Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Antworten und Anregungen.
@Sojourner Das komische ist, dass ich mich wirklich drauf gefreut habe, dass das Studium (und der ganze Stress) vorbei ist. Ich habe mich auch auf den Job gefreut, aber jetzt fühle ich mich davon ziemlich überfordert. Vorher hatte ich das Gefühl, dass mir noch alle Wege offen stehen und jetzt haben sich (gefühlt) durch meine berufliche Entscheidung einige Türen geschlossen. Aber die Unabhängigkeit ist tatsächlich ein Zustand, den ich genieße. Zum einen die finanzielle Unabhängigkeit, aber auch die Unabhängigkeit innerhalb meines Jobs, das dieser auch mit viel Entscheidungsfreiheit verbunden ist.
@Kaffewasser Ja, du hast Recht. Es ist vermutlich die Angst vor dem Ungelebten. Ich merke auch, dass ich mir viel zu viele Gedanken, wie ich leben sollte und Angst habe, irgendetwas zu verpassen anstatt einfach zu leben. Aber irgendwie komme ich da gerade nicht so richtig raus.
@Fels Ja, wenn ich meine Gedanken ein wenig objektiver betrachte, weiß ich auch, dass Vergänglichkeit zum Leben dazu gehört und es niemals stehen bleibt. Aber irgendwie fällt es mir momentan schwer, es zu akzeptieren. Ich hoffe, sehr, dass ich irgendwann eine ähnliche Einstellung zum Leben und zum Tod enwickle wie du.
@Lilith Das tut mir Leid mit deinem Papa. Ich finde es immer so schwer zu beurteilen, ob man einen Tod verarbeitet hat. Ich dachte immer, dass ich mit dem Verlust gut zurechtkomme. Momentan bin ich mir da nicht mehr so sicher und möglicherweise hängen meine Ängste doch enger damit zusammen als ich denke.
@Beklamo Deine Gedanken helfen mir sehr, auch wenn ich sie gerade noch nicht in meinen eigenen Gedankenkreis integriert kriege Aber vielleicht ist das auch einfach ein Prozess, der ein bisschen dauert.
@samtpfote Ja, aber gerade diese Unwissenheit bedrückt mich so. Du hast Recht, solche Gedanken helfen einem überhaupt nicht, man kann es ja eh nicht ändern. Aber gerade das fällt mir so schwer zu akzeptieren.
@ambiva Ja, die Angst, noch nicht genug erlebt zu haben, spielt sicherlich eine entscheidende Rolle. Ich nehme mir dann immer vor, es zu ändern und intensiver zu leben. Aber das fällt mir gerade so schwer, vor allem weil ich mich dann selber so sehr unter Druck setzte, dass es eher hinderlich ist.
@Kenzia Danke für deine Anregungen, das habe ich so gar nicht gesehen. Ja, eine längere Pause zwischen Studium und Beruf wäre sicherlich sehr gut gewesen. Ich denke dann aber tatsächlich, dass das der normale Weg ist und ich mich „nicht so anstellen darf“. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Wochen ein bisschen zur Ruhe komme.
@Ale Danke! Deine Worte helfen mir sehr. Ja, ich denke auch, dass solche Gedanken nicht ungewöhnlich sind und wahrscheinlich zum Leben dazu gehören. Ich habe tatsächlich auch das Gefühl, dass es jetzt an mir liegt, meinem Leben einem Sinn zu geben. Vorher war der Weg (Schule, Studium) ziemlich klar und jetzt gibt so viele Möglichkeiten, dass ich mich überfordert viele und viel darüber nachdenke, was der „richtige“ Lebensweg ist (gerade weil das Leben so kostbar ist). Ich hoffe sehr, dass mir meine Gedanken irgendwann helfen das Leben zu genießen und mich nicht mehr so lähmen.
