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  1. Inaktiver User

    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Nein, das sucht Ihr Euch nicht aus. Meine Tochter ist 35, sie empfindet ihren Stress auch schlimmer als ich meinen damals. Ich habe keine Ahnung, warum es so ist. Ist es die Reizüberflutung? Diese Übervorsicht, die den Eltern impliziert wird? Dieser Anspruch, ständig funktionieren zu müssen?
    Wir haben unsere Kinder noch raus zum Spielen geschickt und haben diese dann 3 - 4 Stunden gar nicht mehr gesehen.
    Das geht doch heute gar nicht mehr. Immer muss einer dasein und die Aufsicht führen.
    Man kann heute nicht mehr loslassen. Ich denke, das ist der Knackpunkt. Ich denke, die Medien haben da auch Schuld (wenn es denn "Schuld" gibt). Man sieht überall Gefahren.

  2. Inaktiver User

    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Wieso bist Du nur Du, wenn Du Genervtheit zeigst? Das hat doch nichts mit den unterschiedlichen Rollen zu tun. Man kann in jeder Rolle genervt sein oder erfreut oder verletzt oder stark oder schwach oder oder...

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Dieser Anspruch, ständig funktionieren zu müssen?
    Ich denke, das hat einen großen Anteil daran. Es ist alles so schnelllebig, dass man meint sich keine "Fehlfunktion" leisten zu können.

    Wieso bist Du nur Du, wenn Du Genervtheit zeigst?
    Neeee, wenn ich es nicht unterdrücke, dass ich schlechte Laune habe, ist das ein kleiner Teil von meinem Ich, den ich dann in dem Moment einfach zeige. Das kam ja gestern im Zusammenhang mit der Frage wo denn die Ich-Rolle bleibt. Natürlich definiere ich mich nicht übers Genervtsein!

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Zitat Zitat von lana75 Beitrag anzeigen
    Mein Umgang mit solchen Situationen ist ja der, dass ich z.B. meine Genervtheit zeige.
    Ein Umgang wäre es auch, keine Genervheit zu zeigen bzw. besser gesagt: keine zu empfinden. Damit meine ich nicht, dass du dich nicht ärgern darfst, sondern nur, es nicht all zu sehr an dich heran zu lassen.

    Und die Distanz entsteht spätestens beim Feierabend. Denn das, was im Büro war schlepp ich nicht mit nach Hause.
    Das ist ein sehr guter Ansatz. Ist es dir auch möglich, richtig abzuschalten?

    Ja, damit liegst Du völlig richtig! Wenn nur bei einer Rolle die Anforderungen mal was höher sind, ist ja auch nicht immer gleich, ist das auch kein Problem. Aber wenns mehrere Rollen sind oder ich es eben nicht schaffe mir einen Ausgleich zu schaffen, wirds knusprig!
    Das ist verständlich, weil niemand dauerhaft in allen Bereichen 100% geben kann, es womöglich aber gern möchte oder muss.

    Welche Rollen sind die, die dich besonders belasten? Und in welcher Rolle fühlst du dich wohl und kannst entspannen?

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es ist nun einmal so, dass heutzutage erheblich mehr Frauen über eine zu hohe Belastung klagen und das massiv.
    Dass Du sofort so reagierst, zeigt das dünne Nervenkostüm.
    Ich weiß, dass jeder Mensch anders tickt. Aber die Tendenz zum Jammern hat erheblich zugenommen. Ich danke sehr oft dem Herrn (und das als Atheist!), dass ich in diesem Jahrhundert geboren wurde. Meine Oma mit 5 Kindern und berufstätig und Waschtag im Waschkeller und Ofenheizung und und und war doch erheblich schlechter dran.
    Die Anforderungen an Frauen sind heutzutage nicht geringer, als in früheren Generationen. Technischer Fortschritt impliziert nicht, dass mit neuen Technologien und einer sehr medienausgerichteten und globalisierten Welt nicht auch gänzlich neue Herausforderungen entstanden sind.

