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  1. Moderation

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    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    unter fremdbestimmt verstehe ich persönlich nicht unbedingt etwas, was ich tue und falsch oder verwerflich ist. Unter Fremdbestimmt meine ich, dass ich jetzt z. B. als Beispiel: Ich möchte den Job wechseln. Aber viele quasseln rein
    Unter "Fremdbestimmt" verstehe ich, wenn mein Chef findet, der Kunde will, daß wir Formen spammen und sagt mir "mach" und ich habe keine genügend gute Möglichkeit, ihm zu sagen, "vergiß es". Wenn dagegen nur ein Kollege rumjankert, wozu diese aufwendige Werbekampangen, wenn man doch einfach Foren spammen könnte... naja, dann jankert der halt.

    Ich habe dann natürlich Hypothesen, warum er jankert, und die meisten fallen nicht sehr freundlich für ihn aus. Wenn jetzt 80% der Kollegen sagen, Foren zu spammen sei doch eine exzellente Idee, dann sind die Hypothesen a) ich bin in einem Nest von amoralischen digitalen Analphabeten gelandet, oder b) die Idee hat vielleicht doch was für sich. Dann geh ich kurz in mich, sammele mein Weltwissen, und stelle fest, daß Hypothese b) nichts taugt.

    Mal von unterhaltsamen Beispielen weg: Die Gründe, daß Leute eine bestimmte Meinung haben (und sich bemüßigt fühlen, sie auszudrücken) hat erst mal mehr mit ihnen als mit dir zu tun. Wenn du nachvollziehen kannst, wo sie Leute und ihre Meinungen herkommen, ist es viel leichter, zu bewerten, ob ihre Einschätzung der Situation für dich brauchbare Information enthält, oder nicht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also es müssen sagen wir mal 80 % von meinem "Dunstkreis" mir zustimmen und es gut heißen, dann trau ich mich, sonst eher nicht und das ist doch nicht normal oder? :-(
    Experimente haben ergeben, daß jeder an seiner Einschätzung und Wahrnehmung zweifelt, wenn alle anderen anderer Meinung sind. Wenn du einer Gruppe von Leuten, von denen alle bis auf einen eingeweiht sind, ein rotes Auto zeigst, sie anschließend (wenn das Auto weg ist) fragst, "welche Farbe hatte das Auto" und alle Eingeweihten schwören Stein und Bein, es war grün, dann ändert meist auch der Proband zumindest seine Aussage (wenn auch vielleicht nicht seine Meinung). So gesehen: In Übereinstimmung mit der Umgebung sein zu wollen, ist komplett normal. Man zieht einen Nutzen daraus, sich mit anderen einig zu sein. Man sollte nur gelegentlich hinterfragen, ob sich das noch lohnt.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und das eben an einem abprallen lassen und trotzdem das machen was man möchte, natürlich sofern man niemanden schadet.
    Guck doch mal, in welchen Situationen es dich am meisten nervt, daß du nicht den Mut hast zu tun, was du möchstest. Pick dir eine raus, wo es *ganz* besonders nervt, und die legst du einfach niemandem mehr zur Bewertung vor. Du willst den Job wechseln? Wechsel den Job. Du brauchst niemanden davon zu überzeugen, daß das eine gute Idee ist, außer den Personaler beim Bewerbungsgespräch.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    - Ich kann leben so wie ich möchte, sei es in einer winzigen Wohnung oder in einem Schloss
    - Ich kann im Jahr 100 Mal den Job wechseln



    - Ich kann auch mal meine Meinung sagen, ohne mich dabei schlecht zu fühlen
    - Ich kann auch zugeben, wenn ich verletzt, wütend, enttäuscht bin
    - Ich kann Bekannte und Freunde "aussortieren" und selber entscheiden, wer mir gut tut (Bedeutet nicht, dass ich nur eine Sonnenscheinfreundin" bin
    - Ich kann dazu stehen, dass ich auch mal Fehler mache und falsche Entscheidungen treffe ohne dann gleich beim Spruch: Ich hab es Dir ja gleich gesagt, einknicke und mich wieder schlecht fühle
    Hallo Anna,

    dazu möchte ich gerne noch was sagen.

