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Thema: Privatsphäre

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    Privatsphäre

    Geliebte BriCom

    Ich möchte mich über das Thema Privatsphäre unterhalten. Wo beginnt und wo endet sie? Ist man ein Lügner, wenn man gewisse Dinge verschweigt bzw nicht erzählt? Haltet ihr es für notwenig, euren Freunden immer alles zu erzählen? Oder dem Partner alle Passwörter zu geben?

    Meine Mutter hat mir früher immer gesagt, dass ich persönliche Dinge nie und niemandem weiter erzählen soll. Ich war da immer dagegen und bin es heute noch. Ich mag es nicht, wenn mir jemand sagt, ich solle das für mich behalten. Warum denn? Was ist daran so schlimm, einfach zu den Dingen zu stehen, die nunmal passieren? Fühlt man sich denn schlecht, einen Fehler zuzugeben? Natürlich akzeptiere ich aber die Haltung anderer, erzähle auch nichts weiter, wenn ich darum gebeten werde, verstehen tu ich es aber trotzdem nicht.
    Wie sieht ihr das? Findet ihr, gewisse Dinge muss oder sollte man nicht gegen aussen kommunizieren?


    Bin gepsannt auf eure Antworten
    Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.

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    AW: Privatsphäre

    Es gibt Dinge, die behalte ich für mich. Es gibt Dinge, die erzähle ich nur meinen engsten Vertrauten (Partner, beste Freundin). Da erwarte ich selbstverständlich, dass sie das für sich behalten. Es gibt Dinge, die können alle wissen.

    Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist Getratsche. Wenn ich merke, jemand kann den Mund nicht halten, erzähle ich ihm nichts wichtiges mehr.
    Bevor man anfängt zu reden, könnte man sich überlegen:
    Ist es wichtig?
    Ist es wahr?
    Und ist es besser, als die Stille?


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    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Leandra_82 Beitrag anzeigen
    Meine Mutter hat mir früher immer gesagt, dass ich persönliche Dinge nie und niemandem weiter erzählen soll
    Deine Mutter hat recht.
    Menschen, die sich nicht daran halten, haben mein Vertrauen in sie verspielt.

  4. gesperrt

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    AW: Privatsphäre

    Kommt darauf an - aber wenn du Leute meinst, die einem unaufgefordert alles und sehr persönliches erzählen und die Grenzen nicht kennen. Wenn es für den Zuhörer unangenehm wird. Wenn intimes erzählt wird auch wenn man sich gerade erst kennengelernt hat.

    Dann hat deine Mutter Recht.

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    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von marylin Beitrag anzeigen
    Was ich überhaupt nicht leiden kann, ist Getratsche. Wenn ich merke, jemand kann den Mund nicht halten, erzähle ich ihm nichts wichtiges mehr.
    Genau, oder bewußt falsche Infos, damit er auf die Schnauze fällt.

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    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Leandra_82 Beitrag anzeigen
    Ich mag es nicht, wenn mir jemand sagt, ich solle das für mich behalten.
    Ich würde einem Menschen, der so denkt, nichts Persönliches von mir anvertrauen, sondern nur über ... hmm, das Wetter reden.

  7. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    also hier ist das wetter sehr schön. kühl aber sonnig.

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    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von SarahYasemin Beitrag anzeigen
    Kommt darauf an - aber wenn du Leute meinst, die einem unaufgefordert alles und sehr persönliches erzählen und die Grenzen nicht kennen. Wenn es für den Zuhörer unangenehm wird. Wenn intimes erzählt wird auch wenn man sich gerade erst kennengelernt hat.

    Dann hat deine Mutter Recht.
    Das sehe ich genau gleich. Mag ich bei anderen gar nicht, da ich das meiste was dann so brüh warm erzählt wird, eh nicht glauben kann. Private Dinge erzählt man nicht unaufgefordert jeder x-beliebigen Person, was ich meine ist, wenn man darauf angesprochen wird, ob man dann lügt, nichts sagt oder eben ehrlich antwort gibt.

    Ich bin ein Mensch, der zu allem steht, was er getan hat, egal ob das jetzt positiv oder negativ war. Wenn jemand auf mich zukommt und mich fragt, ob ich schon einmal Drogen konsumiert habe, sage ich ja und beginne nicht eine Lüge zu erfinden oder drücke mich vor der Antwort. Ich habe einen verschnittenen Arm. Wenn mich Personen, die ich nur flüchtig kenne, darauf ansprechen, sage ich kurz und knapp, dass es eine schwere Zeit war und ich mir nicht anders zu helfen wusste, Punkt. Viele denken, es sei eine Verbrennung, ich könnte dies auch so stehen lassen, tu ich aber nicht, was meine Mutter bis heute nicht versteht. Auch dass ich offen über meine Klinikaufenthalte spreche, wenn es Thema wird, findet sie falsch.

    Zitat Zitat von parfum Beitrag anzeigen
    Genau, oder bewußt falsche Infos, damit er auf die Schnauze fällt.
    Mir ist eben genau dieses Getratsche völlig egal. Sollen die Leute doch reden wenn sie nichts besseres zu tun haben? So lange ich und die involvierten Personen die Wahrheit wissen, kümmert es mich nicht, was andere denken oder tratschen. Ich kenne Leute in meinem Umfeld, die alles versuchen zu vertuschen. Sich so ein Lügengebilde aufbauen, damit nur bloss die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Das alles wäre mir viel zu asträngend.

