dazu auch nochmal aus Deinem post #9
b) Ich falle jemandem auf, der mich offensichtlich gut findet. Beinahe gleichzeitig schnappe ich zu, weiche aus, schaue ihn nicht mehr an, benutze andere Wege - Wegbeißen, irgendwie.
So extrem ist es aber erst, seit ich Single bin. Früher fiel ich von einer noch bestehenden Beziehung in die nächste. Wahrscheinlich hat mich das sicherer gemacht.
Wie erklärst Du Dir Deine Reaktion auf jemanden, der Dich sympathisch findet?
Eine Art Test? Mal sehen, was er so aushält? Bevor er das Handtuch schmeisst, was er aber bitte nicht tun sollte. Hast Du da eine Grenze für Dich?
Hat es Dich sicherer gemacht, weil Du Dich da nicht mit Dir selbst auseinander gesetzt hast? Eine Art trügerische Sicherheit, wenn es ja weitere Sympathisanten gibt, finde ich, weil da noch unreflektiert dasselbe wie zuvor passieren kann/nicht muss.
Kopfkino-Geschichten oder auch Distanz-Beziehungen verbinde ich mit etwas, das ich zu lernen hatte, als ich zum Lernen bereit dazu war. Aus diesem Grund heraus erkläre ich mir das bei mir, es war 'die Zeit dazu', und sie bringen mich näher zu mir. Hat mit Nähe-Distanz-Verhalten zu tun, glaub ich.
Nein, eben nicht vorwerfen, das ist die Denkschiene der Anderen, die Dir ja Deinen Wunsch nach Freiraum vorwerfen als einen Akt des Sie-Loslassens (oder gar Fallenlassens? oder Ignorierens/Nicht-Liebens?). Ist ne schwierige Kiste. Zum einen die eigene Denk- und Gefühlweise rüberbringen und gleichzeitig dem Anderen behutsam spiegeln, inwiefern er sich irrt. Und inwiefern das Eine (persönlicher Freiraum) dem anderen (Liebe zu ihm) nicht (konfrontativ) entgegen wirkt. Wer Dich nicht nachvollziehen kann, der braucht erstens keinen eigenen Freiraum und zweitens fehlt es ein wenig an gutem Selbstwertgefühl. Wäre ein Mensch sich seiner Liebenswürdigkeit bewusst, könnte ein Entfernen als etwas Positives gesehen werden, als Voraussetzung für Wiederkommen.
Nicht schaden wollen, finde ich, ist eine gegebene Voraussetzung. Dass es so ist, muss nicht (ständig) 'bewiesen'' werden.
Und dass man nichts tut, um den Anderen anzugreifen ebenfalls. Die Crux ist, die Ursache für Verhalten bei sich selbst zu suchen, statt es eben dem Anderen vorzuwerfen.
ich versuche es (immer mal wieder) mit mich verständlich machen. Aber irgendwann muss dann auch mal gut sein.
Dieses 'ganz im Gegenteil, es tut mir sehr leid kann auf zweierlei Art verstanden werden.
Es tut Dir leid, dass der Andere diese, seine Sicht hat.
Es tut Dir leid, dass der Andere diese Probleme mit Dir hat.
Ersteres ist ok, zweites nicht. Es sind seine Probleme, sie zu lösen, ist seine Sache. Du kannst evtl bei der Lösung behilflich sein, der Hauptakt liegt bei ihm.
Naja, wir wollen doch alle geliebt werden (wie wir sind)??!!
Vielleicht noch einen Tacken kräftiger, wenn es schlechteste Erfahrungen gab, die Zweifel an sich selbst schürten.
Wichtig ist, finde ich, zu sich selbst zu stehen/stehen zu können, auch und gerade wenn es Widerstände gibt.
das geht sogar ganz liebevoll
Nein, ich gehe in eine andere Richtung. Sich zu beantworten: was ist wirklich mir wichtig, was sind Erwartungen von außen, welche sind meine eigenen? Also wirklich mir allein wichtig. Ohne Konventionen.
Von der Gesellschaft, der Familie usw aufgesetztes oder selbst empfundenes Glauben.
Und alles von sich kann man doch sowieso nicht zeigen, warum sollte man? Warum sollte man etwas 'offenbaren', mit dem man selbst (noch) nicht klarkommt? Um 100%ig geliebt zu werden?
100% gibts nicht.
P.S. Nicht für uns hier, sondern für Dich:
Dieses 'Ich bin liebenswert - zu einem bestimmten Prozentsatz.'
Wieviel Prozent bist Du liebenswert? (Und 100% gibt es nicht)
Sicher?![]()
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Thema: Bindungsangst vs. Phantasien
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18.10.2014, 17:59
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Geändert von yokotoo (18.10.2014 um 18:07 Uhr) Grund: P.S.