    Die ersten beiden Punkte versteh ich nicht. Das hat für mich auch nix mit Selbstbestimmt zu tun, sondern eher mit Glück und den "Weichen", die man irgendwann mal im Leben (hoffentlich "selbstbestimmt") gestellt hat.
    Dann reden aber fast immer bei der Berufswahl die Eltern rein: "das Kind" solle kein freischaffender Künstler, sondern was handfestes" werden.
    Dabei kann man sich dann fragen, - wie bei allem, wo andere Leute was zu sagen - war das gut, war das schlecht? Wohin hat mich die damalige Entscheidung gebracht?
    Gerade rückblickend erscheint einem die ein oder andere "Hinschubserei" manchmal gar nicht mehr so verkehrt.
    Und wenn es gar nicht geht: na dann, in die Hände gespuckt und das, was geschehen, ändern!

    Bei den anderen Punkten kann ich dir 100% zustimmen, bzw. genau DAS sind Punkte, die ich für mich als selbstbestimmt ansehen würde. Genauso lebe ich auch und muss trotzdem immer noch üben. Das ist aber nicht schlecht.
    Sag es dir einfach immer wieder und so pö a pö wirste schon sehen, wie der "Muskel" wächst.
    Ich kann nicht alles erleben, aber ich kann [in einem gewissen Rahmen] leben, wie ich will.

  3. gesperrt

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    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist auch wie Promethea schrieb, ich soll authentisch sein. Aber was ist dann, wenn mich sagen wir von 80 % der Menschen nicht gemocht werde?

    Und das ist eben mal wieder das Problem, wie kann ich das lernen, damit umgehen, dass mir das nicht mehr so wichtig ist, was andere von mir halten und ich mich trotzdem gut finden kann?
    einfache Übung: Tief Luft holen, Atem anhalten und dir dreimal sagen, dass es egal ist, was andere von dir denken und halten. Wichtig ist nur dein Gefühl.

    Auf den Satz "Ich hätte das aber anders gemacht" gibt es die Antwort:
    "Ich bin nicht du"
    oder "Dann mach doch mal"
    Meistens ist nach dem zweiten Satz Ruhe.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was mich von Euch mal interessieren würde, was versteht ihr unter einem selbstbestimmten Leben? Mein persönlicher Eindruck ist, dass ich davon auch noch ziemlich weit weg bin.
    Was ich persönlich darunter verstehe:

    - Ich kann leben so wie ich möchte, sei es in einer winzigen Wohnung oder in einem Schloss
    - Ich kann im Jahr 100 Mal den Job wechseln
    - Ich kann auch mal meine Meinung sagen, ohne mich dabei schlecht zu fühlen
    - Ich kann auch zugeben, wenn ich verletzt, wütend, enttäuscht bin
    - Ich kann Bekannte und Freunde "aussortieren" und selber entscheiden, wer mir gut tut (Bedeutet nicht, dass ich nur eine Sonnenscheinfreundin" bin
    - Ich kann dazu stehen, dass ich auch mal Fehler mache und falsche Entscheidungen treffe ohne dann gleich beim Spruch: Ich hab es Dir ja gleich gesagt, einknicke und mich wieder schlecht fühle

    Denkt ihr da ähnlich?
    Ja, genau so.

    Und: Es ist mir egal, ob Leute sich darüber aufregen, wenn ich jeden Samstag nackt den Rasen im Vorgarten mähe.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Unter Fremdbestimmt meine ich, dass ich jetzt z. B. als Beispiel: Ich möchte den Job wechseln. Aber viele quasseln rein und geben gute Ratschläge, warum die Sicherheit doch besser ist oder geben vielleicht komische Bemerkungen ab a la Dir passt es doch nirgends oder das ist ja schon Jobhopping usw...
    So eine Entscheidung fällst du bitte selber. Unterstützen dürfen dich zwei, drei gute Freunde, die vor allem die Fragen beantworten sollen:
    Verdienst du mehr Geld?
    Was gefällt dir am neuen Job so gut?
    Hast du Aufstiegsmöglichkeiten?
    Ist der Arbeitsplatz näher zur Wohnung?
    Darfst du endlich die Auslandsreisen machen, die du dir immer gewünscht hast?
    Falls du die Probezeit nicht überstehst, hast du einen Plan B?


