Meiner Gesprächspartnerin meinte nicht, dass dan "nix passiert", sondern dass letztendlich das Gefühl bleibt, dass das Leben doch "gut" ist.
Es ging nicht nur darum, dass man das Glück herbeizwingen kann, sondern auch darum, mit Schicksalsschlägen umgehen zu können. Z.B. daran zu wachsen, etwas zu lernen oder sie zumindest irgendwie überstehen.
1. Lerne ich nicht immer was daraus. Wenn mir Pech etwas sagen soll, sollte es sich klarer ausdrücken. Manches war einfach nur Mist. Ein Sinn erschließt sich mir auch Jahrzente später nicht.
2. Selbst wenn ich etwas daraus lerne, musste das Lernen so hart ablaufen? Brauche ich dieses Wissen überhaupt? Haben manche anderen dieses Wissen von alleine? Außerdem habe ich vor allem Mist aus dem Mist gelernt, z.B. Bitterkeit. Ich glaube nicht, dass das gut ist, auch wenn ich es nicht ändern kann.
3. Zitat (ich weiß nicht, von wem es ist): "Gegen was härtet Leiden ab? - Gegen noch mehr Leiden".
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Ergebnis 11 bis 20 von 45
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12.10.2014, 17:42
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
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12.10.2014, 17:44Inaktiver User
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
wenn einem wenig gutes widerfährt- wird es einem umso wichtiger. und umso kostbarer ist es. ich schätze mein leben, meine liebe, meinen job und vorallem meine gesundheit seit einigen jahren viel mehr. in jungen jahren war ich unbedarft und vieles war für mich eigentlich selbstverständlich. heute weiss ich: nichts, nichts und niemand ist eine selbstverständlichkeit.
reinfälle- sind für mich die situationen aus denen ich zu lernen bereit bin. sie bringen mich nicht mehr an den rand oder nahezu über die klippe. sie fordern mich heraus auch das gute darin zu finden.
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12.10.2014, 18:12Inaktiver User
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Ich kann erd so gut verstehen. Wie gut, dass dann doch noch etwas geschehen ist, was deine Situation verändert hat. Darf ich fragen, was es war?
Geändert von Inaktiver User (12.10.2014 um 18:23 Uhr)
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12.10.2014, 18:23
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Es ist doch im Grunde genommen in erster Linie eine Frage der persönlichen Wertung.
Zwingt Dich irgendjemand mit vorgehaltener Pistole, an die negativen Dinge zu denken? Das bist Du selbst, der daran festhält und grübelt.
Warum denkst Du nicht mit der gleichen oder mit noch mehr Energie an die Dinge, die positiv geworden sind?
Es ist allein Deine Entscheidung, welchen Dingen und Ereignissen in Deinem Leben Du Gewicht gibst. Du kannst täglich an die Misserfolge denken - verpflichtet bist Du nicht dazu.
Jeder Mensch hat hie und da Misserfolge, nur gehen die Menschen unterschiedlich damit um. Der eine schüttelt sich kurz mal und geht mit erhobenem Haupt einfach weiter, der nächste analysiert ein wenig und zieht Konsequenzen daraus, der nächste wiederum bleibt im Problem hängen.
Und dazwischen gibt es viele, viele Nuancierungen.
Ob Du in Summe Dich dann als glücklich oder als Pechvogel bezeichnest, hat damit zu tun, wie Deine Reaktionen sind und meistens nicht wirklich mit der Häufigkeit der Misserfolge.
Du selbst gibst ihnen Gewicht (oder auch nicht).
Liebe Grüße
Zio
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12.10.2014, 18:23
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Weise Zeilen dazu schrieb schon Prentice Mulford vor über 100 Jahren in Unfug des Lebens und des Sterbens.
Der Mann war seiner Zeit weit voraus. Heute weiß man, dass bei Denken in posiver Richtung, das Hirn neue Synapsen aktiviert. Und selbst wenn es eoterisch klingt, man ist glücklicher, wenn man dies in Meditationen trainiert. Und es läuft dann auch im Äußeren besser.
Der arme Mensch, der immer wieder plappert, nur Betteln bringt ihn durch den Tag, hat recht. Selbst erfüllende Prophezeiung.
Heidi Klum hat da eine andere Hirnwindung drauf. Tschacka, tschacka, ich kann und kriege, was ich will, scheint genau das zu verwirklichen. Ebenfalls die sich selbsterfüllende Prophezeiung.
Ein "ich krieg das nicht hin, auf dem Laufsteg zu laufen und außerdem bin ich eh zu häßlich dafür" hatten nie einen Platz in ihrem Denken.
Und ich denke, sie hält das für ihr Glück. Und es fiel ihr sicherlich nicht einfach so in den Schoß sondern war vorher durch genau produzierte Denkprozesse so auf den Weg gebracht.
