Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 22
  1. Inaktiver User

    Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Ihr Lieben,

    angeregt durch ein Gespräch (Diskussion) mit einer Freundin grübele ich gerade über ein Thema nach.

    Es heißt ja immer, man kann nicht von jedem gemocht werden und selber mag man ja auch nicht jeden.
    Jetzt aber quasi die Frage: wie viele Menschen etc. sollten einen mögen oder auch anders rum.
    Hört sich jetzt komplex an, ich hoffe ihr könnt ungefähr verstehen, was ich meine.

    Beispiel: Frau XY hat einen Partner, einige wenige Freunde und ein paar Bekannte, also ich gehe jetzt mal von einem übersichtlichen "Netzwerk" aus.
    Im Kollegenkreis hat sie 2-3 Menschen, die sie mag und die anderen eher nicht, was umgekehrt auch zutrifft. Ist sie damit "normal" oder sollte sie sich in Frage stellen, weil es eigentlich zu wenig ist.
    Mir ist klar, dass es dafür keine Norm gibt und wahrscheinlich persönliches Empfinden ist, mit was man sich wohlfühlt.
    Anders rum betrachtet, was wenn es wie oben ist, aber man eigentlich von mehr Menschen gemocht werden will, aber es einfach nicht so ist?

    Es gibt ja z. B. auch Menschen, die einsam sind, keine oder kaum Freunde haben und das jetzt nicht unbedingt selbst so gewollt ist.
    Was tun? Damit abfinden, selbstkritisch sein, aktiv neue Leute suchen, auch wenn man immer wieder merkt, dass kein großes Interesse da ist?

    Hui - ich hoffe das war jetzt irgendwie verständlich

    Emilia

  2. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Es kommt m.E. darauf an, ob man sich für die anderen interessiert.
    Ist kein Interesse da (wovon du ja auch sprichst), strahlt man das auch aus, und wupps können einen diese Leute dann prompt ebenfalls "nicht leiden". Sie fühlen sich nicht hingezogen zu dem, der kein Interesse signalisiert. Und haben ebenfalls kein Interesse.

    Also: Wenn man etwas "bekommen" möchte, muss man zuerst etwas "geben".
    Natürlich passt es auch dann nicht immer, aber es ist doch eher selten, dass andere uns bewusst nicht leiden können. So ist meine Erfahrung zumindest.

    Ein alter Klassiker von Dale Carnegie "Wie man Freunde gewinnt" ist zu empfehlen. Viele gute Tipps, Denkanstösse, Beispiele. Gebraucht sehr günstig zu ergattern! Ich finde ja immer: Warum soll ich das Rad selber neu erfinden, wenn andere das schon getan haben?

    Man kann sich auch kritisch selbst mal hinterfragen:
    Bin ich vielleicht manchmal rechthaberisch? Belehrend? Humorlos? Fordernd? Unflexibel und intolerant?

    Warum mag ich diesen und jenen nicht?
    Kenn ich ihn genug, um zu bewerten? Hat er nicht vielleicht auch gute Seiten? Muss ich mein "den mag ich nicht" vor mir hertragen, bildlich gesprochen, oder kann ich mich bemühen, mit "jedem" klarzukommen? (Was im Job erwartet wird!)

    Gemeinsame Interessen sind wichtig für Freundschaften, finde ich.
    Menschen, die besonders aufwändige und ungewöhnliche Interessen haben, finden daher eher seltener jemanden, zu dem sie passen. Der Einhandweltumsegler z.B. fängt mit einem Briefmarkensammler sicherlich eher wenig an.

    Es zählt für mich nicht die Anzahl der Freunde und Bekannten.
    Sondern ob jemand mir gut tut oder nicht.
    Wenn das wenige sind, dann ist das so. Viele bringt sowieso keiner in seinem Terminkalender unter!

    Wie man "beliebter" wird, das steht in o.g. Buch.

    GLG Karla
    The original Karla
    est. 2006


  3. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Das klingt für mich ein wenig nach Zahlenspielerei. Letztlich geht es bei Freundschaften ja nicht um die
    Quantität, sondern um die Qualität der Beziehung zu den einzelnen Menschen. Also was interessiert mich konkret an Person X, warum mag ich sie, was haben wir gemeinsam.

    Von daher glaube ich, dass es schlicht keine Zahlen gibt, um einen "hinreichend großen" Freundeskreis zu definieren.

