Hallo zusammen,
ich hatte gestern ein Bewerbungsgespräch, das mich sehr runtergezogen hat.
Eigentlich hätte ich es vorher schon wissen müssen, dass der Laden (ziemlich "schnöselig" und überheblich) nicht zu mir passt aber da er der Marktführer ist und recht gute Konditionen bietet, wollte ich mir gerne einreden, dass es "doch ganz gut passen könnte"
Naja, ich hätte mal lieber auf meinen Bauch hören sollen, das Gespräch war ein ziemliches Desaster, der Gesprächspartner wollte mich von A bis Z eigentlich nur über meine jetzige Firma ausfragen (Wettbewerber) und hat ein Stressinterview par excellence mit mir abgezogen
In Bewerbungsgesprächen, in denen ich mich wohl fühle und in denen es eine wertschätzende, gerne auch fordernde aber freundliche Situation ist, habe ich kein Problem souverän aufzutreten aber gestern war ich irgendwann (zumindest gefühlt) nur noch ein Häuflein Elend und total verunsichert weil ich eigentlich ständig am "Darüber kann ich nicht reden" sagen war und auch sonst viele Dinge nur zögernd erklärt habe, weil die auch schon wieder ins Geschäftsmodell meiner Firma gingen ...
Irgendwann war ich dann so durch den Wind, dass ich einige Fachaufgaben (à la "wie schätzen sie den Marktanteil von Firma xy ein?" - es war keine Firma aus meinem Bereich) sicher völlig daneben beantwortet habe und mir jetzt vorkomme wie der letzte Idiot
Mir geht es gar nicht darum, dass ich die Stelle haben möchte, ich werde dort sowieso von meiner Seite aus die Bewerbung zurückziehen (mal davon abgesehen, dass sie mir sonst zu 99,9 %-iger Sicherheit auch selbst absagen würden), da ich mich dort total unwohl gefühlt habe ...
Mir geht es eher darum: wie geht Ihr mit so einer "Schlappe" um? Ich weiß, dass ich durchaus gut auftreten kann und in meinem Fachbereich auch gut bin ... Aber gestern kam ich mir so klein und dumm vor, dass ich die ganze Nacht und auch heute noch richtig Bauschmerzen vor Scham und Enttäuschung habeIch denke, ich hab mich richtig kräftig blamiert und einen der Gesprächspartner kannte ich sogar noch (früherer Kollege)
Vielen Dank und liebe Grüße vom
Wassernixlein
Antworten
Ergebnis 1 bis 10 von 21
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31.10.2014, 09:51
Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
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31.10.2014, 09:56
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Von aussen ist ja alles immer so schön einfach:
Du lässt dich von Leuten abwerten, die du nicht leiden kannst, die sich unmöglich benehmen?
Aufwacheeeeen!
Das ist alles nur Business-Getue.
Hat mit echtem Menschsein nix zu tun.
So, und nun mach einen Frisörtermin, kauf dir was schönes an Blumen und Büchern und schmeiss dich mit Wonne in dein wohl verdientes Wochenende.

LG KarlaThe original Karla
est. 2006











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31.10.2014, 09:57Inaktiver User
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Mach heute was, das du besonders gut kannst. Ruhig aus einem ganz anderen Bereich: Wenn du gut backen kannst, mach eine Torte. Wenn du sportlich bist, lauf eine lange Strecke in einer guten Zeit oder zerleg einen Gegner im Squashcourt. Irgendwas, das deinem Selbstbewusstsein einen kleinen Kick gibt.
Dann sind solche Schlappen, die einfach immer mal wieder vorkommen, schnell überwunden!
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31.10.2014, 09:58
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Mach einen Haken dran, die wollten kein faires Interview, die wollten dich aushorchen.
Krönchen zurechtruecken, und weitgehenLiebe Gruesse aus dem sonnigen Sueden
Youtas
Das Schönste an mir bin ich.
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31.10.2014, 09:58
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Mach dich nicht verrückt. Ich habe gerade dein Posting gelesen und finde du hast dich sehr tapfer geschlagen, schliesslich ging es scheinbar nicht darum dich einzustellen, sondern Dinge über deine jetzige Firma zu erfahren.....ziemlich dreckig finde ich. Du musst dich nicht schämen, sondern eher die Interviewer. Sie haben nichts über deine Firma erfahren können und du hast dich loyal gezeigt....gut gemacht!!!
Solltest du jemals nochmal in solch eine Lage kommen, solltest du allerdings vorher aufstehen und das Gespräch abbrechen. In solch einem Unternehmen wirst du ja wohl nicht arbeiten wollen.
Also Kopf hoch....wenigstens hast du keine Geheimnisse preis gegeben...manch andere hätte sich vielleicht überrumpeln lassen, alles ausgeplabbert und den Job doch nicht bekommen.
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31.10.2014, 11:12
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Ach, Ihr seid lieb, Eure Antworten haben mich schon wieder ein wenig aufgemuntert