    Eine Sicherheit brauchst du tatsächlich in deinem Leben: nämlich dass dein Verdienst dir ein "normales" Leben ermöglicht. Darunter verstehe ich, dass du einen warmen Platz zum Schlafen hast, dass du im Krankheitsfall medizinisch versorgt wirst, dass du genügend zu essen hast, dass du genügend anzuziehen hast, dass du dir Luxus wie eine tägliche Dusche und ein Buch leisten kannst. Wenn du unbedingt in einem Schloss wohnen möchtest, dann brauchst du monatlich etwas mehr als 2,50 Euro. Wenn dir eine süße 40qm 1,5-Zimmer-Wohnung mitten in der Stadt mit einem einzigartigen Dachgarten reicht, dann brauchst du 1,50 Euro. Wichtig ist, dass du dich mit deiner Entscheidung wohlfühlst.
    Geändert von chryseis (29.10.2014 um 09:46 Uhr)

  4. Inaktiver User

    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Vielen Dank Ihr Lieben nochmal für die Antworten.
    Auch für die tollen letzten Beiträge von Susisa und Chryeis.

    Das mit dem Schloss war nur ein überspitztes Beispiel. Klar sollten da gewissen Voraussetzungen gegeben sein ;-) Das Gleiche gilt für den Job.
    Ich meinte das eben im übertragenene Sinn. Also, wenn es möglich wäre und ich das könnte und möchte, dass ich das dann selber entscheiden könnte. Andersrum könnte ich ja auch sagen, ich geh "nur" zum Putzen, obwohl ich Akademikerin bin. Frei nach dem Motto Leben und Leben lassen.

    Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen, leider habe ich ihn jetzt nicht mehr gefunden.
    Da stand ungefähr folgendes drin:
    Von klein auf bekommen wir von den Eltern/Umgebung gewisse Regeln und Dinge mit, also wenn Du lieb bist oder dies oder jenes tust, bekommst Du die Beachtung und Anerkennung deiner Umwelt.
    Und da eben dann drüber zu stehen oder sich nicht in Frage zustellen, wenn man sich quasi an die Regeln hält, aber trotzdem abgelehnt oder unbeliebt ist, damit tue ich mich mehr als schwer.

    Hoffe das war jetzt nicht zu wirr

  5. Inaktiver User

    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Ich habe kürzlich einen Artikel gelesen, leider habe ich ihn jetzt nicht mehr gefunden.
    Da stand ungefähr folgendes drin:
    Von klein auf bekommen wir von den Eltern/Umgebung gewisse Regeln und Dinge mit, also wenn Du lieb bist oder dies oder jenes tust, bekommst Du die Beachtung und Anerkennung deiner Umwelt.
    Und da eben dann drüber zu stehen oder sich nicht in Frage zustellen, wenn man sich quasi an die Regeln hält, aber trotzdem abgelehnt oder unbeliebt ist, damit tue ich mich mehr als schwer.

    Hoffe das war jetzt nicht zu wirr
    Liebe Annaana1!

    Mach' Dir klar, dass Du Dich in Deiner Kindheit an die Regeln und Erwartungen Deiner Eltern angepasst hast, um Aufmerksamkeit und Zuneigung zu bekommen. Das waren aber deren Maßstäbe und nicht Deine. Meistens leben wir eine ganze Weile so weiter oder machen das völlige Gegenteil von dem was wir zu Hause kennengelernt haben, wenn wir uns auf eigene Füße stellen.
    Irgendwann aber kommt der Punkt, wo man sich selber fragt. Was ist denn mein eigener Maßstab?

    Mach' Dir klar, dass jeder Mensch andere Erwartungen hat. Es ist schier unmöglich allen Erwartungen zu entsprechen. Wenn Du das tun würdest, würdest Du Dich ja jedesmal wie ein Fähnchen im Wind drehen. Ganz krass würde es dann werden, wenn Du beispielsweise 10 Personen auf einmal um Dich rum hättest, die alle gleichzeitig eine andere Erwartung haben. Ich denke einfach mal an eine Familienfeier an Weihnachten bei Dir zu Hause. Mit der eigenen Familie was unter einen Hut zu bekommen, kriegt man ja noch gut hin...wahrscheinlich hat man Weihnachtsfeiern ja jahrelang gemeinsam gefeiert und gewisse Traditionen entwickelt. Tja und dann kommt die Schwiegerfamilie mit ihren ganz eigenen Traditionen dazu...Und dann?
    Stellst Du Dich den ganzen Abend in Frage, weil Du nicht in der Lage bist allen Erwartungen zu entsprechen?