    Auch bei Leuten mit wenigen Freunden geht es doch eher nicht um die Zahl, sondern eher darum wie sehr einen andere Menschen interessieren oder ob es verbindende Dinge gibt, die einen Kontakt wünschenswert machen. Bekannte um der Bekanntschaft willen, finde ich seltsam.

  4. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Ich finde, es kommt auch sehr darauf an, ob man sich selber mag. Und mit welcher Grundhaltung man den Menschen gegenüber tritt. "Wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus", da ist was dran.

    Ob es dann bei näherem Beleuchten so erstrebenswert ist, von vielen Menschen "gemocht" zu werden, ist sicherlich bei allen unterschiedlich. Sympathisch wirken, dafür kann man selbst etwas tun.

    Umgekehrt geht es mir genau so: ich finde viele Leute echt sympathisch, nett, kollegial z. B. Näheren Kontakt wünsche ich mir trotzdem in den meisten Fällen nicht.

  5. Inaktiver User

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Interessante Denkanstöße von Euch. Danke.

    Karla schrieb oben, dass man immer zuerst geben sollte, um auch zu bekommen.
    Das sehe ich auch so. Aber ist das eine Garantie? Ich glaube nicht...

    Meine Freundin ist wirklich ein netter Mensch, hilfsbereit, lustig, tolerant usw... hat natürlich auch ihre Macken, wer nicht?

    Sie ist aber dann oft enttäuscht, dass das oft so nicht zurückkommt, wie sie es aussendet und meinte eben, dass sie dadurch immer selbstkritischer würde, weil sonst würde es ja laufen oder eben anders.
    Mmh, wusste dann gar nicht so genau was ich dazu sagen sollte.

    Es wird zwar immer davon gesprochen, dass man sich selbst lieben sollte mit allem was dazu gehört, Positiv wie Negativ, aber kann man das, wenn die Resonanz auf die eigene Person eher spärlich ausfällt?

    Nachdenkliche Grüße

  6. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Liebe Emilia,

    so blöd es klingt, ich werde von sehr vielen Leuten sehr gemocht. Das war bei mir schon immer so. Ich habe erstaunlich viele wirklich gute Freunde und einen sehr großen Bekanntenkreis, mein Problem ist eher, dass ich ständig absagen muss, um mit mir in Balance zu bleiben und auch mal Zeit für mich zu haben. Natürlich gibt's auch einige Leute, die mich nicht mögen (die mögen mich dann meistens üüüberhaupt nicht ;-))

    Ich glaube, es gibt zwei Gründe dafür (wenn man das so rational rausfiltern kann):

    a) Ich interessiere mich wirklich für Menschen, wie Karla schon ins Treffen geführt hat. Menschen und ihre Gefühle, Geschichten, sind das Spannendste, was es gibt auf der Welt, finde ich. Ich bin von Natur aus neugierig, das heißt, ich stelle Fragen und höre wirklich aufmerksam zu. Das führt, dazu, dass mir Leute innerhalb kürzester Zeit persönliche Dinge erzählen und schnell ein "Band" entsteht.

    b) Andererseits bin ich selbst sehr offen - mit meinen Gefühlen, die ich völlig authentisch zeige, mit meinem Humor und meinen Geschichten, aber vor allem auch mit meinen Schwächen. Ich stehe zu ihnen und habe überhaupt kein Problem, über sie zu sprechen. Das führt dazu, dass mir man schnell vertraut, weil ich mich selbst sozusagen ganz menschlich-unperfekt zeige. Das Feedback ist immer: Du verstehst mich so gut. Ja, weil es mir auch ein Anliegen ist, dem Gegenüber zu zeigen: Ich verurteil dich nicht, ich hab ja selbst meine Macken.

    Meiner Erfahrung nach sehnen sich fast alle Menschen nach so einem offenen Umgang, nach Verständnis - auch die, bei denen man es am wenigsten vermutet hätte. So a la: Lass uns gemeinsam Mensch sein. (Da muss man nicht über tiefenpsychologische Sachen oder Kindheitstraumata reden ;-) Da geht's einfach um eine vertrauensvolle Atmosphäre, auch beim Small Talk.)

