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    Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Liebe Community,

    ich bin 39 Jahre alt und habe einen 10jährigen Sohn. Von dessen Vater lebe ich seit 3,5 Jahren getrennt. Die Trennung war sehr schwer und schmerzhaft und von vielen Verletzungen begleitet, ich habe lange gebraucht, um sie zu verarbeiten. Eine feste Beziehung hat sich seit dem nicht ergeben, maximal Affären und eine "Freundschaft plus". Ich habe aber immer gesucht und die Augen offengehalten und mir eine Beziehung gewünscht. Ich hatte einige Online-Dates, die aber so grottig waren, dass ich Bücher mit skurrilen Kurzgeschichten daraus machen könnte Nein, ehrlich gesagt, hat es mich ziemlich ernüchtert zurückgelassen...

    Mein Sohn wird nun älter und selbstständiger und ich frage mich: was kommt jetzt eigentlich noch? Ich fühle mich unruhig und irgendwie "unausgelastet", emotional, zwischenmenschlich.. Ich habe einige gute Freunde, die ich aber nicht so oft sehe und spreche. ich bin berufstätig und auch da fühle ich mich in einer Sackgasse - bin an dieser Stelle unterfordert, wünsche mir mehr Herausforderung, Aufgaben, Reibung, aber was mich hält, ist der Verdienst, der für meine Branche nicht schlecht ist. Ich habe aber das Gefühl, dass meine Stärken und Kompetenzen gar nicht richtig zum Einsatz kommen, immer das Gefühl: Du könntest doch eigentlich mehr...

    Ich bin ein Mensch, der vielseitige Interessen hat, mit offenen Augen durch die Welt geht, Dinge intensiv empfindet und ich habe immer das Gefühl, ich erlebe das alles nur für mich, einen Bruchteil kann ich teilen, aber viel zu wenig. Ich habe das Gefühl, voller Kraft und Energie zu stecken, diese aber nicht teilen/weitergeben zu können. Ich habe mich schon gefragt, ob ich vielleicht noch einen Kinderwunsch in mir habe, ich liebe Kinder, aber ich weiss nicht, ob es das ist... Zumal mir der passende Partner fehlt.
    Ich verbringe viel Zeit allein, das brauche ich, ich kann meine eigene Gesellschaft auch gut aushalten bzw phasenweise sogar genießen, aber die Kehrseite ist: ich isoliere mich und bin dann nicht mehr am Leben "dran". Ich warte, dass etwas neues Aufregendes in meine Leben tritt und dann ist alles anders...

    Bitte versteht mich nicht falsch, ich bin kein passiver Mensch, der auf sein Glück wartet, im Gegenteil, ich bin immer sehr aktiv gewesen, bin die Dinge tatkräftig angegangen und habe sie für mich gestaltet, habe nicht lange gefackelt, dafür haben mich meine Freunde auch immer bewundert, aber im Moment weiss ich gar nicht:

    1) wo anfangen?
    2) WAS anfangen? Also: in welche Richtung soll es gehen?
    3) ist Abwarten/Passivität nicht auch manchmal besser?

    All das gärt in mir und erzeugt eine große Unruhe, ich habe phasenweise das Gefühl, aus der Haut fahren, schreien zu wollen. Ich bin so ungeduldig und weiss nicht, wie mein Weg weitergehen soll. Immer das Gefühl, ich bin für mich nicht auf den richtigen Weg und meine Kompetenzen "blühen" nicht richtig, ich bin nicht richtig am Leben "dran"...

    Kennt das jemand von euch?
    Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen!

    Herzliche Grüße
    dunkelrot

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    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Was haelst du von einem Coaching? Einfach um mal rauszufinden, was denn genau fehlt und in welche Richtung du gehen koenntest.
    Das waere eine Moeglichkeit, um mal zu reflektieren, wo es hakt.

