Liebe Wernichtfragt,
ich kenne eine solche Phase - bei mir war es zwar nicht ganz so schlimm, da bei mir noch der Partner an meiner Seite steht, aber es war auch, wie du sagst bam-bam-bam. Ich hatte null Kraft mehr und dann - bam - kam das nächste.
Ich hab es gehalten wie viele hier raten: mich zurückgezogen, meine Wunden geleckt, im Selbstmitleid gebadet. ABER ich habe mir auch Hilfe geholt.
Psychotherapeuten und auch Heilpraktiker können in so einer Situation sehr hilfreich sein. Meine Therapeutin hilft mir, meine Gedanken zu sortieren, der Heilpraktiker hat mit Akupunktur die Energien im Körper wieder frei fließen lassen. Das war jedesmal ein bisschen als hätte ich Drogen genommen, aber solange es hilft und nicht schadet… Wenn du dich vorher schlau machst, welcher HP mit deiner Krankenkasse zusammenarbeitet, übernimmt das sogar i.d.R. die Kasse.
Es kann zwar niemand anders meine oder deine Probleme lösen, aber mir hat es gut getan, dass da jemand ist, der sich um mich kümmert. Bei dem es in der Zeit in der ich da bin, nur um mich und meine Probleme geht.
Nach einer Weile, es war ein knappes halbes Jahr, ging mir die Kraftlosigkeit so richtig auf den Geist - da hab ich festgestellt … ups, sie ist ja wieder da, die Kraft! Zwar nicht die hundertprozentige Vollpower, eher ein zartes Pflänzchen, aber immerhin.
Seitdem konnte ich meine Probleme zwar noch nicht alle lösen, ich habe noch immer keinen neuen Job und gesundheitliche Probleme habe ich teilweise auch noch. Aber ich habe wieder etwas Kraft. Und kann rückblickend sagen: ich glaube, ich hab das richtig gemacht. Zurückziehen, Wunden lecken, mit dir selbst beschäftigen und irgendwann hast du's (hoffentlich!) über und WILLST wieder. Leben, arbeiten, lieben, lachen, tanzen.
Alles Gute!![]()
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12.01.2015, 08:27
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
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14.01.2015, 11:08Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Mach es wie Beppo Straßenkehrer. Denk nicht an die ganze Straße, sondern nur an die nächste Platte.
Ich denke in solchen Momenten und Phasen in Viertelstunden. Kurzzeitwecker stellen, eine Viertelstunde Magisterarbeit. Danach eine Viertelstunde Pause. Danach eine Runde mit dem Hund. Danach... xyz. Das funktioniert, eine Viertelstunde schaffe ich.
So habe ich 2012 meine Steuererklärung auf den letzten Drücker gemacht (saß in einem ähnlichen Tief wie du). Jeden TAG eine Viertelstunde. Und dann habe ich sogar noch die für 2010 hinterher gemacht und mich am Ende über 4k Euro Rückzahlung gefreut (ich hatte eher mit einer NACHzahlung gerechnet, deshalb fiel es mir auch so schwer....).
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15.01.2015, 00:50Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
ich danke Euch für den lieben Zuspruch. Aber irgendwie scheint meine Pechsträhne weiter zu gehen. Ich hab mir gestern den Ringfinger meiner rechten Hand gebrochen...
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15.01.2015, 06:28
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Vielleicht wäre eine Reha ja mal was für dich?
Begründet mit deinen psychischen Problemen.
Ich war mal zu einer Reha (allerdings wegen physischer Probleme), die hat mir wahnsinnig gut getan.
Ich habe dort gelernt, auf mich zu achten (Meditation, Tiefenentspannung, Sport, eine gute Mischung aus Entspannung und Power) und neue Kontakte geknüpft, mit einigen verbindet mich heute noch eine Freundschaft.
Ansonsten ist, wie schon beschrieben, eine Phase des Sichgehenlassens gar nicht so übel, sie darf nur nicht zu lange dauern.
Bist du schon die ganzen 1 1/2 Jahre ausgepowert und am Ende?
LG
Shanana
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15.01.2015, 07:57Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Hallo wernichtfragt,
wohl jeder Mensch hat solche Phasen. Ich schließe mich nicht aus.
Man SOLL das annehmen, sich seinem Leiden, der Niedergeschlagenheit und der Antriebslosigkeit hingeben. Verdrängen nützt sowieso nichts, da es sich früher oder später andererorts einen Weg bahnt.
Nur, wie hier schon jemand schrieb, es soll kein Dauerzustand werden. Man muss selber aktiv werden und aus seinem Loch wieder herauskrabbeln. Auch wenn es mühsam ist, langsam, Schritt für Schritt.
Zu den hier bereits genannten Empfehlungen möchte ich Dir auch gerne etwas vorschlagen.
