Hallo Anna,
- Welcher Art ist denn die Ablehnung? Nur einfach kein Interesse an Deiner Person und an näherem Kontakt mit Dir?
Oder ist es einfach nur so, dass Du schon als Ablehnung empfindest, wenn Dein Gegenüber nicht begeistert auf Dich reagiert?
Für mich klang Deine Frage beim ersten Lesen so nach "Warum komme ich nicht in (näheren) Kontakt, obwohl ich doch so nett bin?"
Wenn es das ist: Es gibt so viele NETTE Menschen auf der Welt. Aber für mich interessant sind nur wenige. (Gemeinsamkeiten, Lebenserfahrung, Interessen, Erlebnisse, Wertvorstellungen,...)
(Da erinnere ich mich an Studentenzeiten, als ich in meinem Nebenjob sehr viele sehr junge Kollegen hatte. Wir verstanden uns super bei der Arbeit, lachten viel miteinander,...
Einige hatte ich echt sehr, sehr gerne. Einmal wollte eine Kollegin mit mir privat was unternehmen. Als ich darauf nicht einging, hat sie beleidigt und irritiert reagiert, so nach dem Motto: "Wir finden uns doch nett, also sollten wir den Kontakt vertiefen."
Sah ich nicht so, denn nur "nett" reichte mir auch damals noch nicht für eine Freundschaft.
Tumbline
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10.12.2014, 20:20
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
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11.12.2014, 09:38Inaktiver User
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Hallo Ihr Lieben,
vielen Dank für die vielen Antworten.
Auf jeden Einzelnen kann ich jetzt gerade gar nicht eingehen, aber bei vielen gibt es ja ähnliche Fragen...
Vielleicht sollte ich wirklich mal Ablehnung definieren. Ich glaube ich sehe das krasser als es wirklich ist. Ablehnung bedeutet eigentlich ja ein richtiger Widerwille oder Abneigung. Ich persönlich spreche eher von neutralem, nicht allzu freundlichen oder ignorantem Verhalten. Ja das trifft es glaub ich besser.
Und hauptsächlich rede ich eigentlich vom Job oder der Kollegen-Ebene.
Habe halt oft das Gefühl, dass ich weniger beliebt bin als andere. Manche grüßen mal ganz freundlich, dann wieder gar nicht, dann nur eine andere Kollegin usw.
Das führt dann soweit, dass mich dieses Verhalten so verunsichert, dass ich gefühlt immer wie ein scheues Mäuschen durchs Büro laufe... und wahrscheinlich auch unterwürfig rüber komme. Will ich eigentlich gar nicht, traue mich aber nicht, auch mal "pampig" zu sein oder nicht nett oder mal still sein.
Müsste da wahrsch. wirklich ein "LmaA-Gefühl" entwickeln, schaffe das aber leider nicht.
Bei meinen letzten Jobs hatte ich dieses Gefühl nie, im Gegenteil. Klar gibt es immer welche mit denen besser auskommt und mit welchen nicht so gut, hab mich aber immer "beliebt" gefühlt.
Wobei ich jetzt im Job auch ein paar wirklich Nette um mich habe und das ja eigentlich schon viel ist. Für mich fühlt sich solche "Ablehnung" wie persönliches Versagen an.
Wenn man von anderen immer hört wie ach so toll sie sich mit den Kollegen verstehen, nagt das sehr an mir :-(
Ich glaube Tumbline hat es ganz gut beschrieben, dass ich anscheinend nicht nur normales Verhalten brauche, sondern dass Menschen von mir begeistert sind. Und genau davon will ich ja weg, weil das ein Schmarrn ist. Aber ich schaffe es nicht
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11.12.2014, 09:58
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Ich denke für dich könnte es gut sein, diese Situationen mal in neutraler Umgebung in Form von Rollenspielen zu üben.
Keine Ahnung, für so etwas müsste es doch VHS-Kurse oder ähnliches geben.
Ich habe eben mal geguckt bei der VHS Berlin läuft sowas unter dem Oberbegriff "Politik - Gesellschaft - Umwelt" und dann Psychologie, alle möglichen Themen zu Kommunikationsstrategien etc.
Ich kann mir vorstellen, dass wir hier alles mögliche schlaue schreiben können, aber das ist etwas ganz anderes, wenn du es im direkten Umgang mit anderen Menschen erfährst, die dich spiegeln können oder wenn du dich selbst dannn zB auf Video siehst.
