@Feldhase: du begründest jetzt viel mit deiner Krankheit, aber es scheint ja einige "Brüche" gegeben zu haben, die damit nichts zu tun haben. Das wird auch der Personaler merken, d.h. da musst du später auf kritische Fragen vorbereitet sein.
Mit Blick auf das soziale Umfeld: die kritischen Fragen kannst du natürlich ignorieren, aber irgendwo ist möglicherweise ein Quäntchen Wahrheit drin, dem du dich stellen solltest. Insbesondere dann, wenn bestimmte Fragen von mehreren Seiten kommen.
Es ist nicht schlimm, falsche Entscheidungen zu treffen. Es ist nur schlimm, wenn man nichts daraus lernt. Ich würde mir umgekehrt an deiner Stelle eher überlegen, ein Urlaubssemester zu machen und die Gesundheit zu optimieren. Und danach richtig durchstarten.
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23.11.2014, 18:50Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
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23.11.2014, 19:30Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Gesundheitlich begründe ich nur die Entscheidung an der Uni aufgehört zu haben. Alle anderen Entscheidungen in meinem Leben habe ich jeweils aus der Situation entschieden, so wie ich es eben damals für richtig empfunden habe. Der Uniabbruch ist also nur das aktuellste Beispiel.
Ich möchte die Fragen auch gar nicht zwingend ignorieren, ich weiß nur nicht damit umzugehen, weil es wie wildwusel geschrieben hat, Menschen gibt denen Begründungen nicht reichen. Einfach weil es so ist und sie es nicht wollen. Deshalb ignoriere ich seit einiger Zeit alles was damit zutun, wobei es natürlich auch nicht ständig Fragen gibt, es häuft sich manchmal nur ungünstig, z.B. an Familiengeburtstagen. Wäre ich ein bisschen schlagfertiger oder könnte besser lügen, wäre das vielleicht gar kein Problem.
Ein Urlaubssemester müsste ich laut Studienbeteuung mindestens 9 Monate vorher anmelden. Da im Moment nur noch eine Diagnose aussteht (Termin ist im Dezember) und die Einstellung mit Medikamenten wahrscheinlich nur ein paar Wochen bis wenige Monate dauert, würde sich das nicht wirklich lohnen. Ich habe allerdings Druck aus dem Semester genommen und mich auf vier Fächer und die Übungen beschränkt. Das ist gut machbar und die Übungen machen so Spaß das sie die Motivation aufrecht erhalten
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23.11.2014, 20:29Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Nix für ungut, aber du schiebst "den anderen" hier gerade den schwarzen Peter zu. Wenn du mit dir selbst und deinen Entscheidungen im Reinen bist, sollten dich kritische Fragen nicht stören, und dann braucht es auch keine Schlagfertigkeiten odet Notlügen. Wenn nicht, würde ich da ansetzen, wo's unangenehm ist.
Aus der Forumsperspektive stellt es sich mir so dar: du warst vielleicht mit jeder einzelnen Entscheidung im Reinen, die Summe der Entscheidungen und die sich daraus ergebenden Brüche waren aber irgendwie "zu viel". Dazu kann man doch stehen, oder nicht?
Rückblickend hast du vielleicht daraus gelernt, dass man eben nicht immer nur isoliert auf die Situation, sondern auch auf das sich aus den Entscheidungen ergebende Gesamtbild achten muss. Und das ist doch ein prima Argument für die "Nörgler".
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23.11.2014, 20:54Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
So sehe ich das nicht. Es gibt Themen die manche Leute einfach nichts angeht. Diese Leute merken es aber oft nicht und fragen immer weiter. Jedes Mal aufs Neue. Vielleicht wollen sie mich auch provozieren, weil sie merken das ich darauf anspringe und mich rechtfertige.
Ich denke ich muss mich nicht jeder kritischen Frage stellen, egal ob berechtigt oder nicht. Und dann ist eine geschönte Lüge oder eine schlagfertige Anwort das Einzige was ich noch für sinnvoll halte. Ein einfaches "das geht dich überhaupt nichts an" stösst wieder allen vor den Kopf und das Theater ist groß.
Würdest du die hundertste Frage zum selben Thema wieder und wieder beantworten wollen? Auch wenn du klar gemacht hast, das du dir das schon gut überlegt und die Entscheidung nicht leichtfertig getroffen hast? Würdest du dich nicht auch schlecht fühlen, wenn es immer wieder darum geht das dir die Fähigkeit gute Entscheidungen zu treffen abgesprochen wird?
