Hallo ihr Lieben!
Wow, wisst ihr eigentlich wie gut das gerade tut, eure Kommentare zu lesen? Ein ganz herzliches Danke dafür!
Lilith10, Dir besonderen Dank, weil Du mich dazu aufgefordert hast, mal ein paar Beispiele zu geben. Ich hätte mich das sonst gar nicht getraut, das zu schreiben.
Wisst ihr, ich komme mir oft so undankbar vor. Das Leben meint es nicht schlecht mit mir und trotzdem bin ich so unzufrieden, so "orientierungslos" (Kenzia, gute Idee, später mehr dazu).
Es tut auf jeden Fall unheimlich gut zu lesen, dass ihr mich für meine Gedanken nicht "verdammt", weil erstens mache ich das selber schonund zweitens scheint es ja auch gar nicht extrem verwerflich zu sein, was ich so von mir gebe.
@MissCinderellafalsin
Was mich daran hindert?
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich anfangen sollte. Auch frage ich mich, was genau ich ändern sollte, weil es ja "eigentlich" alles gut ist.
@Lilith10
Danke für Deine ehrlichen Worte. Der Tip, mal zu trennen und sich die Ebenen einzeln anzusehen, ist gar nicht schlecht. Bisher sieht es im künstlerischen Bereich nicht danach aus, als ob ich davon leben könnte. Ich habe dieses Vorhaben lange zurückgestellt und nur sporadisch betrieben (erstmal was "ordentliches" machen, sprich Ausbildung usw.); jetzt bin ich finanziell unabhängig und betreibe seit ca. 3 Jahren das Hobby sehr intensiv. Das ist aber keine Zeit. Und wenn ich mir dann angucke, dass andere Leute das eben auch schon zu ihrem Beruf gemacht haben, sprich, die Weichen einfach früher gestellt haben, dann wird es für mich wohl noch etwas länger dauern, bis das fruchtet, falls es überhaupt fruchtet. ...
Auf der anderen Seite bin ich mir aber auch darüber im Klaren, dass es gut ist, wie es für mich jetzt ist. Ich muss eben nicht jeden Cent drei Mal umdrehen, sondern bin gut abgesichert. Andererseits - das ist sicherlich romantisch verklärt bis zum Gehtnichtmehr (und ich würde, glaube ich, auch nicht tauschen wollen), aber so eine gewisse existentielle Bedrohung kann sehr kreativ machen.
Und eigentlich wünsche ich mir das sehr, also ein kreativer, "unangepasster" Mensch zu sein. So sehr, dass es fast weh tut.
Ella,
Danke für Deine klugen Worte.
Vielleicht ist das jetzt total seltsam, was ich von mir gebe (weil vielleicht die Annahme besteht, dass künstlerisch veranlagte Personen sehr emotional seien (?)), aber mir fällt es unheimlich schwer, auf meine Gefühle zu hören. Sie überhaupt wahrzunehmen und zu verstehen.
Hast Du vielleicht einen Tip, wie man das machen kann?
Tandaradei,
nein, ich glaube, das stimmt, was Du sagst. Die nervigen Stimmchen wahrnehmen; für mich heißt das, mehr auf mein Gefühl hören, weniger auf meinen Verstand. Sprich "das ist jetzt die falsche Sichtweise", reicht für mich nicht (mehr).
Danke für Deine Idee.
Kenzia,
toll, dass Du das so strukturiert darstellst. :)
Bzgl. Job gehe ich auch schon in etwa so vor.
Bzlg. Beziehung habe ich eine Rückfrage: Was meinst Du mit einem "Platz" in der Beziehung? Was ist das? Hab ich noch nie drüber nachgedacht, deswegen fänd ich es toll, wenn Du mir das erklären würdest!
Bzgl. Hobby: Ja ... wo könnte ich stehen. Gute Frage. Muss ich mal drüber nachdenken. Spontan fällt mir dazu ein, den Ball wieder etwas flacher zu halten. Wie ich oben schon schrieb, ich bin eine Hobbykünstlerin, keine, die das zu ihrem "Leben", bzw. Beruf gemacht hat. Es ist utopisch anzunehmen, dass man dann, nach nur drei Jahren, gleich überall Ausstellungen hat und einen großen Kreis an Förderern und Freunden.
Aber irgendwann möchte ich das schaffen.
Vielleicht sollte ich mal zu so einer "Lebensberatung" oder "Karriereberatung" gehen, um für mich etwas mehr Klarheit zu bekommen. Der Wunsch danach, mehr aus mir zu machen, macht mich manchmal echt fertig, lähmt mich und ich weiß gar nicht mehr, wo ich anfangen soll, was überhaupt realistisch ist, usw.
