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    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Hallo Feldhase,

    da ich selber einen bunten, zusammengestückelten Lebenslauf voller Brüche habe und zudem in meiner Familie nie Rückhalt gefunden habe, kann ich Deine Situation gut nachempfinden.

    Direkt nach meinem Abi ein Jahr lang auf eigene Faust ins Ausland gegangen, vergebliche Uni-Bewerbungen, spät angefangen zu studieren, lange vorher die verschiedensten Jobs in der Medienbranche gemacht, dann das Studium abbrechen müssen. Da meine Familie mich darin sowieso nie unterstützt hatte und dann auch noch die Studiengebühren kamen. Erfolgreicher Quereinstieg. Dann in mein Sehnsuchtsland gegangen, dort gearbeitet, nach Deutschland zurückgekehrt. Wieder einen neuen Job gefunden, schwer erkrankt. Doch statt, wie die Reaktionen meiner lieben Mitmenschen es nahelegten, mich entmutigt in die zweite Reihe zu stellen, habe ich dann mein schweren Herzens abgebrochenes Studium wieder aufgenommen.

    Die Kommentare, die meine lieben Mitmenschen so abgegeben haben, ähneln denen, die Du beschrieben hast. Aber da auch meine Entscheidungen sich in der jeweiligen Lebenssituation 'richtig' angefühlt haben, war ich mit mir selber auch immer im Reinen. Man weiß doch nie, was im Leben kommt. Und heute scheint unsinnig, was gestern klug erschien und heute scheint klug, was gestern nicht in Betracht kam. Ich sehe es so, dass man sich in dieser Welt manchmal radikal umentscheiden muss. Das ist dann nicht Wankelmütigkeit, sondern Flexibilität und Anpassungsfähigkeit.

    Und nur Du steckst in Deiner Haut und musst Dein Leben leben. Und zu den Mitmenschen, die ungefragt Deine Entscheidungen kommentieren: Was geht die das denn an? Meiner Erfahrung nach wühlen nur die, die mit sich selber unzufrieden und zweifelnd sind, in den Leben anderer herum. Die Menschen, die sich selber mögen und mit sich zufrieden sind, die haben gar nicht das Bedürfnis, ihre Nase in anderer Menschen Angelegenheiten zu stecken.

    In solchen Momenten denke ich dann immer gerne an einen Ausspruch meiner besten Freundin, die mal sagte: "Die meisten Menschen sind sowieso dumm!"

    Ich denke übrigens auch, wie einige andere in dieser Diskussion schon gesagt haben, dass Du es ausstrahlst, wie selbstverständlich Du selbst zu Deinen Entscheidungen stehst. Doch selbst wenn Du mit ihnen im Reinen bist, dumme Kommentare wird es immer geben. Ich habe nur noch zu einem Menschen aus meiner Familie engen Kontakt, alle anderen, auch viele ehemalige 'Freunde' habe ich aussortiert. So habe ich wenige Menschen in meinem Leben, die aber wirklich zu mir halten und keine dummen Fragen stellen.

    Und zum Thema Job: Auch da gilt es die richtigen Adressen zu finden: Ja, viele Personaler gehen nach Schema F und interessieren sich nur für die Super-Duper-Top-Perfekt-Elite-Besten-Absolventen. Aber manch einem anderen (meiner Erfahrung nach eher in kleinen Unternehmen) wird genau Dein Lebenslauf gefallen. Denn ein Mensch, der im Leben nicht immer den leichtesten Weg gegangen ist, hat mehr Lebenserfahrung, die in manchem Job von Nutzen sein kann.

    Tumbline

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    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Es kommen daraufhin aber auch einfach mal ein Kommentar wie:"Du scheinst es ja nicht eilig zu haben" gerne in Verbindung mit dem Hinweis auf das Zähne zusammen beißen.
    da musst du ja nun wirklich nicht drauf einsteigen. Je nach Typ kann man darüber nen Witz reißen oder das irgendwie abbügeln. Ich neige bei Bemerkungen die Zeit betreffend zu der Antwort, dass ich dank meiner Ahninnen gute Chancen habe über 90 zu werden und ich ja schließlich der Langeweile im Alter vorbeugen muss Oder ich stelle Gegenfragen, z.B. was die jetzt eigentlich von mir hören wollen.

