:51Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
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15.03.2015, 11:02Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Dann sorge dafür, dass du mehr Zeit für dich hast. Eine Therapie kann hilfreich sein, sie verhindert aber nicht die notwendigen Änderungen und vor allem mußt du für eine Therapie auch Zeit haben.
Also erst einmal dafür sorgen, dassd die nebenjobs weg kommen udn dann kannst du weiter schauen, ob es dir besser geht oder du doch an eine Therapie denken solltest.
Ich habe bei dir die Befürchtung, dass du dich mit einer Therapie "fitter" machen willst und einfach so weiter machst mit den Überlastungen. Das funktioniert aber nicht. Dei Körper sendet deutliche Signale, beachte sie, ansonsten brauchst du irgendwann wirklich eine Therapie.
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15.03.2015, 11:04
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
ich halte in deiner derzeitigen Situation auch eher Coaching für angesagt anstatt Therapie. Denn das ist praxisorientiert und greift viel schneller. Therapie ist eher dafür geeignet, Muster und Prozesse zu hinterfragen und zu ändern, also das, das eine Schicht tiefer liegt. Das ist jedoch langwieriger und subtiler. Bei dir gehts doch eigentlich vorrangig darum, möglichst schnell die Stressoren zu entschärfen, um deine Gesundheit zu bewahren bzw wieder zu erlangen.
Und die Stressoren hast du ja klar benannt. Hervorstechend finde ich dabei den Stress, der mit der Führungsposition zusammen hängt. Da könnte dir ein Coaching viel bringen. Und/oder entsprechende spezifische Seminare, in denen es darum geht, herauszuarbeiten, was Führung ausmacht, was überhaupt deine Aufgabe als Leiterin ist etc. Kommunikation und der Umgang mit den Untergebenen sowie fachliche Kompetenz , das ist nicht alles. Es geht auch darum, wie schon geschrieben wurde, dass du lernst, deine Ressourcen sinnvoll einzuteilen und zu nutzen und richtig zu delegieren.
Ich finde es immer wieder interessant zu gucken, wie Männer einen Job in gleicher Position machen. Die gehen da ganz anders ran, bei weitem nicht so fleißig und perfektionistisch. Können wir uns echt ne Scheibe von abschneiden. Letztlich werden wir deshalb nicht in dieses Luftpumpengehabe abrutschen, sondern irgendwo in der Mitte landen. Und da wollen wir ja schließlich hin - unserer Gesundheit zuliebe
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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15.03.2015, 11:17Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Viele Männer verlassen sich dann aber auch auf die Frau, die ihnen den "Rücken frei hält", ohne dabei zu reflektieren, dass Frauen oft dieselbe Belastung haben, wie sie. Und viele Frauen machen das dann auch ohne Widerspruch und wundern sich dann, wenn sie überlastet sind und mit Krankheitssymptomen reagieren.
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15.03.2015, 11:23Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Hallo Mieze, gesetzten Falles ich wuerde sagen: ja, hier hilft "nur noch" Therapie, wie waere das fuer dich?
Ich meine, deine Frage impliziert indirekt schon die Antwort, die du dir gegeben hast. Doch Angst vor dem, was eine Therapie moeglicherweise veraendern wuerde und moeglicherweise auch, dass sie bestaetigen wuerde, was du ja bereits von dir glaubst - nicht leistungsfaehig genug zu sein, zu versagen, haelt dich noch zurueck.
Als waere eine Therapie ein Zeichen von Schwaeche. Es ist doch umgekehrt, ein Zeichen von Staerke, sich sich selbst zu stellen.
Du schriebst eingangs 'eigentlich' beruflich doch lieber etwas anderes gemacht haben zu wollen - etwas mit Tieren.
Nun sitzt du mit Menschen zusammen, waelzt Papierberge und kaempfst mit der Buerokratie. Ziemlich kontraer.
Also auch das solltest du dir noch einmal anschauen, mit einem Menschen, der dir zu einem distanzierten Blick verhilft. Was uebrigens nicht heissen muss, alles hinzuschmeissen - doch eine bessere Balance zu finden ...
und statt
... Nebenjob ... damit z. B. deine Freizeit etwas zu widmen, dass deine Ressourcen wieder fuellt, anstatt sie noch weiter aufzubrauchen.
