Guten Morgen,
ich kann mal Input von euch gebrauchen. Wie geht ihr mit folgender Schwäche um? Aufschieberitis
Ich hab schon immer leider dieses Problem gehabt und momentan wieder massiv. Hier stapeln sich Dinge, die ich nicht angehen mag, aber muss. Z.B. Bewerbungen schreiben.
Ich habe eine To-Do-Liste, die gerade eigentlich fast nur größere Projekte enthält. Wenn ich draufschau, weiß ich nicht wo ich ansetzen soll.
Normalerweise arbeite ich durchaus struktiert. Aber bei diesen Dingen finde ich überhaupt keinen Anfang und keine Struktur. Und ärgere mich maßlos, weil es mir deutlich besser gehen wird, wenn ich zumindest angefangen habe.
Mein großes Problem ist dabei, dass ich eigentlich genug Zeit dafür hätte, aber stattdessen fernsehe oder in der Bri schreibe oder oder oder. Irgendwo las ich die SMART-Regel. Das ist schon ein guter Weg. Aber damit verrenn ich mich wohl auch wieder und hätte es längst erledigt.
Wie motiviert ihr euch? Habt ihr Tipps für mich?
Wäre dankbar für eure Erfahrungsberichte
Sevilla
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08.01.2015, 10:20
Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
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08.01.2015, 10:34
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Die können ganz schön demoralisieren. Kannst Du die zerlegen in kleinere Etappen oder Teilprojekte? Das läßt sich leichter planen und gibt immer mal wieder ein Erfolgserlebnis. Ich setze mir bei meinen to-do Listen immer selbst Fristen, bin ganz streng mit Fristverlängerungen. Aber ich teile die Aufgaben auch in realistische Pakete auf. Und ich verspreche für die Bewältigung unangenehmer Aufgaben immer eine Belohnung. Nichts große, aber etwas worauf ich Lust habe und worüber ich mich freue. Das kann ein Spaziergang, ein Café in der Sonne, ein fetter Teller Nudeln oder leckeres frisches Obst sein.
Auch ja, und für Bummeleien gibt es natürlich auch Sanktionen - Surfverbot hilft übrigens Wunder
. Jetzt muß ich weiter, sonst bekomme ich Ärger - mit mir.
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08.01.2015, 10:50Inaktiver User
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Erst Mal: WLAN ausschalten und TV in den Keller verbannen.
Dann sind die beiden grössten Zeit-Verdaddelungsfallen schon mal beseitigt.
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08.01.2015, 10:55
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Ich habe mir einen Termin gesetzt, den ich einhalten muss wie einen beruflichen Termin, eben weil ich auch so gerne aufschiebe. Ich muss dann puenktlich am Schreibtisch sitzen und entsprechende Dinge erledigen, und dann, wenn die Zeit um ist, kann ich weiter machen mit daddeln oder sonstwas.
Bei mir ist Samstag um halb 10 bis halb eins putzen angesagt, und Sonntag von 16 - 17 Uhr Post erledigen.
Wenn ich die Tage vorher schon was gemacht hab, bin ich schneller fertig! Und dann darf ich Freizeit geniessen.
Das klappt wunderbar, aber ich muss sehr streng mit mir selbst sein.
Liebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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08.01.2015, 11:11Inaktiver User
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Oje - das kenne ich

Bei mir hilft nur, wenn ich JEDEN Tag (unter der Woche) zur gleichen Zeit solche Dinge in Angriff nehme. Bei meiner Diplomarbeit war das z.B. so. Die Aufgaben in kleine Häppchen teilen und per Wochenplan einteilen.
Wenn ich von diesem Zeitmuster ein paar Tage abweiche, ist es schon wieder vorbei und ich muss mit vieel Disziplin und Konsequenz (fällt ja ganz leicht
) von vorne beginnen.
Bleib ich dran, geht es.
Alles Gute
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08.01.2015, 11:57
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Zeitpläne aufstellen, mindestens 2 h XY erledigen, mindestens 1 h für etwas anderes.
Sachen wie die Bri als Belohnungssystem einsetzen. Erst dann reinschauen (und nicht gleich den Tag damit starten!), wenn man einen Punkt von der Liste erledigt hat.
Zudem arbeite ich mit Scrivener, das Schreibprogramm hat ein "Corkboard", darüber erledige ich meine Planung, was zu tun ist und behalte den Überblick, welche Schritte bei einzelnen Projekten noch fehlen.
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08.01.2015, 13:20
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Hi!
Hier ein Artikel aus der "zeit". Es geht zwar um Studierende, aber die Tipps treffen auch auf andere Lebenslagen zu:
Prokrastination: Tipps gegen das Aufschieben | ZEIT ONLINE
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08.01.2015, 13:23
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Der Fernseher wird bei mir selbstverständlich erst am Abend eingeschaltet. Ich konnte noch nie verstehen, dass Menschen tagsüber Zeit vor dem Fernseher verdödeln. Bei dem Programm schon gar nicht ... Das ist sicher auch eine Generationen- und Erziehungssache. Es käme mir einfach falsch vor, tagsüber TV zu schauen. Und zum Glück kann ich mit diesen blöden Sendeformaten nichts anfangen.
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08.01.2015, 13:31
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Ich bin die Porkrastiniererin hoch 10 und muss sagen: ich kann unglaublich gut to-do-Lisen schreiben.
Bloß: Ich tu dann trotzdem nichts
.
Mir half und hilft nur folgender Ansatz: Zu hinterfragen, wovon mich dieses Aufschieben eigentlich ablenken soll.
Klingt vielleicht seltsam, aber alles Aufgeschobene ist eine wunderbare "Ausrede" andere Dinge nicht anzugehen.
So ging und geht es bei mir immer wieder um eine gewisse Leere in meinem Leben. Das Aufschieben hat die wunderbar gefüllt (ebenso meine sehr sehr chaotische Wohnung).
Nur über diesen - langwierigen Weg - habe ich es geschafft, nicht mehr so viel aufzuschieben und auch ohne Deadline Dinge zu regeln.
Insgesamt denke ich aber, dass ich nie ohne Aufschieben leben werde. Ich laufe bei einer Deadline zur Höchstform auf, das ist wohl einfach auch Teil meines Wesens bis zu einem bestimmten Grad. Ich zwinge mich heute nicht mehr alles in schön kleine Häppchen unterteilt zu erledigen bzw. das haut einfach nicht hin. Ein paar Dinge regle ich mittlerweile wirklich rechtzeitig und überpünktlich. Für den Rest nehme ich mich so an, wie ich bin.
Denn es hat mich unheimlich frustriert mich selbst immer wieder scheitern zu sehen. In meinem Kopf spukt seit frühester Kindheit der Satz: Du bist zu faul.
Sämtliche SMART und GTD und was weiß ich kenne ich, aber funzt Bei mir nicht. Ich halte mich auch nicht an selbstauferlegte Deadlines (Welche Konsequenz hätte den das Überschreiten der Deadline? Soll ich mir selbst eine hauen?)
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08.01.2015, 13:48
AW: Tipps gegen Aufschieberitis gesucht
Hehe, bazeba, sympathisch!
Bin auch in bestimmten Hinsichten eine Aufschieberin, schaffe es aber trotzdem, meine Deadlines einzuhalten.
Ich erlaube mir bewusst bestimmte undisziplinierte Verhaltensweisen - Rumtrödeln beim Kaffeetrinken z.B. - anderes wird kategorisch und von vornherein ausgeschlossen, tagsüber fernsehen geht gar nicht.


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