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  1. Moderation

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    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Ja. Und wenn z.B. die Ehefrau starb, wurde die ledige Schwester geheiratet. Es war alles viel pragmatischer, aber das war eben so nach dem Krieg, als Versorgung durch den Mann und eine neue Mutter für die Kinder noch überlebenswichtig war.
    Ich glaub schon, dass sich viele dieser letzteren Paare nach Jahren auch geliebt haben. Aber es gab wohl eher weniger das Rosarote drumrum.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  2. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Was die Singles früher angeht, die gabs auch in den Fünfzigern schon. Ich kenne einige Damen, die allein blieben, weil ihr Verlobter im Krieg gefallen war. Ich hab da grad eine bestimmte Frau vor Augen, die bei ihrem Bruder unterkam, der Grossbauer war. Sie hat sich um Haushalt und Kinder gekümmert, während die Ehefrau andere Verpflichtungen hatte.
    Natürlich gab es zu allen Zeiten selbstbestimmte Menschen, die sich einer Heirat verweigert haben. Aber die Situation war doch eine andere, man war ja meist dennoch nicht unabhängig. Was mit einer ledigen Gouvernante passiert wäre im Alter, wenn sie nicht durch irgendwen Unterstützung erfahren hat mag man sich nicht ausmalen. Besonders selbstbestimmt war ihr Leben ja nun auch nicht.

    Heute ist es aber so, dass eine Entscheidung gegen eine feste Bindung nicht mehr mit einem existenziellen Risiko und materieller Armut einhergeht - daher finde ich es ganz natürlich, dass man sich überlegt ob man denn dann von seinen Ansprüchen runtermuss. Nein, muss man eben nicht.

  3. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Ich glaub schon, dass sich viele dieser letzteren Paare nach Jahren auch geliebt haben.
    Hm. Viele? Ich weiß nicht. Ich denke, wenn es eine friedliche Koexistenz war konnte man schon zufrieden sein. Und das ist halt heut - ich finde zu recht - kein "Mehrwert", jedenfalls nicht für alle.

  4. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Diese Art von Romantik ist tatsächlich nicht von Dauer, ebenso wenig wie Verliebtheit. Reale Menschen haben positive und negative Eigenschaften. Die Romantik (auch rosarote Brille genannt), muss die negativen negieren.
    Romantik lässt sich nur dadurch aufrecht erhalten, dass man das Objekt der Begierde nicht bekommen kann bzw. es nicht an sich ranlässt oder durch eine Trennung im Zustand der Verliebtheit (die romantischen Gefühle bleiben dann in der Erinnerung erhalten).
    Das ist die Frage. Ich denke, z.B. "living apart together" Paare versuchen sich daran - als chancenlos seh ich das nicht so generell.

  5. Moderation

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    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Da bin ich völlig deiner Meinung (bin auch derzeit Single) - aber was meinst du mit Ansprüchen?
    Den Prinzen auf dem weissen Schimmel zu finden, der dir dein Lebtag Rosen zu Füssen legt?

    Ich hab auch bestimmte Ansprüche, aber eher praktischer Natur. Ich hab aber auch nie romantisiert, im Sinne von rosa Brille, zumindest als Erwachsene nicht mehr. Ich wollte immer den zweiten Teil von Pretty Woman sehen, um zu gucken, wie es weitergeht.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  6. Moderation

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    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Hm. Viele? Ich weiß nicht. Ich denke, wenn es eine friedliche Koexistenz war konnte man schon zufrieden sein. Und das ist halt heut - ich finde zu recht - kein "Mehrwert", jedenfalls nicht für alle.
    Sie hätten möglicherweise 'Liebe' anders definiert als die heutige Generation. Aber wir sind ja einer Meinung, dass man früher und heute nicht vergleichen kann. Was besser ist, kann ich auch nicht sagen.
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  7. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Da bin ich völlig deiner Meinung (bin auch derzeit Single) - aber was meinst du mit Ansprüchen?
    Den Prinzen auf dem weissen Schimmel zu finden, der dir dein Lebtag Rosen zu Füssen legt?

    Ich hab auch bestimmte Ansprüche, aber eher praktischer Natur. Ich hab aber auch nie romantisiert, im Sinne von rosa Brille, zumindest als Erwachsene nicht mehr. Ich wollte immer den zweiten Teil von Pretty Woman sehen, um zu gucken, wie es weitergeht.
    Das, was einem so als Single suggeriert wird: man suche den jungen schönen reichen treuen Traummann, und wär nur Single weil man von diesen unrealistischen Ansprüchen nicht abrücken will...