"Du musst auch mal an deine Zukunft denken", "Wenn du mein Kind wärst hättest du was vernünftiges gelernt"... ich kann es einfach nicht mehr hören und ich fürchte langsam das ich platze wenn ich das nächste Mal spitz darauf angesprochen werde
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23.11.2014, 21:03Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Was sind das denn für Situationen, in denen das immer wieder zur Sprache kommt?
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23.11.2014, 21:41Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
In der Uni ist es so das es natürlich auffällt wenn ich ein paar Tage nur wenig da bin. Und obwohl ich zu niemandem wirklich Kontakt pflege werde ich gefragt wo ich war. Ich antworte dann wahrheitsgemäß das ich krank war, was aber offenbar nicht reicht. "Aber es ist doch wichtig", "Meinst du nicht du müsstest einfach mal die Zähne zusammen beißen?". Es kommen daraufhin aber auch einfach mal ein Kommentar wie:"Du scheinst es ja nicht eilig zu haben" gerne in Verbindung mit dem Hinweis auf das Zähne zusammen beißen.
Treffe ich jemanden aus der Familie dann werde ich meistens gefragt was ich mache und wie es läuft, woraufhin ich schon lüge und meine Probleme nicht erwähne, es läuft immer alles super, ich komme gut voran. Und dann geht es los: "Meinst du nicht du hättest es an der Uni einfach durchziehen soll?" "Dann könntest du auch endlich mal arbeiten und Geld verdienen, wirst ja auch nicht jünger".
Als ich mich zu dem Praktikum zur Vorbereitung auf das Studium entschlossen habe war es dasselbe. "Meinst du nicht du sollest einfach bei dem Betrieb bleiben und dort eine Lehre machen?" "Dann kommst du auch mal ans arbeiten", "Du solltest lieber da bleiben, das Praktische liegt dir doch viel mehr, mit dem ganzen Lernen an der Uni ist es nicht so einfach". Mein allerliebster: "Meinst du nicht das ein Studium ein bisschen zu schwer für dich ist?"
So Familiensituationen kommen meistens bei Geburtstagsfeiern auf. Dann schießen sich meine Tanten auf eine Nichte oder einen Neffen ein und dann gehts los. Meine Cousinen und Cousins bekommen da auch mal was ab, wobei ich schon ein spezieller Fall bin, weil meine Eltern nicht mitspielen und voll und ganz zu mir stehen. Immer wieder sagen sie das ich meine Entscheidungen nicht leichtfertig treffe, während meine Tanten untereinander gerne auch mal über ihre Kinder jammern nur weil sie nicht den graden Weg gehen.
Im Freundeskreis sind es ähnliche Diskussionen gewesen. Meine damalige "Beste Freundin" meinte das ich wenn ich studieren würde bestimmt so viel lernen müsse das ich keine Zeit mehr für sie habe. Natürlich habe ich das verneint, andere Studenten habe auch außerhalb der Uni ein Leben. Ja, aber ich müsse ja mehr lernen als die Anderen ich wäre ja nicht besonders schnell. Besser ich überlege mir das nochmal. Ein paar Mal habe ich mir das tatsächlich noch angehört, dann war Schluss.
Vielleicht bin ich zu hart, oder zu radikal, oder zu wenig selbstkritisch, im Moment weiß ich nur das ich es nicht mehr hören kann. Und das es mir weh tut das ich Teile meiner Familie meide um nicht wieder mit den unangenehmen Fragen konfrontiert zu werden, die ich sowieso nicht "richtig" beantworten kann egal was ich mache.
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23.11.2014, 21:51Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Die Situation kann ich schon nachvollziehen; ich bin z.B. gewollt kinderlos und werde immer wieder darauf angesprochen, was mich früher tierisch nervte.
In der ersten Zeit habe ich ähnlich darauf reagiert wie du jetzt ("das geht die überhaupt nichts an"), doch unter anderem durch die Diskussionen im Forum hier bin ich irgendwann zur Erkenntnis gelangt, dass es mich deshalb triggerte, weil ich im Kopf immer noch "Szenario B" spielte (also Leben mit Kind).
