Mir geht/ging es da anders... im ersten Stadium fühlte ich mich wie gelähmt... ich konnte nur mit Mühe den Einkauf erledigen und ab und zu eine Waschmaschine anschmeißen... alles andere war mir zu viel und so lag vieles brach... ich musste sogar bei meiner täglichen Büro-Kleidung auf "bügelfrei" umsteigen, weil mich schon das fertig gemacht hat. So ähnlich stelle ich es mir bei der TE auch vor.
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Ergebnis 11 bis 20 von 29
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11.01.2015, 11:21
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
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11.01.2015, 11:29
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
hallo wernichtfragt,
gerade wenn die Veränderungen nicht freiwillig gekommen sind, sondern man da praktisch reingestoßen wurde, ist das schwierig mit der Motivation. Warum soll ich einen Neuanfang wollen, wenn ich mir das Altende nicht mal selbst rausgesucht hatte?
Für mich stehen in solchen Situationen zwei Dinge als erstes an:
- zur Ruhe kommen, also sowohl gedanklich als auch körperlich. Mir helfen da stundenlange Spaziergänge, in denen die Gedanken vor sich hin rödeln können und irgendwann beruhigt sich der Geist. Danach nehm ich dann den Schlaf mit, den ich kriegen kann.
- die Existenz sichern. Denn die existenzielle Bedürfnisbefriedigung ist das Fundament, auf dem Dinge zur Selbstverwirklichung aufgebaut werden können (soziale Kontakte, Interessen etc).
Die Frage: empfindest du deine Existenz als ausreichend gesichert? Da schließt sich die Frage an, was du als existenziell empfindest. Bei mir ist das i.d.R. eine Wohnung mit fließend Wasser, Strom und Heizung, Lebensmittel (hier ist das individuell natürlich sehr unterschiedlich, welche Abstriche wir als schmerzhaft empfinden oder mit welchen wir zumindest vorübergehend gut leben können), und die gesetzliche KV. Würde hier was fehlen, dann wäre es mein erstes Bestreben für Abhilfe zu schaffen.
Nun muss das nicht automatisch heissen, dass der Job deine dringlichste Baustelle ist. Du wurdest gekündigt, d. h. du hast vermutlich ein Jahr Puffer durch ALG I. Den wirst du eher nicht ganz brauchen, aber du könntest z.B. auch sagen, du nimmst dir jetzt noch etwas Zeit, um die gesundheitlich und psychisch zu erholen und in Ruhe einen neuen Plan zu machen.
Das Problem ist nämlich, wenn du zu früh durchstartest, dann werden Arbeitgeber, potenzielle Freunde usw, dich als "leidend" oder "jammernd" oder zumindest kraftlos erleben und sich zurück ziehen. Und das würdest du dann wahrscheinlich wiederum als weiteren Fehlschlag und Ablehnung werten und kämst so weiter in die Abwärtsspirale.
Deshalb finde ich es wichtig, erstmal wieder zu Besonnenheit und Ruhe zu finden, sofern es keine ernsthaften existenziellen Probleme gibt.
Und dann - wenn nicht die Not-Wendigkeit besteht, einen großen und schweren Schritt machen zu müssen (z.B. Jobsuche), erstmal die leichtesten Schritte angehen, weil da am meisten Motivation und das geringste Risiko drin steckt. Und das können solche Dinge sein, wie Zio beschreibt, oder irgend welche Traumerfüllung.
Bei mir war es mal etwas, für meine damaligen Verhältnisse ziemlich abgefahrenes: ich bin mit dem Eurobus nach Sizilien gefahren (ist nicht teuer, aber inzwischen ist vll Fliegen doch billiger) und hab auf dem Stromboli gepennt (ist aber verboten, drum werd ichs auch nicht empfehlen). Einfach, weil ich Vulkane liebe und weil ich etwas ungewöhnliches machen musste, um mir zu zeigen, dass ich es noch kann (würde ich in dieser Form aber auch nicht weiter empfehlen, da eigentlich klassisches Dummetouristendenke
) . Selbstbewusstsein durch Grenzerweiterung sozusagen. Sollte aber so dosiert sein, dass man sich nicht überfordert.
Geändert von Amelie63 (11.01.2015 um 11:42 Uhr)
Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.01.2015, 11:32
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Liebe wernichtfragt,
ich kenne solche Zu/Umstände ebenfalls und schließe mich denjenigen hier an, die dir schrieben, im Kleinen anzufangen!
In solch einem Stagnationsgefühl geht es oft nur im Kleinen-alles andere ist wie ein Riesenberg.
