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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Mein Leben wird nicht durch meine Bindungsscheu bestimmt.
    Ich habe feste Strukturen, auch psychisch gefestigte, bin sozial integriert, werde nicht (schon lange nicht mehr) getriggert durch meine Vergangenheit.
    Das bezweifle ich nicht.

    Ich hätte nur lediglich gerne einen Mann, der mich liebt und den ich genauso lieben kann, und da spielen mir (logischerweise) unterbewusste Vorgänge eine Rolle.
    In diesem Punkt wird dein Leben von deiner Bindungsscheu bestimmt.



    Welchen Partner
    Deinen zukünfigen und gewünschten Partner.



    Woher weißt du das?
    Du bist ein mißhandeltes Kind gewesen und ich ein verlassenes und mißbrauchtes Kind.

    Grüße
    Luftpost

  2. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Meine Befürchtung ist nur, dass die "Richtigen für mich" mich schlicht nicht anmachen.
    Was macht dich denn bei einem Mann an? Und wieso denkst du, es war bislang noch kein "Richtiger" dabei, du also die Falschen wählst?

    Eben. Und Fallenlassen bedeutet totaler Kontrollverlust. Ab dann ist es bislang immer gekippt. Glaube ich jedenfalls im Nachhinein erkennen zu können...
    Hier möchte ich dir widersprechen. Fallenlassen bedeutet totales Vertrauen in sich selbst und in die Situation. Mit Kontrollverlust hat es nichts zu tun. Das Problem ist das dauerhafte totale Vertrauen in sich selbst.

    Wie würdest du deine Entscheidungen einschätzen? Vertraust du ihnen dauerhaft?

    Also, ohne mich jetzt als verantwortungslose Gesellin hingestellt zu wissen, aber DAS ist in der Tat mein (theoretisches) Ideal einer Beziehung: Das Gefühl, jederzeit gehen zu können! Dann - so der verführerische Gedanke - könnte ich mich auch einlassen.
    Fülst du dich "gefesselt" in einer Beziehung? Was ist es, dass dir deine Entscheidungsfreiheit nimmt?

    Aber natürlich ein Trugschluss. Beziehung ohne Bindung dürfte nicht funktionieren.
    Ich will ja auch versuchen mich einzulassen. Bin bereit, emotionale Kompromisse zuzulassen - und zu schauen, was "passiert".
    Um zum Strangtitel zu kommen: Für mich klingt es nach Fantasien, was passiert, wenn ich mich auf jemanden einlasse. Hier noch mal die Frage, ob du deinen Entscheidungen traust. Oder lässt du entscheiden?