    Einige können damit nicht, das sind Besagte, die mich dann so gar nicht leiden können. ;-)

    Ich denke also, das ist keine reine Quantitäts-, sondern auch eine Qualitätsfrage: Wie lebendig ist der Austausch mit denen, die ich um mich habe? Ich habe oft mit Kollegen zB einen sehr intensiven Austausch (sei es, wir sprechen über unser Leben, sei es, wir quatschen nur blöd und halten uns die Bäuche vor Lachen), der mir wirklich etwas gibt. Obwohl das eben nur eine lose Kollegenschaft ist.

    Schlüsselfragen sind wohl in jeder Art von Kontakt, auch wenn er oberflächlicher ist: Wie sehr bin ich bereit, mich authentisch zu zeigen und zu vertrauen? Wie sehr interessiert mich mein Gegenüber, wie er/sie wirklich ist? Wie natürlich bin ich im Umgang mit anderen Menschen?

    My 2 cents, LG Lil

  7. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Karla schrieb oben, dass man immer zuerst geben sollte, um auch zu bekommen.
    Das sehe ich auch so. Aber ist das eine Garantie? Ich glaube nicht...
    Die Frage nach der Garantie setzt eine gewisse Berechnung im Tun voraus. Und so läufts natürlich nicht. Das riechen andere Menschen, sofern sie nicht selbst irgend einen Hau weg haben.

    Es geht nicht darum, ob man zuerst gibt, sondern es geht, wie schon geschrieben, um das Interesse am anderen. Und wenn das nicht geheuchelt, sondern ehrlich ist, dann wird das so manches Eis brechen.

    Ich finde es auch wichtig sich im Hinterkopf zu behalten, dass es nicht nur, vielleicht sogar zum geringsten Anteil, mit mir zu tun hat, ob andere mich mögen. Mindestens genauso viel hat es mit ihnen selbst zu tun. ich finde es heute witzig (früher konnte ich noch nicht drüber lachen), wie viel in mich beim Kennenlernen reinprojiziert wird. wenn ich 10 Menschen kennen lerne, dann kann ich davon ausgehen, dass es 11 Meinungen über mich gibt

    Allermeist macht das nichts, weil man sein Bild voneinander im Laufe des Kennenlernprozesses revediert und sich dann eben zeigt, ob sich da noch mehr entwickelt oder nicht.

    Im Job merke ich, dass es ganz viel Gewohnheit ist, ob Kollegen mich mögen oder nicht. Am Anfang hab ich immer den Stress, dass ich sozusagen ausgetestet werde, aber nach spätestens 3 Monaten haben wir uns aneinander gewöhnt und jeder hat seinen Platz gefunden. Ich hab da zwar immer wieder den inneren Kampf, dass ich Dinge zu persönlich nehme, aber manchmal hilft nur Augen zu und durch. Die Frage, ob die mich mögen oder nicht, ist in der Phase für mich zumindest nur hinderlich, drum schick ich sie aufs Ruhebänkchen.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  8. Inaktiver User

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Die Einen kenne mich - die Anderen können mich!

    Ich mag Menschen die sind wie sie sind, egal wie sie sind. Und ich mag Menschen die mich mögen wie ich bin.

    Wer mich anders will, kann mich mal. Und Menschen die mir was vormachen können mich auch.

    Es hat mit der Liebe zu sich zu tun. Nur dadurch kann man offen genug sein um andere in sein Leben zu lassen.
    Das gilt für Freunde genauso wie für Partner.

    Mit Zahlen hat das nichts zu tun - manchmal reicht es nur einen Freund zu haben! Einen Echten!! Statt tausende die man gar nicht richtig kennt!

  9. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Man muss auch nicht jeden moegen, und ich finde es sehr gut, hier im Formum kann ich alles Streithammel, militante Gutmenschen und ewig schlechtmacher einfach auf meine Ignorierliste setzen, dann muss ich mir die Kommentare ueberhaupt nicht mehr ansehen.
    Im taeglichen Leben kann man auch einige ignorieren, und ich bin sicher, mich ignoriren auch einige.
    Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
    Youtas

    Das Schönste an mir bin ich.

  10. User Info Menu

    AW: Man kann nicht von jedem gemocht werden

    Garantie? Berechnung?
    So war das von mir keineswegs gemeint.
    Interesse am anderen, einfach so! Völlig egal, ob sich weiteres ergibt oder gar nichts. Menschen wertschätzen, egal woher wohin wie alt ob männlich oder weiblich ob dies oder jenes. Bewertungen versuchen zu unterlassen, sondern einfach erstmal schauen, wer der andere ist.

    The original Karla
    est. 2006


Antworten
Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •