vielleicht steht das ja am Anfang der männlichen Emanzipationsbewegung: die eigene Frusttoleranz erhöhen. Das männliche Selbstverständnis besteht traditionell schon noch hauptsächlich daraus, ernst genommen zu werden. Das hat aber auch nix mit Genen oder Hormonen zu tun, sondern ist rein traditionell so gewachsen. Patriachat eben.Zitat von Inaktiver User
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Ergebnis 11 bis 19 von 19
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24.01.2015, 08:55
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.01.2015, 09:10
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
das hat für mich mit Selbständigkeit zu tun und nicht primär mit Emanzipation. Emanzipation ist bei mir die Grundlage für Wahlmöglichkeiten, die Menschen haben, unabhängig vom Geschlecht.
Nicht jedem Menschen ist es gegeben, in der von Dir beschriebenen Form selbständig zu leben, z.B. auch aus gesundheitlichen Gründen. Und Menschen können sich auch ergänzen, sie müssen nicht zwangsläufig alles selber und das möglichst perfekt machen, um ein emanzipiertes Leben zu führen. Aber ihre Wahlmöglichkeit darf nicht aufgrund ihres Geschlechtes eingeschränkt sein. Um das gehts.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.01.2015, 09:15
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Ohne Selbständigkeit sind Wahlmöglichkeiten eingeschränkt, denn wer nicht selbständig ist, ist abhängig. Genau darum ging es ja auch am Anfang der Emanzipation für Frauen: um das Recht auf wirtschaftliche Unabhängigkeit, das eigene Konto, die eigene Entscheidung, eine Stelle anzunehmen oder auch nicht.
Besondere Situationen erfordern besondere Massnahmen, das ist schon klar. Aber der junge Mann, der von Hotel Mama direkt zu Hotel Ehefrau zieht, ist eben nicht emanzipiert. Genauso wenig wie die junge Frau, die direkt von Papas Obhut zu Ehemanns Obhut zieht.
Nicht jedem Menschen ist es gegeben, selbständig zu leben, z.B. auch aus gesundheitlichen Gründen.
Weil diese Menschen gewisse Aufgaben einfach nie erledigen mussten und sie einer andern Person gaben.
Perfekt muss nichts sein, aber gut genug. Als Lebenspartner würde für mich keiner in Frage kommen, der nicht weiss, wie man ein Hemd bügelt oder einen Knopf annäht.Und Menschen können sich auch ergänzen, sie müssen nicht zwangsläufig alles selber und das möglichst perfekt machen, um ein emanzipiertes Leben zu führen.
gruss, barbara
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24.01.2015, 09:22Inaktiver User
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Wenn es um die Freiheit eines Yogakurses beim Mann geht- dann sprechen wir hier alleine nur von einer inneren Freiheit, die sich der Mann selber geben muss.
Er braucht die eigene innere Stärke- oder Überzeugung- auch gegen die Gesellschaftsmeinung zu bestehen.
Was soll das für ein Vergleich sein gegen die Frau, die per Gesetz damals ihren Mann um ERLAUBNIS fragen musste, wenn sie arbeiten musste???
Einmal geht es um den Mann an sich- um sich selbst-- mal geht es um die Frau, die ZUERST die ZUSTIMMUNG von Männern benötigt!
Vielleicht sollten wir ja dankbarer sein.....denn es waren doch sicher männliche Richter, die das damals entschieden haben!??

kenzia
vielleicht ist diese Wortgruppierung- emanzipiert plus Mann- gar nicht möglich!?
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24.01.2015, 09:33
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Barbara, vielleicht definieren du und ich Begriffe wie Selbständigkeit und Abhängigkeit auch einfach unterschiedlich.
xanidae hat da ein paar schöne Beispiele geschrieben, wie Emanzipation durchaus mit Aufgabenverteilung und der damit verbundenen "Abhängigkeit" (ich sehe es als Ergänzung) zusammen geht. Wie schon geschrieben wurde, geht es darum, dass jeder entsprechend seinen Fähigkeiten und Wünschen leben kann. Es heisst nicht, dass er zwangsläufig auch Fähigkeiten entwickeln muss, die er nicht so mitgekriegt hat. Er/sie soll aber die Möglichkeit haben, diese zu entwickeln, wenn er denn will.
Dein Beispiel "Hotel Mama" hat was mit Selbstständigkeit zu tun. Aber auch mit der Selbständigkeit der Mama, die das Hotel bietet. Und dass die Tendenzen der Emanzipation wieder rückläufig sind, das ist leider nicht zu leugnen.
Meiner Meinung nach passiert in der Frage auch viel zu wenig politische Bildung. Die jungen Mädels wissen erschreckend wenig von Frauengeschichte, sie übernehmen viel zu unkritisch Worte, die mit Emanzipation zu tun haben, als Schimpfwort (Emanze etc), mitsamt den Klischeevorstellungen, ohne sich damit zu beschäftigen, was da überhaupt dahinter steht.