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18.10.2014, 18:05
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Puh, das ist aber mal eine Mammutaufgabe für den potentiellen Partner. Ohne dich provozieren zu wollen, was tust DU denn dafür, das er bei dir bleibt? Wie verhältst DU dich, wenn du ihn "mal wieder" weggebissen hast? Und wie sieht dieses wegbeissen eigentlich aus? Und unter welchen Umständen kommt es dazu?
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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18.10.2014, 18:06
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
..doppelt
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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18.10.2014, 18:31Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Dieses Wegbeißen ist ja eher, bevor ich überhaupt in eine Beziehung zu diesem Menschen eintrete. Ich lasse einen Kandidaten quasi gar nicht erst an mich heran. Und zu dieser Entscheidung stehe ich dann auch, weil ich das irgendwie mit schlechtem Bauchgefühl gleichsetze.
In der Erinnerung: Ich melde mich nicht, habe schlechte Laune, keine Lust auf irgendetwas, was schon abgemacht war. Das geschah oft panisch. War die Panik vorbei, näherte ich mich eben wieder an.
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18.10.2014, 18:46
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Okay, das sind dann alles, keine besonders ausgefallenen
, aber dennoch Vermeidungsmechanismen.
Welches Gefühl verbirgt sich dahinter?
Denn das wir alle mal Zeiten haben, in denen wir keine Lust auf den ein oder anderen Menschen, oder Tätigkeit etc. ,und auch mal schlechte Laune haben, ist klar.
Das tun die meisten aber nicht, um eine Beziehung ( oder Anbahnung ) zu torpedieren.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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18.10.2014, 18:54Inaktiver User
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Ja, das kommt hin.
Ein Qualitätstest. Ich weiß, es kommt der Tag, an dem ich mich nicht mehr groß verstellen kann - wird er das verkraften oder ob seiner Ent-Täuschung alles hinschmeißen (und ich dann wieder leiden)???
Sicherer, weil ich blind war, mich treiben lassen konnte, gar keine Gelegenheit hatte, mich selbst zu hinterfragen. Ehe ich es mich versah, war ich schon mitten drin in der Beziehungskiste. Das waren auch eigentlich immer ganz heftige Hals-über-Kopf-Geschichten.
Aber jetzt bin ich ja Single und kann nicht mit der Rückfallversicherung mit anderen Männern flirten; die wissen ja, dass ich frei bin und machen sich vielleicht Hoffnungen und all das. Bei mir scheint das eine notwendige Leichtigkeit zu nehmen, die es aber bräuchte.
Die habe ich schon immer, eigentlich. Momentan trösten sie mich, süß---
Aber das überdenke ich gerade, was du da schreibst. Bei Teenagern gibt es das ja, dass sie durch Schwärmen eine Beziehung üben, für die sie eigentlich noch gar nicht reif genug sind. Hm....
Ich fühle dann, dass ich jemanden (wieder einmal) enttäusche.
Falsch verankerte Schuldgefühle
Da fehlt mir wohl etwas Gelassenheit.
Das ist eine ganz große Frage für mich: WAS sollte ich offenbaren, was DARF ich behalten, ganz tief in mir begraben? Ich mag zum Beispiel gar nicht gern über "alte Zeiten" reden. Aber spätestens, wenn klar wird, dass ich keine Familie habe, kommen große Fragen auf. Fragen, die ich nicht beantworten mag, mich aber trotzdem schuldig fühle, wenn ich es so handhabe.
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18.10.2014, 18:57Inaktiver User
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18.10.2014, 19:03
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm
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18.10.2014, 19:07
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Hier zuerst. War auch mein erster Gedanke. Du musst gar nichts, Du kannst, wenn Du magst.
Du hast eigene Ansprüche, ok, die Ansprüche/Erwartungen anderer musst Du aber nicht erfüllen.
Ein 'möchte ich nichts zu sagen' evtl. garniert mit einem 'noch' genügt.
Steh Deine Frau.
Mich kann man fragen, das beinhält noch keine (zwingende) Antwort. Du entscheidest.
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18.10.2014, 19:14
AW: Bindungsangst vs. Phantasien
Ich weiß ja das ich nerve
Aber warum sollen sie dich in Ruhe lassen? Und wovor möchtest du Ruhe?
Ich denke so ein Gefühlsleben ist wie eine Zwiebel. Es verbirgt sich hinter jeder Schale noch eine und man heult man sich immer wieder die Augen aus, bis man auf den eigentlichen Grund gekommen ist. Na ja, etwas verschwurbelt, aber ich hoffe, du verstehst.
Deswegen frage ich immer noch nach.Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"
Erich Fromm





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