    Selbst ist man ja oft so subjektiv, dass der Blick verstellt ist, da ist es hilfreich, einen Aussenstehenden einen Blick auf die Sache werfen zu lassen
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.

  3. Inaktiver User

    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Liebe Dunkelrot,

    vielleicht hilft mal zum Anfangen eine Bestandsaufnahme.
    Zuerst mal ganz nüchtern:

    - Wie viel Zeit habe ich Freizeit?
    - Bist Du Vollzeit tätig?
    - Wie viel Geld brauchst Du ca. im Monat

    Also mal einfach so die "harten" Fakten :-)

    Dann hast Du vielleicht schon mal einen groben Überblick. Dann würde ich mir folgende Fragen stellen:

    - was waren früher meine Träume etc.?
    - Für was brenne ich?
    - Was gibt es, was ich schon immer versuchen/probieren wollte?
    - Für welche Aktivitäten brauche ich Gesellschaft, für welche nicht
    - Gibt es Orte, die ich noch sehen will?
    - Möchte ich mich mehr in der Gesellschaft engagieren etc.?

    Wenn Du diese Punkte alle mal schriftlich aufschreibst, kristallisiert sich vielleicht eine gewissen Tendenz heraus? Zumindest eine grobe Richtung.

    Und dann vielleicht einfach mal gewohntes Terrain verlassen. Also sprich einfach mal ein neues Hobby, Handwerk etc. probieren, ein neues Instrument. Vielleicht mal ein anderer Urlaubsort etc... so etwas gibt einem gute, neue Impulse und so kommt vielleicht das Eine zum Anderen

    Alles Gute für Dich

  4. gesperrt

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    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Zitat Zitat von dunkelrot Beitrag anzeigen

    Ich bin ein Mensch, der vielseitige Interessen hat, mit offenen Augen durch die Welt geht, Dinge intensiv empfindet und ich habe immer das Gefühl, ich erlebe das alles nur für mich, einen Bruchteil kann ich teilen, aber viel zu wenig. Ich habe das Gefühl, voller Kraft und Energie zu stecken, diese aber nicht teilen/weitergeben zu können. [...]
    Ich verbringe viel Zeit allein, das brauche ich, ich kann meine eigene Gesellschaft auch gut aushalten bzw phasenweise sogar genießen, aber die Kehrseite ist: ich isoliere mich und bin dann nicht mehr am Leben "dran". Ich warte, dass etwas neues Aufregendes in meine Leben tritt und dann ist alles anders...

    [...]

    1) wo anfangen?
    2) WAS anfangen? Also: in welche Richtung soll es gehen?
    3) ist Abwarten/Passivität nicht auch manchmal besser?

    All das gärt in mir und erzeugt eine große Unruhe, ich habe phasenweise das Gefühl, aus der Haut fahren, schreien zu wollen. Ich bin so ungeduldig und weiss nicht, wie mein Weg weitergehen soll. Immer das Gefühl, ich bin für mich nicht auf den richtigen Weg und meine Kompetenzen "blühen" nicht richtig, ich bin nicht richtig am Leben "dran"...
    Vielleicht bist du mit dir selbst nicht im Reinen, wenn du den Drang hast, anderen und dir selbst zu beweisen, was du Herausragendes leisten kannst. Du schreibst, dass du darauf wartest, dass etwas Aufregendes in deinem Leben passiert. Dir fehlt vielleicht die innere Ruhe. Du schreibst, dass du deine eigene Gesellschaft gut aushalten und nur phasenweise genießen kannst.

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    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    hallo Dunkelrot,

    ich kann deine Gefühle sehr gut nachvollziehen. Ich bin auch so eine Kandidatin, die von dieser Art von Unruhe immer wieder überfraut wird

    Ich kann da auch Coaching empfehlen, hat mir immer wieder geholfen, mich zu sortieren und auch den Blick mal auf blinde Flecken zu lenken. z.B. was ist denn nun wirklich für mein Sicherheitsbedürfnis Grundbedingung und was gab es mal für Träume, Interessen u.ä. in meinem Leben, die ich "vergessen" habe - also die Dinge, die hier schon genannt wurden.