Eine Therapeutin gab mir vor vielen Jahren einen guten Rat: Einmal am Tag bewusst die Tiefphase durch Aktivitäten unterbrechen. Das können 30 Minuten ebenso sein wie eine Stunde. Den Zeitraum bestimmst Du selber. Während dieser Zeit machst Du etwas was Dir Freude bereitet und Dich ablenkt: Sport, Lesen, Spazierengehen, Dich mit Freunden treffen, Shoppen gehen, Wellness o.ä. Ganz wichtig ist hierbei, dass Du während dieser Zeit deine momentane, negative Phase keinesfalls an Dich herankommen lässt. Du kannst auch mit 15 Minuten starten. Danach erlaube Dir zu Deiner "Nullphase" wieder zurückzukehren. Das machst Du jeden Tag und so lange bis Du in der Lage bist, diese Auszeit immer mehr zu verlängern. Das verlangt viel Motivation (gerade wenn man meint nichts geht mehr), Kraft und Selbstdisziplin. Aber Du wirst sehen, dass Du damit allmählich wieder zu Deinem normalen Leben zurückfinden kannst. Mir hat das sehr geholfen.
Alles Gute für Dich!
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15.01.2015, 08:13Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Kannst Du so überhaupt schreiben? Kannst Du Dir eine ärztliche Auszeit = Reha/Therapie/Kur/Krankschreibung verordnen lassen und per Attest eine Verlängerung der Magisterarbeitsfrist erwirken? Ich finde das aktuell den wichtigsten Punkt, denn er hat die meiste Tragweite für Deine Zukunft. (Ja, und glaub mir, Du willst das Ding fertig haben. Anschließend weißt Du es wieder. In Phasen von allerhöchstem Druck/Streß/Angst/Trauer kann man das manchmal nicht mehr spüren.)
Und: vielleicht kannst Du Dir auch kurzfristig Antidepressiva verschreiben lassen? Nicht als Dauerlösung - aber im Notfall nimmt man ja auch mal zwei Wochen Antibiotika. Das ist manchmal nicht nur legitim, sondern lebensnotwendig.
Alles Gute!
Sin
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15.01.2015, 09:56
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Hallo, das tut mir sehr leid, wenn ich das von dir lese!
Ich kann dir auch nur Nahe legen, dir eine Arbeitsstelle zu suchen. Wenn man in so einer Situation auch noch zu viel die Zeit hat, um nachzudenken, gehts einem noch schlechter. Da tut dann eine Arbeitsstelle ganz gut.
Du kannst das alles auch umdrehen und positiv sehen.
Vielleicht war es besser mit deinem Ex-Freund und auch mit der Arbeitsstelle....vielleicht tat dir das ja nicht gut getan....
Erhole dich, bis es dir wieder etwas besser geht und dann starte neu durch:-)
Du hast deinen Hund, er ist gesund und das ist viel wert.
Manchmal ist auch ein Neuanfang auch etwas sehr gutes:-)
Mir ging es mal ähnlich wie dir und damals war ich auch am Boden und wusste auch nicht weiter. Habe mich kurz erholt, positive Gedanken aufgebaut und habe eine neuen Job angefangen, der mich schon sehr eingenommen hatte , was gut war, so musste ich nicht nur über die schlimme Situation nachdenken. Das war der erste Schritt, alles andere kommt dann von allein.
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15.01.2015, 10:01Inaktiver User
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15.01.2015, 11:07
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Ich bin weder abergläubisch noch esoterisch angehaucht - aber dass du dir ausgerechnet den Ringfinger der rechten Hand gebrochen hast, nachdem du dich von deinem Verlobten getrennt hast, ist... kurios.
Meines Erachtens ist es nicht unbedingt der richtige Ansatz sich zu fragen, woher du jetzt Motivation ziehen sollst - dafür ist es nicht der Zeitpunkt. Sondern völlig legitim, sich erstmal in aller Ruhe im Selbstmitleid zu suhlen und zu verkriechen.
Es mag abgedroschen klingen, aber Dinge geschehen niemals grundlos. Sieh' es positiv (ja, auch das klingt abgedroschen, ich weiss).
Vor dem vermeintlichen Nichts zu stehen, impliziert auch Freiheit und Neuanfang, das hast du ganz richtig festgestellt. Und das kann erstmal überfordern, weil man so viele Möglichkeiten und Auswahl hat, und gewiss auch, wenn man sich noch in einer "Trauerphase" befindet und/oder sich von den Geschehnissen überrollt fühlt. Nach der Schockstarre wird aber alles wieder besser, und irgendwann ist man sich seiner selbst überdrüssig. Das ist ein völlig normaler Prozess.
Du bist jung, bald mit deinem Studium fertig - die ganze Welt wartet auf dich
Es ist auch in Ordnung, sich ein wenig verloren zu fühlen. Die ganze Welt ist eben auch groß und teilweise beängstigend. Wichtig ist:annehmen. Das Gute wie das Schlechte, beides gehört zum Leben dazu.
Ich halte wenig von panischem Aktionismus, wichtige Entscheidungen müssen nicht sofort getroffen werden und die Welt dreht sich auch dann weiter, wenn man noch nicht genau weiss, was man als nächstes tun soll, noch woher man die Kraft ziehen soll.
Wichtig wäre allerdings ein Plan für die nächste Zeit, in dem Sinne, als dass dein Autopilot für die wichtigen Dinge funktioniert.
Ich wünsche dir alles Gute


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