    Vor einigen Generationen drehte sich das Leben vieler Frauen in einem sehr geringen Radius, der Lebensweg war klar vorgegeben, es waren solide Strukturen und Orientierungs- sowie Wertesysteme vorhanden, das soziale Netz meist stärker ausgeprägt.


    Ich selbst habe 3 Kinder groß gemacht, neben der Arbeit (35 Stunden) Betriebswirtschaft fernstudiert, Haushalt, Garten 1200 m², Mann viel auf Dienstreisen, mit dem Bus täglich 2 Stunden zur Arbeit hin uns zurück, Kieferorthopäde mit allen 3, Sehschule mit zweien, Handballspieler 2 durch die Gegend kutschiert...und mit Freude gekocht, eingekocht und gebacken.

    Aber es hat mir alles (fast) alles Freude gemacht.

    Aber so etwas wollen die gestressten Frauen heute gar nicht hören.
    Im Grunde hören moderne Frauen das die ganze Zeit. Idealerweise das Bild der beruflich erfolgreichen Mutter (in Vollzeit tätig), die das nebenher lächelnd und problemlos mit dem Familienleben vereinbart und dessen Haus zudem auch immer sauber ist.

    Vielleicht öfter mal Fernsehen aus und Handy weggelegt? Die wenigen ruhigen Minuten ganz für sich nutzen?
    Ich habe mich ja immer gefragt, wann genau Frauen mit einer Doppelt-und Dreifachbelastung wirklich Zeit für Fernsehen haben.

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Damit meine ich nicht, dass du dich nicht ärgern darfst, sondern nur, es nicht all zu sehr an dich heran zu lassen.
    Mir hilft es, wenn ich mal kurz "ausflippe". Dann bin ich ein bißchen runtergefahren und kann weitermachen.

    Ist es dir auch möglich, richtig abzuschalten?
    Ja, ich erzähl zu Hause vielleicht noch, wenn was besonders war, aber dann ist es auch gut.

    Welche Rollen sind die, die dich besonders belasten? Und in welcher Rolle fühlst du dich wohl und kannst entspannen?
    Die Rollen Mutter, Tochter und Job. Wobei es bei allen dreien auch Moment gibt, wo es mir in der Rolle richtig gut geht und es Spaß macht.

    Entspannen kann ich, wenn Raum für mich ist. Wenn ich weiß, in den nächsten Stunden will keiner was von mir. Diese Situation gibt es alle paar Wochen mal. Da muss ich zugeben, dass ich mir diese Zeit, bis vor kurzem, selber oft kaputt gemacht habe, weil ich immer nach Plan entspannen wollte. Mittlerweile versuch ich mir da aber keinen Kopf mehr drum zu machen. Was aber geblieben ist, ist das Gefühl, dass die Zeit nie ausreichend lang ist, um genug Energie zu tanken.

  7. Inaktiver User

    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Ich denke auch, wir haben automatisch verschiedene Rollen, weil wir ja nicht in allen Situationen den gleichen Rang haben.
    Aber ich sehe das so, dass ich diese Rollen "bin", ihre Gesamtheit macht mich aus. Dabei werden Rollen, die mir eher aufgezwungen werden, wie z.B. im Verhältnis zu Kollegen, so knapp wie möglich gehalten, wenn sie mir nicht guttun.

    Aber Rollen wie "Hundehalterin" habe ich ja selbst gewählt, ohne sie könnte ich nicht leben, daher bekommt sie auch mehr Aufmerksamkeit.

    Prioritäten setzen ist wohl wie so häufig das Zauberwort.

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Zitat Zitat von lana75 Beitrag anzeigen
    Mir hilft es, wenn ich mal kurz "ausflippe". Dann bin ich ein bißchen runtergefahren und kann weitermachen.
    Das ist in Ordnung, dir ein Ventil zu schaffen.


    Die Rollen Mutter, Tochter und Job. Wobei es bei allen dreien auch Moment gibt, wo es mir in der Rolle richtig gut geht und es Spaß macht.
    Das sind alles auch sehr anspruchsvolle Rollen, insbesondere, wenn sie gleichzeitig gefordert sind.

