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  1. Inaktiver User

    Emotionaler Kompetenzverlust

    Wenn hier Leute über ihre emotionalen Sorgen, Ängste, Befürchtungen oder über ihre Trauer, Antriebslosigkeit o.ä. schreiben, kommt sehr bald der Rat, sich professionell helfen zu lassen. Nicht, dass ich was Grundsätzliches gegen professionelle Hilfe hätte, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Leute es sich nicht mehr zutrauen, ihre emotionalen Probleme selber zu lösen. Man gibt die Verantwortung ab an Profis.

    Kann ich meine Ängste, Trauer, Impulse, etc. nicht mehr selber so in den Griff bekommen, dass sie meinen Alltag nicht beherrschen?

    Ich habe das Gefühl, eine emotionale Unmündigkeit greift immer weiter um sich.
    Die eigenen Ressourcen zur Lösung von Problemen werden nicht mehr angezapft, sondern man rettet sich mit Hilfe von Tabletten bis zum nächsten Profi-Termin, der oft in weiter Ferne liegt. Hinzu kommt, dass die Profis auch nur Menschen sind, oftmals ziemlich fehlbare, die auch nicht Gedanken lesen können, aber jeder geht irgendwie zur Therapie.

    Kann uns ein heißer Kakao und ein liebevolles Gespräch in Verbindung mit Achtsamkeit mit sich selbst nicht mehr helfen?

    Das ist mein Eindruck. Wie seht ihr das?

  2. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    ich nehme es auch wahr, aber eher nach eine weile, wenn die kommentare zu den problemen des TE im sande verlaufen, wenn also mehr "ja, aber" als "ja, danke" kommen. vielleicht fühlt man sich als kommentierender oder ratgeber dann auch am ende ... oder benötigt selbst eine art erfolgserlebnis in form eines "js, guter gedanke".

  3. gesperrt

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    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    ich muss nicht mit Schnupfen zum Arzt, aber wenn ich alleine und mit Hausmitteln den Husten auch nach vier Wochen nicht los bin, empfiehlt sich fachkundige Hilfe. ebenso wenn ich mit einem Problem überfordert bin und alleine nicht weiterkomme, so banal sich das für dich auch anhören mag. Es ist effizienter als sich weiterhin im Kreis zu drehen und die gleichen Fehler zu wiederholen.
    Für eine Tasse Kakao bin ich immer zu haben

  4. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    p.s. ich erlebe auch, dass freunde zunehmend überfordert sind und nicht genügend zeit oder geduld für jemanden mit einer trauer oder einer traurigkeit mitbringen. oft gibt es antworten wie "du, ich muss mich gerade ein wenig abgrenzen, das kann ich gar nicht gut".
    tja. ein "professioneller" muss aber zuhören.

  5. gesperrt

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    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Mich erinnert diese Abwehrhaltung gegen therapeutische Unterstützung an Unverständnis und Fassungslosigkeit einer Mitschülerin und ihrer Mutter (einfache Leute vom Dorf Mitte der 60-er Jahre), als sich die Frau ihres Bruders vor der Geburt ihres ersten Kindes vom Gyn durchchecken ließ: "Die ist doch nur schwanger!"

  6. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wenn hier Leute über ihre emotionalen Sorgen, Ängste, Befürchtungen oder über ihre Trauer, Antriebslosigkeit o.ä. schreiben, kommt sehr bald der Rat, sich professionell helfen zu lassen. Nicht, dass ich was Grundsätzliches gegen professionelle Hilfe hätte, aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Leute es sich nicht mehr zutrauen, ihre emotionalen Probleme selber zu lösen. Man gibt die Verantwortung ab an Profis.

    Kann ich meine Ängste, Trauer, Impulse, etc. nicht mehr selber so in den Griff bekommen, dass sie meinen Alltag nicht beherrschen?

    Ich habe das Gefühl, eine emotionale Unmündigkeit greift immer weiter um sich.
    Die eigenen Ressourcen zur Lösung von Problemen werden nicht mehr angezapft, sondern man rettet sich mit Hilfe von Tabletten bis zum nächsten Profi-Termin, der oft in weiter Ferne liegt. Hinzu kommt, dass die Profis auch nur Menschen sind, oftmals ziemlich fehlbare, die auch nicht Gedanken lesen können, aber jeder geht irgendwie zur Therapie.

    Kann uns ein heißer Kakao und ein liebevolles Gespräch in Verbindung mit Achtsamkeit mit sich selbst nicht mehr helfen?