Das war bei mir vor sehr vielen Jahren ein ganz entscheidender Moment, als ich an einem einwöchigen Rhetorikseminar teilgenommen habe und mich das erste Mal auf Video gesehen habe. Mir hatten schon viele meine Wirkung auf andere beschrieben, aber als ich mich das erste Mal gesehen habe, wusste ich erst, was sie meinen. Es hat mich nachhaltig beeindruckt.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
.... und das demnächst auf www.befriendsonline.net/
Profilbild © edwardbgordon
Moderation: "Rund um den Job", "Mietforum" und "Selbstständige, Freiberufler & Co"
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11.12.2014, 10:03Inaktiver User
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Hallo Promethea,
das ist es ja was mich so zum Grübeln bringt, weil ich noch nie etwas in der Richtung gehört habe, also dass ich irgendwie komisch wirke...
Nur als Beispiel, ein bisschen angepasst aus Identitätsgründen und es soll auch wirklich nicht überheblich rüberkommen.
Ich war ja lange in einem Unternehmen. Bis ich mich wirklich entschieden habe zu wechseln, hat es bestimmt fast 2 Jahre gedauert und in dieser Zeit hatte ich wirklich einige Vorstellungsgespräche. Also wirklich auf ungefähr 5 Bewerbungen folgten 3 Vorstellungsgespräche. Ich habe in dieser Zeit ca. 10 tolle Jobangebote bekommen und da denke ich mir, dann kann ich doch nicht allzu schlecht auf Menschen wirken oder? Ich denke es macht auch einiges die Sympathie aus und deswegen zermürbt mich das so... und ich verstehe es einfach nicht
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11.12.2014, 10:51
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Es geht auch nicht unbedingt darum, dass du komisch rüber kommst.
Sondern dass du eine realistische Einschätzung bekommst von Leuten, die dich nicht kennen, wie du wirkst und dass du auch in der Gruppe einen Eindruck bekommst, wie andere sich in solchen Situationen verhalten.
Wir können das hier ja nicht leisten, weil zB die Körpersprache eine ganz entscheidende Rolle spielt.
Ich habe zB eine Mitarbeiterin, die total nett ist, aber mir geht es extrem auf den Geist, dass sie ständig eine Körperhaltung hat, als würde sie um Entschuldigung bitte, dass sie auf der Welt ist, alleine schon der schleichende zögernde Gang, wenn sie rumläuft.
Das kann ich ihr aber nicht sagen - dass kann ich nicht in Worte fassen, ohne dass es sie noch mehr verunsichert - mein Kollege empfindet das auch gar nicht so - mich macht es aggressiv. Das versuche ich natürlich zu überspielen - aber ich fürchte die Mitarbeiterin hält mich auch nicht für besonders nett und von ihr begeistert.
Und mir hat man immer mal gesagt, ich wirke arrogant - und das war nichts, was ich gesagt habe, sondern tatsächlich ein Teil meiner Körpersprache - was zwar damals mehr mit Unsicherheit und Schüchternheit zu tun hatte, aber als ich mich auf Video gesehen habe, wusste ich sofort, was da so wirkt. Und daran konnte ich arbeiten.
Und wenn ein halbwegs professionelle Coach so ein Training macht und die anderen Teilnehmern auch offen dafür sind, kann so ein Wochenendeseminar schon eine Menge Einsichten bringen.
Und vielleicht auch nur, dass das Verhalten seiner Kollege einfach völlig normal ist und weniger mit dir zu tun hat, als du interpretierst.
Was hast du mit so einem Seminar zu verlieren ?
Ich habe das Seminar damals übrigens aus ganz andern Gründen gebucht, als das was dann dabei raus gekommen ist. Man weiß nie, was dabei raus kommt.Freiheit ist, wenn jeder sich auf seine Art zum Deppen machen kann.
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11.12.2014, 11:15Inaktiver User
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Hi liebe Aannaana -. gerade auf der Arbeit sind XX Charaktere zusammen gewürfelt und müssen irgendwie miteinander klar kommen. Draussen so ohne dem Job, auf der Freizeit- und Freundesebene würden die wenigsten sich gegenseitig aussuchen. Sieh es mal so und mach dir nicht so viele Gedanken, um das WARUM!
Es liegt also nicht nur an dir. Es liegt an der Mischung, die nicht passt. Weiter freundlich sein und deine Arbeit machen, es ist nur Job! ;) Wenn mal eine dabei ist, mit der du dich anfreunden kannst ist das gut und doch sage ich mir Vorsicht - Job ist Job!Geändert von Inaktiver User (11.12.2014 um 13:35 Uhr)
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11.12.2014, 13:08Inaktiver User
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Ich habe mal 1 Semester Psychologie studiert, habs dann aber gelassen.

In diesem einen Semester ist mir mal ein ganz entscheidendes Phänomen über den Weg gelaufen, das mein Denken nachhaltig beeinflusst hast. Wie Du weißt, hatte ich ja ähnliche Probleme wie Du. Aber vieles ist auch vielleicht eine Wahrnehmungssache.
Dort wurde erklärt, dass man, wenn man Ablehnung erwartet, auch hauptsächlich bis ausschließlich die Gesten wahrnimmt, die diese Erwartung bestätigen. So entsteht ein Teufelskreis. Die gegenteiligen Erfahrungen nimmt man dann gar nicht mehr wahr oder glaubt sie nicht. Und so steigert sich das immer weiter, bis man sich nur noch abgelehnt fühlt. Versuche, mal zu schauen, ob Du positive Gesten überhaupt wahrnimmst und vor allem auch "festhältst". Und wenn es nur das (unerwartete) Lächeln der Kassiererin ist. Und irgendwann kann sich der Teufelskreis umdrehen, wenn Du es konsequent durchziehst.
Mich nervt es immer noch, wenn jemand trotz Freundlichkeit meinerseits ablehnend reagiert. Aber dann sage ich mir: "Sein Problem! Ich hab mir nichts vorzuwerfen." Und die nächste freundliche Geste eines Mitmenschen kommt bestimmt.
Alles Gute!
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11.12.2014, 17:41
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Ich kenne das auch mit der Ablehung trotz offener Freundlichkeit
Vermute auch unbewusste Körpersprache dahinter, bei völlig unbekannten bsw. auf der Straße oder bei privaten Veranstaltungen wo man kaum jemanden kennt, Gesellschaftlichen Anlässen meine ich zusätzlich zu glauben , dass man aufgrund seiner Äusserlichkeit und seiner Erscheinung zumindest in eine Schublade hinsichtlich seiner Person gesteckt wird.
Bei mir selbst ist das so extrem , dass äußere Hülle und inneres selbst und Wesen sich extremer nicht unterscheiden könnten.
Bei manchen offenen Leuten und Anlässen bekomme ich aber trotzdem eine Chance mich zu unterhalten und spüre und sauge dann regelrecht die positive Überraschung beim anderen in mir auf , was mir dann noch zusätzlich weitere Sicherheit und Selbstbewusstsein gibt.
Andersherum bei starker Unfreundlichkeit und anhaltender Skepsis und Ablehnung (auch mit Blicken) verkehrt es sich als Selbsterfüllende Prophezeiung noch weiter ins Gegenteil und ich gleiche mich anscheinend dem äußeren Bild an, für das sie mich schon vorher gehalten haben.
Umgekehrt, wenn auch viel seltener , habe ich es auch schon erlebt, dass mit meinem äusseren ein bestimmtes Klischee angesprochen wird, was beim anderen genau so gesucht und als passend empfunden wird und dann verwundert feststellt das man inhaltlich dem überhaupt nicht entsprach.
Es mag also durchaus sein, dass man andere Menschen in seinem Verhalten, ArtAusehen oder seinen Formulierungen an jemanden anders erinnert und damit sofort negativ oder positives Feedback bekommt.
Wenn man nun sensibel dieses wahrnimmt und darauf reagiert , verstärkt man unter Umständen noch dessen Wahnehmung
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11.12.2014, 17:53
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
Ich möchte mal was von der anderen Seite zu immer netten Kollegen sagen.
Bei uns gibt es eine Kollegin, die ist immer nett. Aber so offensiv freundlich. Sie möchte immer andocken. Und das ist so anstrengend. Die ist bestimmt nicht verkehrt. Aber wie schön wäre es, wenn sie in einer Runde auch einfach mal ruhig dabei wäre und nicht immer so übertrieben freundlich Kontakt sucht. Soviel zu immer nett. Das verhindert auch einiges.
Wenn es nicht so offensiv ist und die Menschen nicht positiv reagieren, sind die vielleicht einfach nur in Gedanken bei was anderem. Vielleicht einfach bei ihrer Arbeit. Das immer im Hinterkopf behalten, gell. Schließlich geht man zur Arbeit, um Dinge zu bewältigen und nicht, um ohne Unterlass soziales zu pflegen.
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11.12.2014, 19:03Inaktiver User
AW: Ablehnung trotz Freundlichkeit - was steckt dahinter?
mit andern worten:
berufliche zusammenarbeit und begeisterung für einen menschen - landet bei dir in einem topf.
du fragst was dahinter steckt?
probleme die du mit dir selbst hast, jeden tag auch mit dir selbst auf die arbeit nimmst.
es geht nicht um andere menschen und deren verhalten- sondern dass du etwas von deinen kollegen erwartest was unrealistisch ist.



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