Mein Gordischer Knoten: Ich sehne mich nach der Liebe eines Mannes; ich kann liebevolle Zuwendung nur schwer aushalten.
Die ganzen Ursachen usw. habe ich besehen, eine Therapie zeigte mir vieles auf. Nun lebe ich seit einigen Jahren sozusagen in permanenter Konfrontation (im positiven Sinne). Aber es ist, als trüge ich einen unsichtbaren Käfig um mich herum - er schützt, aber er blockt auch ab.
Dann ist da die Phantasie, die mich stark trägt.
Sei es durch schwärmendes Kopfkino oder mit Hilfe von Filmen, Büchern, Opern, Helden. Da kann ich sehr-sehr lange treu und anhänglich sein und mich ohne Müdigkeit innerlich zerfließend abarbeiten.
Unter dem Strich funktioniert das aber als Sehnsuchtskiller nicht. Ich bin eine erwachsene Frau und WEIß das alles. Und doch...
Die meisten Menschen - zumindest, die hier schreiben und/oder lesen - kennen offenbar eher die "andere Seite" der Bindungsangst, verzweifeln manchmal an sich abschottenden Partnern oder Menschen, die sie gerne als Partner hätten.
Mich würde interessieren, was diese denken, fühlen, raten, verstehen, nicht verstehen an dieser Problematik. Was müsste ich "einfach mal machen"? Oder wie stellt ihr euch das vor, so von der anderen Seite des Gitters betrachtet? Und habt ihr auch mal Mitgefühl oder überwiegt doch das absolute Unverständnis?
Na, und wer Interesse daran hat, mit mir die Auflösung von Bindungsangst bzw. der Phantasie als Alibi dafür psychologosich, menschlich, intellektuell oder total normal zu diskutieren: Bitte gern!
Ich habe wirklich Redebedarf, weil mich dieses letzte große Rätsel in mir wirklich trifft![]()
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Thema: Bindungsangst vs. Phantasien
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17.10.2014, 19:48Inaktiver User
Bindungsangst vs. Phantasien
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17.10.2014, 20:09Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Schlaflos68, wie wirkt sich denn deine Bindungsangst konkret aus?
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17.10.2014, 20:14Inaktiver User
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17.10.2014, 20:17Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Und: Vermeidest du Bindungen? Bist du Single? Verliebst du dich in Unerreichbare?
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17.10.2014, 20:22
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Bindungsangst verbinde ich gedanklich mit Verlustangst.
Wenn ich mich wirklich binde/verbunden fühle besteht die Angst, verletzlich zu sein, besteht die Sorge, verlassen zu werden.
'Logische' Konsequenz: nicht binden = nicht verletzt werden, nicht verlassen werden.
Was müsste ich "einfach mal machen"?
Dich selbst lieben, als liebenswert annehmen, und ganz bewusst sein, dass es Garantien und Sicherheiten nicht gibt.
Die Phantasie beflügelt das 'was wäre, wenn...'
Was wäre, wenn Du die Realität als gegeben annimmst, wenn Du Dich so annimmst, wie Du bist, mit Deinen Ängsten, denn niemand ist perfekt.
Du brauchst keine Sehnsuchtskiller, denn Du bist 'Herrin' Deiner Sehnsucht, Deiner Gefühle, eben auch Deiner Ängste.
Den Augenblick genießen, nicht an das 'was wäre, wenn...' denken.
Nicht dem Gefühl Raum geben (sofern es vorhanden ist), wenn ich mich loslasse, bin ich verloren, wenn ich meine Gefühle zulasse, verliere ich mich selbst.
Keine Ahnung, ob etwas davon bei Dir zutrifft. Gruß.
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17.10.2014, 20:24Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Ja. Single. Geschieden. Alleinerziehend.
Mein Letzter war ein "Unerreichbarer" - der sich für mich trennte
Lief einige Jahre, aber er war noch bindungsgestörter als ich. Das geht nämlich leider auch innerhalb einer Beziehung...
Neuerdings schaffe ich es nur bis zum Schwärmen. Mehr packe ich nicht.
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17.10.2014, 20:28
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Wann geht denn die Angst los? Bei vielen ist es doch so, das die Beziehungsanbahnung noch recht "normal" funktioniert.
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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17.10.2014, 20:33Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Zwei Varianten:
a) Mir fällt jemand auf, der mir gefällt. Das schlägt dann ein wie eine Bombe. Ich bin vollkommen durch den Wind, gerate in kürzester Zeit an den Punkt, wo ich mir vorstelle, wie er mich heiraten will - und dann habe ich Panik hoch Zehn.
b) Ich falle jemandem auf, der mich offensichtlich gut findet. Beinahe gleichzeitig schnappe ich zu, weiche aus, schaue ihn nicht mehr an, benutze andere Wege - Wegbeißen, irgendwie.
So extrem ist es aber erst, seit ich Single bin. Früher fiel ich von einer noch bestehenden Beziehung in die nächste. Wahrscheinlich hat mich das sicherer gemacht.
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17.10.2014, 20:36Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Ja, ich schätze auch, dass das tiefer dahinter steckt. Würde bei mir passen. Nur ist es offenbar eine Sache geworden, die total im Nebel abläuft. Ich mag mich eigentlich sogar ganz gerne - inzwischen - und finde es okay, wer ich bin, wie ich lebe, was ich lebe.
Das Was-wäre-wenn-Denken ist die Hölle, eine Achterbahn, und ich kann sie nicht abbremsen. Schrecklich!! Das Gefühl ist tatsächlich so ähnlich wie: "Ich verliere mich selbst."
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17.10.2014, 20:48
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Das:
passt mit dem:
nicht zusammen/überein.
a) verstehe ich als: juchhu, da mag ich jemanden, ohje, was, wenn er mich auch soo mag.
(Was bedeutet 'Panik hoch Zehn'? Was genau befürchtest Du?)
b) verstehe ich als: jetzt bloß nicht zeigen, dass ich ihn mag, bildlich wegen des Wegbeißens sehe ich einen Hund, der die Demutsgeste (Hals entblößen) verweigert.
Es ist ok, wenn Dich jemand mag, es ist ok, wenn Dich jemand nicht mag, es ist ok, wenn Du jemanden magst, es ist ok, wenn Du jemanden nicht magst.
Mögen heißt nicht lieben, lieben heißt nicht besitzen.
Aber wie schaltet man Gedanken ab?
Entspannungsübungen? Einen (kleinen) Schritt nach dem anderen machen, das Herz 'an die Hand nehmen' vielleicht.


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