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  1. Inaktiver User

    Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten



    Liebe Bricom,

    vielleicht hat der ein oder andere Lust sich das mit mir anzuschauen ? Es geht übergeordnet um das Thema,
    SEHEN / SELBSTWAHRNEHMUNG / BLICKWINKEL VERGRÖßERN - es ist ein bisschen heavy....

    Wieso bin ich blind, wenn es um Wertschätzung von aussen geht,d.h. ich habe einen Blinden Fleck, wenn es um Komplimente geht. Mit Komplimenten meine ich, keinen Schwall von verbalen Bewertungen, sondern auch im kleinen, im leisen eine Anerkennung zu erhalten, ein Lächeln oder ein Dankeschön, ein anerkennendes vom Kollegen oder der Chefin, auch das ist streng genommen ein Kompliment. Ich erhalte nämlich so gesehen tagtäglich in jeglicher Form ein Kompliment; sei es zu meinem Äusseren, oder zur Tätigkeit - egal: für mich ist ein Kompliment hier definiert in diesem Kontext als eine wertschätzende Äusserung mir gegenüber in Worten verpackt oder in einem Verhalten.
    Und obwohl ich schein-bar so viel von AUSSEN erhalte, fällt es mir schwer, diese Fülle zu erkennen, denn oftmals ertappe ich mich am Ende des Tages dabei, dass mich ja keiner mag und mich keiner sieht und ich alt werde und und und...

    Selbstreflektion: Scheinbar meine ich, dass nur Komplimente etwas taugen, wenn diese so sind, wie ich meine, wie sie zu sein haben

    möchte es scheinbar in der und der Form haben, und NUR wenn es so ist, wie ich es meint, wie es zu sein hat, hat es seinen Wert.



    und

    Wieso fällt es mir so schwer, mit andersartigen Sichtweisen, die einen Milimeter abweichen von meinen Vorstellungen, ruhig und besonnen umzugehen, ohne, dass ich meinen Selbstwert in Gefahr sehe.

    Bin des öfteren mit Freunden "aneinandergeraten" weil diese eine andere Meinung vertreten haben und ich mich dann in dem speziellen Kontext in Frage gestellt gefühlt habe; ich explodiere dann an dem Punkt, werde wütend, da ich unterstelle, dass mein Freund /in sich gegen mich wendet und breche die Beziehung in dem Moment ab.... Es dauert sehr lange, bis ich wieder klar sehen kann; ich hänge noch sehr lange in diesem diffusen Gefühl der Abwertung und fühle mich dann irgendwie bestätigt, dass die Welt ja schlecht sei und man mich ja doch nicht lieb hat.


    So das ist jetzt sehr schonungslos von mir geschrieben: bin ein sehr reflektierter Mensch und bestrebt, wirklich diese beiden Muster besser zu händeln; aber irgendwie tappe ich immer wieder in diese "Abwertungs-Spirale" scheinbar....



  2. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    Im Endeffekt hast Du das Muster doch schon heraus gearbeitet: "ich bin nichts wert" ist der Satz dahinter und welche Situationen dazu geführt haben- wirst Du kaum in der Tiefe herausarbeiten, da solche Mustersätze schon seeehr früh angelegt werden (da kommen wir per Denken und Erinnern bewusst seltenst hin).

    Warum ist also klar
    Die Frage ist doch nur, was Du damit machst.

    Zu dem zweiten Teil- geht es doch zuerst einmal um die Erkenntnis, das Du NICHT die Meinung BIST.....sondern die Meinung HAST!
    Du kannst somit jede andere Meinung annehmen........wir reden hier NUR von Gedankengängen und diese sind beliebig austauschbar.
    Du kannst zB für Urlaub am Meer sein oder gegen........Du als Mensch bleibst aber derselbe!

    DAS alleine- musst Du Dir mal klar machen.........dann werden Meinungen und Aussagen nicht mehr identisch mit der Person, die sie vertritt!
    Wenn also jemand Deine Meinung nicht vertritt-- dann nur die Meinung und nicht komplett Dich!

    Wir neigen alle dazu unsere Gedanken zu UNS zu machen.
    Und natürlich beschreiben unsere Gedanken auch uns selbst-- aber dennoch muss man Gedanken wie ein Mantel ansehen........wir entwickeln sie war aus unserem Kopf, aber wir können auch Socken stricken und die ebenso wegwerfen

    Und ja- offensichtlich wird Dein Selbstwert sofort in Frage gestellt, wenn jemand nicht mit Dir überein stimmt.
    Daher wird dann auch so emotional reagiert- argumentiert.....gekämpft?

    Das aufzulösen- ist nichts, was man mal schnell macht......denn da greifen die ganz oben genannten Muster.
    Sich aber klar zu machen, das Gedanken nicht gleich Person ist......kann Dich in Zukunft sehr erleichtern.
    Vielleicht wäre das Buch "Der Gefühlsdschungel" für Dich ganz hilfreich? Wie man zu Gedanken, WErtungen etc kommt und wie man es ändern kann......

    kenzia

  3. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    danke Kenzia erst einmal.

