Ich finde es erstmal gar nicht schlimm, dass du dich mit der Situation bedürftig fühlst, sondern anhand der Tatsachen ganz logisch.
Um die Bedürftigkeit nicht auf andere zu übertragen, ja, dazu ist Abstand von solch einem System notwendig. Ich konnte das damals nur mit einem klaren Cut. Ich hatte anders keine Möglichkeit, mit mir selbst auf einen guten Weg zu kommen, mich annehmen und lieben zu lernen.
Ich kenne das so auch von vielen anderen, dass der komplette Ausstieg aus dem System, der erste beste Schritt ist.
Außerhalb von dieser Wertlosigkeit und Kälte, kann man beginnen, Liebe und Wert für sich selbst zu entwickeln.
Aber auch das braucht Zeit und erledigt sich nicht nur mit einem Cut.
Ich finde es auch erstmal nicht schlimm, mit der Bedürftigkeit in andere Verbindungen zu gehen. Es gibt auch Menschen die das gut verstehen, einen sehr gern haben, die diese Bedürftigkeit von einem nicht brauchen und begleiten können. Wichtig ist nur, dass man sich Menschen gegenüber abgrenzt, die einen in derselben Mühle wie die Ursprungsfamilie halten.
Den Rest besorgt die Zeit.
Ich wünsche dir nette Menschen, die sorgsam mit dir umgehen, und der Schmerz und die Traurigkeit...sind der Wegbereiter, in dir selbst den Acker zu bereiten, auf dem gutes wächst.
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Thema: Emotionslose Familie
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28.12.2014, 07:37
AW: Emotionslose Familie
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28.12.2014, 07:54Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Jaja, wir hatten alle unsere "Probleme" in unserer Kindheit - irgendwas machen Eltern immer falsch und irgendwelche Launen gibt es immer, die man als Kind überbewertet ... und Familie an Weihnachten nervt sowieso gern mal ... Gefühle/Erinnerungen kochen hoch ...
aber irgendwann ist man erwachsen! Und da kann man sich natürlich um alles mögliche Gedanken machen und auch zu Erkenntnissen kommen, wieso und warum man nun so ist, wie man ist - aber wenn man da an Feiertagen weinend auf dem Klo sitzt, weil alle so "lieblos" sind, dann ist meiner Vermutung nach irgendwas im Argen mit einem selbst, was man nicht nur auf seine Familie schieben kann. Schließlich ist das doch nicht täglich, sondern nur ab und zu? Das muss man doch, auch wenn es nervig ist, mal aushalten können: Pobacken zusammenkneifen, Stunden zählen und dann wieder weg. Ist das wirklich so schlimm?
Andere Alternative: eben nicht hingehen. Und dann vorher überlegen, was einem weniger gefällt - allein zuhause oder 3 Stunden family.
Tja, wie sage ich es mal zusammengefasst?
Ich weiß, dass es genug psychische Probleme gibt - und man sich heute da auch gut Hilfe holen kann, um irgendwas aus der Kindheit aufzuarbeiten. Aber dann sollte man das auch - professionell - in Angriff nehmen und nicht die Schuld überall anders suchen, in den Eltern, in der eigenen Hypersensibilität oder weiß-ich-wo. So kann man sich nämlich prima hineinsteigern, ohne dass es was ändert.
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28.12.2014, 10:22
AW: Emotionslose Familie
Naja, es ist ja zunächst erstmal nur eine Erkenntnis. Ich spüre solche Schmerzen ja sonst nicht. Diesmal war das eher so ein Augenöffner.
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28.12.2014, 15:12
AW: Emotionslose Familie
Liebe TE,
ganz wertfrei und ohne Angriff gemeint:
was hat dich denn daran gehindert, dich mit Kind 1 auf den Boden vor den Weihnachtsbaum zu setzen und dir alle Geschenke nebst Empfänger zeigen zu lassen und gebührend zu bewundern?
Warum bist du statt raus zum Weinen nicht lieber raus mit Kind 2 eine Runde toben, spazierengehen etc.?
Du nimmst die Dinge wahr und beweinst sie. Du könntest auch die Dinge wahrnehmen und deiner Intention entsprechend anders TUN in derselben Zeit.
Oder sprach irgendwas logistisch dagegen, was ich jetzt überlesen habe?Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten.
Oscar Wilde
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28.12.2014, 15:31
AW: Emotionslose Familie
Ich habe mich um die Kinder gekümmert. Ich war ja nicht dauernd weinen, nur wenn ich die Toilette aufsuchte, kamen mir einfach die Tränen. Mein inneres Kind wollte beweint werden, und das habe ich auch zugelassen. Ansonsten habe ich mich in die Gegebenheiten eingefügt.
Ach, in mir ist generell so eine große innere Leere. Da hat der Anlaß nur das zutage gefördert, was eh schon in mir war.
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28.12.2014, 15:36Inaktiver User
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28.12.2014, 15:38
AW: Emotionslose Familie
Ok...
Mein Therapeut sagt immer, ich würde einen total netten Eindruck machen. Immer gute Laune verbreiten, um nur ja nicht zu spüren was in mir ist...komisch, genau das Gegenteil.
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28.12.2014, 15:52
AW: Emotionslose Familie
@Lavendulara,
Habe Dir eine PM geschickt"Life is what happening, while you busy making other plans"
John Lennon
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28.12.2014, 15:59
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28.12.2014, 16:13
AW: Emotionslose Familie
Dann ist doch deine Mutter nicht gefühlskalt.
Menschen gehen unterschiedlich mit ihren Gefühlen um. Das, was du genau an diesen Feiertagen haben oder leben möchtest, wollen die anderen eben so nicht. Vllt. nicht so intensiv wie du. Es gibt ja noch genug Zeit während des gesamten Jahres, sich anzunähern und seine Liebe zu zeigen. Findet das sonst auch nie statt, wird es gerade Weihnachten dann um so stärker auffallen bzw. fehlen.
Es sind oft auch die Erwartungshaltungen. Sie sind zu hoch. Ich glaube nicht, dass man heute genau die Menschen findet, die so funktionieren, wie man das halt für sich gerne hätte. Meine Tochter steigert sich an solchen Tagen regelrecht rein und rennt auch dauernd raus. Ihr Freund blieb dagegen sitzen und unterhielt sich nett mit uns. Es lässt sich nichts erzwingen.
Und wenn ich Leute beobachte, die sich plötzlich unheimlich nett finden und um den Hals fallen, dann denke ich oft: "Naja, das wird sich bald wieder legen..." Die Ecken und Kanten treten irgendwann bei jedem zum Vorschein und dann ist plötzlich Enttäuschung da.
Eine Freundin habe ich, die erwartet auch immer Unmögliches von ihren Verwandten und Bekannten. Freunde degradiert sie regelmäßig, weil diese sie auch regelmäßig enttäuschen.
Ich denke, man kann nur selber an sich arbeiten. Freundlich und hilfsbereit sein und selber dafür sorgen, dass die Stimmung feierlich bleibt, also sie nicht noch zusätzlich zerstören.
Meine Eltern sind heute alt, mein Vater krank. Ich bin froh, dass ich mich immer wieder zusammen gerissen habe, auch wenn mir dauernd irgend etwas nicht passte. Ich möchte ihnen im Alter beistehen, das ist heute mein größtes Anliegen.Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.


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