Hallo Anna,
Du darfst ganz alleine und selber entscheiden, ob Du ok bist,
und zwar völlig unabhängig von Leistung, Anzahl der Freundschaften oder was auch immer.
Ich persönlich denke, daß jeder Mensch ok ist, wie er nun mal ist - das, was ich ggf. werte,
sind die TATEN, nicht das sein.
Wenn mir jemand Kritik sagt, dann schaue ich mir an, ob und warum mir das weh tut - wenn es
weh tut, dann befasse ich mich näher damit und schaue, was davon wahr ist und warum es mich
trifft. ("Du kümmerst Dich zuwenig um den Haushalt, ich steh mit allem alleine da" - stimmt das?
Schäme ich mich jetzt? Habe ich vielleicht wirklich in letzter Zeit
zuwenig gemacht? Oder mache ich eher zuviel und bin deshalb so auf der Palme?).
Wenn es mir nicht weh tut und ich völlig gelassen bleibe,
dann kann ich reagieren und entweder das tun bzw. verbessern, was der andere kritisiert ("Du, heute wärst Du mit dem Müll drangewesen" - "Stimmt, entschuldige, ich mach das sofort"),
oder die Kritik des anderen ist eine Geschichte,
die er sich selber ausgedacht hat und die mit mir nichts zu tun hat
("Wenn Du mich lieben würdest, dann hättest Du von selber an den Müll gedacht" - "Stimmt nicht, ich liebe Dich nämlich sehr wohl und hab es trotzdem vergessen").
Je mehr ich bereit bin, mich ok zu fühlen, desto einfacher kann ich mir meine "Baustellen" anschauen, weil sie mich dann nicht mehr existenziell bedrohen, und werde wieder handlungsfähig.
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Ergebnis 11 bis 20 von 30
Thema: "Ok" so wie ich bin?
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24.11.2014, 10:38
AW: "Ok" so wie ich bin?
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24.11.2014, 11:35
AW: "Ok" so wie ich bin?
Wenn jemand am Arbeitsplatz Kritik an einer bestimmten Sache äußert, ("Das ist nicht gut gelaufen"), dann will er damit in den selteneren Fällen sagen, dass Du ein schlechter Mensch und nicht okay bist.
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24.11.2014, 13:13Inaktiver User
AW: "Ok" so wie ich bin?
Hallo Ihr Lieben,
wow schon so viele Antworten - vielen lieben Dank dafür
Irgendwie weiß ich nicht wie ich in einem Beitrag mehrere Beiträge zitieren kann, bekomme das irgendwie nur einzeln hin.
Aber ich versuche trotzdem auf jeden Beitrag zu antworten.
@scales
Ja ich glaube unter "ok" verstehe ich schon so etwas wie normgerecht. Weiß nicht genau wie ich es beschreiben soll.
@Bittersweet
So ähnlich sehe ich es auch. Wobei ich es eben auch wie Du sehe, das alles auch Definitionssache ist. Bei mir ist das eher so, dass ich immer denke, dass ich nur oder hauptsächlich aus der Bestätigung von Außen erkennen kann, ob ich ok bin.
Ich habe eine einfache Gleichung: Wenn ich mich meines Erachtens nach richtig verhalte, aber auch mal menschlich und nicht immer perfekt, sollten mich die anderen Menschen mögen. Nicht vergöttern oder so, das bestimmt nicht, aber so vom Grundsatz her. Uii sehr wirr das Ganze...
@kenzia
Also Du meinst, dadurch, dass ich mir selber so unsicher bin - wirke ich auch oft so auf andere Menschen und werde dann evtl. nicht gemocht?
@cariad
Also lt. deiner Definition gehöre ich dann zur normalen Schicht, die ok ist
@Youtas
Also ja ich würde mich durchaus als großzügig beschreiben. Bin nicht extrem neidisch, nicht hasserfüllt usw... Manchmal natürlich in kleinen Mengen, aber nie so, dass mich diese bestimmen Gefühle beherrschen würden.
@Suzie
Danke, dass Du Dir meine Stränge angesehen hast.
Zu meinem Umfeld. Ich habe einen wunderbaren Partner, eine tolle Familie und nette und liebenswerte Freunde und Bekannte. Und bin da wirklich sehr, sehr dankbar dafür, weil es wirklich nicht selbstverständlich ist.