DANKE EUCH, IHR SEID TOLL!!!
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Thema: Die "richtige" Sichtweise
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19.10.2014, 10:10Inaktiver User
AW: Die "richtige" Sichtweise
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19.10.2014, 12:43Inaktiver User
AW: Die "richtige" Sichtweise
@Septima: irgendwie scheint das Hobby-Thema doch zentral zu sein, d.h. Du hast den Wunsch, dort mehr zu erreichen.
In einem Buch von Sabine Asgodom habe ich mal das Coaching-Instrument "Kamelpfad" gelesen: man überlegt sich, wie man in kleinen Schritten durch die Wüste zum grossen Ziel kommt. Dazu könnten bei dir so ganz praktische Dinge wie eigene Homepage, Flyer oder gar eine selbst organisierte Ausstellung gehören. Gleichzeitig gibt man sich selbst ein Schema mit konkreten To do's vor, die man abarbeiten und dafür Erfolgserlebnisse verbuchen kann.
Mal dir deinen Kamelpfad mal auf ein grosses Stück Papier -du wirst sehen, es macht Spass!
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19.10.2014, 13:07Inaktiver User
AW: Die "richtige" Sichtweise
Hallo septima,
zuerst einmal- natürlich bist Du "ganz normal"!!
Nur weil nicht jeder von seinen Gedanken spricht, kannst Du sicher sein, dass gaaaaaaanz viele Menschen jegliches Zeug denken und Deine Gedanken reihen sich auch nur ein.
Da ist nix komisch.....sondern nur normal!
Und ja- womöglich reden wir hier echt über Luxusprobleme-- wenn alles ein Luxusproblem ist, was nicht dem Überleben dient!
Bedeutet: Du bist für Dich der wichtigste Mensch, denn Du lebst Dein Leben und kein anderer kann so gut wissen wie Du, was Dir gut tut.
Kurz: Wenn Du alles nur erdenklich Gute für Dich tun kannst-- TU ES!!
Was genau Deine Unzufriedenheit bedingt- kann man jetzt nicht einfach so sagen.
Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass tief in Dir drinnen diese Leidenschaft für Dein Hobby so groß ist, dass es Dir erst besser gehen wird, wenn Du anfängst diesen Weg zu gehen.
Von einer Freundin, die auch selber malt und auch ausstellt weiß ich, dass der Weg ganz schön lang ist!
Da musst Du Dir mal keine Sorgen machen, dass Du in die Gefahr kommst
nach kurzer Zeit schon große Galerien zu füllen!
Überlege Dir doch einmal konkret WAS Du JETZT so machen könntest....und probiere es doch mal aus!
Deshalb musst Du noch lange nicht Deinen sicheren Job aufgeben.
Zu Deiner Frage:
Wenn Du Zoff mit dem Partner hast und fängst an an die Verflossenen zu denken-- dann ist das ja nichts anderes als eine Flucht aus dem IST-Zustand.
Also- willst Du dann gar nicht dort sein.
Das passt aber nicht damit zusammen, dass man in einer Beziehung seine Position hat und die auch ausfüllt.
Was für ein Gefühl - ganz genau betrachtet- ist dann in Dir?
Inwiefern trennt es Dich von Deinem Partner?
Was macht es so unmöglich Dich auch im Streit mit dem Partner zu verbinden und statt dessen nur innerlich abzuschweifen?
Wie genau würdest Du die Beziehung beschreiben?
Alles brauchst Du auch gar nicht hier offen im Forum- es reicht, wenn es DIR klar wird und Du es dann zB für Dich aufschreibst- in aller Ruhe.
Wer anfängt seine Gefühle kennen zu lernen, der sollte sich als Erstes immer wieder fragen "wie gehts mir gerade?".
Schon das reicht um ein wenig empfindlicher zu werden....und wird vor allem auf Dauer immer besser sagen können, worum es geht.
Ansonsten....sich mal die Basisgefühle aus dem Inet herausschreiben- auf eine Zettel und sich ruhig immer wieder abfragen, welches Gefühl es denn wohl gerade ist.
lg kenzia
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19.10.2014, 21:15
AW: Die "richtige" Sichtweise
Ich hatte auch lange keinen bewußten Zugang zu meinen Gefühlen, weil ich in frühen Zeiten beschlossen habe, dass sie für mich bedrohlich sind. Also habe ich den Verstand eingeschaltet als Wächter und er hat seine Rolle sehr gut erfüllt. Natürlich hatte ich weiterhin Gefühle, jedoch tat der Verstand alles, damit diese nicht ungefiltert zu mir durchkommen.