Antworten
Ergebnis 11 bis 15 von 15
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03.02.2015, 10:50
AW: Angst vor der Endlichkeit des Lebens
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03.02.2015, 11:05
AW: Angst vor der Endlichkeit des Lebens
Es ist völlig normal, dieses Gefühl auf einmal "entspannt" sein können, ist total komisch! Und du hast es verlernt! Es ist auch völlig normal zu hinterfragen, zu reflektieren ob man nun wirklich das macht was man immer wollte. Ich habe mich wirklich auch gefrage "ist es das? wollte ich genau das?" Aber das ist ja das Schöne! Es ist nichts in Stein gemeisselt, du kannst mal beginnen, und wenns dir nicht passt beginnst du mal einen Parameter in deinem Leben zu ändern. Bis es passt..
Die Pause zwischen Arbeit und Studium wäre auch bei mir nötig gewesen, ich habs auch nicht gemacht und bereut. Du kannst dir aber auch auf eine andere Weise eine Auszeit nehmen.
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03.02.2015, 12:44
AW: Angst vor der Endlichkeit des Lebens
@ Eponine
Ich bin darauf gekommen, da alles im letzten Sommer angefangen hat. Du hast wieder einen Abschnitt deines Lebens hinter dir gelassen.
Bis zum Ende des Studiums ist man noch ein bisschen Kind. Danach ist man "erwachsen".
Nach dem Studium lagen auch keine soo wichtigen Dinge an, die man unbedingt schaffen musste. Bis dahin hatte man eine "Aufgabe", die zu erledigen war und musste / konnte sich mit anderem nicht auseinander setzen.
Ich denke, da sind mehrere Dinge zu "bearbeiten" , die man getrennt voneinander sehen muss, die aber alle ineinander einfließen.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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03.02.2015, 13:10
AW: Angst vor der Endlichkeit des Lebens
Hallo Eponine,
Du wirst Dir deines Lebens bewußt. Das ist völlig normal und eine Lebensaufgabe, die sich irgendwann jedem stellt. Don't panic. Es ist völlig im grünen Bereich, Angst vor Unbekanntem zu haben. Auch ist es normal, dass die Lebensfreude und Unbeschwertheit nicht immer an erster Stelle stehen, wenn man zu denen gehört, die ihr Leben reflektieren und dann ja auch gestalten. Aber es lohnt, mal zwischenzeitig darauf zu verzichten, denn all das ist nur ein Schritt auf deinem Weg. Ich persönlich empfinde es jedenfalls immer so, denn solche Veränderungen hat man mehrmals im Leben zu bewerkstelligen.
Deine Frage zur Therapie würde ich, so ganz aus der Ferne, mit Nein beantworten. Klar kann es hilfreich sein, wenn Du an einen Punkt kommst, an dem Du mal einen Gedanken von aussen brauchst. Aber generell ist es deine Persönlichkeitsentwwicklung, die sowieso Du durchmachen musst. Das kann man zumindest nicht an andere delegieren. Ist meiner Meinung nach sowieso heutzutage überbewertet und führt machmal zu Therapiearbeit wegen normaler und gesunder Entwicklungsprozeße. Überlass die Therapeuten großzügig denen, die ihn nötig brauchen.
Ein Grashalm wächst nicht schneller, wenn man dran zieht ;-)
Nachtrag wegen Post#11
Du klingst sooo positiv, da mache ich mir keine Gedanken, daß Du kein schönes Leben vor Dir hast!Geändert von Maria_H (03.02.2015 um 13:18 Uhr)
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Eine gute Demokratie erbt man nicht. Die erarbeitet man sich mit Bildung.
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03.02.2015, 21:22
AW: Angst vor der Endlichkeit des Lebens
Es kommt Wohl darauf an, wie lange der Phase der fehlenden Lebensfreude anhält. Ein paar Tage, wenige Wochen oder viele Monate. Spätestens bei letzteren solltest du einen Psychotherapeuten aufsuchen.
Grüße
Luftpost


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