Aber das mit Kreislauf trifft genau den Nagel auf den Kopf. Ich bin da so in meiner Gedankenspirale gefangen, und das ist wirklich anstrengend und schlägt mir sehr stark auf die Lebensfreude usw...
Hobbies habe ich leider nicht so wirklich. Da müsste ich auf alle Fälle mal ansetzen.
@schafwolle
Genau das ist eben auch mein Gedankengang. Wenn ich jetzt z. B. Kritik, negatives Feedback oder Ablehung erfahre, versuche ich das objektiv zu prüfen. Komme ich dann eig. für mich zu dem Schluss, dass es nicht an mir liegt usw... kommt eben sofort der Gedanke, dass ich anscheinend nicht selbstkritisch genug bin und an mir doch etwas falsch ist usw...
@schlumpsi
Ja ich sehe das auch so, dass jeder seine Macken und auch gute Seiten hat. Und ich kenne z. B. auch sehr sparsame/geizige Menschen, aber die sind dann vielleicht wieder total tierlieb oder sind gute Zuhörer, nur mal so als Beispiel.
@Bae
Weil ich eben auch öfters das Gefühl habe abgelehnt zu werden. Weniger beliebt zu sein als z. B. andere Kollegen, obwohl ich mich wirklich bemühe... Mal so als Beispiel
@Gemme
vielen Dank für deinen warmherzigen Beitrag. Der tat mir wirklich umheimlich gut zu lesen. Weil ich eben mein "OK-Sein" von vielen äußeren Faktoren abhängig mache. Und manchmal merke ich, wenn ich mal wirklich gut drauf bin und mit mir selbst im Reinen bin. Dann kann ich alles viel gelassener sehen und mir gehts deutlich besser, oft läuft es dann im Außen auch besser. Ich denke da wirke ich dann auch einfach "attraktiver" auf andere Menschen.
@Massashi
Das glaube ich auch. Mir geht es weniger um die direkte Kritik an z. B. meiner Arbeit, sondern eher um das zwischenmenschliche Verhalten.
Ich hoffe ich habe jetzt niemanden vergessen
Es ist schon so, dass ich auch Bestätigung bekommen. Von meinem Partner, von meinen Freunden/Bekannten und teilweise auch von fremden Menschen.
Kürzlich habe ich bei einem Spaziergang eine ältere Dame kennengelernt. Weil ich mich zu ihr auf die Bank gesetzt habe. Wir sind dann ein bisschen ins Gespräch gekommen und es war wirklich nett.
Sie sagte dann zu mir: Dass ich ein wunderbarer Mensch bin. Und es ihr gut gefällt, dass ich mich auch für Sie interessiert habe usw... Das war ein tolles Gefühl.
Wie gesagt - ich bemühe mich wirklich nett, interessiert, freundlich und hilfsbereit zu sein. Oft bekomme ich dafür das entsprechende Feedback. Wenn das aber dann ausbleibt, denke ich mir, was ist an mir so komisch/abstoßend, dass ich trotz Freundlichkeit etc.. keine Wertschätzung erfahre
Eure
Anna
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24.11.2014, 13:59
AW: "Ok" so wie ich bin?
Hallo Anna,
Und dann kommt irgendein Trampel, bemüht sich überhaupt nicht und bekommt die Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die Du Dir wünschst, und Du fragst Dich, ob Du im falschen Film bist, stimmts?Wie gesagt - ich bemühe mich wirklich nett, interessiert, freundlich und hilfsbereit zu sein. Oft bekomme ich dafür das entsprechende Feedback. Wenn das aber dann ausbleibt, denke ich mir, was ist an mir so komisch/abstoßend, dass ich trotz Freundlichkeit etc.. keine Wertschätzung erfahre
So läufts halt manchmal! Fürs Nettsein kriegt man manchmal nichts außer dem guten Gefühl,
nett gewesen zu sein. Erst wenn man KEIN gutes Gefühl dabei hat, gibts irgendwo ein Problem.