Und überhaupt ist die ganze Emanzipationsbewegung oft zu oberflächlich und weniger eine Frage der inneren Einstellung. Es geht nicht nur darum, dass wir Karriere machen wollen, es geht auch darum, wie emanzipiert wir in unseren privaten Beziehungen sind. Und da meine ich jetzt nicht die Frage "wer trägt den Müll raus", sondern ob wir auf einer Augenhöhe stehen, was eine Frage der Kommunikation und gegegenseitigen Respeks ist und nicht der Aufteilung der Arbeiten.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.01.2015, 09:39
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
ein kleiner und kurzer Einblick in die Frauenrechtssituation bis 1977:
QuelleVielfach vergessen wird heute, dass auch in der Bundesrepublik Deutschland laut BGB bis 1977 Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis fragen mussten, wenn sie einer beruflichen Tätigkeit nachgehen wollten. Bis 1958 konnte ein Ehemann das Dienstverhältnis seiner Frau fristlos kündigen.[10] In Bayern mussten Lehrerinnen noch in den 1950er Jahren im Sinne des Lehrerinnenzölibats ihren Beruf aufgeben, wenn sie heirateten. Und erst mit dem Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau, das am 3. Mai 1957 verabschiedet wurde und am 1. Juli 1958 in Kraft trat, hatte der Mann nicht mehr das Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten, und die Zugewinngemeinschaft wurde zum gesetzlichen Güterstand. Bis dahin verwaltete der Mann das von seiner Frau in die Ehe eingebrachte Vermögen und verfügte allein über die daraus erwachsenen Zinsen und auch über das Geld aus einer Erwerbstätigkeit der Ehefrau. In diesem Gesetz von 1957/58 wurden auch zum ersten Mal die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung eingeschränkt und erst 1979 vollständig beseitigt. Erst seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr in der Ehe.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.01.2015, 09:40
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Ich meine, dass Handlungen wichtiger sind als Worte. Und ich meine, dass grundlegende Lebenstüchtigkeit jedem Geschlecht und jeder Person gut ansteht.$
Erst wenn diese Grundlagen gegeben sind, juristisch aber auch aus jeweiliger persönlicher Erfahrung, kann man sich auf feinere Punkte wie die Beziehungsgestaltung im Detail machen.
gruss, barbara
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24.01.2015, 09:48Inaktiver User
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Diese (wenn auch sehr verkürzte) Beschreibung ist garnicht dumm: erst wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, ist es möglich, dass sich jede/r im Rahmen seiner Möglichkeiten verwirklichen kann. Im Falle einer Beziehung (auch mit Kindern) kann auf Augenhöhe "verhandelt" werden, wie das gemeinsame Leben gestaltet wird: also möglicherweise reduzierte Berufstätigkeit, Verteilung von Haushalts- und Erziehungsaufgaben.
Frauen, die ca. in den 60er Jahren des letzten Jahrhunderts oder etwas später geboren sind, leben vielfach nicht mehr so wie ihre Mütter, die Männer leben fast alle so wie ihre Väter mit Vollzeit-Maloche, die den Lebensunterhalt der Familie quasi alleinverantwortlich schultert. Jetzt mal ganz pauschal gesprochen. Meine heute über 80jährige Mutter sagte vor Jahrzehnten zu mir "ihr jungen Frauen seid doch blöd, macht euch kaputt mit Berufstätigkeit, Haushalt und Kindererziehung. Wir konnten uns voll und ganz dem Haushalt und der Kindererziehung widmen und unser Lebensunterhalt war gesichert".......
Mit Staunen und Erschrecken stelle ich fest, dass für viele junge Frauen nicht ein erfüllender Beruf nebst ausreichendem Einkommen für ein unabhängiges Leben das Ziel sind, sondern Hausfrau und Mutter sein, die Knete dazu hat der Mann nach Hause zu bringen. Und noch schlimmer: offenbar finden sich genug Männer, die solche Frauen schätzen. Ist jetzt nur meine pauschale Beobachtung in unmittelbarer Umgebung bzw. nach Berichten einer Bekannten (Lehrerin an einem Gymnasium), inwiefern das wirklich und in welchem Grad verbreitet ist kann ich natürlich nicht sagen.
Insofern frage mich mich deshalb oft inzwischen wieder, was eine emanzipierte Frau ist....
Gruß Elli
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24.01.2015, 11:52Inaktiver User
AW: Was genau ist ein "emanzipierter Mann"? Gibt es diese überhaupt?
Da der TE sich an der Diskussion nicht mehr beteiligen wird und es sich bei dem Beitrag um Spam handelt, den ich soeben editiert habe, schließe ich den Thread an dieser Stelle.
Grüße,
Zuza


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