    bei der Familiensituation ist mir das aufgefallen:

    Treffe ich jemanden aus der Familie dann werde ich meistens gefragt was ich mache und wie es läuft, woraufhin ich schon lüge und meine Probleme nicht erwähne, es läuft immer alles super, ich komme gut voran.
    Das hat ja wahrscheinlich schon der letzte erkannt, dass das nicht stimmt. Und da ist die Gefahr schon groß, zum Mittelpunkt des Gesprächs zu werden, wenn etwas offensichtlich nicht so ist, wie es immer wieder dargestellt wird. Warum lässt du diese Lüge nicht einfach und sagst lieber irgendwas unverbindliches, freundlich-nichtssagendes wie "wird schon, bin dran" mit einem sofort drangehängten "und wie läufts bei dir?"

    Wenn ich über was nicht reden will, dann mache ich es so. Klappt ganz gut. Die Leute reden ja gern über sich

    Die beste Freundin hätte ich wohl gefragt, ob sie jetzt ernsthaft erwartet, dass ich Studienpläne sausen lasse, um ungehindert mit ihr Kaffeetrinken gehen zu können

    Ich bin ausserdem schon immer so frei, wenn ich auf Gefahren eines bevorstehenden Plans hingewiesen werde, zu sagen, dass man in der Regel nur die Fehler bereut, die man nicht riskiert hat und ich mir nicht später in den Hintern beißen will. Wenns schief geht, dann weiss ich es wenigstens und das Thema ist durch. Komischerweise hat mir da noch nie jemand widersprochen. Wahrscheinlich hat so ziemlich jeder irgendwelche Leichen im Keller, die mal lebendige Träume waren und deren Umsetzung nie riskiert wurde.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Im Forum fiel hier mal ein kluger Satz, der ungefähr so lautete: wenn man gegen den Mainstream lebt, hat man mit dieser Entscheidung solche Kommentare eben "mitgekauft"
    den Satz halte ich nicht für so klug, weil auch Mainstreamleute regelmäßig blöde Kommentare einstecken müssen. Irgendwas ist eben immer "falsch". Ich glaube eher, dass die Häufigkeit solcher Kommentare davon abhängt, wie sehr man von der Akzeptanz seiner Mitmenschen abhängig ist und wie viel Macht man ihnen folglich diesbezüglich gibt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User
    Ja und nein. Kommentare können auch wehtun - wenn die Entscheidung gegen das Mainstream-Leben nicht ganz freiwillig getroffen wurde oder man Latenzen hat. Und man hat das Recht, obwohl man zu seinen Entscheidungen steht, trotzdem wunde Punkte zu haben.

    Und daher würde ich eher sagen: wenn man ein Leben wählt, das zu einem paßt, sollte man auch die Leute gut auswählen, die dort hinein passen. Stichelende Nervensägen braucht niemand.
    kenne ich auch so. Ich bin nicht ganz freiwillig in meinem ungeraden Leben, aber es ist trotzdem das Leben, das mir entspricht. Jeder Weg bringt Verluste mit sich und entsprechend auch wunde Punkte. Die tun nicht immer weh, aber solche Phasen gibt es. Und am meisten tun mir die Sachen weh, bei denen ich gar keine Wahlfreiheit hatte, sondern zwischen Pest und Cholera wählen musste bzw gar nicht wählen konnte. Bei einem geraden Leben wäre mir da manche Wahl erspart geblieben, aber da hätte es andere Verluste gegeben, die schlimmer für mich gewesen wären.
    Mein Fazit heute ist: man bezahlt immer einen Preis, es ist nur eine Frage, was einem die Sache wert ist und für welchen Preis man sich entscheidet.

    Die Leute, die zu einem passen, kommen, je mehr ich zu mir selbst stehe und aufhöre, nach Akzeptanz zu verlangen.

