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    Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Ende 2012/Anfang 2013 trennte sich mein Partner von mir. Es folgte ein Jahr mit steten Kontaktaufnahmen von seiner Seite, erneuten Begegnungen - Rumgeeier. Ich bin (kopflos) in diesem Warmhaltekarussell mitgefahren, bis er dann schlussendlich Anfang 2014 eine neue Partnerin gefunden hatte.
    Auslöser unserer Trennung war damals ein Kinderwunsch, der aufgrund unser beider körperlichen Voraussetzungen nicht ohne Weiteres erfüllbar war. Das alles hat mir damals den Boden unter den Füßen weggezogen und auch heute noch habe ich sehr mit den Nachwirkungen zu kämpfen.
    Die Symptome unter denen ich "leide", sind meine extreme Antriebslosig- und Freudlosigkeit. Wenn ich an meinem Arbeitsplatz bin, bekomme ich das meiste gut auf die Reihe - so bald ich zuhause bin, kriege ich nur wenig geregelt. Ich habe eine Zeit lang Antidepressiva genommen, allerdings vorrangig mit dem Ziel, wieder eine Nacht durchschlafen zu können. Diese habe ich wieder abgesetzt, das mit dem Schlafen funktioniert nun einigermaßen.
    Heute habe ich mir Bilder von vor 10 Jahren angeschaut, da sehe ich mich als junge, fröhliche, lebenslustige Frau. Eine Freundin hatte damals zu mir gesagt, sie kenne niemanden, der einerseits so fleißig und beharrlich im Job sei und gleichzeitig so das Leben genießen könne. Das war ehrlich gesagt, eines der einprägsamsten Komplimente, das ich je bekommen habe. Und so habe ich mich auch gesehen.
    Aber wo ist diese lebenslustige Frau hin? Und wie kann ich sie wieder zurückholen?

  2. gesperrt

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    AW: Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Liebe frelvis,
    ich möchte nicht behaupten, dass ich mich mit deiner Lebenssituation auskenne. Das ist nicht der Fall.
    Als es in meiner Ehe mal kriselte, als ich vor Erschöpfung daheim kaum noch funktionierte (in der Arbeit habe ich immer sehr gut funktioniert), als ich wortwörtlich nur noch in Grautönen sah, sagte mein Mann etwas, das ich mir sehr zu Herzen genommen habe.

    Er sagte, dass ich gar nicht mehr lache.

    Völlig wertfrei, nur so als Feststellung.

    Das hat mir einen solchen Stoß versetzt, ich kann es gar nicht beschreiben.
    Ich war immer so fröhlich, so begeistert, so ansteckend lebenslustig gewesen.

    Ich habe dann gelesen, dass man Lachen durch Lachen wieder lernen kann.
    Also durch die Grimasse des Lachens kommt man wieder ins echte Lachen.

    Bei mir hat es geholfen.

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    AW: Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Liebe Paraplumeau,
    danke für deinen guten Tipp. Ich werde ihn mir zu Herzen nehmen !!
    Vor gut einem Jahr hatte ich mir einen Zettel innen an die Haustür geklebt mit der Aufschrift "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Irgendwann ist er dann runtergefallen und wohl im Altpapier gelandet.
    Gab es noch etwas, was dir/euch geholfen hat, aus Grau wieder Bunt zu machen, den Antrieb wieder zu finden, trotz dem Alleinesein, trotz der Mutlosigkeit?

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    AW: Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Sie ist in Dir drinn diese lebenslustige Frau, lass sie raus, langsam, vorsichtig, aber es geht!

    Schreib Dir vielleicht auch einen Zettel mit dem Kompliment den Du neben lachen hängst....
    Das Leben macht was es will und ich auch!

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    AW: Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Sich bewußt machen, dass und welche schönen Dinge es jeden einzelnen Tag gibt und diese in vollen Zügen genießen. Das muß nichts Großes oder Teueres sein. Nein, sich darüber freuen, dass die Vögel zwitschern - wenn es doch endlich so weit wäre -, dass der Kater schnurrt, dass der Kaffee in der Sonne am allerbesten schmeckt und so weiter. Mir ist auch immer wichtig, dass ich mir jeden Tag eine halbe Stunde für mich nehme. Exclusiv nur für mich. Da darf mich keiner stören und ich mache mir eine kleine Freude. Die Zeit nehme ich für ein gutes Buch, einen Spaziergang, ein Bad, zum Löcher in die Luft schauen. Weißt Du allein das Überlegen, WAS mir heute in dieser halben Stunde gut tun wird und mir das zu versprechen, macht mir Spaß.

    Was mir auch immer extrem gut hilft ist, wenn mich andere anlächeln. Dazu kannst Du die Menschen auch bringen. Lächle fremde Leute auf der Straße an. Fast alle lächeln zurück. Besonders dankbare "Opfer" sind Frauen im eigenen Alter, deutlich ältere Leute und Kinder - Männer können das schon mal falsch verstehen. Mein Stimmungsbarometer kann ich damit gut hoch schnellen lassen.

    Und vielleicht schaust Du mal bei den drei schönen Dingen rein? Da wird aufgeschrieben, was am Tag Freude gemacht hat, da kannst jedenfalls gut abschauen.

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    AW: Das Leben wieder in Angriff nehmen

    Dankbar sein, sich selbst etwas gönnen, lächeln,... im Grunde alles Aktivitäten, von denen ich weiß, dass sie mir gut tun.
    Danke, dass ihr mich wieder darauf aufmerksam gemacht habt
    Oft denke ich, " das ist doch alles so wenig, die anderen haben einen Partner, Familie, ein schönes Häuschen, ich werde das alles möglicherweise nie haben". Und diese Gedanken lähmen mich dann. Doch im Grunde weiß ich ja, dass ich sehr viel habe, viel mehr als andere Menschen - ich bin gesund, ich habe einen Job der mir Spaß macht, ich habe Freunde für gute Gespräche und welche um einen drauf zu machen. Nur die Erkenntnis macht mir halt häufig kein Feuer unterm Hintern...

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