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12.10.2014, 18:34Inaktiver User
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
@erd: Die Resilienzforschung hat das bei Kindern aus benachteiligten Umständen ganz gut erforscht. Es gibt Kinder, die trotz schwieriger Familien, Armut und Missbrauch ihr Glück machen - diese bezeichnet man als resilient. Sie ergreifen die wenigen Chancen, die sich bieten. Aber wenn ich mich recht erinnere, war sich die Forschung einig: ein Kind, dem sich gar keine Chancen boten, kann es nicht schaffen.
Allerdings haben sich dir die Chancen ja dann doch noch geboten. Zur Resilienz gehört auch, zu akzeptieren, was man nicht ändern kann. Dazu gehört definitiv die Vergangenheit.
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12.10.2014, 18:38
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Genau so sehe ich es auch. Für mich ist das Glück -bzw. die Fähigkeit, es zu empfinden- ganz eng mit der Dankbarkeit verbunden. Und ob ich mich dafür entscheide, auf das zu schauen wofür ich dankbar sein kann, oder darauf, wo ich mich benachteiligt fühlte: Das entscheide ich ganz alleine.
Es gibt einige Menschen in meinem Umfeld, denen es "objektiv" betrachtet viel besser geht als mir: mehr Kohle, tolle Urlaube usw. Aber interessanterweise sind viele von ihnen viel unzufriedener und unglücklicher als ich. Weil ich -Gott sei Dank- erkennen kann, was ich alles habe.
Es ist immer eine Frage der Betrachtungsweise. So habe ich mir vor kurzem beim Aldi (darf man das hier so schreiben?) eine billige Fleacejacke gekauft. Die würden viele der oben erwähnten Personen gar nicht erst anziehen, weil sie eben ein Billigprodukt ist und nicht aus irgendeinem Top-Laden. Ich aber bin über meine "Beute" froh wie eine Schneekönigin und freue mich, weil sie so schön kuschelig ist. Ich bin also schon mit meinem Jüppchen glücklicher, als manch anderer mit seinem 7. Designerstück. Dafür kann das Jüppchen nichts und das Designerstück auch nicht. Nur ich
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Man wandelt nur das, was man annimmt.
C.G. Jung
Nein ist ein ganzer Satz.
Keine Ahnung von wem
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12.10.2014, 18:44
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Unglückliche Stunden zu verbringen ist überflüssig aber nicht vermeidbar. Und das Schicksal kann auch heftig zuschlagen gerade bei dem Thema Krankheit/Unfall/Sterben und da denke ich ist dann wieder eine andere Philosophie, ein anderer Umgang gefragt und nicht die Frage nach dem Glück..
Der Mensch wird ständig gefordert, wenn er es denn zulässt und manches kann man auch einfach so akzeptieren und stehen lassen wie es ist.
Bitterkeit wäre für mich ein Zustand des Betrugs am eigenen Leben, wofür ich vielleicht auch noch selbst verantwortlich bin..Gelingt mir etwas nicht, so weiß ich um meine Schwäche oder zumindest um die Stärke des anderen.
Grüße von Akzent
- Der leichte Weg ist auch der richtige Weg -
von Bruce Lee
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12.10.2014, 18:48Inaktiver User
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Hm, noch ein Gedanke: Unglück ist nicht dasselbe wie die Abwesenheit von Glück. Viel Unglück auf einem Haufen kann das Glück auf jeden Fall eine Zeit lang fernhalten. Aber auch ganz ohne Unglück sind manche Leute nicht glücklich. Was ist es denn bei dir?
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12.10.2014, 19:08
AW: Wie sehr können wir unser Leben beeinflussen? Welche Rolle spielt Glück?
Danke für die vielen Posts!
Es ist so, dass meine Denkweise ein Schutzmechanismus für mich ist. Ich kann Enttäuschungen einfach nicht ertragen, deshalb bastele ich ein Weltbild, was davor schützt. Nicht vor negativen Erfahrungen, aber mit einem "musste ja so kommen, was sonst" lassen sie sich einfach besser ertragen, als wenn sie einem aus heiterem Himmel treffen. Auch finde ich es angenehmer, gar nicht erst erst etwas langersehntes Gutes zu bekommen als es bekommon und dann wieder zu verlieren. Das tut mir so weh, dass ich einen sehr hohen Preis dafür zu zahlen bereit bin. Nämlich dass man viel weniger lebt, weil man sich abschottet.
Mir ist aber gerade gekommen, dass wir unser Leben nicht in der Hand haben. Und dass das sehr tröstlich ist. Weil es deshalb völlig überflüssig ist, sich um die Frage "Glück und eigenes Tun" Gedanken zu machen. Das Leben passiert einfach. Und wir leben, egal ob es bitter schmeckt oder süß. Die Erkenntnis, dass man keine Kontrolle hat, keine haben kann und deshalb die Kontrollversuche aufgibt, ist befreiend. Man hat mehr Zeit, sich dem Moment zu widmen.


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