Mir ist das relativ egal.
Es kann immer sein, dass irgendwer irgendwas weitererzählt, was ich ihm/ihr erzählt habe. Also behalte ich Dinge, von denen ich wirklich nicht möchte, dass sie die Runde machen, komplett für mich.
Wenn ich etwas erzählen möchte, überlege ich vorher, ob es existenziell oder lediglich unangenehm für mich wäre, wenn das weitererzählt wird. Bei "existenziell" halte ich die Klappe und halte meinen Erzähldrang zurück.
Es kann durchaus dazu kommen, dass ich etwas aus meinem "inneren Bereich" jemandem, den ich für vertrauenswürdig halte, unter vier Augen erzähle. Trotzdem habe ich vorher überlegt, ob ich ein echtes Problem damit hätte, wenn er es doch weitertratscht. Tut er das, so what. Schaden kann ich durch meine vorherigen Überlegungen nicht nehmen.
Ich selbst erzähle nichts weiter.
Und was die Scham angeht: Nö, ich schäme mich für nix aus meinem Leben. Ich finde einfach nur, dass noch lange nicht jeden alles angeht - ich differenziere da stark und zwar nach Moment und Gegenüber, nicht nach Kategorien, was "man nicht weitererzählen sollte". Und ich nehme mir dann auch das Recht, auf Fragen ggf. ausweichend oder gar nicht zu antworten.
Antworten
Ergebnis 11 bis 18 von 18
Thema: Privatsphäre
-
26.09.2014, 17:40Inaktiver User
AW: Privatsphäre
-
26.09.2014, 18:27Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Wenn mein Chef mir intime Dinge erzählen würde, wäre ich sehr irritiert, denn das passt einfach nicht zur Beziehungsebene und wäre mir als Arbeitnehmer sehr unangenehm.
Wo der Mensch seine Grenzen zieht, was ihm zu persönlich ist ist sehr individuell. Es ist nicht immer Scham oder ein nicht dazu stehen können. Es kommt auf die Beziehung zu dem Menschen an. Sehr persönliches zu erzählen schafft eine Form von Nähe die nicht in allen Fällen angebracht ist. Man muss nicht lügen. Es reicht einfach zu sagen, dass man sich nicht dazu erklären möchte, wenn man auf etwas angesprochen wird, was man mit dieser Person nicht teilen möchte.
Anstrengend wird das nur bei Zeitgenossen, die nicht in der Lage sind Grenzen zu respektieren.Geändert von Inaktiver User (26.09.2014 um 18:34 Uhr)
-
26.09.2014, 19:03
AW: Privatsphäre
Immer nur zu meckern auf das blöde Scheißsystem, das ist schön bequem, du bist nicht Teil der Lösung, du bist selber das Problem und feige außerdem, sei nicht so unsportlich, es geht nicht ohne dich, so funktioniert das nicht, es geht nicht ohne dich
Die Ärzte
-
26.09.2014, 20:32Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Eben, find, das kommt immer drauf an. Und was mein Motiv dahinter ist, ob's das not tut.
Kloangelegenheiten gehen niemand was an. Wenn ich Brechdurchfall hätte, würde ich auf Nachfrage, warum ich keinen Appetit habe, eher sagen, ich könne nichts bei mir behalten, aber nicht, dass gleichermaßen unten alles rauskommt.
Und wenn jemand, mit dem ich sowieso nie wieder zu tun haben werde, meinen Freund als meinen 'Mann' betitelt oder mich mit Frau Kuckuck anredet, obwohl ich Frau Spatz heiße, weil wir nicht verheiratet sind, muss ich das auch nicht zwingend aufklären.
Gleiches gilt, wenn jemand scherzhaft fragt, wer bei 'uns daheim' die Hosen an hat. Muss ich nun getreu beichten, dass wir nicht zusammen wohnen, obwohl wir ein Kind zusammen haben?
Das interessiert doch niemand wirklich, diese gschlamperten Familienverhältnisse und würde viel zu lange dauern, sie zu erklären.
Es gibt Leute, die halten mit wirklich nichts hinterm Berg.
Ich empfinde das immer ein wenig aufdringlich. Ich muss bei der ersten oder zweiten Begegnung nicht wirklich wissen, dass mein Gegenüber Tabletten gegen Depressionen nimmt, vom Chef gemobbt wird, ab und an mal Kokain genommen hat, Prostatakrebs hatte oder sich gerade frisch getrennt.
