Ich fühle mich angesprochen, da der Post fast von mir sein könnte. Bin in einer ähnlichen Lage, obwohl ich schon mal einige Jahre mit einem Mann zusammengewohnt und Zukunftspläne geschmiedet habe (der war jedoch noch verheiratet- aber getrennt- und daher gab es immer eine noch natürliche Barriere der Bindung). Ich verstehe was du meinst, bin auch ein Einzelkämpfer und breche Freundschaften sehr schnell wieder ab, wenn es mir zu stressig wird oder ich mich eingeengt fühle oder mich beleidigt empfinde etc. Habe damit kein Problem. Mir fehlt auch eigentlich kein Partner zum Zusammenleben, dann aber wieder doch, wobei ich nicht weiß, ob er mir fehlt, weil es normal sein muss mit Anfang 30 eine feste Beziehung oder Ehe mit Kindern zu haben oder weil es mir wirklich fehlt. Auch ich habe Angst, später alleine dazustehen und etwas zu bereuen. Nur die Frage ist halt immer: Es gab genügend Männer, die eine feste Bindung mit einem wollten, man selbst wollte aber nicht und will dann die, wo es kompliziert ist. Bewusst oder unterbewusst? Freiwillig oder einfach Pech? Ich weiß es einfach nicht. Kennst du diese Gedanken?
Hast du dich denn schon mal richtiggehend auf die Suche begeben, also in SB´s oder sonst wo? Wie lernst du diese Herren kennen, die dich wollen? Und warum, mit welchem Motiv hast du damals die Therapie begonnen? Weil du nie eine richtige Beziehung hattest und dachtest, mit dir stimmt was nicht?
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Thema: Leben oder Träumen
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06.11.2014, 15:52
AW: Leben oder Träumen
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06.11.2014, 16:07
AW: Leben oder Träumen
@weiterweg: ja, die komplizierten Fälle, die ziehen mich auch an. Das habe ich, so hoffe ich aber mittlerweile gelöst für mich nach dem letzten Mann, in den ich sehr verknallt war und den ich mir so zu sagen dann auch erobert habe - dass es letztlich nicht geklappt hat, ist nicht schlimm, ich schätze ihn nach wie vor sehr und bin dankbar für die Erfahrung, habe auch viel daraus gelernt. Die große Sehnsucht, die vorher mein Leben bestimmt hat ist, momentan zumindest, nicht mehr da.
Die Männer kenne ich meist im Alltag kennen, Job oder man begegnet sich hin und wieder. Es sind nicht viele, aber hin und wieder ist doch jemand dabei, der mir gefällt, wo auch gegenseitige Sympathie da ist. Der Grund für meine Therapie ist etwas komplizierter, hat aber indirekt auch mit dem Thema zu tun, dass ich Beziehungen gleich welcher Art immer wieder abbreche. Vielleicht später mehr dazu, muss jetzt zur Arbeit...
Danke euch für euren InputQ
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06.11.2014, 22:01Inaktiver User
AW: Leben oder Träumen
Diese Sorge kenne ich sehr gut. Bin auch eher Eigenbrötlerin, wobei ich allerdings in einer langjährigen Partnerschaft lebe und auch (allerdings wenige) langjährige Freundschaften pflege.
Aber ich habe immer das Gefühl, menschliche Beziehungen "geben" mir nicht das, was sie anderen Menschen vielleicht geben. Habe z.B. sehr lange Zeit mit dem Eheleben gehadert (tue es manchmal immer noch) und dieses Verschmelzen zum "Wir", was für viele andere Menschen ein Ziel zu sein scheint, finde ich abschreckend, da kriege ich Beklemmungen. Und selbst bei lieben Menschen brauche ich ganz viel Auszeit zwischendurch.
Könnte jetzt ganz viel dazu schreiben, aber kurz gefasst hat es wohl u.a. etwas mit Abgrenzungsproblemen zu tun und auch mit dem Gefühl, dass ich immer eine Fassade aufrecht erhalten muss.
Oft habe ich auch dieses Gefühl, dass du beschreibst, dass eigentlich mein eigenbrötlerisches Leben besser ist, als die Erlebnisse mit realen Menschen.
Es schrieb jemand was von Bindungsangst. Habe das im Bezug auf mich schon öfter gedacht. An diesem Eigenbrötlertum hat sich übrigens auch trotz diverses Therapien nur marginal etwas verändert (obwohl ich in anderen Dingen durchaus Fortschritte gemacht habe).
Ich habe mal ein Interview mit einer Bindungsforscherin gelesen, die sagte, dass man vermutet, dass Menschen mit sehr negativen Bindungserfahrungen in der Kindheit irgendwelche Neuronen oder Vernetzungen im Gehirn fehlen, und dass das kaum wieder zu beheben sei.
Das klingt jetzt so negativ, aber andererseits denke ich inzwischen, dass man gewisse Dinge vielleicht auch akzeptieren muss. Es hat ja jeder sein Päckchen zu tragen.