Ihr habt recht, eigentlich war es eine Frechheit, was die dort abgezogen haben. Man kann ja mal ein, zwei allgemeine Fragen zur jetzigen Firma stellen aber es ging wirklich um interne, vertrauliche Informationen. Und das nicht nur einmal sondern permanent
.
Dem ehemaligen Kollegen war das Ganze glaube ich auch schon peinlich, er meinte auch einmal zum Geschäftsführer "Das kann sie doch jetzt wirklich nicht sagen"
Seine Antwort darauf war übrigens "Na, ich muss es doch wenigstens mal versuchen" 
Naja, ich ärgere mich trotzdem, dass ich nicht souveräner damit umgegangen bin und mich habe so kleinkriegen lassen
Ich fürchte halt, dass sich sowas in der Branche rumspricht ("Die war bei uns im Bewerbungsgespräch ja die letzte Pfeife").
Irgendwann war ich dann auch so "durch", dass ich gar nicht mehr klar denken konnte und bei den Fachfragen kein gutes Bild abgegeben habe.
Die Typen in diesem Unternehmen sind echte "Alphatiere", vorlaut, fordern und unverschämt. Und ich bin halt anders, kann durchaus auftauen und gut antworten, wenn ich mich wohlfühle, bin aber verunsichert, wenn ich so massiv angegangen werde. Wenigstens ist mir durch die Situation gestern noch mehr bewusst geworden, dass ich ein "anständiges" Umfeld brauche, nicht solche unverschämten Typen.
Gut, jetzt ist es passiert, ich werde jetzt mal die Krone richten
und mir ein schönes Wochenende gönnen
. Und am Montag schreibe ich denen eine Mail, dass ich nicht weiter an der Stelle interessiert bin.
Liebe Grüße und vielen Dank vom
Wassernixlein
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31.10.2014, 12:39
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Ich bin sicher, in so eine (Bewerbungs)Situation gerätst du kein zweites Mal. Es war ein Training. Verbuche es unter "Erfahrung".
Alles Gute für dich.
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31.10.2014, 12:59
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Warte ab, ob sie sich nochmal melden, wenn ja, dann schreibe darauf die Absage-Mail. Es kann auch sein, dass du sie beeindruckt hast, wer weiß, was denen im Kopf rumgeht.Gut, jetzt ist es passiert, ich werde jetzt mal die Krone richten und mir ein schönes Wochenende gönnen . Und am Montag schreibe ich denen eine Mail, dass ich nicht weiter an der Stelle interessiert bin.Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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31.10.2014, 12:59
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Warte ab, ob sie sich nochmal melden, wenn ja, dann schreibe darauf die Absage-Mail. Es kann auch sein, dass du sie beeindruckt hast, wer weiß, was denen im Kopf rumgeht.Gut, jetzt ist es passiert, ich werde jetzt mal die Krone richten und mir ein schönes Wochenende gönnen . Und am Montag schreibe ich denen eine Mail, dass ich nicht weiter an der Stelle interessiert bin.Ich bin eine Raupe und du ein Reh. Doch ich werd ein Schmetterling und du wirst Filet.
Die Sache mit dem streiten ist die, wenn man etwas zurückhält, arbeitet es auf lange Sicht gegen euch (Dalai Lama)
Wenn du jemand anderem vergibst, dann tust du dies deinetwegen, nicht weil der andere das verdient. (Doris Wolf, Psychotherapeutin)
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31.10.2014, 13:18Inaktiver User
AW: Wie sich aufrappeln nach "Schlappe"?
Ich würde denen auch nicht absagen. Das sollen sie bitte selber machen.
Wie ich mit einer solchen Situation umgehen würde, auch, um fürs nächste Mal gewappnet zu sein:
Ich spiele sowas im Kopf noch mal durch und überlege, an welchem Punkt ich aufgestanden und gegangen wäre, nach einem freundlichen Gruß. Man muss nicht jede bittere Situation bis zum Ende durchstehen. Und wer A sagt, muss noch lange nicht B sagen.
Wenn dein Bauchgefühl dir eh schon sagt, das wird nix: Was spricht denn in einer solchen Situation dagegen, das Gespräch zu unterbrechen und genau das zu sagen, was du empfunden hast: Ich glaube, das entfernt sich hier gerade von einem Bewerbungsgespräch, können wir bitte zum Thema zurückkommen? (Oder was ähnliches.)




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