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Beziehungserfahrung bislang war so, dass ich ausgesucht worden bin. Natürlich hat mich dann auch etwas getriggert, sodass ich mich einlassen konnte - oder musste? Das weiß ich kopfmäßig schon, wie diese Teufelskreise haben entstehen können. Was gut geht, inzwischen, ist das schnelle Erkennen solcher "Überfahrer"; ich schaffe es dann auch, mich nicht mehr auf solche Menschen einzulassen.
    Wenn Du selbst wählst/aussuchst, bekommst Du Panik. Du darfst aber doch wählen und Du darfst doch auch falsch wählen. Das macht umfassende Erfahrung aus, so in Richtung 'aus Fehlern lernen'. Das musst aber als Erste Du Dir selbst zutrauen, Dir trauen.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Meine Befürchtung ist nur, dass die "Richtigen für mich" mich schlicht nicht anmachen. Verstehst du?
    Es könnte also ein 'Richtiger' sein, wenn Du Dich von ihm nicht getriggert siehst.
    Es gibt doch den Satz Beim Richtigen kannst du nichts falsch machen, beim Falschen nichts richtig.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Eben. Und Fallenlassen bedeutet totaler Kontrollverlust. Ab dann ist es bislang immer gekippt. Glaube ich jedenfalls im Nachhinein erkennen zu können...
    Das ist m.E ein Trugschluss. Fallenlassen ist Vertrauen. Zunächst mal in sich selbst, und darauf zu vertrauen, dass Dir beim Loslassen/Fallenlassen nichts (Unangenehmes) passieren kann, nichts gefährlich wird.
    Selbst wenn doch, liegt es in Deiner Hand, damit umzugehen, es liegt an Dir, wie Du damit umgehst.
    Wenn Du Fallenlassen mit Ausgeliefertsein gleichsetzt, dann gibst Du Kontrolle ab.
    Fallenlassen ist aber ganz sicher nicht Ausgeliefertsein.
    Die Sicherheit kannst aber nur Du Dir selbst geben.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Also, ohne mich jetzt als verantwortungslose Gesellin hingestellt zu wissen, aber DAS ist in der Tat mein (theoretisches) Ideal einer Beziehung: Das Gefühl, jederzeit gehen zu können! Dann - so der verführerische Gedanke - könnte ich mich auch einlassen.
    Das kenne ich auch, ich möchte jederzeit gehen können, ohne mich dafür rechtfertigen zu müssen.
    Bei mir gehört aber unbedingt(sic!) dazu, dass ich jederzeit wiederkommen möchte, und zwar aus freien Stücken, dann umso lieber/liebender.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber natürlich ein Trugschluss. Beziehung ohne Bindung dürfte nicht funktionieren.
    Ich will ja auch versuchen mich einzulassen. Bin bereit, emotionale Kompromisse zuzulassen - und zu schauen, was "passiert".
    Was sind denn emotionale Kompromisse?
    Beziehung ist doch eher so etwas wie ein 'Fernziel'.
    Sich einlassen ist, die Dinge, die Menschen etc so annehmen, wie sie sind, ohne Ziel.
    Kompromisse kann man doch erst machen, wenn (zwei) verschiedene Standpunkte klar sind.
    Sie zuzulassen, verstehe ich, als sei das etwas Notwendiges, dabei gibt es manchmal keinen Konsens, dann genügt es, zu akzeptieren, was ist (abgesehen davon, es allemal zu respektieren). Womit ich gar nicht klarkomme, muss ich kommunizieren, evtl. immer mal wieder. Aber nicht um den Preis des Verbogenseins.

    ---
    Sind Dir Deine inneren Glaubenssätze bekannt? Hinterfragst Du sie ab und an mal?
    Ich finde es ganz wichtig, Gesetztes vom Sockel zu holen und neu aufzustellen.

  4. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Was macht dich denn bei einem Mann an? Und wieso denkst du, es war bislang noch kein "Richtiger" dabei, du also die Falschen wählst?
    Früher das Drama (im Sinne einer Selbstbestätigung, nicht liebenswürdig zu sein). Das hat sich inzwischen gut aufgelöst, allein durch die Aufdecking im Rahmen meiner Traumatherapie. Das merke ich deutlich. Klar, es kribbelt noch manchmal, so wie ein Trinker wohl bei Alkohol ein Kribbeln spürt?

    Allgemein habe ich so bestimmte Kriterien, die ich wirklich gut finde, vor allem, wenn sich jemand von mir nicht beeindrucken lässt.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hier möchte ich dir widersprechen. Fallenlassen bedeutet totales Vertrauen in sich selbst und in die Situation. Mit Kontrollverlust hat es nichts zu tun. Das Problem ist das dauerhafte totale Vertrauen in sich selbst.
    Immer, wenn ich mich fallenlassen habe, wurde mein Vertrauen enttäuscht.
    Inwiefern sollte mich also das Vertrauen in mich selbst davor bewahren?

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Wie würdest du deine Entscheidungen einschätzen? Vertraust du ihnen dauerhaft?
    Nicht in Liebesdingen...

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Fülst du dich "gefesselt" in einer Beziehung? Was ist es, dass dir deine Entscheidungsfreiheit nimmt?
    Ja, es hat etwas, das mir den Atem nimmt. Dann neige ich zu Schwarz/Weiß, finde keinen Mittelweg. Muss ich denn gleich Verletzen, nur um etwas mehr Freiheit zu schaffen, um mich eventuell neu annähern zu können?



    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Wenn Du selbst wählst/aussuchst, bekommst Du Panik.
    Ich hoffe, das ist einfach eine Gewohnheitsfrage.