    Der Glaubenssatz "ich bin wenig Wert" wartet scheinbar ja ständig, lauernd darauf, Bestätigung zu erhalten...und so kommt es mir vor: und so bald jemand etwas sagt, was nur ansatzweise diesen Satz füttert, schnappt die Falle zu: und ich kann mir sagen; ja so ist es. Ich konstruierte mir also ständig meine REalität nach meinem Glauben, aber: gibt es nicht einen Trick, eine Übersprungshandlung für den Moment, wenn ich merke, aaaah, es geht schon wieder auf´s Abstellgleis mit mir und ich bin in Lauerstellung ? Es überfällt mich wie ein wildes Tier - wie ein Gorilla taucht es auf und ich brülle innerlich und schreie und ......

    damit gefährde ich auch Beziehungen, wenn ich in meinem Film bin.....

    und das Buch: Der Gefühlsdschungel steht tatsächlich in meiner Selbst-Ratgeber-Bibiothek... ich werde es mir wieder zur Hand nehmen.

  4. User Info Menu

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    Liebe flieder_duft,

    das selbe ist momentan auch bei mir ein großes Thema. Es fällt mir schwer Wertschätzung anzunehmen. Ich hatte bis vor einigen Monaten kein Problem damit, doch eine aktuelle Verletzung, die nicht aus einer Enttäuschung durch falsche Erwartungen gerührt hat, zog mich in diese Spirale hinein.

    Beim reflektieren und in mich reinfühlen, komme ich immer auf den Punkt, dass Verletzung und Wertschätzungsentzug durch andere das Problem ist, das ich momentan nichts annehmen kann.
    Weil ich einfach Angst davor habe, dass sich Verletzungen wiederholen könnten.

    Tiefes Vertrauen empfinde ich momentan nur zu mir selbst, aus Eigenschutz. Ich kann nur alleine an dem Problem arbeiten, glaube ich meist...

    Vielleicht ist es bei dir ähnlich!?

  5. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    Du fragst, was Du dagegen machen kannst!

    Man kann natürlich an diese Muster herangehen und daran arbeiten- aber das setzt eine sehr tiefe Arbeit voraus und das bedeutet dann auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.

    Ich würde noch ein Buch sehr empfehlen:
    "Aussöhnung mit dem inneren Kind"- von Erika Chopich.
    Und ich fass mal in eigenen Worten grob zusammen, wie sie es beschreibt:

    Wir sind alle mal Kind gewesen und haben Zuspruch gebraucht. (Liebe, Zuwendung, Wertschätzung etc).
    Bekommt das Kind diesen Zuspruch nicht- bleibt es wie in einer Warteschleife und man wird zwar älter....ein Anteil wird dann erwachsen-- aber ein Anteil steht immer noch in uns da und sucht diesen Zuspruch.

    Und JEDER Menschen, den wir treffen- wird sozusagen zum Mutter-STellvertreter (mit Mutter meine ich nun die engsten Bezugspersonen, die wir als Kind hatten- ist halt bei den meisten die Mutter).
    Du triffst Frau Meier......und in Dir steht das kleine Kind und wartet auf Zuspruch......dasselbe bei Herrn Müller, bei Freunden, bei Fremden, beim Busfahrer......usw.

    Immerzu steht in einem das kleine Kind und will ENDLIcH den Zuspruch, nach dem es sucht.
    Und wenn das nicht kommt......kommt tiefe Enttäuschung und der Erwachsene in einem übernimmt dann den Part, der Ärger und Frust auslebt.......

    Sich dann seinem inneren Kind einmal nähern- es kennen lernen......mit diesem Anteil in Kontakt treten- ist dann sozusagen DIE Lösung.

    Und egal, wie jeder einzelne darüber denkt- es geht immer nur darum, in sich zur Ruhe zu kommen und aus dieser Ruhe dann auch im Außen zu handeln (was dann eben auch funktioniert).
    Wenn ich nicht ständig im Außen den Zuspruch suche......dann werden alle Beziehungen ruhiger, friedlicher.
    Was ja auch einleuchtet.

    Und dann- kann man zB auch Wertschätzung annehmen.
    Weil man sich selber wertschätzt- annimmt- gut findet......seine Einzigartigkeit erkennt und liebevoll annehmen kann.

    Es ist nicht einfach- der Weg........denn der Mensch verschließt sich ja nicht grundlos vor dem Schmerz, den er in sich trägt.
    Aber lohnend ist er allemal....denn man lernt auf alle Fälle, das man selber Kompetenzen besitzt und gar nicht so ausgeliefert ist, wie man immer denkt......
    Es gibt Wege da heraus und das ist doch das Wichtigste!

    kenzia

  6. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    liebe firechilli, ja so ähnlich ist es bei mir auch in der Hinsicht, dass ich mich sehr verschanze und mich schützen möchte, ganz irrational vor "anderen", so dass ich den Kontakt von vorneherein vermeide; mich also isoliere an den Wochenenden, wenig soziale Kontakte. Andrerseits bin ich ein Mensch, der genau diese Kontakte "braucht" - um mich zu spüren und weil es eigentlich meiner Persönlichkeit entspricht: ich gelte als gute Gesellschafterin, mit mir ist es kurzweilig etc. - wehe dem, wenn es dann zu den oben beschriebenen komischen Momenten kommt im Kontakt, dann ist alles vorbei und eine ganz andere wütende zerstörerische flieder_duft kommt zum Vorschein..


