Es fällt vielen Menschen schwer, glaubhafte und dauerhafte Begeisterung für Basteleien von Kindern aufzubringen. Selbst Müttern.
Was bedeutet "verleiert"?Kind 2 (4) tobte ein wenig herum. Die Augen wurden verleiert und der Verdacht auf ADS geäußert.
Für Dich war es "ein wenig herumtoben", für die Eltern war es vielleicht "ist schon seit Tagen so aufgedreht".
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Thema: Emotionslose Familie
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27.12.2014, 18:26Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
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27.12.2014, 18:35
AW: Emotionslose Familie
Hallo,
warum suchst du den Kontakt mit Menschen, die dir nicht gut tun ?
Mit denen du dich nicht wohl fühlst.
Ich kann nachempfinden, wie du dich fühlst.
Ich hab mich nie wohl gefühlt in meiner Familie.
Meine Mutter hat mich immer abgelehnt.
Mich beschimpft und schikaniert.
Deshalb habe ich frühzeitig den Kontakt zu meiner Mutter abgebrochen.
Warum soll man sich mit Menschen umgeben, die einen schlecht behandeln.
Seitdem ich keinen Kontakt mehr habe, fühle ich mich so was von wohl.
Kann das Leben genießen.
Auch alleine.
Was man als Kind erlebt, das prägt den Menschen.
Im Guten wie im Schlechten.
Hat alles Auswirkungen auf das zukünftige Leben.
Meine Meinung:
es ist immer besser, sich von Menschen zu trennen, die einem nicht gut tun.
Mijas
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27.12.2014, 18:44Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
das spiel musst du ja nicht mitspielen. was hält dich davon ab, dich mit den kindern zu verbünden? lobe du doch kind 1 und tob ein bisschen mit bei kind 2.
wer weiß, vielleicht taust du jemanden auf von deiner familie... ist ja nicht gesagt, dass es den anderen so viel besser geht damit als dir.
aber vermutlich braucht man dafür erstmal abstand zu dem laden, um herauszufinden, wo man selbst steht und was man richtig findet, das kann ich schon verstehen (ich habe eine tendenziell ähnliche familie).
insofern rate auch ich dir zu distanz und etwas eigenes aufzubauen.
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27.12.2014, 18:45
AW: Emotionslose Familie
Ich denke, die wenigsten Menschen sind wirklich begeistert von solchen Bastelarbeiten. Sich dann gekünstelt und überschwänglich darüber zu freuen, erscheint mir dann auch nicht angemessen.
Ebenso verhält es sich mit tobenden Kindern. Jeder Mensch ist eben anders. Vielleicht wurde bereits die letzten Tage viel getobt und die Nerven der Erwachsenen sind jetzt einfach etwas strapaziert.
Ich finde ehrliche Reaktionen zumindest in den meisten Fällen besser, als schauspielerische Höchstleistungen. Natürlich sollte das Ganze dann trotzdem nicht in Unfreundlichkeit ausarten oder beleidigend werden.Ich bin so vielen Menschen dankbar, dass sie mir jeden Tag zeigen, wie ich niemals werden möchte
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27.12.2014, 18:48Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
das problem ist doch nicht, ob es nun ok ist, bastelarbeiten zu bewundern oder tobende kinder zu ertragen, sondern dass die te die situation als unterdrücken bwz. von gefühlen erlebt und einen umgang damit finden muss.
ich kann mir die kälte schon vorstellen, die sie meint.
eine sehr zivilisierte art von ablehnung ist das, nicht so wie eine schimpfende und keifende mutter, die schön viel angriffsfläche und grund zur flucht bietet.
auf diese gepflegte kopfschüttelnde und augenverdrehende art ist es schwierig eine antwort zu finden, die einen nicht selbst ins unrecht setzt.
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27.12.2014, 18:53
AW: Emotionslose Familie
Ich fühle mich jetzt leichter, weil ihr neue Sichtweisen einbringt. Ich bin wirklich überempfindlich, aber das nur am Rande. Ich frage mich, warum es mich immer noch so belastet, dass einfach gar keine Gefühle gezeigt werden dürfen, weder gute noch schlechte. Liebe wird über Essen ausgedrückt. Ich weiß noch, wie ich einmal einen Partner an Weihnachten mitnahm. Es wurde zum innerlichen Spießrutenlauf für mich.
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27.12.2014, 18:58Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Es belastet dich deshalb, weil du es erwartest.
Lass die doch sein wie sie wollen.