Ich würde mir auch Unterstützung suchen-Telefonseelsorge, FRauenberatung, Kurse......Bücher, die von solchen Themen handeln, die Bri hier
Auf null bedeutet AUCH: wieder bei null und somit NEU anfangen können
Einsamkeit ist auch Freiheit-wenn man die Vorteile dabei erkennen kann
Ballast der Vergangenheit abgeworfen haben -egal ob aktiv oder passiv geschehen
Dazu gehört auch zuhause aufräumen..step by step
Mach es dir schön, schreib Listen was für dich dazu gehört.
Ich denke auch, das alles wird dauern!
Und in solch Momenten will man gern schnelle Veränderungen-geht meist nicht
Aber nach all dem wirst du besser mit dir im Reinen sein *sicherbin*
Nur für sich sorgen müssen ist echt eine Herausforderung, aber auch ein Geschenk!!Es wird Zeit für eine neue Signatur
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11.01.2015, 17:31Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Vielen lieben Dank für die Antworten. Also momentan ist die Arbeitssuche nicht wirklich aktuell, da ich noch krank geschrieben bin. Dass die Beziehung zu Ende ist, ist objektiv gesehen auch nur positiv zu bewerten. Auch wenn es sich momentan nicht so anfühlt und ich echt Schiss hab rückfällig zu werden, weiß ich tief in mir drin, dass es das Beste ist. Das Schlimme für mich ist, dass dadurch dass die Freunde auch weg sind, bei mir totale Leere herrscht. So als hätte ich mein Leben ausgebombt.
Ich habe jetzt noch knapp 4 Monate um meine Magisterarbeit fertig zu stellen (das ist die letze Chance, hatte sie auch durch den Job bedingt auf die lange Bank geschoben) und irgendwie komme ich nicht hoch. Mir fällt es sehr schwer raus zu kommen, auf Menschen zu zugehen und wahrscheinlich am schwierigsten für mich meine Konzentration zu bündeln und auf mein MA-Projekt zu richten.
Zum Glück kann ich kommende Woche wieder in meine Therapie-Gruppe, da war jetzt Ferienbedingt 5 Wochen Ruhe. Wer weiß ob mir das was hilft. Ich habe einfach nur furchtbare Angst, dass ich gerade mein Leben komplett an die Wand fahre...
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11.01.2015, 17:45
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
wäre es eine kurzfristige Hilfe, wenn du dir sagst, dass du dir bis zu einem bestimmten Termin, z.B. so 2 Wochen, eine Auszeit nimmst und ab einem bestimmten Datum dann wieder den Alltag angehst, also auch die MA?
damit du dich nicht noch zusätzlich unter Druck setzt und dich mit einem schlechten Gewissen belastest. Falls du dir so eine Auszeit erlauben kannst, dann kannst du dich da vll erstmal wieder mehr sammeln?
Oder würde dich das eher mehr unter Druck setzen, weil so viel bei der MA noch zu machen ist?Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.01.2015, 18:46Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Das ist eine gute Frage Amelie63. Ich habe grundsätzlich große Probleme mit Zwängen, Druck und Terminen. Solange alles auf freiwilliger Basis läuft, kann ich Arbeiten wie ein Tier. Sobald ich merke, dass irgendwo Erwartungen an mich gestellt werden ist der Ofen aus... seltsam, oder?
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11.01.2015, 20:11
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Weil du Angst hast zu versagen?
Seltsam finde ich das nicht, denn im Umgang mit Druck und Erwartungen tickt jeder anders. Man könnte z.B. bei Erwartungsdruck ja auch nen sportlichen Ehrgeiz entwickeln. Ich kann das dann, wenn ich weiss, welchen Nutzen ich davon haben werde, wenn ich das Ding vom Tisch kriege. Also die Arbeit muss ich in erster Linie mir selbst dienen, d.h. ich muss sehen, was ich von der Mühe irgendwann habe, dann kann ich auch mit dem Druck umgehen.
Wenn du die MA vom Tisch hast, dann bist du ja praktisch "frei" , um beruflich durchzustarten und entsprechend auch mehr zu verdienen, nehme ich an. Dafür würde ich den Druck von außen schon in Kauf nehmen. Weil die Motivation da überwiegen würde.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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11.01.2015, 20:26
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Verkriechen ist völlig ok.

