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  1. Inaktiver User

    Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Liebe Community,

    ich habe hin und her überlegt, ob ich diesen Beitrag verfassen soll und mich nun dafür entschieden. Vielleicht finde ich hier die netten Worte oder den "Tritt in den Hintern", den ich brauche...

    Mein Problem ist, dass ich mir seit einiger Zeit selbst sehr Leid tue und mich in einem Teufelskreis befinde aus Selbstmitleid und völliger Antriebslosigkeit... Ich habe das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen mich verschworen und alles läuft nur noch schief. Zunächst war da der unerfüllte Kinderwunsch, der mich seit nun fast zwei Jahren psychisch stark belastet. Dann habe ich wegen Burnout meinen Job gekündigt, auch in der Hoffnung durch diese "Entlastung" bald schwanger zu werden. Hat natürlich nicht geklappt. Stattdessen bin ich jetzt seit einigen Monaten arbeitslos und habe auch noch nicht ganz unerhebliche gesundheitliche Beschwerden dazubekommen.
    Ich lebe in einer stabilen Beziehung, aber auch bei meinem Mann läuft gesundheitlich und jobtechnisch schief, was nur schief laufen kann. Und wir haben mittlerweile beide keine Kraft mehr. Wir warten so sehnlichst auf ein paar positive Veränderungen, sei es Genesung, berufliche Zufriedenheit oder das lang ersehnte Wunschkind. Oder einfach mal ein paar Wochen ohne neue Probleme. Aber nichts tut sich.

    Ich bin seit zwei Monaten in psychotherapeutischer Behandlung (u.a. wegen Selbstwertproblemen), die mir bisher aber noch nicht weiterhilft. Ich versinke weiter und weiter im Selbstmitleid, dazwischen ist mal ein lichter Moment wo ich mir was gutes tue und dann wird es doch wieder dunkel. Ich hasse mich für meine Lethargie, dass ich zu kraftlos bin um mich selbst aus dem Loch zu ziehen, dafür dass ich mich runterziehen lasse, dass ich Freundinnen dafür hasse, dass sie in Nullkommanix ganz selbstverständlich schwanger werden und nicht die leiseste Ahnung davon haben, was wir durchmachen.

    Wie gesagt, ich versuche es mit Psychotherapie, Akupunktur (hilft dann für 3-4 Tage), Schüssler Salzen und chinesischen Kräutern, guten Gesprächen. Sport und Yoga würde ich gerne deutlich intensiver machen, aber da steht mir die gesundheitliche Situation gerade arg im Weg.
    Ich habe eigentlich ein total tolles Netz an Freunden etc. um mich, die mich auffangen. Aber ich will mich am liebsten nur noch einigeln und erst herausschauen, wenn jemand anders meine Probleme gelöst hat. So ein Schwachsinn! Ich hätte jetzt so viel Zeit, Dinge zu tun, um die ich mich immer kümmern wollte und kriege doch den Hintern nicht hoch. Ich bewundere Frauen, die ihr Schicksal annehmen und immer versuchen das beste aus der Situation zu machen. Und fühle mich dagegen so klein und kraftlos und jammerlappig ... anderen geht es doch wahrlich noch viel schlechter als mir.

    Wie komme ich bloß aus diesem verfluchten Teufelskreis raus? Und wie schaffe ich es endlich, mich selbst zu lieben statt mich immer nur klein zu machen?

    Liebe Grüße, Yellowtail
    Geändert von Inaktiver User (21.10.2014 um 15:11 Uhr)

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    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Liebe Yellowtail,

    warum "hasst" du dich für dein "Selbstmitleid"?

    Für mich liest es sich so, als ob es dir ganz schön mies geht. Punkt. Da darf man sich doch auch sch*** fühlen! Was spricht dagegen, sich selbst zuzugestehen, dass es einem schlecht geht?
    Und von da aus kann man überlegen, was helfen würde, dass es einem besser geht.
    Ich finde, der Blick auf andere, die hier "Höher, schneller, weiter" kommen, hilft nicht weiter. Es ist dein Leben und da ist das jetzt so.