    Ich kenne keine Singlefrau, die deshalb Single wär, weil sie reihenweise eigentlich passende Kandidaten abweist wie bei König Drosselbart, nur weil keiner perfekt genug ist.

    Dafür aber jede Menge Frauen, die bei der Auswahl ihrer Partner besser etwas kritischer gewesen wären (wobei der Maßstab hier nicht mein Geschmack ist, sondern die artikulierte Unzufriedenheit mit dem Partner).

  8. Moderation

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    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Ich kenne keine Singlefrau, die deshalb Single wär, weil sie reihenweise eigentlich passende Kandidaten abweist wie bei König Drosselbart, nur weil keiner perfekt genug ist.

    Och doch, die sind mir schon hin und wieder begegnet. Ich geb aber zu, dass sie so gute 20 Jahre jünger waren als ich, also so Anfang 30.
    "I don't want to be part of a world where being kind is a weakness" - Keanu Reeves

    Moderatorin in den Reiseforen und bei der Eifersucht, bei den Selbständigen, Arbeiten im Ausland und im Kunstforum.

  9. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von frangipani Beitrag anzeigen
    Ich glaub schon, dass sich viele dieser letzteren Paare nach Jahren auch geliebt haben. Aber es gab wohl eher weniger das Rosarote drumrum.
    Das denke ich auch. Liebe kann sich auch daraus entwickeln, dass man viel zusammen meistert und den anderen dabei als loyal und zugewandt erlebt. Sozusagen die realistische Variante des "edlen Ritters", der einem im Alltag tatsächlich beisteht.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Natürlich gab es zu allen Zeiten selbstbestimmte Menschen, die sich einer Heirat verweigert haben. Aber die Situation war doch eine andere, man war ja meist dennoch nicht unabhängig.
    Es gibt schon seit einigen Generationen Sozialversicherungen. Meine ledigen Tanten, die Ende des 19. Jhs geboren sind, waren berufstätig, hatten Rentenansprüche und waren finanziell unabhängig. Man muss schon ziemlich weit zurück gehen, um Frauen zu finden, die rein aus Gründen der Absicherung heirateten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Heute ist es aber so, dass eine Entscheidung gegen eine feste Bindung nicht mehr mit einem existenziellen Risiko und materieller Armut einhergeht - daher finde ich es ganz natürlich, dass man sich überlegt ob man denn dann von seinen Ansprüchen runtermuss. Nein, muss man eben nicht.
    Welche Ansprüche?
    Das hört sich so an, als ob die meisten Frauen nur heirateten, um materiell abgesichert zu sein. Wie oben erwähnt ist das schon seit vielen Generationen kein Grund zum Heiraten mehr. Ledige Frauen konnten ihren Lebensunterhalt schon vor hundert Jahren selbst verdienen. Schwieriger ist es bei Frauen mit Kindern, die haben tatsächlich ein hohes Armutsrisiko.

    Wenn man Ansprüche hat, die nicht mit einer Partnerschaft kompatibel sind, sollte man auch keine eingehen - im Interesse beider Beteiligten.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Das ist die Frage. Ich denke, z.B. "living apart together" Paare versuchen sich daran - als chancenlos seh ich das nicht so generell.
    Nein, natürlich ist das nicht chancenlos. Auch diese Variante gab es sicher früher schon.
    Aber ich halte wenig davon, ein Modell gegen das andere aufzurechnen.

    Wichtig ist vor allem, dass man zu seinen Entscheidungen steht. Der Artikel bezog sich darauf, dass viele unzufrieden und auf der Suche sind, ohne jemals das zu finden, was sie sich erträumen.

  10. Inaktiver User

    AW: Liebe als (Ersatz) Religion

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Der Artikel bezog sich darauf, dass viele unzufrieden und auf der Suche sind, ohne jemals das zu finden, was sie sich erträumen.
    Das hab ich verstanden. ´

    Nur sehe ich als Ursache eben nicht nur überzogen romantische Vorstellungen, an denen man dann in der Realität scheitern muss, sondern auch andere, z.B. dass vor lauter Pragmatismus die emotionale Ebene oft völlig vernachlässigt wird. Eben im Sinne einer falsch verstandenen Romantiksicht a la: das brauchts nicht.

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