    Einen neuen Partner kannst du dir jetzt nicht einfach vom Zaun brechen, daher würd ich mich eher auf die anderen Baustellen konzentrieren, und da gucken, welche Dinge sich relativ einfach und zeitnah ändern lassen, und seien sie auch noch so klein - und mit denen anfangen. Das hebt die Stimmung und Motivation und die sind dann schon von der Liste gestrichen. z.B. Wohnung umstellen, eine bestimmte Reise machen, oder so was.

    Freizeitpensum feststellen finde ich auch wichtig, da du hier gucken kannst, ob du vll nebenberuflich oder ehrenamtlich noch was sinngebendes machen könntest. Je nachdem, ob du Abstriche beim Geld machen kannst und willst, könntest du die Arbeitszeit reduzieren (falls das in deinem Job geht) und könntest dir so was Neues, Erfüllenderes ins Leben holen, ohne die wirtschaftliche Sicherheit aufgeben zu müssen. Oder gäbe es eine Weiterbildung, die dich reizen würde und deinen Job beleben könnte?

    ist Abwarten/Passivität nicht auch manchmal besser?
    Jein. Wenn bestimmte Steine angestoßen wurden, dann ist es auch nicht schlecht, sich zurück zu lehnen und sie rollen zu lassen, um zu gucken, ob und was die auslösen. Manche Steine laufen ins leere, andere lösen Lawinen aus. Aber anstoßen muß man sie schon, so meine Erfahrung. Klar gibts auch Zu-Fälle, also dass einem wirklich einfach nur so was zufällt, wobei auch diese "Zu-Fälle" oft nur das Ergebnis von Prozessen sind, aber die lassen sich eben nicht steuern.



    Aber ich habe zumindest den Eindruck, dass das Zufallsphänomen mit dem Älterwerden nachlässt und ich mehr aktiv anschubsen muss. Das Leben kommt sozusagen nicht mehr so selbstverständlich auf mich zu wie in jungen Jahren. Ist vermutlich einfach in den Schauplätzen begründet, die die Lebensabschnitte so mit sich bringen. In oder nach einer Berufsausbildung passiert einfach mehr, es gibt mehr Wechsel, mehr Umzüge, mehr unbedarfte Männer usw. Vielleicht ist es aber auch ein Phänomen unserer Zeit, dass wir mehr dafür tun müssen, um weiterzukommen, das will ich auch nicht ausschließen. Ist aber auch nicht so wichtig..

    Die Kunst ist das Mittelmaß zwischen aktiv-sein und loslassen zu finden, damit etwas geschehen kann, wir es aber auch erkennen können, weil der Blick weit genug und nicht fokussiert ist. Fokussierter Blick bringt eher dann was, wenn wir ein klares Ziel haben, das wir verfolgen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  6. Inaktiver User

    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Zitat Zitat von dunkelrot Beitrag anzeigen

    1) wo anfangen?
    2) WAS anfangen? Also: in welche Richtung soll es gehen?
    3) ist Abwarten/Passivität nicht auch manchmal besser?

    All das gärt in mir und erzeugt eine große Unruhe, ich habe phasenweise das Gefühl, aus der Haut fahren, schreien zu wollen. Ich bin so ungeduldig und weiss nicht, wie mein Weg weitergehen soll. Immer das Gefühl, ich bin für mich nicht auf den richtigen Weg und meine Kompetenzen "blühen" nicht richtig, ich bin nicht richtig am Leben "dran"...

    Kennt das jemand von euch?
    Ich freue mich sehr auf Rückmeldungen!