    Aber: Wenn ich gewählt werde und es geht schief, dann kann ich den anderen dafür schuldig sprechen. Wenn ich aber selbst wähle und es geht schief...

    Das liest sich gerade total grauenhaft!!


    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Es gibt doch den Satz Beim Richtigen kannst du nichts falsch machen, beim Falschen nichts richtig.
    Den verbuche ich unter "Kalendersprüche".
    Man kann mit Sicherheit auch die Richtigen in unserem Leben dermaßen vor den Kopf stoßen, dass man sie unwiderbringlich verliert. Davon bin ich zutiefst überzeugt.

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Was sind denn emotionale Kompromisse?
    Dass ich selbst Zugeständnisse haben will, die ich meinem Partner vielleicht gar nicht zugestehen könnte, macht genau diese so schwierig für mich.

    Da kann ich aber nur aus alten Erfahrungen sprechen, die womöglich gar nicht in so genannten gesunden Beziehungen eine Rolle spielen. Ich meine, ich gebe mich also jemandem hin, ich liefere mich aus, vertraue ihm und gebe mich ihm hin. Dafür erwarte ich absolute Loyalität. So weit, so gut. Aber dann überreagiere ich schon bei geringsten Anlässen, die man schwerlich als Loyalitätsbruch bezeichnen kann. Eine Art Eifersucht, die sich nicht unbedingt auf Menschen beziehen muss.

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Sind Dir Deine inneren Glaubenssätze bekannt? Hinterfragst Du sie ab und an mal?
    Ich finde es ganz wichtig, Gesetztes vom Sockel zu holen und neu aufzustellen.
    Einige, aber sicher nicht allumfänglich...

  5. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    In diesem Punkt wird dein Leben von deiner Bindungsscheu bestimmt.
    Eine Psychotherapie kommt genau dann an ihre Grenzen, wenn es um die Konfrontationsphase geht. Dann ist ihr Erfolg abhängig von der Persönlichkeit des zu Therapierenden.

    Betrachte es so, dass ich mich gerade an so einem Punkt befinde.

    Zitat Zitat von Luftpost Beitrag anzeigen
    Du bist ein mißhandeltes Kind gewesen und ich ein verlassenes und mißbrauchtes Kind.
    Wenn ich mich recht entsinne, so waren deine psychologischen Probleme manifestiert in einer Depression. Dieses Krankheitsbild ist mir erspart geblieben. Glücklicherweise.

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Allgemein habe ich so bestimmte Kriterien, die ich wirklich gut finde, vor allem, wenn sich jemand von mir nicht beeindrucken lässt.
    Der 'Richtige' denkt (nicht wie Du von Dir), Du seist liebenswert?


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Immer, wenn ich mich fallenlassen habe, wurde mein Vertrauen enttäuscht.
    Inwiefern sollte mich also das Vertrauen in mich selbst davor bewahren?
    Weil Ent-Täuschung eine Täuschung voraussetzt. Du hast Dich nicht selbst enttäuscht (aktiv), sondern Du wurdest enttäuscht (passiv). So etwas passiert, das ist Leben (wieder ein 'Kalenderspruch' ). Es kommt darauf an, wie Du (für Dich) damit umgehst, also ob Dich diese Erfahrung z.B. aus der Bahn wirft und den Schluss ziehen lässt, war ja klar. Oder ob Du differenzierst.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ja, es hat etwas, das mir den Atem nimmt. Dann neige ich zu Schwarz/Weiß, finde keinen Mittelweg. Muss ich denn gleich Verletzen, nur um etwas mehr Freiheit zu schaffen, um mich eventuell neu annähern zu können?
    Die Vehemenz, also 'gleich verletzen 'müssen', nur um etwas mehr Freiheit zu schaffen, zeigt mir, wie wichtig Dir diese Freiheit ist. Das kenne ich aus meinem Umfeld, da bedeutet im Verständnis der Anderen eigener Freiraum nicht = Freiraum für mich, sondern gegen den Anderen. Das sehe ich nicht so. Vielleicht braucht es da Überzeugungsarbeit.
    Mittelweg? Weniger verteidigend vielleicht, eher verständnissuchend, -bringend, ohne Konfrontation, ohne Eskalation?