Wie wäre es, wenn Du Dich
a) mal etwas weniger bemühst oder
b) Dich auf die gleiche Art - nicht mehr und nicht weniger - bemühst, wenn Du KEIN positives Feedback
erhältst, weil Du einfach tust, was Du für richtig hältst, unabhängig von dem, was andere möglicherweise
denken?
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24.11.2014, 14:05
AW: "Ok" so wie ich bin?
Hier gibt es, wie ich finde, gute Seite.
Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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24.11.2014, 14:33Inaktiver User
AW: "Ok" so wie ich bin?
Was ich meinte war, dass viele Leute andere nicht ok finden, weil sie mit sich selber ein Problem haben.......aber der Gegenüber durchaus ok ist

"ok" bedeutet für mich, bei sich zu sein und damit auch hinter seinen Entscheidungen/Handlungen stehen.
Mit diesen Bibelworten- kann ich nix anfangen- Neid zB gehört in unser Gefühlsrepertoire dazu......warum sollte ich also was in mir ist, generell ablehnen??
Stell Dir vor "Niere" ständ in der Bibel......dann müsste ich die auch ablehnen oder gar bekämpfen??

Nein- man darf alles fühlen und wenn die Situation dafür da ist- dann ist das eben auch ok.
Wie ich reagiere- ist wieder eine andere Sache......wir hauen uns halt nicht alle gleich die Köppe ein
.......auch, wenn man ab und zu den Wunsch danach haben sollte
kenzia
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24.11.2014, 14:48
AW: "Ok" so wie ich bin?
Viele lange Jahre habe ich mich nicht "okay" gefühlt. Und das auch von außen signalisiert bekommen.
Ich bin nicht schlank. War schon immer so und habe jahrzehntelang gegen die Kilos gekämpft. Ich fand mich unattraktiv, unförmig und unbegehrenswert. Obwohl ich - bis auf zwei Jahre - immer in Beziehungen gelebt habe. Aber auch meinen Partnern habe ich nie geglaubt, wenn sie gesagt haben, sie fänden mich sexy.
Aber irgendwann habe ich begriffen: ich kämpfe gegen Windmühlenflügel. Solange ich diese Einstellung zu mir selber habe, werde ich weder schlanker noch zufriedener.
Eigentlich habe ich nicht meine Figur gehasst. Sondern das, was ich mit mir selber gemacht habe: ich habe mich selber vernachlässigt. Ich habe mich gehasst für meine Disziplinlosigkeit, meine Antriebslosigkeit und meine Unzielstrebigkeit.
Alles drumherum war wichtiger: die Sorge für die Familie, meinen Job, Haushalt, Freunde, Alltägliches. Aber für mich selber habe ich nicht gesorgt.
Das habe ich geändert. Es war harte Arbeit, aber ich habe es geschafft. Ich gehe heute viermal die Woche zum Sport - und da gibt es keine Ausreden mehr und kein rumeiern. Ich nehme mir diese Zeit, es tut mir gut und ich gehe, basta. Ich lebe mittlerweile alleine, aber ich koche gut und gesund für mich selber - einfach, weil ich es mir wert bin. Ich habe viel Ballast im Leben entsorgt, weil er mich wirklich nur belastet hat.
Und siehe da: ich kann mich mittlerweile richtig gut leiden. Ich bin nicht perfekt, aber okay.
Und seitdem ergeben sich auch sehr viele Dinge, denen ich früher verzweifelt nachgelaufen bin, von ganz alleine. Z.B. nette Bekanntschaften oder neue Freizeitbeschäftigungen.
Bitte nicht falsch verstehen: es geht hier nicht um "Dick ist chic" oder "selbstbewusste Dicke". Es geht um das ganz subjektive "OK-Gefühl".
Ich habe mich als Übergewichtige auch niemals richtig wohl gefühlt, aber nicht wegen des Gewichts, sondern weil mein Selbstwert eigentlich bei Null lag. Heute fühle ich mich pudelwohl. Und obwohl ich immer noch nicht schlank bin, bin ich mittlerweile wirklich mit mir zufrieden und finde mich sehr in Ordnung. Und das ist sehr, sehr viel!
Liebe Grüße von
PassepartoutAllein der Rahmen, den ein Bild erhält,
Auch wenn es ein berühmter Pinsel malt,
Macht, daß es seltsam und bezaubernd strahlt,
Aus endloser Natur herausgestellt.