    Meine Familie konnte mit meinem Weg auch nie was anfangen und ich habe die ganzen Jahrzehnte einen sehr oberflächlichen Kontakt zu denen gehabt. Erst jetzt, wo die Eltern alt sind und wir Schwestern in einem Alter, wo sich der Blick auf das Leben nochmal ändern kann, fangen wir an, ehrlicher miteinander umzugehen und uns vorurteils- und wertfreier füreinander zu interessieren.
    Geändert von Amelie63 (24.11.2014 um 08:04 Uhr)
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

  3. Inaktiver User

    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Die Situation mit den Kommilitonen ist mir total fremd. Vielleicht hat es mit dem Fach zu tun oder die Zeiten haben sich geändert - während meines Studiums war es eigentlich nicht unnormal, dass man mal eine Weile gebummelt hat. Es wäre mir auch nicht aufgefallen, wenn jemand ein paar Tage nicht da war. Vermutlich ist das an der FH aber anders.

    Zu Deiner Kaffeetrinker-"Freundin": die ist doch nur dämlich, da würde ich keinen Gedanken darauf verschwenden.

    Familie: Gibt es in Deiner Familie viele Akademiker oder bist Du die Erste? Darf ich Dich auch noch fragen, wie Du Dein Studium finanzierst?

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    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Ich glaube, die Reaktion der Leute hängt auch ganz wesentlich davon ab, wie man seinen Lebenslauf erzählt. Legt man den Schwerpunkt der Erzählung auf die Brüche, auf ein ständiges Hin und Her, ist man einfach Opfer der eigenen Unentschlossenheit oder irgendwelcher Ereignisse oder erzählt man es als eine logische und notwendige Handlung, in der die Brüche einfach notwendige Kurskorrekturen oder bewusste Entscheidungen waren.

  5. Moderation

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    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Im Forum fiel hier mal ein kluger Satz, der ungefähr so lautete: wenn man gegen den Mainstream lebt, hat man mit dieser Entscheidung solche Kommentare eben "mitgekauft".
    Und was man gekauft hat, gehört einem, und man kann's auch wegwerfen.

    Mir die Verantwortung für die Einfallslosigkeit und Tratschsucht anderer Leute ans Knie zu nageln habe ich mir abgewöhnt. Nein, ich hab immer noch keine Affäre mit X, tut mir leid für dich. Ja, ich hätte so viel schönes machen können nach dem Abi. Du auch. Ja, ich koche gerne, das nennt man ein Hobby. Ja, ich schenke meinen Freunden was zu Weihnachten, tut mir leid, daß dich das stört.

    Es gibt Leute, die verdienen bessere Antworten (Freunde und Partner), und es gibt Leute, denen muß man leider welche geben (Geld- oder Arbeitgeber). Man hat aber viel mehr Zeit und emotionale Reserven für wichtige Fälle, wenn man sich nicht an den unwichtigen aufreibt.

    @Feldhase, leg dir ein paar Universalsprüche zu: "Ja", "Nein", "aha", "soso", "ich find's auch sch***e", "ja, doof, ne?", "willst du nicht wissen. Wirklich nicht", "und was machst du so?" und gebrauch sie großzügig. Du brauchst dich nicht dafür zu rechtfertigen, daß du krank bist. Die anderen müssen sich nicht dafür rechtfertigen, daß sie gesund sind. (Ich habe manchmal den Verdacht, die Aggressivität mancher Leute gegenüber denen, die weniger Glück haben als sie, ist ein Beschwichtigungsritual in Richtung neidischer Götter!) Wie schon die Ärzte sangen, "Laß die Leute reden". Auch wenn's dir was ausmacht. Gerade, wenn es dir was ausmacht.
    Geändert von wildwusel (24.11.2014 um 12:36 Uhr)
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  6. User Info Menu

    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Ja, aber ich frage mich eben inwieweit man eher entfernten Bekannten wie den Kommilitonen sämtliche Lebensschlenker überhaupt mitteilen muss. Bei Verwandten oder guten Bekannten nützt das natürlich nix. ;)Bsw. das abgebrochene Fernabi. Hast du während dessen gearbeitet? Dann hättest du genauso gut einen Töpferkurs anfangen und wieder abbrechen können. Es war dein Privatvergnügen (es sei denn, es hat eine bestimmte Relevanz in deinem Bildungsgang). Auch dieser Weg zur FH - Uni - wieder FH. Du hast an der FH angefangen, hattest ein kurzes Intermezzo an der Uni, das du aus persönlichen Gründen abbrechen musstest und studierst jetzt an der FH fertig.

