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Thema: Emotionslose Familie
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27.12.2014, 19:04Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
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27.12.2014, 19:05
AW: Emotionslose Familie
Doch, sie gaben sich sogar Mühe. Ich schämte mich nur irgendwie und wollte, dass er sich um jeden Preis wohlfühlt. Er merkte, dass ich mich unwohl fühlte und dass in dieser Familie keine warmen Gefühle flossen. Das war mir extrem unangenehm, denn ich ergriff dennoch Partei für meine Familie. Es war schwer für mich, dass ein Außenstehender es genauso wahrnahm wie ich.
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27.12.2014, 19:12Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
@ Julifrau,
das hast Du sehr treffend und gut geschrieben.
Genau diesen Weg bin ich letztes Jahr gegangen-
ich schätze, viele Kinder verdrängen, weil einfach nicht sein darf, was nicht sein soll.
Bei mir war es so, daß ich lange glaubte, ein Paar-Problem zu haben, das so schlimm war, daß ich Depressionen bekam und nun eine Therapie mache.
Beim Erstgespräch schon kam die Therapeutin mit einer ansich wirklich harmlosen Frage auf meine Eltern- auf ihr Verhältnis zueinander- und es war, als hätte sie in einen Ballon gestochen- alles brach aus mir heraus- und mir wurden schlagartig Dinge bewußt, die ich 35 Jahre (ich bin über 40) ganz tief in mir vergraben hatte.
Gerade wenn der Schmerz wie bei Dir, @ liebe Lavendulara, so groß ist und so tief sitzt, dann lohnt es sich, da mal genauer hinzuschauen.
Hochsensibilität ist bei mir auch ein Thema-
und so wie Du es beschreibst, kann das bei Dir auch so sein.
Das würde bedeuten, daß Du einfach z.B. auch die ungesagten Worte, Emotionen und Schwingungen weit stärker spürst- unter Umständen auch schmerzhaft, die andere nicht mal wahrnehmen.
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27.12.2014, 19:14Inaktiver User
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27.12.2014, 19:15Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Streiche dieses Wort gleich mal aus Deinem Wortschatz!
Du bist empfindsam- und das ist nichts, wofür man sich rechtfertigen oder Abbitte leisten müßte.
Hast Du das Gefühl, daß es zu Hause immer wie ein Tanz auf dem Vulkan war- mit der Angst, daß er ausbricht?
edit:
Hast Du meinen Beitrag von Seite 2 gelesen?
Hier kommen gerade so viele Beiträge und dadurch die nächste Seite,
vieles, was Du schreibst, erinnert mich an mich.Geändert von Inaktiver User (27.12.2014 um 19:19 Uhr) Grund: edit: Ergänzung
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27.12.2014, 19:21
AW: Emotionslose Familie
Da es extrem unwahrscheinlich ist, dass sich deine Familie noch wesentlich ändert und du mit deren Verhalten offenbar nicht umgehen kannst, wird die einzige Lösung ein so geringer Kontakt wie möglich sein.
Offenbar nimmt ja zumindest deine Mutter durchaus wahr, dass es dir nicht gut geht. Sie weiß nur nicht, wie sie darauf reagieren soll und macht einen recht hilflosen Eindruck. Hier prallen Welten aufeinander. Deine scheinbar recht beherrschte, emotionsarme Familie und du, die ihre Gefühlswelt sehr nach außen trägt.
Für jemanden mit der Persönlichkeitsstruktur deiner Mutter wird es schwer sein, auf mehrfache Weinkrämpfe deinerseits auf einer Feier zu reagieren, bzw. diese überhaupt richtig einordnen zu können.Ich bin so vielen Menschen dankbar, dass sie mir jeden Tag zeigen, wie ich niemals werden möchte
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27.12.2014, 19:21
AW: Emotionslose Familie
Sternenfliegern: ja...
Wenn mein Vater sich überfordert fühlt, wird er zum Kleinkind. Das ist und war immer ganz schrecklich für mich.
Ich durfte quasi nicht anstrengend sein. Er rastete aus, sie schwieg tagelang.
Also habe ich gar nichts mehr gezeigt und bin wie ein Seismograph umhergeschwirrt. Immer am Wittern, ob alles ok ist und ob ich keine Belastung bin.
Wenn alles nach einer exakten Struktur abläuft, herrscht Pseudoharmonie. Und alle achten darauf, dass sie eingehalten wird.
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27.12.2014, 19:21Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Das glaube ich
. Und gleichzeitig ist es allerdings auch ein Thema, sich zu sehr in andere einzudenken. Deinem Freund machte alles sicherlich weniger bis gar keine Gedanken - im Vergleich zu dir.
Ich würde es auch nicht zu groß machen. Es gibt viele Familien, in denen nicht viel warme Gefühle fließen. Manche 'deckeln' es nur besser und spielen besser vor, was nicht ist.
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27.12.2014, 19:30
AW: Emotionslose Familie
Sternenfliegerin, ich sehe hier nur deine beiden Beiträge auf Seite 4?
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27.12.2014, 19:59Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Ich habe es vermutet- weil es bei mir genauso war.
Du hast eine sehr gute Art, das auszudrücken- Respekt,
auch wenn die Erkenntnis noch keine "Heilung" bedeutet.
Diese Pseudoharmonie habe ich krampfhaft und mit aller Kraft über Jahre versucht, aufrecht zu erhalten,
weil ich auch die tiefe Angst hatte, wenn ich meine Gefühle mit alldem zeige, dann explodiert alles.
Also war ich das pflegeleichte Töchterlein, lieb und "liebeswert" und habe meinen Kummer und meine Nöte in mich hineingeschlossen- mir jahrelang nicht mal selbst erlaubt.
Bis alles zusammenbrach.
Ziehe Dich aus diesem System, das muß gar nicht körperlich sein,
aber wenn Du die Mechanismen erkennst, kannst Du emotional schon Abstand nehmen- und wirst damit weniger verletzlich.
Ich kann nur aus meiner Erfahrung sagen, daß mir sehr tiefes Beschäftigen mit den Familienstrukturen hilft, diese zu akzeptieren.
Und nur das Wahrnehmen, die Anerkennung, was bei uns alles fatal schief gelaufen ist, wird - hoffentlich- zu einer Besserung führen, wenigstens emotional.
zu den Posts:
Hmmm, hier hüpfen die Seiten gerade, ich meinte Post 29.
Kommt wohl auch an, wieviele Beiträge man sich pro Seite zeigen läßt.



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