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  1. Inaktiver User

    Bindungsangst vs. Phantasien

    Mein Gordischer Knoten: Ich sehne mich nach der Liebe eines Mannes; ich kann liebevolle Zuwendung nur schwer aushalten.

    Die ganzen Ursachen usw. habe ich besehen, eine Therapie zeigte mir vieles auf. Nun lebe ich seit einigen Jahren sozusagen in permanenter Konfrontation (im positiven Sinne). Aber es ist, als trüge ich einen unsichtbaren Käfig um mich herum - er schützt, aber er blockt auch ab.

    Dann ist da die Phantasie, die mich stark trägt.

    Sei es durch schwärmendes Kopfkino oder mit Hilfe von Filmen, Büchern, Opern, Helden. Da kann ich sehr-sehr lange treu und anhänglich sein und mich ohne Müdigkeit innerlich zerfließend abarbeiten.

    Unter dem Strich funktioniert das aber als Sehnsuchtskiller nicht. Ich bin eine erwachsene Frau und WEIß das alles. Und doch...


    Die meisten Menschen - zumindest, die hier schreiben und/oder lesen - kennen offenbar eher die "andere Seite" der Bindungsangst, verzweifeln manchmal an sich abschottenden Partnern oder Menschen, die sie gerne als Partner hätten.

    Mich würde interessieren, was diese denken, fühlen, raten, verstehen, nicht verstehen an dieser Problematik. Was müsste ich "einfach mal machen"? Oder wie stellt ihr euch das vor, so von der anderen Seite des Gitters betrachtet? Und habt ihr auch mal Mitgefühl oder überwiegt doch das absolute Unverständnis?


    Na, und wer Interesse daran hat, mit mir die Auflösung von Bindungsangst bzw. der Phantasie als Alibi dafür psychologosich, menschlich, intellektuell oder total normal zu diskutieren: Bitte gern!

    Ich habe wirklich Redebedarf, weil mich dieses letzte große Rätsel in mir wirklich trifft

  2. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Schlaflos68, wie wirkt sich denn deine Bindungsangst konkret aus?

  3. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Schlaflos68, wie wirkt sich denn deine Bindungsangst konkret aus?
    Das ist verschieden.

    Das reicht von Betriebsblindheit bis hin zu psychosomatischen Reaktionen. Als mich mein letzter Kopfkino-Mann ansprach, musste ich mich wenig später übergeben.

  4. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Und: Vermeidest du Bindungen? Bist du Single? Verliebst du dich in Unerreichbare?

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Bindungsangst verbinde ich gedanklich mit Verlustangst.
    Wenn ich mich wirklich binde/verbunden fühle besteht die Angst, verletzlich zu sein, besteht die Sorge, verlassen zu werden.
    'Logische' Konsequenz: nicht binden = nicht verletzt werden, nicht verlassen werden.

    Was müsste ich "einfach mal machen"?

    Dich selbst lieben, als liebenswert annehmen, und ganz bewusst sein, dass es Garantien und Sicherheiten nicht gibt.
    Die Phantasie beflügelt das 'was wäre, wenn...'

    Was wäre, wenn Du die Realität als gegeben annimmst, wenn Du Dich so annimmst, wie Du bist, mit Deinen Ängsten, denn niemand ist perfekt.

    Du brauchst keine Sehnsuchtskiller, denn Du bist 'Herrin' Deiner Sehnsucht, Deiner Gefühle, eben auch Deiner Ängste.
    Den Augenblick genießen, nicht an das 'was wäre, wenn...' denken.
    Nicht dem Gefühl Raum geben (sofern es vorhanden ist), wenn ich mich loslasse, bin ich verloren, wenn ich meine Gefühle zulasse, verliere ich mich selbst.
    Keine Ahnung, ob etwas davon bei Dir zutrifft. Gruß.

  6. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Und: Vermeidest du Bindungen? Bist du Single? Verliebst du dich in Unerreichbare?
    Ja. Single. Geschieden. Alleinerziehend.

    Mein Letzter war ein "Unerreichbarer" - der sich für mich trennte Lief einige Jahre, aber er war noch bindungsgestörter als ich. Das geht nämlich leider auch innerhalb einer Beziehung...

    Neuerdings schaffe ich es nur bis zum Schwärmen. Mehr packe ich nicht.

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Wann geht denn die Angst los? Bei vielen ist es doch so, das die Beziehungsanbahnung noch recht "normal" funktioniert.
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  8. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Wann geht denn die Angst los? Bei vielen ist es doch so, das die Beziehungsanbahnung noch recht "normal" funktioniert.
    Zwei Varianten:

    a) Mir fällt jemand auf, der mir gefällt. Das schlägt dann ein wie eine Bombe. Ich bin vollkommen durch den Wind, gerate in kürzester Zeit an den Punkt, wo ich mir vorstelle, wie er mich heiraten will - und dann habe ich Panik hoch Zehn.

    b) Ich falle jemandem auf, der mich offensichtlich gut findet. Beinahe gleichzeitig schnappe ich zu, weiche aus, schaue ihn nicht mehr an, benutze andere Wege - Wegbeißen, irgendwie.


    So extrem ist es aber erst, seit ich Single bin. Früher fiel ich von einer noch bestehenden Beziehung in die nächste. Wahrscheinlich hat mich das sicherer gemacht.

  9. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Bindungsangst verbinde ich gedanklich mit Verlustangst.
    Ja, ich schätze auch, dass das tiefer dahinter steckt. Würde bei mir passen. Nur ist es offenbar eine Sache geworden, die total im Nebel abläuft. Ich mag mich eigentlich sogar ganz gerne - inzwischen - und finde es okay, wer ich bin, wie ich lebe, was ich lebe.

    Das Was-wäre-wenn-Denken ist die Hölle, eine Achterbahn, und ich kann sie nicht abbremsen. Schrecklich!! Das Gefühl ist tatsächlich so ähnlich wie: "Ich verliere mich selbst."

  10. User Info Menu

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Das:
    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    a) Mir fällt jemand auf, der mir gefällt. Das schlägt dann ein wie eine Bombe. Ich bin vollkommen durch den Wind, gerate in kürzester Zeit an den Punkt, wo ich mir vorstelle, wie er mich heiraten will - und dann habe ich Panik hoch Zehn.

    b) Ich falle jemandem auf, der mich offensichtlich gut findet. Beinahe gleichzeitig schnappe ich zu, weiche aus, schaue ihn nicht mehr an, benutze andere Wege - Wegbeißen, irgendwie.
    passt mit dem:

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich mag mich eigentlich sogar ganz gerne - inzwischen - und finde es okay, wer ich bin, wie ich lebe, was ich lebe.
    nicht zusammen/überein.


    a) verstehe ich als: juchhu, da mag ich jemanden, ohje, was, wenn er mich auch soo mag.

    (Was bedeutet 'Panik hoch Zehn'? Was genau befürchtest Du?)

    b) verstehe ich als: jetzt bloß nicht zeigen, dass ich ihn mag, bildlich wegen des Wegbeißens sehe ich einen Hund, der die Demutsgeste (Hals entblößen) verweigert.

    Es ist ok, wenn Dich jemand mag, es ist ok, wenn Dich jemand nicht mag, es ist ok, wenn Du jemanden magst, es ist ok, wenn Du jemanden nicht magst.

    Mögen heißt nicht lieben, lieben heißt nicht besitzen.
    Aber wie schaltet man Gedanken ab?
    Entspannungsübungen? Einen (kleinen) Schritt nach dem anderen machen, das Herz 'an die Hand nehmen' vielleicht.

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