Du bist DU und wenn du Gefühle zeigen magst, dann mach das - ABER - ohne Erwartungshaltung.
Du interpretierst in die Familie deine Wünsche, Erwartungen und Träume rein.
Du kennst doch die Leute. Nimm sie wie sie sind oder geh nicht dort hin,
Karla
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27.12.2014, 18:59
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27.12.2014, 19:02Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Liebe Lavendulara,
es tut mir leid, daß Du Deine Familie so empfindest -
und ich kann es wirklich gut nachvollziehen, mit dem Unterschied, daß es bei mir "nur" mein Vater ist, der mir diese Gefühle vermittelt.
D.h. von meiner Mutter fühle ich mich geliebt- und deshalb ist die Situation nur "halb so schlimm"- auch wenn ich sie immer noch als schlimm genug empfinde.
Was ich in diesem Jahr gelernt habe, ist,
mir selbst die negativen Gefühle meinem Vater gegenüber zu erlauben-
sie also nicht, wie vorher jahrzehntelang zu unterdrücken- und alles in mich hineinzufressen.
Nein, ich sehe, was für ein emotional armseliger Mensch er ist, wie sehr er meiner Mutter und mir Lebensfreue nimmt- und das ohne jeglichen verständlichen Grund, er ist negativ, voller Ängste, teilweise bösartig, ich würde ihn nicht mal sympathisch finden, wenn ich ihn heute kennenlernen würde.
Diese Haltung ist sehr heilsam-
denn dadurch konnte ich anfangen, diese Zusammentreffen objektiver wahrzunehmen und meinen Vater und sein Verhalten sozusagen von außen zu betrachten-
dieser Abstand tut gut.
Das nimmt die persönliche Enttäuschung und Verletzung ein wenig,
ich kann "diesen Mann" nun mit Abstand weit objektiver sehen- und damit kann er mich nicht mehr so treffen.
Vielleicht bist Du gerade auch auf so einem Weg,
die Erkenntnis war auch bei mir furchtbar schmerzhaft,
war mir doch meine Familie immer das Allerwichtigste.
Aber ich habe mir selbst nicht erlaubt, den Tatsachen ins Auge zu sehen, daß zu "Familie" immer beide Seiten gehören- und wenn einer die anderen nur Kraft und Energie kostet und sie emotional nicht unterstützt und bereichert, sondern im Gegenteil verletzt, dann muß man diesen Tatsachen irgendwann Rechnung tragen.
Dir alles Liebe.
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27.12.2014, 19:02Inaktiver User
AW: Emotionslose Familie
Es geht nicht um ein 'darüber hinwegkommen', sondern um Akzeptanz dessen, was ist. Weißt du, was ich meine.
Darüber hinwegkommen bedeutet es 'weghaben zu wollen'. Das geht aber nicht. Weil du das schon dein ganzes leben lang (vergeblich) versuchst, erlebst du im Endeffekt immer wieder Rückschläge oder eben Probleme.
Dann, wenn du weißt, wie du tickst, deine (besonderen) Bedürfnisse kennst - dann gehst du auf den Weg der Anerkennung dessen was ist. Und diese Akzeptanz heißt wiederum auch Vergebung. Vergebung und Verzeihen. Dir selbst - denn ich nehme an, du hast einen lauten inneren Kontrolleur und dann auch sukzessive den anderen. Ja, selbst der Familie, selbst der Mutter. Sie tat ihr Bestes und sie tut es noch. Mehr geht nicht. Und hinter ihr steckt ja wiederum eine Geschichte, vielleicht auch ein hochsensibles Kind, das so nicht sein durfte/konnte - insbesondere die Kriegsgeneration oder auch die direkt folgende trägt ja noch einmal eigene Familiengeschichten mit sich herum. Und auch Traumata.
Wenn du dich auf diesen Weg einlässt, wirst du - Schritt für Schritt - dorthin gelangen. Gut ist auch ARbeit mit dem inneren Kind. Hier gibt es von ? Bradshaw ein sehr gutes Buch.
Das kannst du alles schon einmal alleine bearbeiten und dann empfehle ich dir zudem ambulante Therapie. Ohne das geht es nicht - zumindest halte ich das fuer sehr, sehr schwierig. Der Therapeut/die Therapeutin sind deine Reflektionsfläche - das brauchst du, um dir anzuschauen, was dich gerade beschäftigt.
Beide Bücher, die ich jetzt ansprach - sind gute Einstimmung. Doch es gibt noch mehr.



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