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Aber: Wenn ich gewählt werde und es geht schief, dann kann ich den anderen dafür schuldig sprechen. Wenn ich aber selbst wähle und es geht schief...
    Nein, nicht peinlich, allzu menschlich. Niemand ist perfekt. Bei sich selbst nach 'Fehlern' suchen ist halt unbequem, wenn der eigene Anspruch 'perfekt' sein ist.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Man kann mit Sicherheit auch die Richtigen in unserem Leben dermaßen vor den Kopf stoßen, dass man sie unwiderbringlich verliert. Davon bin ich zutiefst überzeugt.
    Selbsterfüllende Prophezeiung?!


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich meine, ich gebe mich also jemandem hin, ich liefere mich aus, vertraue ihm und gebe mich ihm hin. Dafür erwarte ich absolute Loyalität. So weit, so gut. Aber dann überreagiere ich schon bei geringsten Anlässen, die man schwerlich als Loyalitätsbruch bezeichnen kann. Eine Art Eifersucht, die sich nicht unbedingt auf Menschen beziehen muss.
    Welch unglaublich hohe Ansprüche. Absolut, perfekt.
    Gibts nicht.
    Im Grunde ist die Reaktion von Dir genau nicht die 'absolute Loyalität'. Du möchtest einen Riesenvertrauensvorschuss, und dann bin ich wieder bei:
    Du brauchst zunächst Vertrauen in Dich selbst.
    Also ich mag Dich, magst Du Dich?n


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Einige, aber sicher nicht allumfänglich...
    ... und wieder: ich frage nach Deinen Glaubenssätzen, Du reagierst mit dem Adjektiv nicht 'allumfänglich'. Mir geht es nicht um Perfektion oder Absolutismen. Beginnen kann man ja mit kleinen Schritten, sich einen einzelnen Glaubenssatz kritisch und konstruktiv betrachten, und einfach mal sehen, was (in Dir) passiert.

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    .
    Geändert von yokotoo (18.10.2014 um 16:47 Uhr) Grund: doppelt

  8. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Der 'Richtige' denkt (nicht wie Du von Dir), Du seist liebenswert?
    Der "Richtige" sieht hinter meiner Fassade mein "liebenswertes Ich". Er lässt sich nicht täuschen, nicht verschrecken. Er ist stark genug, mir auch den Spiegel vorzuhalten, bietet mir Paroli und zeigt mir so: Du kannst mich beißen wie du willst, ich liebe dich trotzdem!!

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Weil Ent-Täuschung eine Täuschung voraussetzt. Du hast Dich nicht selbst enttäuscht (aktiv), sondern Du wurdest enttäuscht (passiv). So etwas passiert, das ist Leben (wieder ein 'Kalenderspruch' ).
    Ich zähle langsam die Jahre, und natürlich die Enttäuschungen, die mit ihnen gekommen sind. Irgendwie bin ich da auch unwillig geworden. Aber ich vermute, das geht jedem ab der Lebensmitte so.

    Als ich mich mal auf SB-Dates eingelassen habe, dachte ich - gelinde gesagt: Was für eine Zeitverschwendung Das als Beispiel, was ich dann fühle. Aber ich hatte auch zwei sehr verwirrende Kopfkino-Geschichten - die empfand ich überhaupt nicht als Zeitverschwendung, sondern als Bereicherung, an die ich immer mal wieder gerne denke.

    Irgendwo dazwischen wäre gut.

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Die Vehemenz, also 'gleich verletzen 'müssen', nur um etwas mehr Freiheit zu schaffen, zeigt mir, wie wichtig Dir diese Freiheit ist. Das kenne ich aus meinem Umfeld, da bedeutet im Verständnis der Anderen eigener Freiraum nicht = Freiraum für mich, sondern gegen den Anderen.
    Ja, das empfinde ich auch auf freundschaftlichen Ebenen als belastend. Oder wenn ich hier im Forum lese, wie so oft über Menschen hergezogen wird, die sich eben nicht so öffnen können. Da hat man schneller eine psychische Erkrankung, als man bis Drei zählen kann. Ich tue doch nichts, um jemand anderen zu schaden; ganz im Gegenteil, es tut mir sehr leid. Aber der Andere denkt eben anders, kann nur den Angriff als solchen sehen. Wer mag es ihm vorwerfen???