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06.11.2014, 22:46
AW: Leben oder Träumen
So ist es. Ich bin bei weitem keine Psychologin, aber habe mich viel mit der schizoiden Persönlichkeit beschäftigt. Hier ist es ähnlich. Mein letzter Freund litt daran und ich habe es lange auf mich bezogen. Dabei konnte er nie wirkliche Nähe zulassen, hatte nie lange Beziehungen. Hatte Angst vor Vereinnahmung und Schwierigkeiten der Abgrenzung. Auch Sexualität war ein Problem.
Aber wie schaffst du es, in einer Ehe zu lesen, wenn ich fragen darf? Wohnt ihr zusammen, seht ihr euch täglich und hat dein Mann ein ähnliches Distanzbedürfnis wie du?
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07.11.2014, 19:58Inaktiver User
AW: Leben oder Träumen
Am Anfang war es nicht leicht, u.a. weil mein Mann (der übrigens eher ein Problem in die entgegengesetzte Richtung hat) und ich beide nicht besonders gut darin, waren, unsere Bedürfnisse zu erkennen und klar zu kommunizieren.
Das ist mit zunehmendem Altern besser geworden (haben sehr jung geheiratet), und wir beide haben Fortschritte gemacht, so dass wir jetzt gute Kompromisse finden können.
Wir leben zusammen, aber jeder hat seine Freiheiten. Ich bin glücklich in der Beziehung, und wenn ich mir so einige Ehen in meinem Umfeld angucke denke ich, dass wir ziemlich gut fahren.
Das meinte ich auch mit "jeder hat sein Päckchen zu tragen". Ich glaube, wenn man ein relativ reflektierter Mensch ist neigt man schnell dazu, Dinge als krankhaft zu sehen, die andere vielleicht an sich einfach verdrängen oder zwar erkennen, aber als gegeben akzeptieren ("so bin ich halt").
Allein in meiner Familie gibt es so viele Beispiele von Menschen, die bei näherer Betrachtung massive Probleme in ihren Beziehungen zu den Mitmenschen haben, selbst zum eigenen Partner oder zu ihren Kindern. Aber solange sie äußerlich ein normales Leben führen fallen sie halt nicht auf.
Da ist es doch besser, man erkennt seine Grenzen und schnappt sich nicht auf Gedeih und Verderb einen Mann, weil man es ja theoretisch irgendwann bereuen könnte, keine Partnerschaft zu haben.
Heißt natürlich nicht, dass man den Kopf in den Sand stecken sollte, ich denke, in einem gewissen Rahmen sind Fortschritte durchaus möglich, aber das muss von innen kommen.
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08.11.2014, 00:03
AW: Leben oder Träumen
Hallo Jenny,
das klingt für mich, als könntest du eine etwas spielerischere und experimentierfreudiger Einstellung vertragen. Ein Mann ist erst mal nicht eine Eintrittskarte ins "richtige Leben", ein Objekt, das dein Leben "ausfüllt", ein "ja/nein"-Schalter des Bereuens, sondern eine Person, die sich für dich interessiert. Wer er ist, wie er ist, was daraus werden kann, das kannst du nur ausprobieren. Wenn's nicht paßt, kannst du immer noch sagen, "das wird nichts mit uns". Die Bücher werden immer für dich da sein, und sie sind nicht eifersüchtig.Geändert von wildwusel (08.11.2014 um 15:22 Uhr) Grund: Tippfehler.
** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
** ansonsten niemand besonderes **
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08.11.2014, 15:13
AW: Leben oder Träumen
Ich kann mich nicht erinnern von einem Psychotherapeuten in mehr als 170 Sitzungen jemals zu etwas motiviert worden zu sein. Nicht mal die Verhaltenstherapeutin hat das gemacht.Es ist aber Sache des Therapeuten, die soweit zu motivieren, dass du dich den Ängsten stellst.
Meine Sitzungen und Themen und daraus folgende Handlungen beruhten allein auf meiner Motiation. Von außen aufgedrückte Motivation würde bei mir auch nicht lange halten.
Grüße
Luftpost
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08.11.2014, 15:47
AW: Leben oder Träumen
Nee, so simpel war das auch nicht gemeint.
Druck von aussen. Auf keinen Fall. Das kann ja nicht funktionieren.
Sondern gemeint ist, dass in dir selbst der Wunsch entsteht, die Motivation. Das kann der Therapeut auslösen. Bei mir war es so.
Jeder macht andere Erfahrungen in seiner Therapie.
Aber ein Therapeut der mich nicht motiviert, der keine Veränderungen anregen kann, den brauch ich nicht.The original Karla
est. 2006











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08.11.2014, 16:10
AW: Leben oder Träumen
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08.11.2014, 18:05
AW: Leben oder Träumen
Ich denke, da kommt es auf die Problematik und den Einzelfall an, auch auf die Therapieform.
Das wollte ich aber hier jetzt nicht schildern, inwiefern ich genau das erlebt habe, sorry Luftpost.The original Karla
est. 2006














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