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  1. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich weiß nicht ... ich habe die erfahrung, dass freunde eigentlich recht bald überfordert oder überanstrengt sind, so ist es wohl weniger die bezahlung als die zeit. ein therapeut jedenfalls hat den job, einem 50 minuten am stück aufmerksamkeit zu schenken. das ist viel!
    Ja, das meinte ich.
    Trost und Rat zu erbitten, fordert schon ein wenig heraus und wenn es nur irgendwann die Gegenleistung ist.
    Ihn zu bezahlen und so auch zu bekommen, ist einfacher.

  2. gesperrt

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    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Interessant finde ich Haltung einiger Betroffener, die einem "Fremden" mehr Kompetenz zutrauen, als sich selbst oder ihm Nahestehender.
    Ja, das erlebe z.Zt. auch. Das ein trauernder Menschen mir (bezahlter Helfer) sein Leid erzählt und sagt das er seinen nächsten Angehörigen damit nicht belasten kann, da dieser ja genauso trauert wie er selber.

    Grüße
    Luftpost

  3. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Mir wäre es z.B. immer am liebsten, wenn ich Freunde oder Bekannte um Hilfe bitten könnte. Zu einem Arzt oder Therapeuten zu gehen, da ist die Hemmschwelle. Ich weiss noch als unser Kinderarzt wegen der Neurodermitis unseres Kindes empfahl einen Psychologen aufzusuchen, weil dieser Methoden kenne gegen den Juckreiz. Unser Kind war zwei Jahre alt und sprach noch wenig. Der Psychologe konnte also wenig mit ihr anfangen, wollte dann aber mich, die Mutter therapieren. Da war ich so beleidigt, weil ich diesem fremden Menschen gar nichts über mich erzählen wollte, ich wollte ihn gar nicht ins Vertrauen ziehen.Ich habe ihm dann geschrieben, wenn er mein Freund wäre, wenn er mit mir Kaffee trinken würde, spazieren gehen, dann könnte ich mit ihm sprechen. Er hat das ganze falsch aufgefaßt, schrieb zurück von seinen Kindern und Frau etc, begriff nicht, was ich ihm gesagt hatte. So war die psychologische Beratung beendet. Und es wurde deutlich wie sehr man aneinander vorbeireden kann, wenn`s schriftlich wird.

  4. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ich weiß nicht ... ich habe die erfahrung, dass freunde eigentlich recht bald überfordert oder überanstrengt sind, so ist es wohl weniger die bezahlung als die zeit. ein therapeut jedenfalls hat den job, einem 50 minuten am stück aufmerksamkeit zu schenken. das ist viel!
    Interessanter Aspekt! Wer also Freunde hat, die öfter mal einen ganzen Abend zuhören, kann eine Delle, die ihm das Leben haut, "so" überwinden. Wer die Freunde nicht hat, ist auf fachliche Hilfe angewiesen. Und es geht nicht um waswasichwas für Techniken, sondern um kluges, nicht wertendes Zuhören.

  5. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Ja, das erlebe z.Zt. auch. Das ein trauernder Menschen mir (bezahlter Helfer) sein Leid erzählt und sagt das er seinen nächsten Angehörigen damit nicht belasten kann, da dieser ja genauso trauert wie er selber.
    Wie kann er das wissen? Ich denke, jeder trauert anders.
    Und kann man sich da nicht gegenseitige Stütze sein?
    Ich habe manchmal den Eindruck, dass gerade trauernde Menschen gern abgegeben werden. Die Konfrontation mit dem Tod löst Beklemmungen aus und macht vielen Angst.
    Ich sehe darin eine gewisse soziale Kälte, bloß keine Tränen, weil das betroffen macht.

  6. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich stimme Francesca zu.

    Früher war eine psychische Erkrankung ein Stigma, etwas, was man bloß nicht nach außen kommunizieren durfte. Und oft auch ein Familiengeheimnis, über dass man nur hinter vorgehaltener Hand reden konnte.

    Heute hat der Gang zum Therapeuten eine hohe soziale Akzeptanz.

    Man sollte schon bedenken, dass man mit einem Therapeuten eine Instanz in das eigene Leben lässt, die dann auch Einfluss hat. Es scheint vielen Menschen offenbar nichts auszumachen, einem Therapeuten diese Position zuzugestehen.

    Insofern ist die Hemmschwelle für den eigenen emotionalen Kompetenzerhalt bzw. Verlust heute viel niedriger als früher.
    Ich kann mich deinem "früher" nicht anschließen. Nach Depression und Klinik - naja, nach Klinik, aber noch _in_ Depression, aber nicht mehr so übel wie "vorher" - bin ich gerade dabei, als "Nichtmehrernstzunehmende", "Nichtmehrbelastbare" oder - bei einfacheren Gemütern - als "ballaballa" aus meinen politischen und gesellschaftlichen Zusammenhängen gemobbt zu werden.

    "Hohe soziale Akzeptanz" sieht da anders aus als die Vernichtung eine sozialen und politischen Existenz.

  7. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessanter Aspekt! Wer also Freunde hat, die öfter mal einen ganzen Abend zuhören, kann eine Delle, die ihm das Leben haut, "so" überwinden. Wer die Freunde nicht hat, ist auf fachliche Hilfe angewiesen. Und es geht nicht um waswasichwas für Techniken, sondern um kluges, nicht wertendes Zuhören.
    würde ich so sehen.

    Obwohl Psychologen natürlich wertvolle Arbeit leisten. Alles würde ich sicherlich auch nicht unbedingt mit Freunden besprechen wollen. Wenn man wirklich Hilfe braucht, die über das "normale" hinausgehen, dann ist der Gang zum Psychologen unumgänglich. Ich habe da sehr gute Erfahrungen gemacht.

  8. gesperrt

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    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Interessanter Aspekt! Wer also Freunde hat, die öfter mal einen ganzen Abend zuhören, kann eine Delle, die ihm das Leben haut, "so" überwinden. Wer die Freunde nicht hat, ist auf fachliche Hilfe angewiesen.
    Oder wer Freunde und Angehörige nicht belasten will, JA.

    Und es geht nicht um waswasichwas für Techniken, sondern um kluges, nicht wertendes Zuhören.
    Ich beziehe durchaus Stellung zum gesagten, teile z.B. meine Erfahrungen zum Thema mit.

    Grüße
    Luftpost
    Geändert von Luftpost (26.10.2014 um 20:06 Uhr) Grund: Denkfehler

  9. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und es geht nicht um waswasichwas für Techniken, sondern um kluges, nicht wertendes Zuhören.
    ja! wichtig ist mMn empathie, gutes zuhören, nachfragen. allerdings ist durchaus ein "erlerntes" verhalten und erlernte methoden. und je nach patient wird vermutlich auch unterschiedlich agiert oder reagiert.
    ziel ist auf jeden fall, dass man selbst wieder auf die beine und wieder besser durchs leben kommt. vielleicht lernt man in therapien so viel über sich, dass man einen nächsten schicksalsschlag besser bearbeiten kann.

  10. Inaktiver User

    AW: Emotionaler Kompetenzverlust

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Ja, das erlebe z.Zt. auch. Das ein trauernder Menschen mir (bezahlter Helfer) sein Leid erzählt und sagt das er seinen nächsten Angehörigen damit nicht belasten kann, da dieser ja genauso trauert wie er selber.

    Grüße
    Luftpost
    Hm. Ist nicht geteiltes Leid halbes Leid?
    Wird da nicht eine ganz, ganz wichtige Ressource, die allen helfen könnte, aus falscher Rücksicht ausgeschlagen?

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