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  1. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Ich habe Angst, das vor ihm zu Spüren, weil der Schmerz so riesig ist.
    Wenn dieser Schmerz sich für dich so riesig anfühlt Lavendulara, dann solltest du dich mal genauer damit beschäftigen. Dir diesen Schmerz vor Augen führen und fühlen und deuten und dich fragen, wieso dieser Schmerz so groß ist.

    Mittlerweile bist du eine erwachsene Frau. Wenn du als Kind fühlst tut es dir weh, wenn du lernst als erwachsene Frau zu fühlen, dann solltest du über diesem Schmerz stehen. Du musst das nicht mehr aushalten, wenn du das nicht willst. Aber anscheinend willst du das noch öfter in Selbstmitleid zu zerfließen,

    Karla

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    AW: Emotionslose Familie

    Aber ist verdrängen denn besser? Ich bin froh, dass es endlich mal rauskam. Das ist ja das, was der Therapeut immer "verlangt" hat. Dass ich es fühle und dann loslassen kann.

  3. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Ich habe nichts von Verdrängen geschrieben.

    Ich habe geschrieben, dass du lernen sollst als ERWACHSENE FRAU zu fühlen und dann fühlt es sich einfacher und klarer an.

    Du kannst natürlich vorher diese Gefühle wie damals als hilfloses Kind wahrnehmen.

    Aber nun ist HEUTE. Deine Familie / Mutter kannst du nicht ändern, ABER du kannst deine Gefühle und Gedanken dazu selbst steuern.

    Wenn du es vernünftig betrachtest ist es doch so, dass du eben einfach anders denkst und fühlst als deine Familie.
    Also sei froh darüber und kümmere dich weniger über diese Leute, sondern vielmehr um dein eigenes Leben,

    Karla

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    AW: Emotionslose Familie

    Danke Karla du hast recht, die Gefühle waren wirklich die eines Kindes. Ich habe mich total ausgeliefert und ohnmächtig gefühlt, so als ob ich nicht frei hätte sagen können: ich gehe dann gegen 20 Uhr nach Hause.

    Das ist eine Aufgabe. Ich will mich dieser stellen, auch wenn das heißt dass ich wirklich erstmal ohne irgendjemanden dastehe. Denn natürlich wird mir keiner nachlaufen. Das muss ich endlich akzeptieren.

  5. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Das ist eine Aufgabe. Ich will mich dieser stellen, auch wenn das heißt dass ich wirklich erstmal ohne irgendjemanden dastehe. Denn natürlich wird mir keiner nachlaufen. Das muss ich endlich akzeptieren.
    Du stehst in dem Sinne nicht alleine da Lavendulara, du hast nämlich dich selbst und das kann spannend werden, wenn du mutiger wirst und dich neu kennen lernst. Dann hast du noch deinen Therapeuten und Freunde vielleicht.

    Die Familie kannst du ja trotzdem besuchen, wenn du mal Lust dazu hast. Aber du wirst dich anders darauf vorbereiten und nichts mehr erwarten - dann wird das nicht so schmerzlich werden, der Besuch dort.

    Karla

  6. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Zitat Zitat von Lavendulara Beitrag anzeigen
    Das ist interessant, also das mit der Manipulation. Denkst du, dass ich die Leute dort unbewusst manipulieren wollte? Bewusst jedenfalls nicht. Und natürlich bespreche ich das mit dem Therapeuten. Habe ich schon immer gemacht, allerdings erzähle ich das dann abgespalten, also dissoziiert. Er fühlt den empfundenen Schmerz nicht. Das ist dann die Fassade. Ich habe Angst, das vor ihm zu Spüren, weil der Schmerz so riesig ist.
    Aber ich rede drüber. Der Therapeut versucht immer wieder, dass ich es fühle. Er hat mal gesagt, dass meine Mutter mich von Anfang an gehasst haben muss.

    Hmmm. Das ist eine etwas merkwürdige Aussage deines Therapeuten. Doch er wird seine Gründe haben.

    Dass du vieles noch nicht spürst, kann ich nachvollziehen. Du kannst dir den Prozess wie das Schälen einer Zwiebel vorstellen, Häutchen für Häutchen.

    Ich nehme an, du arbeitest mit deinem Thera auch mit deinem inneren Kind? Hast du schon einmal in Gruppen therapeutisch gearbeitet?

