Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 16
  1. Inaktiver User

    Die "richtige" Sichtweise

    Hallo zusammen!

    Angeregt durch einen anderen Strang "Der eine Schlüssel zum Glücklichsein", möchte ich gerne mit euch ein bisschen über die "Sichtweisen" auf bestimmte Dinge philosophieren.

    Mir persönlich ist es aufgefallen, dass ich in einem ersten Impuls viele Dinge, die mir wiederfahren, ausgesprochen negativ bewerte. Meine innere Stimme sagt mir, gerade in dieser dunkler werdenden Jahreszeit, dass ich "das falsch mache", dass ich "seltsam bin", dass ich "nix kann" und "dass aller nur noch schlimmer wird".

    Manchmal ist mir das bewusst und dann versuche ich auch vehement dagegen vorzugehen. Ist doch klar, dass jede Situation zwei oder mehr Seiten hat.
    Ich neige dazu, erstmal alles sehr negativ zu bewerten, gerade, wenn es mit mir selbst zu tun hat. Der Grund dafür liegt in meiner Vergangenheit und frühen Kindheit.

    Vielleicht geht es jemandem hier ja ähnlich. Ich würde gerne "üben", besser auf meine Gedanken, meine Sichtweise aufzupassen.

    Über allem aber schwebt die Frage: Wann ist denn eine Sichtweise überhaupt "richtig". Kann sie richtig sein?


    Viele Grüße

    Septima7

  2. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Ich denke, es ist dann richtig, wenn es sich im Moment des Geschehens gut anfühlt.

    Natürlich kann man im nachhinein vielleicht andere Schlüsse ziehen, aber wir sind Menschen, keine Hellseher.

    Aus Situationen, die sich nicht entwickeln wie gewünscht, kann man lernen, wachsen, sich entwickeln. Gerade dann.

    Niemand würde einen Schritt weiter gehen, wenn im aktuellen Zustand alles nach Plan läuft.

    Man sollte Fehler als Chance begreifen, etwas zu ändern und nicht als Versagen.

  3. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen


    Über allem aber schwebt die Frage: Wann ist denn eine Sichtweise überhaupt "richtig". Kann sie richtig sein?


    Viele Grüße

    Septima7
    Liebe Septima7, ich habe mir angewöhnt, das Wort "richtig" durch das Wort "passend" zu ersetzen.

    Es gibt in meinen Augen keine objektiv richtige Entscheidung, sondern immer nur eine, die für den Moment passend ist.

    Das inkludiert, dass Meinungen auch geändert werden können, wenn die Situation eine andere wird. Dann wäre eine andere Entscheidung eben "passend".

    Man kann ja immer nur aus dem Erfahrungsschatz heraus, den man momentan zur Verfügung hat, entscheiden.

    Und wenn eine Entscheidung negative Auswirkungen hat, weiß man das auch meistens erst rückblickend gesehen und kann das nächste Mal anders entscheiden. Dann hat man auch mehr Möglichkeiten, WEIL man um diese Erfahrung reicher ist.

    Liebe Grüße
    Zio

  4. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Könntest du Beispiele von solchen Situationen nennen? Anhand derer würde es mir leichter fallen etwas dazu zu schreiben.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  5. Inaktiver User

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Danke für die Kommentare!

    @Lilith10

    Gerne. Ein paar Beispiele:

    Z.B. im Beruf. Es läuft dort nicht alles nach Plan. Tut mir leid, wenn ich jetzt nicht ganz konkret werde, aber ich will ja anonym bleiben.
    Ich mache also etwas, sagen wir mal, ich bin Personalleiterin. Mit manchen Entscheidungen kommen meine Mitarbeiter nicht klar; vieles davon liegt nicht mal in meiner Hand (weil es von oberer Ebene festgelegt wurde) ... und statt mir zu sagen, das ist einfach so, fühle ich mich bei einigen Handlungen sehr unwohl.
    Was sicherlich auch in einer gewissen Unsicherheit begründet liegt.

    Oder:

    Meine Beziehung. Ich habe schon lange Jahre einen liebevollen Partner. Es läuft aber nicht immer gut zwischen uns. Verstärkt habe ich in letzter Zeit bemerkt, dass ich dann an meine Verflossenen denke, mir ausmale, wie schön es doch zwischen uns sein könnte. (Und ignoriere dabei gänzlich, dass es gute Gründe gab, warum ich mich damals getrennt habe - oder warum die Beziehung auseinander gegangen ist.)
    Irgendwo ist mir, ganz ähnlich wie in der Berufssituation, bewusst, wie gut ich es eigentlich mit meinem Partner habe; trotzdem mache ich mir innerlich fertig, wenn ich mir ausmale, dass es ja auch anders sein könnte. (Mit einem anderen Mann an meiner Seite usw.)
    Oft sind die Vorstellungen dahingehend, dass die anderen Männer finanziell besser da stehen, als mein Partner. Total bescheuert, oder? Dabei geht es uns (finanziell) gut, mittlere Mittelschicht, würde ich sagen.
    Und dann mache ich mich fertig, weil ich so oberflächlich denke.
    Wie gesagt, objektiv und mit "Sinn und Verstand", halte ich das für absolut hahnebüchen.
    Allerdings liegt auch hier der Ursprung in meiner Vergangenheit, ich komme, sagen wir mal, aus einem sehr betuchten Elternhaus ...

    ODER:

    Ich bin nicht, "nicht erfolgreich", d.h. ich habe einen gutbezahlten Job. Das, was ich tu, empfinde ich sogar als sinnvoll. Trotzdem "reicht" mir das nicht, ich will mehr.
    Ich würde gerne mein Hobby zum Beruf machen, wirklich erfolgreich sein ... sogar über die Stadtgrenzen hinaus, wenn ich das mal so sagen darf. (Ich male schon, seit ich denken kann.)