Da fühl ich mich ein wenig überfahren, weil ich das Gefühl habe, das Gespräch soll nun auf eine tiefere Ebene gelangen, die ich vielleicht noch gar nicht haben möchte. Oder dass ich spontan Worte des Trostes finden muss.
Nicht selten habe ich bei solchen Menschen, die gleich zu Beginn ihre Lebensgeschichten auf der Zunge tragen, das Gefühl, die wollen sich durch das geschilderte Elend interessant machen.
Dabei ist es doch gerade, wenn man sich kennenlernt, angenehm, wenn ich auch spüre der andere hat Interesse an mir und stellt sich nicht nur selbst in den Fokus.
Bei einer Partnerschaft muss man auch nicht alles ausposaunen, was man so mit Partnern vor ihm erlebt hat. Ein beiläufiges erwähnen, wenn's gerade passt, ist ja okay. Oder wenn es dazu dient, dem momentanen Partner mitzuteilen, wieviel besser es einem doch gehe, im Gegensatz zu früher.
Aber manchmal wird das gegenteilig benutzt und soll nur manipulativ sein.
Und dann kichert man in sich hinein, weil man den Partner gerade sehr verunsichert hat und sagt ganz unschuldig: Ich wollte doch nur ehrlich sein!
-
26.09.2014, 20:35Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Meinst Du Persönliches über Dich oder über Dritte?
-
26.09.2014, 21:11Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Solche Begegnungen hatte ich auch in meinem Leben. Ich hatte dabei aber nie den Eindruck, dass das Gespräch dadurch auf eine tiefere Ebene gelangen sollte. Vielmehr scheint es so das diese Leute ein übergroßes Mitteilungs/Aufmerksamkeitsbedürfnis haben und oder Druck los werden wollen. So ohne Punkt und Komma dahin geplappert und um sich selbst kreiselnd, fehlt jegliche Wahrnehmung für das Gegenüber.
-
29.09.2014, 12:20Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Ich mag es nicht, wenn mir Menschen, die ich nicht so kenne, zu schnell zu viel über sich erzählen. Meist reicht mir, was ich sehe. Vieles mag ich auch nicht wissen.
Über mich erzähle ich nicht gerne, höchstens oberflächliches. Meinen Partnerinnen habe ich oft mehr erzählt. Das war nicht immer gut. Ich fühle mich schnell eingeengt, wenn dann bei sich bietenden Gelegenheiten Anmerkungen kommen wie "...aber du hast doch gesagt, dass du...", oder wenn ich das Gefühl habe, in eine Schublade gesteckt zu werden.
Überhaupt habe ich schnell das Gefühl, dass solche Infos auch gegen mich verwendet werden und meine mir heilige Freiheit einengen. In Beziehungen kann da ein Problem draus werden.
Zur Zeit denke ich, es ist besser, wenig nach außen mitzuteilen. Ich habe viele Herausforderungen zu meistern. Meine Freundin hat vielleicht nicht die nötigen Nerven, um da geistig mit klarzukommen, die stellt dann nur noch mehr Fragen, was mich aufregt. Meine Kollegen auch, hab ich ein Problem und erzähle es, dann hab ich danach mindestens ein Problem mehr und schlechte Laune. Meine Ex und meine ehemaligen Freunde suchen eh nur nach Schlechtem.
Besser für mich ist es, zu schweigen und zu lächeln und einfach mein Ding zu machen, so wie es für mich richtig ist. Ich hab es so satt, mich zu rechtfertigen und Blinden die Schönheit des Lichts zu erklären. Mein Leben gehört mir.
Doch manchmal entstehen so vertrauliche Situationen, da erzähle ich meiner Freundin doch mal mehr. Gelegentlich tut das dann auch gut...
-
01.10.2014, 07:01Inaktiver User
AW: Privatsphäre
Als ich jung war, war ich sehr offen- kannte das auch von zuhause so.
Heutzutage bin ich beinahe das Gegenteil.
Meine Erfahrung ist, das der Mensch um sich selber kreist und primär auch nur daran interessiert ist.
Man muss sich mal die Mühe machen und die Reaktionen oder Antworten von Menschen ganz bewusst ansehen, wenn man was erzählt hat.
Und man kann echt nur staunen, wie selten jemand zuhört oder den Versuch dazu unternimmt.
Dazu kommt, dass meine Ansichten sich oft genug sehr von den der anderen unterscheiden......was für ein Akt wäre es, wenn ich meine Einstellung immer wieder neu erklären müsste!!
Vertraute Menschen laden zum Erzählen ein- dort ist man richtig.
kenzia


Zitieren