    Herzliche Grüße
    dunkelrot

    Es gibt viele Ratgeber zu den Lebensthemen und -zielen. Es ist nicht immer der Partner oder nicht verfügbare Partner an dem das hängt.
    Manchmal muss man tief in sich gehen und die eigenen Ziele erforschen und dann angehen. Sei froh, dass Du so viel Energie hast. Das klingt doch gut.

    Ich würde sogar soweit gehen zu behaupten, dass solange Du die Frage nach Deinen Wünschen und Lebenszielen nicht aktiv angegangen bist, ein Partner ein Störfaktor wäre. Nach der Phase einer gravierenden Umstrukturierung des eigenen Lebens und Neuanfang würdest Du wahrscheinlich sogar einen ganz anderen Menschen wählen. Nutze Deine Energie besser für Dich, um zu klären und anzugehen, was Du möchtest.

    Ich kann nur von mir sagen, dass dann oft Dinge viel schneller von statten gehen als man denkt, wenn Zielklarheit herrscht. Auch neue Partnerschaften mit der entsprechenden Verliebtheit fressen Energie und Zeit. Gerade in solchen Phasen mehr Bremse als Hilfe und auch eher Irrlicht als Hilfe den eigenen Weg zu finden.
    Geändert von Inaktiver User (07.03.2015 um 09:28 Uhr)

  7. Inaktiver User

    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Vielleicht, dunkelrot, ist es auch erst einmal Zeit fuer "aus der Haut zu fahren und zu schreien". Und zwar laut und lange.

    Was sich damit loest, gibt dir Kraft und Ideen fuer neue Schritte.

  8. Inaktiver User

    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    ich kann dich auch gut verstehen und bei den vorschreiberinnen unterschreiben. das war bei mir ganz genauso, als mein kind aus der betreuungsintensiven phase raus war.

    mein schwerpunkt wäre die arbeit, auch wenn dein job gut bezahlt ist - man verbringt doch sehr viel zeit damit.

    wie wärs mit einer weiterbildung?
    und/oder einem neuen netzwerk, wo du mal anfängst mitzumachen?

    gibt es irgendwas, was du lieber machen würdest, wo du aber nicht einfach so hinwechseln, sondern was aufbauen müsstest? dann wär das jetzt ein guter zeitpunkt um anzufangen, finde ich.

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    AW: Gefühl, ruhelos und "unausgelastet" zu sein

    Hallo dunkelrot,

    auch ich kann mich gut in deine Lage hineinversetzen. Ich bin auch eher eine "Macherin" als die Passive. Leider kann man in puncto "Beziehung" nichts erzwingen, das habe ich auch festgestellt.

    Die anderen Bereiche kannst du auch nicht zwingen, aber da kann man selber doch aktiv drauf einwirken, zuvor muss man natürlich genauer wissen, was man will. Ich habe auch ein Coaching bei einer sehr kompetenten Beraterin gemacht.
    Und ich staune selbst: trotz einer beruflichen Situation, in der es nahezu aussichtslos erschien, meine Wünsche zu erfüllen, hat sich ein Traumjob für mich aufgetan, mit dem ich im Mai anfangen werde.
    Das habe ich natürlich nicht der Trainerin zu verdanken, sondern ich selbst habe nach ihren wunderbaren Impulsen zur richtigen Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich fand auch Klarheit zwischen dem "muss sein" und "wäre schön".

    Ansonsten habe ich mir immer wieder vorgenommen, Sachen auszuprobieren, die ich noch nie gemacht habe. Meine Kinder sind schon 16 und fast 19, leben noch bei mir, aber im Grunde bin ich da so eine "Versorgungsanlaufstelle" und habe aber für mich viel Freiraum.
    Ich habe eine große Großstadt vor der Tür mit sehr interessanten Angeboten an Kursen, VHS, Events etc.
    Dabei habe ich schon auch ein paar Interessen aufgespürt, auf die ich so ohne Weiteres nicht gekommen wäre.

    Liebe Grüße
    Capbreton

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