    Manchmal macht mich das richtig fertig. Dabei weiß ich, dass das eigentlich Luxusprobleme sind. Oder vielleicht weiß ich es nicht.
    Manchmal denke ich, dieses Leben ist so kurz, es muss einfach noch mehr drin sein als das, was ich bisher gemacht habe.
    Es ist zum Verrücktwerden.

    Bin ich vom Thema der Sichtweise abgekommen?
    Hm. Die Sichtweise. Also eigentlich könnte ich zufrieden sein ...
    Vielleicht ist diese Verzweiflung in mir auch der Antrieb, den ich brauche, um das zu tun, was ich wirklich will.

    Lilith10, vielleicht hast Du jetzt einen besseren Einblick bekommen. Das hoffe ich zumindest.

    Grüße!
    Geändert von Inaktiver User (18.10.2014 um 22:02 Uhr)

  6. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Für mich liest es sich, als würdest du feststecken. Gedanklich, persönlich. Es scheint, als wünscht du dir eine Veränderung. Eine Möglichkeit, der weiteren Entwicklung. Was hindert dich, das zu realisieren, sollte es tatsächlich so sein?

  7. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Es wird ein bisschen klarer.

    Ich würde zuerst unterscheiden zwischen der beruflichen und privaten Ebene.

    Zu deinem beruflichen Beispiel
    Ich bin auch das Bindeglied zwischen "oben" und "unten" ( nicht wertend gemeint ) und mir geht es auch manchmal wie dir.
    Das man da mal in einen Konflikt gerät, in dem man sich ncht wohl fühlt, finde ich völlig normal.

    Du weißt selber, das es gerade im künstlerischen Bereich nicht reicht, Talent zu haben. Wenn du es realistisch betrachtest, hast du Kontakte zu den "richtigen" Personen, die dich da unterstützen könnten? Könntest du irgendwann mal davon leben?
    Wie würdest du die Zeit bis dahin finanzieren?
    Was wäre, wenn du neben der Arbeit erst mal eine Ausstellung auf die Beine stellen würdest?

    Privat denke ich, das du deine eigenen Bedürfnisse deinem Partner bzw. der Beziehung überstülpst und das der perfekte Weg ist, sie eines Tages zu torpedieren. Mit dem nächsten würde es nicht besser.
    Ich hoffe, das war nicht zu ehrlich, aber das ist, was bei mir ankommt.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  8. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Liebe Septima,

    wenn ich dich richtig verstanden habe, tust du es dir selbst schwer, obwohl du objektiv gesehen keine Gründe zum Klagen hättest. Du merkst, dass deine Sichtweise dir schadet, dass es weniger die Umständen es sind, sondern "lediglich" deine Sichtweise. Nun ist es auf der einen Seite das Gefühl einer latenten Unzufirdenheit, auf der anderen Seite der Verstand, der zwar einerseits es (angeblich) will, dass es einem gut geht, andererseits noch mehr Unruhe stiftet, indem es zum Beispiel sagt, dass man das "ungute" Gefühl ohne triftigen Grund hat. Wenn er hartnäckig ist, dann sagt er sogar, dass man im Grunde dankbar seine sollte, dass es anderen wirklich dreckig geht etc.

    Wenn ich mich nicht irre, wird der Verstand diese Diskrepanz zu dem subjektiv erlebtem Empfinden nie lösen können. Das habe ich zumindest akzeptiert und Frieden geschlossen indem ich mir sagte, dass jedes Gefühl sein darf. Es kommen mehrere Teiel ins Spiel und ich versuche jedes zu würdigen. Auch den Teil, der sich so sehr wünschen würde, dass ich endlich eine mir wohltuendere Sichtweise annehme, so dass es mir (bei gleichbleibenden Umstände) gut geht. Wenn ich den Eindruck habe, dass meine Unzufirdenheit hausgemacht ist, bedeutet lange nicht, dass es sie nicht gibt. Oder nicht geben darf. Mir hilft es, weniger zu rationaliseren und mehr zu fühlen. Oft rationalisiert man gerade um etwas nicht fühlen zu müssen.

    Das sind natürlich nur meine Ansichten dazu, jedenfalls kenne ich das auch.
    Liebe Grüße,
    Ella

  9. User Info Menu

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Nach dem Lesen deiner Beispiele glaube ich nicht, dass dir geholfen ist, wenn du bewusst negative Gedanken durch positive ersetzt. Für manch andere ist das eine wichtige Strategie um ihrem Problem auf den Grund zu gehen.
    Aber ich glaube, dass deine Unzufriedenheit woanders hinweist. Dass du diesem nervigen Stimmchen zuhören solltest um herauszufinden, was du in deinem Leben ändern willst.
    Aber ich kann natürlich ganz falsch liegen!

  10. Inaktiver User

    AW: Die "richtige" Sichtweise

    Für mich klingt das nur nach Orientierungslosigkeit.

    Wo ist Dein Platz beruflich? Was von dem Handeln geht Dich an, was nicht? Was kannst Du loslassen, was nicht?
    Wo ist Dein Platz in der Beziehung? Hast Du überhaupt einen?
    Wo ist Dein Platz in Bezug auf Hobby/Beruf? Wo gehört was hin und wo könntest Du stehen?

    Klingt mir nach viel Unzufriedenheit.....und ja- in so einer Phase sieht alles oft schwärzer aus als es ist....da hilft im nachhinein auch kein "überfärben"

    Nicht umsonst- sollte man immer den ERSTEN Gedanken nehmen, der einem kommt.......denn der ist unverstellt und spontan....damit frei und sehr autentisch

    lg kenzia

Antworten
Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •