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Thema: Privatsphäre

  1. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Mir ist das relativ egal.
    Es kann immer sein, dass irgendwer irgendwas weitererzählt, was ich ihm/ihr erzählt habe. Also behalte ich Dinge, von denen ich wirklich nicht möchte, dass sie die Runde machen, komplett für mich.
    Wenn ich etwas erzählen möchte, überlege ich vorher, ob es existenziell oder lediglich unangenehm für mich wäre, wenn das weitererzählt wird. Bei "existenziell" halte ich die Klappe und halte meinen Erzähldrang zurück.
    Es kann durchaus dazu kommen, dass ich etwas aus meinem "inneren Bereich" jemandem, den ich für vertrauenswürdig halte, unter vier Augen erzähle. Trotzdem habe ich vorher überlegt, ob ich ein echtes Problem damit hätte, wenn er es doch weitertratscht. Tut er das, so what. Schaden kann ich durch meine vorherigen Überlegungen nicht nehmen.

    Ich selbst erzähle nichts weiter.

    Und was die Scham angeht: Nö, ich schäme mich für nix aus meinem Leben. Ich finde einfach nur, dass noch lange nicht jeden alles angeht - ich differenziere da stark und zwar nach Moment und Gegenüber, nicht nach Kategorien, was "man nicht weitererzählen sollte". Und ich nehme mir dann auch das Recht, auf Fragen ggf. ausweichend oder gar nicht zu antworten.

  2. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Leandra_82 Beitrag anzeigen
    Private Dinge erzählt man nicht unaufgefordert jeder x-beliebigen Person, was ich meine ist, wenn man darauf angesprochen wird, ob man dann lügt, nichts sagt oder eben ehrlich antwort gibt.

    Ich bin ein Mensch, der zu allem steht, was er getan hat, egal ob das jetzt positiv oder negativ war. Wenn jemand auf mich zukommt und mich fragt, ob ich schon einmal Drogen konsumiert habe, sage ich ja und beginne nicht eine Lüge zu erfinden oder drücke mich vor der Antwort. Ich habe einen verschnittenen Arm. Wenn mich Personen, die ich nur flüchtig kenne, darauf ansprechen, sage ich kurz und knapp, dass es eine schwere Zeit war und ich mir nicht anders zu helfen wusste, Punkt. Viele denken, es sei eine Verbrennung, ich könnte dies auch so stehen lassen, tu ich aber nicht, was meine Mutter bis heute nicht versteht. Auch dass ich offen über meine Klinikaufenthalte spreche, wenn es Thema wird, findet sie falsch.

    Ich kenne Leute in meinem Umfeld, die alles versuchen zu vertuschen. Sich so ein Lügengebilde aufbauen, damit nur bloss die Wahrheit nicht ans Licht kommt. Das alles wäre mir viel zu asträngend.

    Also mein oberster Chef, hat mir schon sehr intime Dinge erzählt, welche meinen Mund bis heute nie verlassen haben. Wenn mich jemand darum bittet, dann tu ich das auch, nur verstehe ich nicht, weshalb man sich für gewisse Dinge schämt..
    Wenn mein Chef mir intime Dinge erzählen würde, wäre ich sehr irritiert, denn das passt einfach nicht zur Beziehungsebene und wäre mir als Arbeitnehmer sehr unangenehm.

    Wo der Mensch seine Grenzen zieht, was ihm zu persönlich ist ist sehr individuell. Es ist nicht immer Scham oder ein nicht dazu stehen können. Es kommt auf die Beziehung zu dem Menschen an. Sehr persönliches zu erzählen schafft eine Form von Nähe die nicht in allen Fällen angebracht ist. Man muss nicht lügen. Es reicht einfach zu sagen, dass man sich nicht dazu erklären möchte, wenn man auf etwas angesprochen wird, was man mit dieser Person nicht teilen möchte.
    Anstrengend wird das nur bei Zeitgenossen, die nicht in der Lage sind Grenzen zu respektieren.
    Geändert von Inaktiver User (26.09.2014 um 18:34 Uhr)

  3. VIP

    User Info Menu

    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen

    Wo der Mensch seine Grenzen zieht, was ihm zu persönlich ist ist sehr individuell.
    Nicht nur das, ich denke auch, dass die Grenze der Privatsphäre sich individuell verändert, d. h. je nach dem mit wem ich da spreche oder wie meine Gesamtsituation ist. Also ähnlich wie du beschreibst, dass es auf die Beziehung zu dem Menschen an.
    Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
    Die Ärzte

  4. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Eben, find, das kommt immer drauf an. Und was mein Motiv dahinter ist, ob's das not tut.
    Kloangelegenheiten gehen niemand was an. Wenn ich Brechdurchfall hätte, würde ich auf Nachfrage, warum ich keinen Appetit habe, eher sagen, ich könne nichts bei mir behalten, aber nicht, dass gleichermaßen unten alles rauskommt.

    Und wenn jemand, mit dem ich sowieso nie wieder zu tun haben werde, meinen Freund als meinen 'Mann' betitelt oder mich mit Frau Kuckuck anredet, obwohl ich Frau Spatz heiße, weil wir nicht verheiratet sind, muss ich das auch nicht zwingend aufklären.

    Gleiches gilt, wenn jemand scherzhaft fragt, wer bei 'uns daheim' die Hosen an hat. Muss ich nun getreu beichten, dass wir nicht zusammen wohnen, obwohl wir ein Kind zusammen haben?
    Das interessiert doch niemand wirklich, diese gschlamperten Familienverhältnisse und würde viel zu lange dauern, sie zu erklären.

    Es gibt Leute, die halten mit wirklich nichts hinterm Berg.
    Ich empfinde das immer ein wenig aufdringlich. Ich muss bei der ersten oder zweiten Begegnung nicht wirklich wissen, dass mein Gegenüber Tabletten gegen Depressionen nimmt, vom Chef gemobbt wird, ab und an mal Kokain genommen hat, Prostatakrebs hatte oder sich gerade frisch getrennt.
    Da fühl ich mich ein wenig überfahren, weil ich das Gefühl habe, das Gespräch soll nun auf eine tiefere Ebene gelangen, die ich vielleicht noch gar nicht haben möchte. Oder dass ich spontan Worte des Trostes finden muss.

    Nicht selten habe ich bei solchen Menschen, die gleich zu Beginn ihre Lebensgeschichten auf der Zunge tragen, das Gefühl, die wollen sich durch das geschilderte Elend interessant machen.
    Dabei ist es doch gerade, wenn man sich kennenlernt, angenehm, wenn ich auch spüre der andere hat Interesse an mir und stellt sich nicht nur selbst in den Fokus.

    Bei einer Partnerschaft muss man auch nicht alles ausposaunen, was man so mit Partnern vor ihm erlebt hat. Ein beiläufiges erwähnen, wenn's gerade passt, ist ja okay. Oder wenn es dazu dient, dem momentanen Partner mitzuteilen, wieviel besser es einem doch gehe, im Gegensatz zu früher.
    Aber manchmal wird das gegenteilig benutzt und soll nur manipulativ sein.
    Und dann kichert man in sich hinein, weil man den Partner gerade sehr verunsichert hat und sagt ganz unschuldig: Ich wollte doch nur ehrlich sein!

  5. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Meinst Du Persönliches über Dich oder über Dritte?

  6. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Es gibt Leute, die halten mit wirklich nichts hinterm Berg.
    Ich empfinde das immer ein wenig aufdringlich. Ich muss bei der ersten oder zweiten Begegnung nicht wirklich wissen, dass mein Gegenüber Tabletten gegen Depressionen nimmt, vom Chef gemobbt wird, ab und an mal Kokain genommen hat, Prostatakrebs hatte oder sich gerade frisch getrennt.
    Da fühl ich mich ein wenig überfahren, weil ich das Gefühl habe, das Gespräch soll nun auf eine tiefere Ebene gelangen, die ich vielleicht noch gar nicht haben möchte. Oder dass ich spontan Worte des Trostes finden muss.
    Solche Begegnungen hatte ich auch in meinem Leben. Ich hatte dabei aber nie den Eindruck, dass das Gespräch dadurch auf eine tiefere Ebene gelangen sollte. Vielmehr scheint es so das diese Leute ein übergroßes Mitteilungs/Aufmerksamkeitsbedürfnis haben und oder Druck los werden wollen. So ohne Punkt und Komma dahin geplappert und um sich selbst kreiselnd, fehlt jegliche Wahrnehmung für das Gegenüber.

  7. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    ...Vielmehr scheint es so das diese Leute ein übergroßes Mitteilungs/Aufmerksamkeitsbedürfnis haben und oder Druck los werden wollen. So ohne Punkt und Komma dahin geplappert und um sich selbst kreiselnd, fehlt jegliche Wahrnehmung für das Gegenüber.
    Ich mag es nicht, wenn mir Menschen, die ich nicht so kenne, zu schnell zu viel über sich erzählen. Meist reicht mir, was ich sehe. Vieles mag ich auch nicht wissen.

    Über mich erzähle ich nicht gerne, höchstens oberflächliches. Meinen Partnerinnen habe ich oft mehr erzählt. Das war nicht immer gut. Ich fühle mich schnell eingeengt, wenn dann bei sich bietenden Gelegenheiten Anmerkungen kommen wie "...aber du hast doch gesagt, dass du...", oder wenn ich das Gefühl habe, in eine Schublade gesteckt zu werden.

    Überhaupt habe ich schnell das Gefühl, dass solche Infos auch gegen mich verwendet werden und meine mir heilige Freiheit einengen. In Beziehungen kann da ein Problem draus werden.

    Zur Zeit denke ich, es ist besser, wenig nach außen mitzuteilen. Ich habe viele Herausforderungen zu meistern. Meine Freundin hat vielleicht nicht die nötigen Nerven, um da geistig mit klarzukommen, die stellt dann nur noch mehr Fragen, was mich aufregt. Meine Kollegen auch, hab ich ein Problem und erzähle es, dann hab ich danach mindestens ein Problem mehr und schlechte Laune. Meine Ex und meine ehemaligen Freunde suchen eh nur nach Schlechtem.

    Besser für mich ist es, zu schweigen und zu lächeln und einfach mein Ding zu machen, so wie es für mich richtig ist. Ich hab es so satt, mich zu rechtfertigen und Blinden die Schönheit des Lichts zu erklären. Mein Leben gehört mir.

    Doch manchmal entstehen so vertrauliche Situationen, da erzähle ich meiner Freundin doch mal mehr. Gelegentlich tut das dann auch gut...

  8. Inaktiver User

    AW: Privatsphäre

    Als ich jung war, war ich sehr offen- kannte das auch von zuhause so.
    Heutzutage bin ich beinahe das Gegenteil.

    Meine Erfahrung ist, das der Mensch um sich selber kreist und primär auch nur daran interessiert ist.
    Man muss sich mal die Mühe machen und die Reaktionen oder Antworten von Menschen ganz bewusst ansehen, wenn man was erzählt hat.
    Und man kann echt nur staunen, wie selten jemand zuhört oder den Versuch dazu unternimmt.

    Dazu kommt, dass meine Ansichten sich oft genug sehr von den der anderen unterscheiden......was für ein Akt wäre es, wenn ich meine Einstellung immer wieder neu erklären müsste!!

    Vertraute Menschen laden zum Erzählen ein- dort ist man richtig.

    kenzia

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