    Entspannen kann ich, wenn Raum für mich ist. Wenn ich weiß, in den nächsten Stunden will keiner was von mir. Diese Situation gibt es alle paar Wochen mal. Da muss ich zugeben, dass ich mir diese Zeit, bis vor kurzem, selber oft kaputt gemacht habe, weil ich immer nach Plan entspannen wollte. Mittlerweile versuch ich mir da aber keinen Kopf mehr drum zu machen. Was aber geblieben ist, ist das Gefühl, dass die Zeit nie ausreichend lang ist, um genug Energie zu tanken.
    Das ist für mich sehr nachvollziehbar (eben anhand der Rollen, die du zu erfüllen hast). Ich vermute mal, dass du bereits alle Optionen in Erwägung gezogen hast die es dir ermöglichen würden, dir mehr Freiräume zu schaffen?

    Es ist sehr wichtig, Energie zu tanken und insbesondere, alleine und für sich sein zu können. Ein paar Stunden Ruhe alle paar Wochen ist sehr wenig.

  9. Moderation

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    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Ich trenn das nicht in Rollen. Ich habe Tätigkeiten, und ich habe ein oder zwei Reservegesichter, die ich mir manchmal überziehe, wenn sie der Situation guttun: Vor allem auf Familientreffen und wenn ich Schulungen halte.

    Tätigkeiten können lästig sein und Energie und Zeit fressen, sie können aufbauen, das ist oft tagesformabhängig. Manche Tätigkeiten sind nötig, egal ob sie lästig sind, manchen sind nicht nötig und bauen überwiegend auf. Die, die unnötig sind und lästig versuche ich, frühzeitig zu erwischen und zu unterlassen. Aber egal was ich tue, das bin ich. Ich entstehe aus dem, was ich tue.

    Natürlich gibt es nie einen Mangel an Leuten, die auch nur irgendwie mit ihrem Leben klarkommen wollen, und erwarteten, daß die Nebenrollen in ihrem Film einfach funktionieren. Dürfen sie ja. Wenn sie dann aber anfangen, Ansprüche zu stellen, die ich keine Lust oder keine Resourcen habe, zu erfüllen, dann mache ich das nicht zu meinem Problem. Meine Theorie ist, daß die meisten Leute nicht auf mich angewisen sind, um irgendwie klarzukommen, egal, wie sehr sie das glauben oder wie sehr es mir schmeichelt. Und *wenn* sie auf mich angewiesen sind: Auch das hat Grenzen. Wie es im Ersthelferkurs heißt, "Wenn da einer liegt, guck dich erst mal um, sonst legst du dich dazu."
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  10. User Info Menu

    AW: Wie viele Rollen erfüllt ihr?

    Aber Rollen wie "Hundehalterin" habe ich ja selbst gewählt, ohne sie könnte ich nicht leben, daher bekommt sie auch mehr Aufmerksamkeit.
    Ja, die ist selbst gewählt. Genauso wie meine Mutterrolle. Ich möchte ja strenggenommen keine der Rollen missen. Und grade die Hunde helfen mir hier bei

    Ich vermute mal, dass du bereits alle Optionen in Erwägung gezogen hast die es dir ermöglichen würden, dir mehr Freiräume zu schaffen?
    Denn die beiden, bzw. grade der Kleine, ist meine Option rauszukommen. So hab ich z.B. die Hundeschule und auch unseren ZOS-Kurs zu MEINER Zeit erklärt. Wo ab und zu LG oder Tochter mal zum gucken mitkommen können. Aber nur in Ausnahmefällen.

    Tätigkeiten können lästig sein und Energie und Zeit fressen, sie können aufbauen, das ist oft tagesformabhängig
    Da stimme ich dir voll und ganz zu! Bestes Beispiel war Weihnachten, wo ich ungewöhnliche Geschenke selbergemacht habe und wo ich was besonderes zu essen machen wollte. Oft hab ich geflucht und mich selbst nach meinem Geisteszustand gefragt, aber letztendlich fand ich es toll, das alles geschafft zu haben.

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