Die Strategien des Verstandes sind vielfältig und sehr einfallsreich. Rationalisieren, Bagatelisieren, Flüchten in Erinnerungen oder Phantasien sind nur einige davon. Wenn du dich unwohlt fühlst mit deinem Partner und dich an deinem Ex erinnerst, verhinderst du dadurch das ungute Gefühl. Und leider entfernst du dich von deinem Partner.
Es mag Zeiten gegeben haben, wo tatsächlich die Gefühle bedrohlich waren, dies muss aber nicht zwangsläufig immer noch so sein. Das wäre erstmal zu überprüfen. Du sagst, es fällt dir schwer, Zugang zu deinen Gefühlen zu finden. Beim Malen haben sie jedoch bestimmt freien Lauf, denn du bist in Kreativitätsmodus und da lässt der Verstand locker. Jede kreative Tätigkeit ist unzensiert. Jedoch sehe ich bei dir die Tendenz, dass der Verstand sogar da skontrollieren möchte, indem es dich anspornt, nicht mehr ganz frei zu gestalten. Würdest du dein Lebensunterhalt durch die Malerei gestalten, wäre die Freiheit Pfutsch. Ist nur meine Meinung, prüfe bitte, ob sie für dich stimmig ist.
Ich habe Auswege gesucht, Zugang zu meinen Gefühlen zu finden trotz des Verstandes oder besser gesagt an meinem Vertand vorbei. Der Umweg geht bei mir über den Körper. Er gibt mir Auskunft über meinem emotionalen Zustand, wenn ich ihn danach frage. Es dauert eine Weile, um die Sprache des Körpers zu lernen, aber es ist machbar. Ich habe dadurch gute Fortschritte erlebt und der Körper lügt nicht. Jedoch ist die Gefahr, dass der Verstand die Körperempfindungen deutet und analysiert, dadurch werden sie verkannt, daher lasse ich mich nicht auf die Kommentare des Verstandes ein und bleibe im Körper.
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20.10.2014, 14:04Inaktiver User
AW: Die "richtige" Sichtweise
Aeryn_Sun, Kenzia und Ella969,
euch vielen Dank für die wertvollen Beiträge.
Aeryn, der "Kamelpfad" ist ein guter Tip. Ich werd das mal ausprobieren ...
Kenzia, ich habe mich sehr über Deine bestärkenden Worte gefreut.
Ich und die Beziehung bzw. ich "in" der Beziehung ...
Mir ist das, was Du meinst, etwas klarer geworden. Die Gefühlsliste habe ich schon runtergeladen, da gibt es ja einiges. Lustig irgendwie, als wäre ich so ein Autist ... aber ich glaube wirklich, dass mir das helfen kann.
Ella, Du hast es sehr wahr und für mich treffend formuliert. Mir ging es einmal auch so, dass ich beschlossen habe, nichts mehr an mich heranzulassen. Ich kann mich sogar noch daran erinnern, wie ich wirklich "bewusst" eine Mauer in mir "aufgebaut" habe, um die Situation(en), wie sie damals war(en) ertragen zu können.
Der Zugang über den Körper ist eine gute Idee und bestimmt hilfreiche Strategie.
@all
Zum Glück ist es nicht so, dass mich das wirklich stark belastet. Sonst würde ich mir sicherlich auch andere Hilfe holen. Aber so, wie es ist, merke ich immer wieder, dass es noch viele Dinge gibt, an denen ich arbeiten, an denen ich "wachsen" kann.
Danke, dass ihr mir dabei geholfen habt.
Ich werde eure Tips ausprobieren und ggf. mal rückmelden, wie es mir damit ergangen ist.
Insbesondere diese "Fluchtversuche" (aka in Gedanken abdriften, weil ich "hier" nicht sein will ...), das werde ich besonders im Auge behalten.

Danke euch allen!
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20.10.2014, 17:13
AW: Die "richtige" Sichtweise
Das ist doch eine gute Möglichkeit. Der Mensch lebt nicht, ohne zu wachsen. Davon bin fest überzeugt. Auch der neutrale Blick anderer kann wirklich hilfreich sein. Jeder hat doch das eine oder andere, was er nicht sieht. :)



und zweitens scheint es ja auch gar nicht extrem verwerflich zu sein, was ich so von mir gebe.
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