Den Ehrgeiz, frueher weg von den Schulden zu sein, halte ich fuer kontraproduktiv zu deiner jetzigen Verfassung. Im Burn-out wirst du noch laenger an den Schulden knappern.
Zu diesem Ehrgeiz gehoert auch, sich mit anderen zu vergleichen. Das raubt dir nur Kraft.
Du hast einen perfekten Partner? Und fuehlst dich daneben eher ungenuegend und klein? Auch das solltest du anschauen aus der Distanz. Vielleicht stimmt es, vielleicht auch nicht.
Dein verlorenes Baby. Hattest du Zeit zu trauern? Hat es einen Platz, auch jetzt, wo du wieder in der Beziehung zu dem anderen Mann bist, der nicht Vater des Kindes war? Oder wird es 'vertuscht', unter den Teppich gekehrt, ist es doch eine Erinnerung an eine Situation, die eure Beziehung belastete und weiter belastet? Dieses, dein Kind, braucht einen Platz und Anerkennung auch deines jetzigen Mannes. Das ist ganz wichtig und vielleicht letztendlich der einzige Grund, dir wirklich eine Therapie zu "GOENNEN". Es ist naemlich etwas Wunderbares, die Seele anzuschauen und zu heilen.
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15.03.2015, 14:10Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Hallo Mieze,
aus Deiner Geschichte sprechen viele Stressfaktoren, teils innere und teils äußere. Ich empfehle Dir als ersten Schritt, die einmal alle in einer Liste zu erfassen und zu kategorisieren:
- Ist dies ein objektiver Stressfaktor oder entsteht er hauptsächlich in meinem Kopf?
- Kann ich ihn kurz-, mittel- oder langfristig beeinflussen, oder handelt es sich um eine unabänderliche Rahmenbedingung, mit der ich mich arrangieren muss?
- Wie stark beeinflusst er meine körperliche und seelische Gesundheit?
- Was kann ich kurzfristig tun, um seine Macht über meine Lebensqualität einzuschränken?
- Welchen Ausgleich kann ich mir verschaffen?
- ...
Ohne alle Details Deiner Situation zu kennen, fielen mir beim Lesen einige Stellschrauben auf, an denen Du drehen kannst, um Dich zu entlasten.
- Schulden/Nebenjob: Du bist Beamtin auf Lebenszeit. Es ist löblich, dass Ihr schnellstmöglich von den Schulden herunterwollt, aber Dein Einkommen ist sicher, und Du wirst auch einige Jahre später noch Schulden tilgen können. Dir kann also keine Bank im Nacken sitzen und Dich in finanzielle Existenznöte drängen. Auf Ersparnisse gibt es momentan nur Mickerzinsen. Lohnt sich die Zusatzbelastung eines Nebenjobs unter diesen Umständen wirklich? Wäre es nicht gesünder und lebensqualitätsfördernd, den Nebenjob zu streichen und die Schuldentilgungszeit etwas zu strecken?
- Dein Arbeitspensum: Deine Vorgängerin hat vieles laufen lassen und Dinge jahrelang schludrig oder gar nicht bearbeitet. Das heißt, diese Dinge sind nicht existenziell für den Fortbestand der Behörde. Du kannst und musst jetzt nicht in relativ kurzer Zeit alles glattbügeln, was sie hat schleifen lassen. Versuche auch die Altlasten zu kategorisieren: Wichtig und (mittlerweile) dringend, wichtig aber nicht dringend, unwichtig. Wenn manche Vorgänge schon seit Jahren ruhen, können sie auch noch ein paar Monate länger warten. Es ist sehr unwahrscheinlich bis unrealistisch, dass diese Themen während ihrer Amtszeit "low priority" hatten und jetzt plötzlich anfangen zu brennen.
- Die Gewohnheiten Deiner Kollegen und Dein Nicht-dagegen-Ankommen: Jeder Mensch hat seine Eigenheiten, und niemand ist perfekt. Aber: Du bist die Chefin. Du ordnest an, Du delegierst. "Aber ich mache doch schon seit Jahren xy (nicht)..." "Herr Müller, ich möchte, dass es ab jetzt so gemacht wird, wie ich es Ihnen erklärt habe, weil abc. Bitte erledigen Sie es bis xyz." Keine Diskussion, sofern der Kollege keine fachlichen Argumente hat. Du entscheidest, wo es langgeht.
- Deine Selbstzweifel und Dein Dich-Klein-Machen: Ja, Du bist die Jüngste, aber gibt Gründe, warum Du die Behörde führst und nicht Deine Mitarbeiter. Du hast die Qualifikationen für diesen Posten und die Leitungsfunktion. Punkt. Ob Du Mitte 20, 18 oder 60 bist, ist nebensächlich. Die Hierarchie ist, wie sie ist. Auch die anderen hätten die Chance gehabt, sich auf den Leiterposten zu qualifizieren und im Bewerbungsverfahren durchzusetzen. Haben sie aber nicht. Das ist nicht Dein Problem, sondern einfach Fakt. Versuche das zu verinnerlichen. Je mehr Selbstsicherheit Du ausstrahlst, desto leichter wird die Arbeit von der Hand gehen. (Ich kämpfe da auch immer wieder mit - bin keine Führungskraft und keine Beamtin, aber auch in meinem Aufgabengebiet erleichtert Selbstsicherheit vieles und kann zu unsicheres Auftreten fatal sein.) Manche Menschen interpretieren die Selbstzweifel einer Führungskraft als Schwäche und legen sich auf die faule Haut. Würde mein Chef unsicher wirken, würde ich denken "Hmm, weiß der wirklich, wohin er mit uns will? Oder muss ich in meinem Aufgabengebiet das Ruder mehr selbst übernehmen?"
Natürlich kannst Du in Deinem jungen Alter noch kein langjährig routiniertes Kommunikationsgenie sein, aber das brauchst Du auch nicht - Du bist trotzdem die Chefin
Und lebenslanges Lernen gehört sowieso dazu. Auch mit 45 wirst Du nicht alles perfekt beherrschen, was es im Kommunikationsterrain zu berücksichtigen gibt. Das kann niemand. In keinem Alter.
- Wenn das Arbeitspensum zu groß ist: Aufgaben delegieren oder streichen. Was steht zwar theoretisch auf irgendeinem Anforderungsprofil, interessiert aber in der Praxis keinen Ar***? Was musst Du als Behördenleiterin selbst erledigen und was kann auch ein Mitarbeiter übernehmen, der noch Kapazitäten frei hat? Du brauchst dafür nicht seine Absegnung, sondern darfst die Arbeit zuteilen.
Zu Deinem Partner: Er wirkt auf Dich perfekt, weil er sich für die Qualitäten Zeit nimmt, für die Dir Dein Hamsterrad im Moment die Kraft wegfrisst. Aber er wird genau wie Du seine Stärken und Schwächen haben. Sobald Du Dich aus dem Hamsterrad etwas befreit hast, wird Dir vieles von selbst wieder leichter von der Hand gehen.
Und Du gehst hoffentlich nicht mit Gürtelrose arbeiten...?
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15.03.2015, 19:06
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
scales, das könnten wir bestimmt. Wir haben ja einen guten Überblick über unsere Finanzen und könnten sicherlich noch das eine oder andere einsparen.
bittersweet, im Rückblick gesehen sendet mir mein Körper wirklich schon lange Signale und ich ignoriere sie eher. Meine Haut und mein Rücken sind meine schwächsten Stellen und die schreien schon länger. Ich konnte und wollte aber nie drauf hören.
Julifrau, tja, wie wäre das für mich... jedenfalls nicht wirklich schön! Ich würde vermutlich versuchen alles wieder herunter zu spielen.... das kann ich jedenfalls gut.
Platz und Zeit zu trauern hatte ich eher nicht und ich habe es mir selbst auch nicht "erlaubt" -spielte ich doch erstmal mit dem Gedanken an einen Abbruch. Ich habe nicht das Gefühl gehabt dass ich jetzt unglücklich sein darf, dass ich eine Fehlgeburt hatte. Mein Mann kehrt das alles nicht unter den Teppich, er war derjenige der in dieser Zeit für mich da war, ganz ohne Rücksicht auf seine eigenen Gefühle.
LillyTown, danke für deinen ausführlichen Beitrag. Ich werde auch diese Kategorisierung mal vornehmen und die Dinge etwas von außen versuchen zu betrachten. Manchmal sieht man ja die Chancen zur Entlastung nicht mehr.