(Charles Baudelaire)
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24.11.2014, 16:59Inaktiver User
AW: "Ok" so wie ich bin?
Also ich finde es auch schwierig zu mir zu stehen und ein gutes Selbstwertgefühl zu behalten ohne viel positive Rückmeldung zu bekommen.
Zb bin ich optisch ein etwas unüblicher typ, gefalle mir selbst allerdings gut, bringt mir trotzdem nix wenn ich mit der Tatsache konfrontiert werde daß die meisten Frauen eher auf konventionellere Männertypen stehen.
Genauso wie die Tatsache daß ich ein sehr introvertierter, sensibler Typ bin, klar kann ich - auch ermutigt durch diverse Bücher und Artikel - dazu stehen daß ich so bin, daß mich das ausmacht - trotzdem kann ich mich damit als Mann - bei Frauen und überhaupt im Leben nicht so gut durchsetzen und das bekommen, erreichen was ich will.
Bin ich also "OK so wie ich bin" ? Kann ich es ändern und das Gegenteil werden, leben ? Kaum.
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24.11.2014, 20:05
AW: "Ok" so wie ich bin?
das könnte so verstanden werden.
Ich verstehe den Satz jedoch völlig anders: ich bin ok auch mit meinen Schattenseiten. Mein ok-Sein wird sozusagen nicht in Frage gestellt, wenn ich mich mit meinen Schattenseiten auseinander setze.
Anna, dann sollte das auch nicht mehr passieren:
Du bist auch ok, wenn du etwas falsch machst. Weil Fehlbarkeit nunmal zum Menschsein gehört.Genau das ist eben auch mein Gedankengang. Wenn ich jetzt z. B. Kritik, negatives Feedback oder Ablehung erfahre, versuche ich das objektiv zu prüfen. Komme ich dann eig. für mich zu dem Schluss, dass es nicht an mir liegt usw... kommt eben sofort der Gedanke, dass ich anscheinend nicht selbstkritisch genug bin und an mir doch etwas falsch ist usw...
Es ist ein Unterschied, ob man etwas IST oder etwas MACHT. Du BIST Ok, auch wenn du was MACHST, das nicht ok ist. Also ich rede jetzt von Alltagsgedöns, nicht von Schädigung von Dritten wie Diebstahl, Betrug, Mord usw.Grüße
A.
Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.
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24.11.2014, 20:11
AW: "Ok" so wie ich bin?
Also, wenn man das OK-sein von äußerer Bestätigung abhängig macht - wo endet das denn? Es allen recht getan ist eine Kunst die keiner kann, das mal vorneweg. Und wer soll dich denn ok finden? Bist du zufrieden, wenn eine Gruppe Neonazis dich toll findet? Was ich damit sagen will, erst mal musst du wissen, wer du bist, bevor du Anerkennung von denen bekomst, die zu dir passen.
Ich mag im übrigen oft Leute, die sich gar nicht darum scheren, ob andere sie mögen oder nicht. Vielleicht, weil der Umgang mit denen unverkrampfter ist. Dieses von allen gemocht werden wollen kommt, so scheint es mir, auch häufiger bei Frauen vor. Ich kenne das schon auch, wobei ich trotz allen Bemühungen oft genug im Leben in üble Fettnäpfchen getappt bin, und mittlerweile sage ich mir: Man muss es auch aushalten können, wenn einer einen mal nicht leiden kann. Letztlich hat man auch gar nichts davon, wenn man nie aneckt. Oft wird man dann sogar gerade übersehen. Es mag für eine Umgebung bequem sein, wenn ich mich normkonform verhalte, aber wirklich nah kommt man anderen oft nur durch Reibung und Konflikte. Man zeigt sich ja auch mehr, wenn man mal gegen die allgemeine Meinung lebt. Wo hier schon mit der Bibel arguentiert wurde: Man lese doch nur mal die Geschichte vom verlorenen Sohn. Und auch sonst, sei es in der Literatur oder im Film: wenn da alle Charaktere brav und "ok" wären, gäbe es keinen einzigen Roman. Oder aber, der wäre so langweilig, dass ihn sowieso keiner lesen wollte. Von daher sage ich: es ist auch ok, mal nicht ok zu sein!


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