    MANN, ich finde so langsam dürfte ich mich auch mal mehr wertschätzen; ich mich ganz allein in meinem Wesenskern, ich beschäftige mich schon so lange mit Selbst-Liebe und Selbst-Vertrauen, es ist alles noch sehr wackelig in mir.

  7. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    liebe Kenzia, auch das Buch kenne ich natürlich, ich habe auch schon 10 Jahre Persönlichkeitesentwicklung hinter mir.....

    es geht mir wirklich um dieses spezielle tiefgreifende Muster, es muss doch aufzulösen sein, nach all´den fleissigen Jahren der Therapie ohne dass ich mich immer mehr isoliere und Konflikte habe und ich mich hinterherher wieder schäme, dass ich in meinem Film war....

    Bin gerade verzweifelt.

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    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    Liebe flieder_duft,

    mir geht es mit den Kontakten so ziemlich gleich. Und ich bin generell auch ein sehr gesellschaftlicher Typ Mensch.

    Das Buch mit dem inneren Kind habe ich vor ca 8 Jahren gelesen.
    Ich habe noch "die inneren Helfer und Co". Habe es noch nie ganz gelesen, finde die Ansätze jedoch sehr spannend. Ich glaube so hieß es.

    Ich finde jeden einzelnen Beitrag in diesem Thread auch für mich hilfreich.

    Ich frage mich gerade, vielleicht geht es bei mir momentan auch drum....die Lage einmal so zu akzeptieren wie sie ist. Mir diese "Unzulänglichkeit" zuzugestehen. Ich selbst bin immer mein härtester Richter....
    Andere kommen da viel besser weg.

    Ich habe kürzlich die Kritik erhalten, ich sei immer so perfekt und für andere könne das sehr schwer sein. Weil ich mir niemals Fehler erlaube. Womit auch in Zusammenhang steht, dass ich zwar sehr offen wirke, aber doch immer eine "vertuschte Unverbindlichen" lebe....um ja nicht fehlerhaft zu sein....und trotz aller Offenheit....auf dieser gewissen Eigenschutz-distanz...

    Verzweifle nicht flieder_duft, die momentane Auseinandersetzung mit dem Thema hält sicher schon jetzt einige Lösungen für dich parat....

  9. User Info Menu

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    Und dein Film ist dein Film, den gibt es nicht ohne Grund....
    Du brauchst dich nicht zu schämen.

  10. Inaktiver User

    AW: Möchte gerne mit Euch mal ein bestimmtes "Muster" beleuchten

    @Kenzia : danke für die PN ...ich schaue es mir in Ruhe an, es klingt interessant

    @Euch beiden
    Komisch, mir geht es jetzt schon besser, das Schreiben hier hat schon geholfen ! Das finde ich toll! Ist ein bisschen wie Tagebuch schreiben

    es hilft mir ja auch, es mir noch klarer vor Augen zu führen und den Mechanismus beim nächsten Mal wieder zu erkennen: heute nachmittag könnte z.B. wieder eine Prüfungssituation sein; treffe mich mit einem lanjährigen Freund / Bekannten, mit dem ich auch schon einmal 1 - 3 Mal diesen Film hatte; in letzter Zeit jedoch mal keine Streitereien, worüber wir beide froh sind: Er hat aber etwas sehr frauen-abwertendes bzw. kritisierendes - und das beziehe ich dann - manchmal - ganz schnell auf mich.... (Wir hatten uns vor Jahren in einer Singlebörse kennen gelernt und nach dem wir uns trafen fiel er ein vernichtendes Urteil ob eines Körperteils von mir //// eigentlich lächerlich /// aber es löst in mir Wut aus)
    Beim letzten Treffen konnte ich es aber gut bei ihm lassen und es einfach aus der Distanz beobachten.

    @Firechill

    Das mit dem Perfektionismus und der Aura der Unverbindlichen wird mir auch nachgesagt: allerdings konnte ich das schon umdeuten, denn es schwang auch etwas wie Bewunderung (zwischen den Zeilen) mit und mir wurde klar, dass jeder der auch mich bewertet, seine eigene Brille hat und es wenig über meinen Wert aussagt. Ev. hat die Person auch mit sich selbst die Herausforderung auszufechten, dass sie eben die Dinge weniger gut beherrscht wie Du z.B.

    Ich danke Dir, dass Du so lieb schreibst, ich solle mich nicht schämen :-) Das tut gut.
    Oftmals gehört dies nämlich mit zu dem Muster: dann schäme ich mich nämlich und dann geht es mir eben noch schlechter.. weil ich mich ja schäme...

    ABER ganz ehrlich: jetzt geht es mir erst einmal schon viiiiiel besser, darum ein dickes DANKE.

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