Vielleicht musst du dich dann mal auf die Suche machen, dein "Ich" und dein "Selbst" ausfindig machen. Denn ich denke, dass sollte immer noch die größere Wirkung haben. Versuche die zweite "Person" zu beobachten und dann analysieren. Keine Ahnung, aber es gibt bestimmt Methoden etwas zu verändern was man nicht will.
Versuche vielleicht mit Achtsamkeits-Training z.B. mit Atemübungen auf dich selbst zu führen. Vielleicht kannst du dich ablenken trainieren wenn dich deine Phantasiewelt wieder vereinamt und du eigentlich was anderes machen willst. Es sei denn du merkst es nicht wenn es dich dahindriftet.....
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Ergebnis 11 bis 15 von 15
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13.01.2015, 16:10
AW: Realitätsverlust - Zweites Leben in Phantasie
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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13.01.2015, 18:02
AW: Realitätsverlust - Zweites Leben in Phantasie
Ich würde interessant finden, welche Funktion dein Phantasieleben erfüllt. Also z.B. ob es um ein Ausweichen aus der Realität, speziell vielleicht aus realen Beziehungen in die phantasierte Beziehung ist. Oder ob es um Intimität geht, die in der Phantasie leichter/möglich ist und real weniger/nicht. Oder ob die Gedanken auch einen zwanghaften Charakter haben können, so daß sie schwer loszulassen sind.
Und welche Form, ob du während du in der Phantasiewelt bist, dich verlierst oder immer dir im Klaren darüber bist, dass es gerade nicht real ist (bis dahingehend, die Phantasie als realer als die Wirklichkeit zu erleben). Ob du jederzeit abbrechen kannst oder das schwierig ist, wie der Übergang erfolgt.
Und welche Entwicklung: ob diese Phantasieentwicklung als Jugendliche das erste Mal war, dass du dich so in deine Vorstellungen eingelebt hast, oder ob das schon früher auf eine Art (ansatzweise) der Fall war. Wie sich das auf dein Leben ausgewirkt hat. Und ob diese Phantasiewelt und dein Eintauchen in ihr eine eigene Entwicklung gehabt hat, also sich im Laufe der Jahre geändert hat.
Je nachdem, und vor allem an deinem Leidensdruck festgemacht - und der scheint mir nicht klein zu sein - würde ich mir wirklich professionelle Hilfe holen. Glaub mir, Leute, die das beruflich machen, werden nicht so erstaunt/befremdet sein, wie du vielleicht fürchtest. Du beschreibst ja auch anderes, was dir Kummer macht, etwa dein Verhältnis zu dir selbst, z.B. in puncto Selbstakzeptanz, Scham usw. Vielleicht sind auch Einsamkeit und Selbstansprüche ein Thema?
Normalerweise entwickelt man nichts dergleichen, ohne dass es Sinn macht. Nur Mut!that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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13.01.2015, 21:26
AW: Realitätsverlust - Zweites Leben in Phantasie
Ich danke für alle Antworten!
hab gestern Abend schon viele Dinge überlegt, aufgeschrieben, ung gerade Marys und kenzias Beiträge haben mich jetzt nochmal mehr zum Nachdenken gebracht. Heute abend ist meine Internetleitung furchtbar wacklig, deswegen werde ich mich morgen abend mit meinen Erkenntnissen nochmal melden.
Ich danke aber schonmal recht herzlich für alle Beiträge!
Dann heute abend neu :)
Ihr habt wohl ganz recht - in dieser Sache geht es mehr um mich als andere Person als um den anderen Mann. Es ist eine Welt, in der ich viel Bestätigung erfahre.
Meine Phantasiewelt habe ich solange ich mich zurückerinnern kann, also bis weit in die Grundschulzeit hinein. Nur haben sich die Themen verändert, die Liebesbeziehungen kamen erst in der Pubertät hinzu.
Und in meiner Welt war ich eben immer die Schönste, Beste und Tollste. Warum ich das als Kind und als Jugendliche gebraucht habe, ist mir recht klar: ich war kein beliebtes Kind, später keine besonders hübsche Jugendliche, und erst durch diesen ann in meiner Phantasie habe ich dann mehr aus mir gemacht, gelernt quasi, dass ich schön und liebenswert sein kann.
Kann ich den Wechsel der Welten kontrollieren beziehungsweisebin ich mir bewusst, welche welche ist, war noch eine Frage, über die ich nachgedacht habe.
Heut ja. Als Jugendliche war ich dann quasi weg, kaum ansprechbar, das waren sehr intensive Erfahrungen. Meistens bin ich aber abends im Bett abgetaucht, da konnte mich keiner stören. Mittlerweile gelingt mir dieses tiefe Eintauchen, dieses Versenken nicht mehr so gut. Vermutlich auch, weil ich ein reales Leben habe; aber in mir ist eben diese tiefe Sehnsucht nach dieser Welt, nach den Gefühlen.
Ich wäre gern so stark und so bewunderswert wie mein inneres anderes Ich - dabei bin ich eine starke selbstsichere Frau, ich habe einen fordernden Beruf, den ich sehr gut meistern kann; aber vielleicht nur nach außen? Das versuche ich grade zu ergründen. Oder habe ich durch meine Phantasievorstellungen diese Stärke, diesen Umgang mit schwierigen Situationen gelernt.
Fühle ich mich einsam in meinem Leben? Jein. Es gibt eben diese ganze Seite von mir, die ich hier zum ersten Mal im Leben mit jemandem teile - aber eigentlich, nein. Ich habe gute Freunde, einen Lebensgefährten, eigentlich alles, was man braucht.
Und doch hänge ich eben diesen Vorstellungen nach...
Ich habe jetzt meine Erkenntnisse recht ungeordnet aufgeschrieben, so wie ich sie überlegt habe.
Die Frage, die ihr gestellt habt, haben mich sehr zum Nachdenke angeregt. Danke!Geändert von Obsession (14.01.2015 um 18:27 Uhr)
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14.01.2015, 18:29
AW: Realitätsverlust - Zweites Leben in Phantasie
Hmm, wenn ich meinen Beitrag ändere, wird der nicht als neu angezeigt: Ich schiebe ihn somit mal hoch - entschuldigung für das Doppelposting.
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14.01.2015, 19:10Inaktiver User
AW: Realitätsverlust - Zweites Leben in Phantasie
Hallo Obsession!
Ich kenne manches, was Du schreibst - und denke prinzipiell erst mal nicht, daß Du "falsch" oder "unnormal" bist bzw. Deine Phantasien es sind. Schwierig wird es, wenn Du Dich darin so sehr verlierst, daß Dein reales Leben leidet. Und dann könntest Du Dir vielleicht Hilfe holen, wenn Du merkst, Du steigerst Dich rein. Vielleicht mußt Du aber auch nur Aspekte Deines Lebens ändern, die dafür sorgen, daß Du lieber in eine Phantasiewelt abtauchst. Vielleicht mußt Du bei Deiner Beziehung anfangen? Liebst Du Deinen Freund wirklich? Bist Du wirklich glücklich mit ihm?
Ich war schon heftig in Schauspieler verliebt - in dem Moment, wo ich ernsthaft in einen realen Mann verliebt war, war das kein Problem oder Thema mehr...
Das kommt mir sehr bekannt vor.
LG Sin



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