An sich keine neue Behauptung, aber immer mehr auch meine These: du kriegst das, was du verdient hast. Wie seht ihr das, bezogen auf euer Leben? Ich meine keine Schicksalsschläge, sondern bewusst gewählte Lebenswege. Wahl des Partners, des Berufs...
Aktuell bin ich sehr unglücklich in meiner Beziehung, und statt die Schuld bei ihm zu suchen, kommt mir immer mehr die ernüchternde Erkenntnis: ich habe ihn gewählt. Also hat das eine Bedeutung für mich und mein Leben. Und wenn es die ist, dass wir ein Stück aneinander gewachsen sind, um dann wieder getrennte Wege zu gehen.
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 47
-
16.11.2014, 13:10
Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
-
16.11.2014, 13:25
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Man könnte auch sagen Ursache und Wirkung,das Universum vergißt nichts - so meine Erfahrung. Jeder Mensch zieht gemäß seiner Persönlichkeit bestimmte andere Menschen und Lebenssituationen an, das kann schön oder häßlich werden. Dazu kommen die anerzogenen und unbewußten "Fahrwasser",die einen durchaus gefangen halten können und wir nicht herausfinden. Ändern wir etwas aktiv und bewußt,ändert sich auch das was von außen kommt.
-
16.11.2014, 13:37Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
irgendwie schon!
falscher partner/in und schon dümpelt das leben so vor sich.
heutzutage wird ja niemand mehr gezwungen, einen partner/in zu wählen, wo man weiss, passt nicht.
also sollte sich jeder, egal ob männlein oder weiblein fragen, warum man sich unbedingt einen partner/in sucht, wo doch zumindest im laufe der zeit offensichtlich ist, passt nicht?
und warum man sich nicht trennt?
kostbare lebenszeit vergeudet.
ein glück habe ich mich rechtzeitig - für meinen mann - von meinem damaligen freund getrennt, einfach weil er mir nicht gut tat.
auch der frau, die er danach heiratete tat er nicht gut. die hielt es jedoch jahrzehnte mit ihm aus.
eine schulfreundin von mir hielt es 16 jahre mit einem mann aus, der sie nur unglücklich machte.
man hatte schon fast das gefühl, sie brauchte dieses "leiden" ?!
verstehen muss man das nicht.
-
16.11.2014, 13:44Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
"Verdient" finde ich ein zu hartes Wort, es ist mir zudem zu passiv. Ich sehe es eher so, dass das Leben einem bestimmte Karten austeilt (soziale Herkunft, Gesundheit, spezielle Talente etc.) und es aber an einem selbst liegt, diese in Erfolge/ glückliche Beziehungen umzuwandeln. Dabei kann man zielführende und weniger zielführende Entscheidungen treffen. Wichtig ist nur, dass man den eigenen Anteil dabei im Blick behält. Und aus weniger zielführenden Entscheidungen Rückschlüsse darüber zieht, wie man es besser machen kann.
-
16.11.2014, 13:44Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
.
Geändert von Inaktiver User (16.11.2014 um 13:46 Uhr) Grund: Doppelt
-
16.11.2014, 14:01Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Sehr gut.
Und warum hast Du Dich getrennt, Tosca?
Vermutlich deshalb, weil Du Dir im stillen gesagt hast, "nein, das habe ich nicht verdient, so unglücklich zu sein".
Deshalb finde ich die These in der Tat sehr provokant.
Warum kann man nicht danach leben: Ich hole mir das, was ich verdient habe und sorge dafür, dass ich es bekomme.
Ich habe bei Menschen, die jahrelang so furchtbar leiden und nichts ändern wollen oder können, immer den Eindruck, dass sie sich selber nicht mögen und sich nicht so annehmen können, wie sie sind. Sie glauben dann, sie haben nichts anderes verdient, als eben zu leiden. Furchtbar.
Ich verstehe das auch nicht.
Man muss ja nicht wie ein egoistischer Trampel durch die Welt laufen.
Aber wenn man sich selber mag und sich seines Wertes bewußt ist, dann muss man doch automatisch spüren, was man verdient hat. Und das ist mit Sicherheit kein selbstgewähltes Leid.
So wie ich mir bestimmte Situationen/Partner/Freunde/Jobs etc. ausgesucht habe, so kann ich doch auch freiwillig wieder aussteigen.
Ständig rumzujammern und dann auch noch zu sagen "ich habe wohl nichts anderes als das verdient", stößt bei mir auf Unverständnis.
-
16.11.2014, 14:06
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Genau deshalb finde ich es gar nicht so verkehrt, genau hinzuschauen. Es gibt ja auch viele, die sich leichtfertig trennen, ohne sich der Chancen bewusst zu werden, an dieser Beziehung zu reifen. Gelangt man mit diesem Bewusstsein an den Punkt : das tut mir nicht mehr gut - dann ist es Zeit zu gehen. Aber völlig unreflektiert zu jammern, warum man nie die richtige Person findet, halte ich für wenig sinnvoll.
-
16.11.2014, 14:15Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Ich finde auch, "verdient" hört sich zu hart an. Das klingt, als hätte man sein eigenes negatives Schicksal sozusagen selbst rückwirkend verschuldet. Das ist ziemlich destruktiv.
Man muss sich schon sehr gut reflektieren können, um seine (überholten) Motivationen zu erkennen.
Ich denke, jeder war schon mal in der Situation darüber nachzudenken, dass z. B. der gewählte Beruf eigentlich nicht der ist, den man sich erträumt hat. Aber dann seinen sicheren Job hinzuwerfen und dem nachgehen, was die eigentliche Berufung ist, kann auch gründlich schiefgehen. Und dann stellt sich wieder die Frage, ob der Gedankengang, hinzuschmeißen, die richtige Korrektur war.
Ich glaube, mir würde es reichen, wenn ich überhaupt meine Motivationen erkenne und dann entscheide, ob ich nicht doch den ein oder anderen Kompromiss eingehe und Dinge, die ganz okay sind, so lasse, wie sie sind.
-
16.11.2014, 14:30Inaktiver User
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Das mag schon sein.
Dann stellen sich aber Fragen wie z.B., wie unglücklich sind diese Leute denn tatsächlich? Gibt es für diese Beziehungen wirklich noch Chancen. Oder ist es tatsächlich Zeit, seine Sachen zu packen und zu gehen?
Sowas spürt man doch, oder nicht?
Mir fällt da der Ausspruch ein: Man muss nicht unbedingt Shice fressen um festzustellen, dass Shice nicht schmeckt.
@Ofenkatze,
Du stehst vor der Entscheidung, ob Du Dich zu trennen sollst und bist total verunsichert, ob Du das Richtige tust, stimmts?
-
16.11.2014, 14:35
AW: Provokante These: jeder kriegt das, was er verdient.
Richtig. Ich bemängele derzeit meinen Partner ob seines Status und seiner körperlichen Präsenz. Das ist wahnsinnig oberflächlich und ich habe ihn doch genau SO auch kennengelernt! Also muss es ja mit mir selbst zu tun haben, und das ist für mich ein Grund, nicht einfach wegzurennen. Auch bei ihm bemerke ich einen gewissen Rückzug, der aus meiner Ablehnung resultiert.
Im Bekanntenkreis fallen mir viele Leute ein, die auch mit 40 noch keine längere Beziehung geführt haben. Sie sind allesamt attraktiv und intelligent. Wo liegt der Grund, frage ich mich. Es muss doch mit ihnen selbst zu tun haben.


Zitieren