Doch, klar gehe ich arbeiten. Der Schmerz hält sich in Grenzen (mal mehr, mal weniger, aber die Kleidung ist natürlich unangenehm) und ich war ja erst im Urlaub. Außerdem gab der Arzt dafür auch sein Go.
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15.03.2015, 20:09Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Und was machst du nun aus diesem Wissen?
Dann gilt es wohl wirklich, dir noch selbst die Erlaubnis zu geben, um diesen Verlust zu trauern. Aber ich weiß aus eigener Erfahrung auch, dies lässt sich nicht erzwingen. Irgendwann ist dann der Zeitpunkt gekommen.Platz und Zeit zu trauern hatte ich eher nicht und ich habe es mir selbst auch nicht "erlaubt" -spielte ich doch erstmal mit dem Gedanken an einen Abbruch. Ich habe nicht das Gefühl gehabt dass ich jetzt unglücklich sein darf, dass ich eine Fehlgeburt hatte. Mein Mann kehrt das alles nicht unter den Teppich, er war derjenige der in dieser Zeit für mich da war, ganz ohne Rücksicht auf seine eigenen Gefühle.
Du bist eine noch sehr junge Frau - pass' auf dich auf. Auch nach einem Urlaub hat Mensch das Recht, sich krankschreiben zu lassen, wenn er eben krank ist. Krankheiten lassen sich nicht planen.Doch, klar gehe ich arbeiten. Der Schmerz hält sich in Grenzen (mal mehr, mal weniger, aber die Kleidung ist natürlich unangenehm) und ich war ja erst im Urlaub. Außerdem gab der Arzt dafür auch sein Go.
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16.03.2015, 06:05Inaktiver User
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16.03.2015, 06:14Inaktiver User
AW: Hilft hier nur noch eine Therapie?
Was glaubst Du- gibt es für Bedürfnisse, die der Mensch zu einem Leben braucht?
Was muss erfüllt sein, damit er sich gut fühlt- zufrieden, ausgeglichen und stabil?
Wann hast Du zuletzt frei gelacht? Wann wie ein Kind frei etwas getan, nur weil es Spaß macht?
Wann Dich zuletzt glücklich locker und leicht gefühlt?
Ich denke, es ist unmöglich auf der Arbeit alle Bedürfnisse des Lebens zu sättigen!
Wir leben vor allem aus dem Wunsch der Verbindung- dieses Herzensgefühl lässt uns gut fühlen- wie sollte sowas auf der Arbeit passen?
Und Dein Leben besteht NUR aus der Arbeit.......Du lebst um zu arbeiten?
Du lebst mehr und mehr im Mangel, wenn Du Dein anderen Bedürfnisse nicht wahr nimmst.......und sowas macht körperlich krank.
Weil Dein Job zu viel von Dir nimmt, kannst Du auch keine wirklichen Grenzen ziehen.......der Wunsch nach Verbindung durchdringt dann auch GEdanken, Handlungen und die Erwartungen an sich und die Umwelt wird immer unpassender und größer.
Hautprobleme stehen für Kontakt und Grenzen......die bei Dir überschritten werden.
Wir brauchen von allem die Waage......die sowieso immerzu in Bewegung ist.
Was zu wenig gelebt wird- holt sich auf anderen Wegen sein Gewicht zurück.
Allmählich würde ich Dir aber auch zu einer Therapie raten......denn so einfach wirst Du aus dieser Schiene nicht heraus treten können.
Wenn Dein Leben schon so getaktet ist, dann kannst Du da nicht mal einfach so aussteigen oder was ändern.
Bedeutet-- Du machst so weiter........und wirst Dich auf Dauer an die Wand fahren- körperlich oder psychisch und dann längerfristig nicht mehr einsetzbar sein. Unabhängig davon wird sowas als immense Selbsterniedrigung empfunden - bis man versteht, dass man auf sich hören MUSS
Nun- oder Du holst Dir dann doch allmählich Hilfe und lernst ganz langsam Raum in Dein Leben einzubauen.
Sowas ist ein Weg und langsam lässt sich sowas gestalten.
Sollte man in Deinem Leben nicht auch SPAß am Leben haben??
Wo ist Deiner`?
Wo fühlst Du Dich lebendig?
lg kenzia


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