    Das ist mein Eindruck. Wie seht ihr das?
    Offensichtlich fehlt es einigen Leuten im RL eben an Kontakten, solche Dinge zu besprechen. Das ist bedauerlich, aber vermutlich durch unsere gesellschaftliche Entwicklung bedingt: Stichworte Singularisierung, Verdichtung der Arbeitswelt. Durch sich ständig verändernde soziale Bezüge ist es schwer bestimmte Dinge zu erlernen oder zu üben. Es besteht aber sicherlich in manchen Bereichen genau dieser Übungsbedarf. Dazu braucht es ein Gegenüber, wie du ja selber schreibst. Fehlt das durch die oben genannten Bedingungen, wird es schwierig.
    Ich sehe das so, dass ein Forum diese von dir benannte liebevolle Gespräch nur bedingt leisten kann. Worauf kann dann noch verwiesen werden? Sieh zu, dass du klar kommst? Was ich persönlich wichtig finde, und worauf hier im Forum ja auch immer hingewiesen wird, ist die Eigenverantwortung und die Deutung/Wertung bestimmter Aspekte. Und ja, wenn jemand mit Problemen nicht klar kommt, kann professionelle Betreuung helfen. Übrigens Probleme, die früher oft "unter den Teppich" gekehrt wurden und sich so über weite Strecken des Lebens negativ auswirken konnten.
    Ich glaube nicht, dass das Aufsuchen eines Profis ein Abgeben der Verantwortung darstellt. Eher im Gegenteil: Das bedeutet nämlich den Wunsch nach Lösung und die aktive Arbeit an den eigenen Problemen.
    Mein 5 cents.

  7. gesperrt

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    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Bei manchen hab ich das Gefühl die fühlen sich "schick" wenn sie sagen sie gehen 1x die Woche zum Psychologen und bei niemanden hab ich je feststellen können,daß sowas hilft. Im Gegenteil. Dazu gibts genug welche massiv abblocken wenn der Psychologe mal wirklich ans "Eingemachte" geht und dabei zu helfen versucht die Dinge aufzuräumen.
    Ich denke diese "Inkompetenz" Probleme alleine nicht lösen zu können liegt daran,daß die klassische Familie/Sippe es eigentlich gar nicht mehr,ich meine richtig Familie mit 3,4 Generationen aufeinander,aber genau dort lernt man ja wie man die Dinge löst, wie man mit auftauchenden Schwierigkeiten umzugehen hat und ganz wichtig:Zusammenhalt.
    Gigaset1959

  8. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    kommt dir das so vor, gigaset? och, mir bislang nicht. aber in meiner genration gehört es auch noch nicht zum guten ton, seinen psychologen zu haben.

  9. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Gigaset1959 Beitrag anzeigen
    Bei manchen hab ich das Gefühl die fühlen sich "schick" wenn sie sagen sie gehen 1x die Woche zum Psychologen
    Gigaset, das mag in bestimmten Kreisen so sein. Sag doch einfach mal öffentlich, dass du eine psychische Erkrankung hast und verfolge die Reaktionen deiner Umwelt. Das ist alles andere als komisch.

  10. User Info Menu

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Offensichtlich fehlt es einigen Leuten im RL eben an Kontakten, solche Dinge zu besprechen. Das ist bedauerlich, aber vermutlich durch unsere gesellschaftliche Entwicklung bedingt: Stichworte Singularisierung, Verdichtung der Arbeitswelt. Durch sich ständig verändernde soziale Bezüge ist es schwer bestimmte Dinge zu erlernen oder zu üben. Es besteht aber sicherlich in manchen Bereichen genau dieser Übungsbedarf. Dazu braucht es ein Gegenüber, wie du ja selber schreibst. Fehlt das durch die oben genannten Bedingungen, wird es schwierig.
    Ich nehme das auch als gesellschaftliches Problem wahr, so ähnlich, wie du es hier beschreibst.

    Es ist gerade zu verschrien, seine Emotionen zu zeigen im Alltag, vor allem in der Arbeitswelt. Alles soll sachlich abgehandelt werden. Das führt zu Konflikten, die sich gar nicht mehr lösen lassen.

    Ich denke, dass man therapeutische Hilfe benötigt, wenn man gar nicht mehr selber rausfindet, sondern in Depressionen verfällt und es einem permanent schlecht geht, also auch der Lebensmut flöten geht. Da ich selber schon davon betroffen war, weiß ich, wie wichtig und wertvoll dieses Hilfsangebot ist. Ich bin sehr dankbar dafür, dass es heute derartige Möglichkeiten gibt. Also psychosomatische Einrichtungen z.B.

    Kluge Mediziner haben das durchsetzen können. Und es hilft meiner Meinung nach mehr, als z.B. Behandlungen und Medikamente gegen irgendwelche Schmerzen, deren Ursachen man nicht ergründet.
    Nur die Ruhe ist die Quelle jeder großen Kraft.

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