    Deshalb vielleicht mein Wunsch, jemanden zu haben, der mich aushält wie ich eben bin.
    Ist aber möglicherweise auch nur so eine Übertragungsphantasie.

    Zitat Zitat von yokotoo Beitrag anzeigen
    Nein, nicht peinlich, allzu menschlich. Niemand ist perfekt. Bei sich selbst nach 'Fehlern' suchen ist halt unbequem, wenn der eigene Anspruch 'perfekt' sein ist.
    Das hast du ziemlich schnell entlarvt...

    Thema Glaubenssatz: Ich hatte deine Frage so aufgefasst, aber ich neige natürlich trotzdem zur Perfektion. Also, ein Glaubenssatz ist zum Beispiel, dass ich in mir eine sehr hässliche Seite habe, und die will ich um jeden Preis verstecken. Ich bin liebenswert - zu einem bestimmten Prozentsatz. Aber wie wir alle wissen, haben Gut-Schlecht-Listen die dumme Eigenschaft, nicht nach der Quantität, sondern der Qualität bemessen zu werden.

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    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Meine Befürchtung ist nur, dass die "Richtigen für mich" mich schlicht nicht anmachen. Verstehst du?
    Leider nur zu gut. Im Moment denke ich gar nicht an eine Beziehung, vermisse nichts und kann somit die "guten" gar nicht übersehen

    Nehmen wir mal an, es käme doch zu einem Date bei dir, was wären denn deine Gedanken? Und was könnte denn hiner den vordergründigen Gedanken stehen?

    Um bei deinem Beispiel zu bleiben
    "er will mich heiraten" Du hast ja nicht die Angst vorm heiraten, also was steckt hinter dem Vordergrund? Und was würdest du noch für Ängste haben?
    Wissen beginnt mit der Erkenntnis der Unzuverlässigkeit der Wahrnehmungen, mit der Zerstörung von Täuschungen, mit der "Ent-täuschung"

    Erich Fromm

  10. Inaktiver User

    AW: Bindungsangst vs. Phantasien

    Zitat Zitat von Lilith10 Beitrag anzeigen
    Nehmen wir mal an, es käme doch zu einem Date bei dir, was wären denn deine Gedanken? Und was könnte denn hiner den vordergründigen Gedanken stehen?
    Das käme immer auch auf den Gegenpart an.

    Ich hatte in den letzten Jahren genau zwei richtige Dates und zwei Begegnungen, die einseitig von mir aus (sehr wahrscheinlich jedenfalls) empfunden waren. Da dachte ich ganz unterschiedliche Dinge. Die Dates haben mich unendlich amüsiert und gleichzeitig gelangweilt; ich konnte zu schnell und zu schonungslos die Täuschungsmanöver der Herren durchschauen, dass es beinahe eine Beleidigung meiner Intelligenz war. Aber die Phantasie-Jungs, die haben mich ordentlich durchgerüttelt. Gedacht habe ich ganz lächerliche, profane Dinge; zum Beispiel bin ich einmal hektisch einen riesigen Umweg gegangen, weil ich meinte, mein Outfit wäre nicht tageslichttauglich, und so dürfe ER mich auf keinen Fall sehen.

    Mein ganz großer Schwarm triggert mich noch immer heftig, auch nach ganz langen Phasen der Nicht-Begegnung und des Nicht-an-ihn-Denkens treffe ich ihn auf einmal, und er schaut mich vielleicht an, und dann denke ich: Gott, ist der schön! - Und sofort kommt hinterher: So einer wird nie auf dich fliegen!

    Weitere Ängste:
    Ich bin beschmutzt (durch meine Kindheit).
    Ich bin zu alt, zu wissend, zu fühlend, zu schroff...
    Mein Lebenslauf ist zu chaotisch. Meine Familie nicht vorzeigbar.

    usw.

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