    Zitat Zitat von Massashi Beitrag anzeigen
    Ich würde einem Menschen, der so denkt, nichts Persönliches von mir anvertrauen, sondern nur über ... hmm, das Wetter reden.
    Also mein oberster Chef, hat mir schon sehr intime Dinge erzählt, welche meinen Mund bis heute nie verlassen haben. Wenn mich jemand darum bittet, dann tu ich das auch, nur verstehe ich nicht, weshalb man sich für gewisse Dinge schämt..
    Glück ist das Ergebnis von selbstverantwortlichem, entschiedenem Handeln.

  9. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Es gibt persönliche Dinge, die ich ungefragt niemanden erzähle. Wenn das Thema auf den Tisch kommt und es sich ergibt, zieh ich mir sehr nahestehende Personen aber ins Vertrauen und rede darüber.

    Wenn es um finanzielles geht, halte ich es genauso. Ich binde niemanden auf die Nase, wieviel ich verdiene, wieviel der Urlaub gekostet hat und wieviel Miete wir zahlen müssen. Fragt jmd. direkt danach, hab ich kein Problem damit. Ist ja nichts schlimmes. Aber aus eigenem Antrieb sprech ich nicht drüber, man kann da anderen auch gehörig auf den Schlips treten.

    Wichtige Passwörter (Bank, Mailaccount etc.) weiß außer mir nur mein Partner. Meine Pin-Nr. für meine EC-Karte ist mir aber versehentlich auch schonmal rausgerutscht in Gegenwart meiner "Schwiegereltern". Wir unterhielten uns über sichere Passwörter, und da hab ich meine Pin rausgehauen. Fand ich jetzt nicht dramatisch. Meine Eltern/Schwiegereltern/Bruder können das ruhig wissen bzw. hab ich keine Bedenken, dass sie mir das Konto leer räumen.

    Unwichtige Passwörter (z.B. für verschiedene Foren, Ernährungsportale etc.) weiß nur ich. Da kann mein Partner eh nichts mit anfangen.

    Mein Sexleben geht außer mir und meinen Partner auch keinen was an. Das ist auch kein Thema, über das ich mit Kumpels, Arbeitskollegen etc. rede.

    Über Ängste und sorgen rede ich auch nur mit meinem Partner, Eltern, Schwiegereltern und ganz engen Freunden oder vertrauten Personen.

  10. User Info Menu

    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Leandra_82
    Ich bin ein Mensch, der zu allem steht, was er getan hat, egal ob das jetzt positiv oder negativ war. Wenn jemand auf mich zukommt und mich fragt, ob ich schon einmal Drogen konsumiert habe, sage ich ja und beginne nicht eine Lüge zu erfinden oder drücke mich vor der Antwort. Ich habe einen verschnittenen Arm. Wenn mich Personen, die ich nur flüchtig kenne, darauf ansprechen, sage ich kurz und knapp, dass es eine schwere Zeit war und ich mir nicht anders zu helfen wusste, Punkt. Viele denken, es sei eine Verbrennung, ich könnte dies auch so stehen lassen, tu ich aber nicht, was meine Mutter bis heute nicht versteht. Auch dass ich offen über meine Klinikaufenthalte spreche, wenn es Thema wird, findet sie falsch.
    Das sind so Dinge - ich finde, da gibts keine allgemeingültige Antwort.

    Denn es geht ja nicht nur darum, ob du zu deinen Dingen stehen kannst oder nicht (ist ja prima, dass du es kannst), sondern auch darum, ob das Gegenüber damit umgehen kann oder nicht. Das ist nun sicher nicht das relevanteste, aber ich passe das dem Umgang miteinander, der gerade erwünscht ist, schon an.

    Die meisten unserer täglichen Kontakte sind doch eher oberflächlich oder sehr spezifisch (z.B. im Arbeitsumfeld).
    Die wenigsten Leute, die fragen, haben sich vorher Gedanken darüber gemacht, ob sie mit der Antwort auch klar kommen können. Und eine Frage bedeutet noch lange nicht, dass derjenige es wirklich so genau wissen will. Deshalb würde ich es bei den "Verbrennungen" wohl in den meisten Fällen belassen.

    Ich kann mir vorstellen, dass es für deinen eigenen Prozess eine Zeitlang wichtig ist, dass du schonungslos ehrlich bist, aber vielleicht lässt das mit der Zeit dann auch irgendwann nach und du hast auch keine Lust mehr ständig darüber zu reden. Vielleicht ist es auch ein Altersding, keine Ahnung.


    Natürlich akzeptiere ich aber die Haltung anderer, erzähle auch nichts weiter, wenn ich darum gebeten werde, verstehen tu ich es aber trotzdem nicht.
    ich kann das schon verstehen. Vieles kann für die Leute noch schambesetzt sein, oder sie finden einfach, dass das andere nix angeht. Warum ist egal. Die Regeln macht da jeder selbst. Ich vertraue von mir auch nur Freunden was an, bei denen ich weiss, dass sie das akzeptieren. Sie haben das einfach nicht zu entscheiden, ob das nun soo schlimm ist oder nicht, dass es weitererzählt werden kann oder nicht. Wer da glaubt das besser entscheiden zu können als ich, zählt bei mir schon gar nicht zu den Freunden.
    Grüße
    A.

    Wenn man bedenkt,wie oft ich in diesem Leben schon falsch abgebogen bin, ist es ein Wunder, dass ich mich überhaupt noch auf diesem Planeten befinde.

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