    Such dir Trost, nimm Trost an.
    Wie kann deine Gesundheit besser werden?
    Welche beruflichen Möglichkeiten bieten sich?
    Käme evtl. auch ein Pflegekind in Frage?

    Das geht mir so dazu durch den Kopf.

    LG
    Capbreton

  3. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Capbreton (da war ich schon ), vielen Dank für deine lieben Worte

    Ich finde einfach, ich hab jetzt langsam genug gejammert und meinen lieben Freunden die Ohren vollgeheult. Ich weiß ja auch, dass es einem eigentlich nicht hilft, sich immer nur zu beklagen. Mir geht es ja längst nicht so schlimm wie anderen und trotzdem tue ich so, als sei meine Situation ach wie furchtbar. Ist ja auch alles nicht schön, aber dann sehe ich halt immer, das andere Leute auch ihre Probleme haben und nicht so viel jammern und sich selbst bemitleiden wie ich. Und dafür hasse ich mich dann... Wobei, okay, zugegeben: "hassen" ist vielleicht ein zu starker Ausdruck.

    Stattdessen sollte ich eben lieber schauen, was mir gut tut, was mir hilft. Aber dazu fehlt mir die Kraft. Mit meinem "Auge" sehe ich das Gute ja und kann auch denken, naja, wer weiß wozu der ganze Sch*** gut ist. Aber in mir drin kommt das nicht an und ich mache mich immer wieder klein. Ich finde irgendwie den Knopf nicht, der diese Spirale anhält und mich aussteigen lässt.

  4. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Eine Therapie ist schon mal ein sehr guter Weg.

    Und dann, entschuldige bitte, dass ich das so sage, wundere ich mich doch sehr, dass du in finanziell, psychisch und physisch schwieriger Lage, sowohl von dir als auch von deinem Mann, unbedingt noch ein Kind willst.
    OK, geht mich absolut nichts an, aber bitte bedenke, dass ein Kind unglaublich viel Arbeit macht. Der Beziehung tut es auch nicht gerade gut und teuer ist es allemal. Krank werden Kinder auch.

    Mein Rat ist: erstmal gesund werden, kümmere dich um dich, überlege dir Alternativen, wenn es nicht klappen sollte mit dem Kinderwunsch.

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    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    dass ich Freundinnen dafür hasse, dass sie in Nullkommanix ganz selbstverständlich schwanger werden und nicht die leiseste Ahnung davon haben, was wir durchmachen.
    Liebe Yellowtail,

    ich habe jetzt nur diesen einen Satz heraus gegriffen, weil die Vermutung
    naheliegt, dass Du Dich selbst wegen einer Schwangerschaft sehr unter Druck
    zu setzen scheinst. Nicht schwanger werden ist für Dich gleichbedeutend mit
    Misserfolg. Schließlich war ein Teil Deiner Begründung, Deinen Job aufzugeben,
    die Hoffnung, schwanger zu werden. Deinem "Einsatz" steht kein "Gewinn"
    gegenüber.

    Wäre es denkbar für Dich, das Thema "Kind" weniger schwerpunktmäßig
    anzugehen?

  6. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Liebe Medea,

    ja, mir ist durchaus bewusst, dass der Zeitpunkt für den Kinderwunsch gerade ein denkbar ungünstiger ist. Aber der KiWu war schon da, als alles andere noch gut gelaufen ist und lässt sich jetzt halt nicht so einfach abstellen. Wobei diese "Baustelle" mich momentan auch nicht mehr so fertig macht wie vor einiger Zeit, weil ich mich selbst erstmal wieder "hinkriegen" muss. Finanzielle Probleme haben wir zum Glück nicht, immerhin etwas, was uns erspart bleibt.

    Die Krux ist ja: rational ist mir völlig klar, wie sich die Dinge verhalten und wäre jemand anders in meiner Situation wüsste ich ganz klar, was ich raten würde. Erstmal gesund werden. Neuen Job suchen, loslassen lernen. Aber dafür müsste ich erstmal aus diesem "Gefängnis" meines Selbstmitleids raus. Ich verstehe einfach nicht, warum all das Gute und die Möglichkeiten, das/die ich rational ja sehe, mich innendrin nicht erreichen?