    Oder wenn du die Brüche einbeziehen willst, hast du eben keinen geraden Lebensweg und viele Dinge ausprobiert und bist jetzt da angekommen, was du wirklich willst.

  7. Inaktiver User

    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    @Feldhase,

    ich bin die Mutter zweier Kinder mit solch einem Lebenslauf. Das was du über dein privates Umfeld erzählst, kenne ich und ich kriege das als Mutter ebenfalls ab. Manchmal tut es weh, die Kinder immer wieder verteidigen zu müssen, meine Kinder meiden deswegen auch Verwandtschaftstreffen und ich antworte auf solche Fragen nicht mehr. Ich muss mit meinen Kindern nicht angeben, ich weiß was sie wert sind, ich weiß aber auch, es ist ihr Leben.
    Was die Personaler betrifft, klar gucken die, was du alles schon gemacht hast und wo die Brüche sind, Krankheiten sind aber heikel, würde ich nie von allein ansprechen. Ist bescheuert, aber im Hinterkopf hängt da schon die Frage nach der Belastbarkeit.
    Nur da würde ich mir jetzt überhaupt keinen Kopf drum machen, FH ordentlich abschließen und dann ran an den Speck. Es gibt noch mehr Studenten, die es nicht in 6 oder 8 Semestern geschafft haben. Lass dich nicht kirre machen.
    Andere, vielleicht nicht ganz unwichtige Frage, wie finanzierst du dich? Daher kommen nämlich oft die blöden Fragen.

  8. Inaktiver User

    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Danke für eure vielen Kommentare und die aufmunternen Worte

    @.joanna.
    Das stimmt tatsächlich das ich eher wenig von mir erzähle, meistens weiß ich schlicht nicht was ich erzählen sollte. Die Woche über lerne ich viel, damit ich die Wochenende frei habe um bei meinem Freund zu sein. Ich falle abends ins Bett und schaffe es maximal noch zu lesen oder fernzusehen. Oft hänge ich auch bei Ärzten rum, zweimal die Woche gehe ich zum Sport. Muss ich auch nicht erwähnen, es wäre ja nicht so das mein nicht perfektes Gewicht nicht auch schonmal Thema gewesen wäre. Ausgefallene Hobbies habe ich auch nicht. Ich wüsste wirklich nicht was ich erzählen sollte, zumal ich nicht immer bedenken möchte was ich sagen darf um nicht wieder Kommentare über mich ergehen lassen zu müssen.

    @scales
    Ich bin eine der Ersten in meiner Familie. Ein Cousin von mir hat studiert allerdings erst nachdem er eine Ausbildung abgeschlossen hat, zwei weitere haben ihr Studium abgebrochen und machen nun ihre Ausbildung.
    Im Bezug auf die Kommentare in der FH... Die FH an der ich studiere ist wirklich sehr klein. In meinem Fach und Jahrgang sind knapp 20 Leute. Das heißt natürlich das man sich mehr oder weniger kennt, eben so die Dozenten, denen es schnell auffällt wenn jemand öfter fehlt. Dozenten haben mich aber eher immer verständnisvoll gefragt ob alles ok ist bei mir. Mittlerweile wissen auch ein paar Dozenten bescheid und freuen sich fast wenn ich in die Sprechstunde komme und Fragen zur Nacharbeit habe.
    Bei den Kommilitonen sieht das natürlich anders aus. Die sind einfach neugierig. Zu neugierig für meinen Geschmack. Wir sind doch keine Freunde nur weil wir im selben Raum sitzen. Da geht es wirklich niemand etwas an was ich habe oder auch nicht. Ich speise die Fragen auch immer schnell ab, auch wenn ich dabei sicher keinen freundlichen Eindruck mache.

    @schlumpsi
    Ich habe während des Fernabis gearbeiten, sogar in Vollzeit, nur zum Schluss habe ich nichts anderes mehr gemacht. Das lag allerdings nicht am Abi, sondern daran das ich es in der Firma nicht mehr ausgehalten habe und kündigte. Kurz darauf, ca 6 Wochen später, habe ich mich auch vom Abi verabschiedet und mir die Praktikumsstelle gesucht.