Im Forum fiel hier mal ein kluger Satz, der ungefähr so lautete: wenn man gegen den Mainstream lebt, hat man mit dieser Entscheidung solche Kommentare eben "mitgekauft". Das ist ebenfalls eine Entscheidung, die man mal getroffen hat, obwohl man es auch anders hätte haben können.
Seitdem ich für mich erkannt habe, dass das Hauptproblem nicht "die anderen" waren, sondern mein eigener Kopf, hat es irgendwann klick gemacht, und Kinderproblem sowie Ärgern über Kommentare waren weg.
Wenn mir jetzt einer ein Kind nahelegen will, lächele ich einfühlsam und sage etwas wie " danke für den Hinweis, aber du weisst ja, dass wir Frauen nicht alles haben können, und daher habe ich mich für die Karriere entschieden". Da ich im Kopf nun klar bin, kommt das auch entsprechend authentisch rüber, und damiti ist das Gespräch eigentlich immer beendet.
Diese Klarheit kommt von innen, sie kann nicht durch Notlügen oder Schlagfertigkeiten ersetzt werden. Wenn du diesen Punkt erreicht hast, lebt es sich entspannter.
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24.11.2014, 03:48
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Ich sehe hier zwei voneinander zu unterscheidende Themen: 1) der holprige Lebenslauf, der im beruflichem Kontext Fragen aufwirft z.B. bei Bewerbungen und 2) das permanente Stellung nehmen müssen zur beruflichen Situation im privatem Umfeld.
Zu 2)
Kann es sein, dass Du von dir selbst eher wenig erzählst, Du wenig von dir selbst aus über das sprichst was dich wirklich ausmacht? Es kann sein, dass Du zu wenig Anknüpfungspunkte dafür bietest mit dir in ein Gespräch einzusteigen. In solch einem Fall wird dann gern auf das Offensichtliche - deine öffentliche Rolle als "Berufsmensch" - zurück gegriffen.
Dem kannst Du entgegen steuern indem du bewusst initiativ Themen einbringst die dir mehr Freude machen. Und ich glaube, auch die anderen mögen sich lieber mit Dir über Deine Theaterleidenschaft, den aktuellen Tatort oder über Rezepte für die Weihnachtsbäckerei austauschen als immer wieder den gleichen Berufskram durchzukauen."Das höchste Glück ist ein Leben mit einem gewissen Grad an Verrücktheit." Erasmus von Rotterdam...
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24.11.2014, 07:10Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Darauf darf man ganz ungeachtet der Häufigkeit unwirsch oder abweisend reagieren.
Was mich wundert: zu mir hat nie jemand so etwas gesagt. Und ich habe nicht ganz so viele, aber doch einige Ecken im Lebenslauf. Und an der Uni hat mich gar nie nicht jemand angesprochen auf meine Zukunft. Wer fragt/sagt da was: Studenten? Dozenten?
Ah ja, und an der Uni hatten wir einige "Spätberufene" - auch zu denen hat nie jemand etwas gesagt. Warum auch???
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24.11.2014, 07:20Inaktiver User
AW: wie wichtig ist ein grader Lebenslauf?
Ja und nein. Kommentare können auch wehtun - wenn die Entscheidung gegen das Mainstream-Leben nicht ganz freiwillig getroffen wurde oder man Latenzen hat. Und man hat das Recht, obwohl man zu seinen Entscheidungen steht, trotzdem wunde Punkte zu haben.
Und daher würde ich eher sagen: wenn man ein Leben wählt, das zu einem paßt, sollte man auch die Leute gut auswählen, die dort hinein passen. Stichelende Nervensägen braucht niemand. Und entweder stopft man ihnen den Mund, oder man geht ihnen aus dem Weg.
Ergo: Freunde gut auswählen. Sich nach außen sonst klar positionieren, Kontakt mit nervigen Mitmenschen meiden. Sich welche suchen, die einen verstehen (!). Das gibt nämlich ernomen Rückhalt - emotional, psychisch. Und die Verwandten: Was ist denn mit den ganzen Tanten? Wirklich noch ein Stück Torte? Wollten sie nicht längst abnehmen? Aber sie müssen doch auf ihren Zucker achten? Ach, und der Ehemann, ist der immer noch so lieblos? Wieviel Geld verdienen sie denn für die Familie, oder kommen sie noch aus einer Zeit, wo Frau nur einen Mann brauchte?
Ich glaube, dann herrscht Stille am Tisch.
Gruß Sin


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