  7. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Der erste Schritt ist getan, du bist dir dessen bewusst und möchtest es ändern. Und du hast dir auch schon Hilfe geholt.

    Ich hoffe du bekommst hier wertvolle Tipps!

    Ich kann im Moment leider nichts wertvolles beisteuern, wünsche dir aber viel Kraft für diesen Weg, den du wirklich Schritt für Schritt gehen solltest.

    Es wird besser, ganz bestimmt!

  8. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Liebe Schafwolle,

    das Thema schwanger werden ist zwangsläufig in den Hintergrund getreten. Momentan ist das gesundheitlich auch gar nicht drin, weder die Schwangerschaft an sich, noch der Weg dorthin, wenn du verstehst, was ich meine...
    Aber dann denke ich halt auch, verdammt, wie ungerecht ist es denn, dass wir probieren und probieren, dann noch hundertundeins andere Probleme dazu bekommen und andere denken sich "ach, ich will ein Sommerkind" und schwups sind sie einen Monat später schwanger. Damit kann ich nicht umgehen.

    Ich fühle mich halt komplett als Versager. Ich habe versagt schwanger zu werden als es mir gut ging und es eben noch ein unbefangenes Üben war. Ich bin an den Anforderungen in meinem Job gescheitert. Dann hat auch noch ein Teil meiner Gesundheit gestreikt. Und nun scheitere ich auch noch daran, das ganze wieder in Griff zu kriegen.

    Ich bin überzeugt davon, dass alles besser laufen könnte, wenn ich nur nicht so furchtbar selbstmitleidig wäre. Wenn ich mir sagen könnte, so jetzt kümmere ich mich erstmal ganz in Ruhe um mich und dann kommt schon alles andere. Aber ich komme einfach nicht aus meiner Haut. Mir fehlt irgendwie die Energie, die Dinge anzupacken.

  9. Inaktiver User

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der erste Schritt ist getan, du bist dir dessen bewusst und möchtest es ändern. Und du hast dir auch schon Hilfe geholt.

    Ich hoffe du bekommst hier wertvolle Tipps!

    Ich kann im Moment leider nichts wertvolles beisteuern, wünsche dir aber viel Kraft für diesen Weg, den du wirklich Schritt für Schritt gehen solltest.

    Es wird besser, ganz bestimmt!
    Streicheleinheiten für die Seele... Ich danke dir!

  10. User Info Menu

    AW: Ich suhle mich im Selbstmitleid und hasse mich dafür

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich habe versagt schwanger zu werden als es mir gut ging ....
    Nicht schwanger zu werden zum gewünschten Zeitpunkt ist
    doch kein Versagen! Du tätest gut daran, Dich hier um eine
    andere Betrachtungsweise zu bemühen. Du könntest diesen
    Punkt ganz gezielt in Deiner Psychotherapie ansprechen.

    Ich bin überzeugt davon, dass alles besser laufen könnte, wenn ich nur nicht so furchtbar selbstmitleidig wäre.
    Damit hast Du sicher nicht unrecht.
    Wenn Du Dich selbst bemitleidest, dann leckst Du quasi Deine Wunden. Ab und zu mal eine Prise Selbstmitleid hilft, erlittenes Unrecht oder Ungerechtigkeiten besser zu verkraften.

    Aber über einen längeren Zeitraum rutschst Du unweigerlich in die Opferfalle, die
    wiederum Gefühle wie Ohnmacht entstehen lässt. Auch Deine beschriebene
    Energielosigkeit ist ein Zeichen dafür, dass Du Dich der Passivität schon mehr
    oder minder ergeben hast.

    Hilfreich könnte eine Überprüfung Deiner Bewertungen sein:
    Entsprechen meine Gedanken den Tatsachen?
    Sehen mich andere Leute (zB die Freunde) so, wie ich mich sehe?

    Auch das wäre mE ein wichtiger Punkt in Deiner Therapie.

    Mir fehlt irgendwie die Energie, die Dinge anzupacken
    Welche Dinge sind es denn konkret, die Du anpacken möchtest?

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