    Auf die Fragen wie ich mich finanziere. Seit ich zurück bin finanzieren mich meine Eltern. Die Zeit in der Uni habe ich zum größten Teil selbstfinanizert, worauf ich auch stolz war. Im Moment kann ich nebenher nicht noch arbeiten gehen und liege erstmal meinen Eltern auf der Tasche. Ich habe damit lange gehaddert, mittlerweile ist es ok für mich. Auch für meine Familie, nachdem mein Vater meiner Tante vor versammelter Mannschaft eine eindeutige Ansage dazu gemacht hat .

  9. Inaktiver User

    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Das, was Dich da die Freunde fragen, sind Suggestivfragen, keine offenen Fragen. Niemand will wirklich wissen, warum Du was gemacht hast. Sie fragen Dich und lassen Dir keine andere Option als Rechtfertigungen.
    Suggestivfrage

    Meinst Du nicht, dass...
    Warum hast Du denn...
    Willst Du wirklich...

    sind noch dazu klassische Double Binds, die Dich grundsätzlich mal als Depp dastehen lassen. Solche Fragen KANNST Du nicht so beantworten, so dass Du Dich gut fühlst.

    Damit hab ich mich in den letzten Jahren stark auseinandergesetzt, weil diese Art Haltung in meinem Elternhaus vertreten ist. "Wege aus der Zwickmühle" von Sautter hat mir geholfen, das überhaupt zu erkennen und aufzudröseln. Deine Freunde verunsichern Dich mit dieser Art Haltung Dir gegenüber, denn Du stehst da auf dem Prüfstand, und das was längst erledigt und vergangen und entschieden IST, kannst Du ja nicht mehr ändern.

    Wenn ich Dich frage "Warum hast Du die Uni abgebrochen?" ist das eine offene Frage, die Du erklären kannst.
    Wenn ich Dich aber frage "Warum hast Du denn die FH nicht gleich weitergemacht, den Umweg über die Uni hättest Du Dir doch sparen können?" dann will ich das eigentlich gar nicht wissen, sondern weise Dich auf einen Makel hin.

    Obacht: in Einstellungsgesprächen wird das gern gemacht.
    Double Binds kann man auflösen, es ist aber verdammt schwer. Am besten geht das durch Gegen-Double-Binds à la "Echt? Findest Du das wirklich?"
    Ein schönes Gesprächsklima ergibt sich dadurch nicht.
    Bei echten Freunden kann man das mal ansprechen auf einer Meta-Ebene: "wie würdest Du Dich fühlen, wenn ich Dich fragte...". Jeder hat dunkle Flecken auf der weißen Weste.

    Meiner Erfahrung nach ist es in Bewerbungen wichtig, dass man "weiß, was man will". Der erste Schritt ins Berufsleben ist der schwierigste, danach interessiert das kaum noch jemanden brennend. Ich empfehle Dir, Dir jetzt schon Gedanken zu machen, was Du tun willst, wenn Du fertig bist, und Dir parallel zum Studium ein Netzwerk zu suchen. Nutze Semesterferien, um in den Job reinzuschnuppern, mach Zusatz"zertifikate", wenn es das für Dich gibt, lerne eine ungewöhnliche Fremdsprache, irgendwelche Features, die kein anderer hat. Bei mir damals wurde ich viel über eine Studenteninitiative gefragt, die ich mal geleitet habe. DAS fanden die Personaler deutlich wichtiger als meine Diplom-Note, was mich sehr erstaunt hat.

  10. Moderation

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    AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich wüsste wirklich nicht was ich erzählen sollte, zumal ich nicht immer bedenken möchte was ich sagen darf um nicht wieder Kommentare über mich ergehen lassen zu müssen.
    Das Wetter, Computer, Autos, Mode, die unmögliche Nachbarin mit den drei Yorkshire-Terriern...
    Oder du ergehst dich ausführlich über dein Fachgebiet. Damit habe ich noch jeden in die Flucht geschlagen.

    Ich habe nach dem, was du schreibst, den Eindruck, daß die für dich wichtigen Leute, an deren Meinung dir etwas gelegen sein sollte -- deinen Vater, die Dozenten -- deine Situation kennen und wohlwollend einschätzen. Dumme Kommentare kommen von Leuten, die dich nicht kennen und nicht zu kennen brauchen. Das sollte dir etwas sagen.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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