    Oder gestaltest Du die Feier so wie Du Dir das vorstellst?

    Das jetzt nur mal so als Beispiel, damit Du erkennst, dass Du niemals allen Erwartungen entsprechen kannst. Verabschiede Dich von diesem Gedanken und höre auf Dich selbst.

    LG BlackCreek

  6. Moderation

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    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und da eben dann drüber zu stehen oder sich nicht in Frage zustellen, wenn man sich quasi an die Regeln hält, aber trotzdem abgelehnt oder unbeliebt ist, damit tue ich mich mehr als schwer.
    Das ist schwer, aber wenn man's nicht tut, wird's nicht getan.
    Und wenn man es tut, wird es leichter.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

  7. Inaktiver User

    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Stellst Du Dich den ganzen Abend in Frage, weil Du nicht in der Lage bist allen Erwartungen zu entsprechen?

    Oder gestaltest Du die Feier so wie Du Dir das vorstellst?

    Das jetzt nur mal so als Beispiel, damit Du erkennst, dass Du niemals allen Erwartungen entsprechen kannst. Verabschiede Dich von diesem Gedanken und höre auf Dich selbst.

    LG BlackCreek
    Hallo Black Creek,

    vermutlich würde ich versuchen es so gut es geht allen Recht zu machen und ja teilweise würde ich mich mit Sicherheit in Frage stellen, wenn nicht das "dementsprechende" Feedback kommt :-(

  8. Inaktiver User

    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von wildwusel Beitrag anzeigen
    Das ist schwer, aber wenn man's nicht tut, wird's nicht getan.
    Und wenn man es tut, wird es leichter.
    Genau das möchte ich probieren und endlich damit anfangen!!

  9. Inaktiver User

    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Ich weiß nicht, ob ihr auch so Menschen kennt, denen im wahrsten Sinne des Wortes die Sonne aus dem H.... scheint.

    Ich bin da muss ich gestehen, regelrecht neidisch, obwohl ich die Person auch mag. Z. B. in der Arbeit haben wir so eine Kollegin. Ich mag sie wirklich gerne, sie hat eine tolle lustige und warmherzige Art. Dementsprechend kommt sie natürlich gut an.
    Leider bin ich da anders oder einfach etwas zurückhaltender, dementsprechend ist es natürlich auch klar, dass ich da deutlich weniger beliebt bin. Und das macht mir eben zu schaffen, das auszuhalten

    Haltet ihr Euch für beliebt? Hört sich jetzt sehr kindsich an die Fragestellung - ich weiß. Aber falls ja, warum und falls nein, an was macht ihr das fest? Wärt ihr gern beliebter?

    Komischerweise bin ich im Privaten Kreis gefühlt relativ beliebt und ich merke, dass Menschen gerne Zeit mit mir verbringen.
    Bekam auch schon von zufällig kennen gelernten Menschen das Kompliment, dass ich ein wunderbarer Mensch wäre. Möchte jetzt nicht eingebildet klingen, wirklich nicht.
    Deswegen frage ich mich oft, warum ich diese "Anerkennung" nicht im beruflichen Kontext bekomme?

    Eure Anna

  10. Moderation

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    AW: Dickeres Fell, Erwartungen

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Haltet ihr Euch für beliebt? Hört sich jetzt sehr kindsich an die Fragestellung - ich weiß. Aber falls ja, warum und falls nein, an was macht ihr das fest? Wärt ihr gern beliebter?
    Nein. Ich bin sonderbar und neurotisch, weiß alles besser und habe wenig Geduld.
    Ja. Ich bin clever und kann gut reden und mache viele interessante Sachen.
    Egal. Ich werde tendenziell respektiert, weil das das ist, was Erwachsene untereinander tun.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Komischerweise bin ich im Privaten Kreis gefühlt relativ beliebt und ich merke, dass Menschen gerne Zeit mit mir verbringen.
    Klar. Freunde sucht man sich aus und umgekehrt. Kollgen und Familie kriegt man vorgesetzt.
    ** Moderatorin im Sparforum, und in "Fit und Sportlich"**
    ** ansonsten niemand besonderes **

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