Antworten
Ergebnis 61 bis 70 von 73
Thema: Liebe als (Ersatz) Religion
-
29.09.2014, 15:12Inaktiver User
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
-
29.09.2014, 15:31
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Und an dieser Stelle sind wir wieder bei der Frage, ob und in wieweit das, was der Artikel postuliert eigentlich mit der gesellschaftlichen Realität übereinstimmt, oder ob der Autor nicht auch einfach ein gewisses negativ-Bild als Folie nimmt vor deren Hintergrund es eben so einfach zu erklären ist, warum Beziehungen scheitern oder Menschen unglücklich sind.
Denn seien wir ehrlich: die grundsätzliche Aussage, dass Realität und Ideal nur selten übereinstimmen und die unreflektierte und ausschließliche Jagd nach dem Ideal nicht unbedingt zur allgemeinen Zufriedenheit beiträgt, ist banal.
-
29.09.2014, 15:35
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Das stimmt wohl. Von der Unzufriedenheit und den Idealen leben ganze Industrien. :)
-
29.09.2014, 15:37
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
wieso ist sie denn verschwunden?
visual, sollte ich dich beleidigt haben, so tut mir das leid :(
-
29.09.2014, 15:40Inaktiver User
-
29.09.2014, 15:50
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Mir ist es nicht gegeben mich schnell und "rasend" zu verlieben,das war in der Jugend
so und blieb bis heute.Bei mir geht das immer sehr langsam, fast widerstrebend am Anfang,
ich suche eher Haare in der Suppe als Rosenblätter auf dem Wege- wenig romantisch halt....
Und ich habe nie bewußt Liebe "gesucht", nicht ein einziges Mal.Freundschaften ja, Vertraut-
heit,Austausch von Ideen,Wünschen,Lebensplänen.
Mit der Zeit kommen dann aber doch dazu: eben die armen rotierenden Schmetterlinge, die sich
langsam aufschwingen, Unregelmäßigkeiten der Herzaktion
, Nähe suchen und was
sonst noch so dazu gehört, Begehren,das Ganze in irgendwie umgekehrter Reihenfolge.
Beeinflussen-also rein verstandesmäßig- konnte ich das nie- es kam oder blieb aus.
Meistens das.
Und ich habe mich sehr sehr selten verliebt.Worunter ich als junges Mädchen durchaus litt.
Ich wäre also eine ideale Kandidatin für eine "Vernunftehe" geworden,aber glücklicherweise
kam dann doch das grosse Kino- als Mehrteiler sozusagen und mit Pausen- dazwischen.....
Liebe ist für mich Teil des Lebens, eine Essenz, die nicht nur romantisch oder erotisch ist,
sondern die mir Prüfungen auferlegt hat,Schmerzen zufügte,mir meine Grenzen aufzeigte.
Und dennoch würde ich niemals etwas daran ändern.So wie es war/ist, war es richtig für mich
und hoffentlich auch für meinen Mann,meine Partner.
Liebe kann Wunder wirken und BERGE VERSETZEN;aber nicht nur die Mann/Frau/Menschen Liebe,
sondern dieses "universelle Gefühl", das man in sich trägt.Ohne diese Art Liebe gebe es uns
als Spezies wohl gar nicht (mehr).Diese Art Liebe ist ein kontinuierliches "Hintergrundrauschen"
und bringt uns dazu Dinge zu tun, die nicht nur uns persönlich Vorteile bringen,welcher Art auch
immer, sondern auch mit zu fühlen und Dinge zu tun,die die Welt zu einem weniger schrecklichen
Ort machen-auch das verstehe ich unter Liebe.
In einer lieblosen Welt,wo nur permanente Selbstsucht regiert,"Selbstoptimierung", sei es in
Beziehungen oder in Puncto Karriere, Gelderwerb etc- würde ich nicht leben mögen.
Daher ist es mir auch NICHT egal, wen ich heirate !Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
-
29.09.2014, 15:52
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Die Träume sind geheime Tunnel, durch die wir zurück-
kehren, so daß wir einen Moment lang wieder sind, wer
wir waren
Aharon Appelfeld
-
29.09.2014, 16:00Inaktiver User
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Und genau das (was ich auch entsetzlich finde) basiert doch genau auf der These, dass Romantik verzichtbar wäre und ein reiner Faktenabgleich (im Zusammenspiel mit Statistik: wenn ich 200 Menschen date werde ich garantiert die Liebe finden) für die Paarbildung absolut ausreichend ist.
Und irgendwo bin ich auch erleichtert, dass das dann doch nicht so recht zu funktionieren scheint, und sich weiterhin nicht zwangsläufig die Menschen verlieben, die nach irgendwelchen Kriterien optimal passen müssten, sondern oft immer noch die, wo das alles höchst unvernünftig scheint.
-
29.09.2014, 16:03Inaktiver User
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
-
29.09.2014, 16:07Inaktiver User
AW: Liebe als (Ersatz) Religion
Das finde ich nicht, die Liebe an sich nicht. Wenn, dann die Zweierbeziehung oder noch eher: die Herstellbarkeit derselben. In meinen Augen ist das ein großer Unterschied.

Ich finde viel eher, dass es an der wirklichen Liebe mangelt, schon an der gesunden Eigenliebe. Damit würden sich nämlich viele dieser Probleme von allein erledigen. Aber wer bekommt das denn vermittelt? Alle sicher nicht, die einen werden von klein auf gedeckelt, die anderen mit Affenliebe überschüttet.



Zitieren