    Und klar, 'manipulieren' wir 'Opfer' auch. Sogar sehr. Wenn ich zurückblicke, habe ich die Familie teilweise wirklich fertig machen wollen und alle Situationen provoziert, in denen es möglich war, mein 'aua' auf den Tisch zu legen. Vor allem gegenüber meiner Mutter - ich wollte ja EINMAL hören, dass sie mich liebt und sich entschuldigt für das, was sie mir nicht gegeben hat.

    Das geschieht so lange unbewusst, bis es auf der bewussten Ebene angeschaut wird und dann in die Heilung geht. Dann brauchst du das irgendwann nicht mehr.

  7. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich habe geschrieben, dass du lernen sollst als ERWACHSENE FRAU zu fühlen und dann fühlt es sich einfacher und klarer an.

    Du kannst natürlich vorher diese Gefühle wie damals als hilfloses Kind wahrnehmen.

    Aber nun ist HEUTE. Deine Familie / Mutter kannst du nicht ändern, ABER du kannst deine Gefühle und Gedanken dazu selbst steuern.

    Wenn du es vernünftig betrachtest ist es doch so, dass du eben einfach anders denkst und fühlst als deine Familie.
    Also sei froh darüber und kümmere dich weniger über diese Leute, sondern vielmehr um dein eigenes Leben,

    Karla
    Das ist ein Prozess. Meines Erachtens geht da wenig mit 'soll'.

    Und meines Erachtens auch nicht ohne therapeutische Begleitung. Und auch Freunde, die Ähnliches bearbeiten, Selbsthilfegruppen, Bücher - die Welt ist voll von Menschen, die den selben Weg gehen und gingen.

    Gerade heute las ich von einer Böhm-Tochter, die sich nun auch outet, missbraucht worden zu sein. Mit 59 kommt sie raus damit. Wahnsinn.

  8. User Info Menu

    AW: Emotionslose Familie

    aber besser spät, als nie.
    Leider kenne ich niemanden persönlich, der auch diesen Weg geht. Zumindest weiß ich nix davon.

    Ich dachte echt schon, dass ich mehr geschafft hätte. Meine Mutter hat sich sogar wirklich mal vor einigen Monaten in einem Brief entschuldigt und geschrieben, dass sie keine gute Mutter sein konnte. Sie hat, das vermute ich nur, keine gute Kindheit gehabt. Sie redet nicht drüber.

    Und selbst diese Entschuldigung brachte in mir die Erkenntnis hervor: es ist egal, was sie getan oder gemacht hat. Und es ist egal, ob sie sich dafür entschuldigt oder nicht: es wird immer ein Teil von mir sein und ich bin die einzige, die das heilen kann.
    So weit war ich schon. Und dann dieser krasse Rückfall.

    Juli: ja, wir arbeiten sehr viel mit dem inneren Kind, es ist mir sehr vertraut. Mir war auch weihnachten bewusst, dass das innere Kind weint, und ich habe mich unfähig gefühlt, mich um es zu kümmern, weil ich mich vor den anderen geschämt habe. Offenbar ist es mir immer noch wichtiger, eine Rolle zu spielen (bockiges Kind), als souverän zu sagen: Leute, ich gehe mal ne Runde um den Block.

  9. Inaktiver User

    AW: Emotionslose Familie

    Ohne Rückfälle gibt's wohl keine Vorwärtsbewegung. Ich würde das nicht überbewerten, sondern mit deinem Therapeuten besprechen.

    Wenn du deine Sinne öffnest, kannst du auch Leute finden, die das Thema teilen. Oder eben eine Selbsthilfegruppe ... vielleicht sogar gründen.


    Dass deine Mutter sich bei dir entschuldigte, empfinde ich als sehr großen und auch mutigen Schritt von ihr. Dafür solltest du sie achten. Ich denke auch nicht, dass sie dich 'hasst'. Sondern dich aus sehr persönlichen Gründen nicht wirklich annehmen konnte - vielleicht weil sie Angst hatte, dich wieder zu verlieren.

  10. User Info Menu

    AW: Emotionslose Familie

    Ja, das hatte sie. Denn ich habe sie als Kind abgelehnt und bin zu meiner Großmutter gezogen. Die beiden redeten nicht miteinander, sie waren mein ganzes Leben lang verfeindet. Sie HAT mich verloren, und genau diesen Schmerz hatte sie auch weihnachten in den Augen. Ich sah ihren, sie meinen. Und da wir beide stur und stolz sind, kriegt es keine hin, die andere anzunehmen und in den Arm zu nehmen.
    Diese Hilflosigkeit und Sprachlosigkeit hat mich förmlich gelähmt.

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