Dabei einfach darauf achten, dass das das Allerwichtigste erledigt wird - Rechnungen zahlen, solcher Kram - und ansonsten: verkriechen ist ok!
und vielleicht auch mal drüber nachdenken, ob du die Arbeit fertig schreiben willst oder nicht? - du wärst nicht die erste, die eine Arbeit auf der Zielgerade aufgegeben hat und das ein Leben lang kein Stück bereut hat. Oder womöglich ist es grad andersrum, das Arbeiten daran stützt dich und gibt Kraft.
Auf alle Fälle, es ist jetzt alles offen, und du hast Zeit, dich in aller Ruhe umzugucken, du musst gar nichts, und wenn du dich verkriechen willst, so verkrieche dich, solange, bis du keien Lust mehr hast auf deine Höhle und wieder etwas Tageslicht sehen magst.
gruss, barbara
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12.01.2015, 06:52
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Liebe wernichtfragt,
ich habe 2013 meine Magisterabeit nach langer Pause knapp vor Fristende in kürzester Zeit abgeschlossen.
Viele Jahre habe ich das vor mir hergeschoben und dann gings um hopp oder dropp.
Ich weiß heute, dass ich einfach unglaubliche Angst hatte mein Studium abzuschließen, dieses Kapitel zu schließen. Keine Studentin mehr zu sein (obwohl ich schon 4 Jahre voll im Berufsleben stand).
Es fiel mir schrecklich schwer dieses Kapitel zu schließen und es dauerte lange, bis ich wirklich begriffen habe, dass es nun wirklich vorbei ist.
Ich denke, tief in mir war der Satz: Wenn du keine Studentin mehr bist, dann musst du wirklich ganz alleine selbstverantwortlich für alles sorgen und im Berufsleben bestehen.
Das klingt bescheuert, weil ich das ja schon lange tat und nebenbei mein Kind großgezogen habe.
Aber vielleicht kannt du mit diesen Gedanken etwas anfangen?
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12.01.2015, 07:25Inaktiver User
AW: Alles auf Null - Woher die Motivation?
Hallo wernichtfragt,
Du fragst nach Motivation und mir ist nicht klar inwieweit DU das für DICH wirklich möchtest oder nur DENKST, es sollte anders sein?
Man MUSS generell gar nichts....und wenn Dir nach verkriechen ist- dann mach das doch!
Nur Du kannst wissen, was Dir nun gut tut und nach Leid und Trauer der letzten Zeit ist doch so eine Phase ganz normal.
Wir hören alle viel zuwenig auf uns- orientieren uns zu sehr an der Außenwelt und wundern uns wenns dann nicht mehr so läuft
Du magst keinen Druck-- kenn ich
........also mach Dir keinen!!

Die Masterarbeit.....kein Mensch kann Dich zwingen, die zu machen!
Du kannst es auch alles lassen.......und Dir ist genau danach....dann lass es......
Ich mein das ganz ernst!
Gebe Dich- wenn Dir danach ist- doch ruhig einmal dem ganzen NullBock mit jeder Faser Deines Körpers hin......genieße und am besten badest Du ruhig einige Zeit in einer Wanne voll Selbstmitleid, denn auch das kann richtig gut tun für die Seele! - das meine ich ganz ernst!!
Ziehe Dich ruhig ganz in Dich zurück und lass die Welt außen vor.
Und glaub mir.......nach einigen Tagen wird von ganz alleine der Anspruch an die Magisterarbeit steigen.
Es ist "nur" ein Abschluss für eine lange Zeit der Vorarbeit- das gehört schlicht dazu.......wie ich Schuhe mit Schnürsenkel auch zubinden muss
Man will darin laufen können- und man will ein Studium gut beendet haben.
Manchmal sind wir irritiert, weil sich über Motivationen Gefühle legen,die vordringlicher scheinen.
Ich mein damit-- man fühlt sich mies und Motivationen für schon begonnen Sachen (wie nun die MA-Arbeit) sind wie abgeschnürt.
Die Grundmotivation ist dennoch vorhanden......nur überdeckt.
BEdeutet-- gib dem Gefühl, das überdeckt Raum und Platz.......lass es dasein- es hat einen Grund, das es da ist.
Wenn das ist.......dann wird es auch andere Bereiche wieder "frei geben".
Kurz; Mach das Gegenteil vom Kosmos, der sich immer mehr ausbreitet
Lege Deine Konzentration ganz auf Dich....Dein Gefühl, Dein Denken, Dein Handeln......dort bist Du sicher.
Und wenn das für Deine Seele genug geschehen ist- dann wird sich alles wieder automatisch nach außen wenden.....
alles Gute
kenzia



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