Vielen Dank für eure Antworten, leider habe ich es gestern Abend nicht mehr ins Internet geschafft, deshalb die späte Rückmeldung.
MindMaps und Zeichnen sind gute Ideen , eventuell auch in Verbindung. Da kann ich auch Gedankenfitzel, die im Laufe des Tages auftreten einbringen und später ordnen.
Schreibtherapie finde ich ja auch interessant, ich schreibe nämlich (auch wenn sich das vorher gar nicht so angehört hat) eigentlich ganz gerne, brauche aber eine Art "Herausforderung". Ich habe mal im Rahmen eines Seminars (nicht therapeutisch, war so in Richtung kreatives Schreiben) etwas über die Trennung meiner Eltern geschrieben, und war damals selber ganz erstaunt, was für Einsichten dabei eigentlich herausgekommen sind.
Ich werde mal gucken, ob ich dazu vielleicht Literatur finde.
Im Handarbeiten bin ich leider völlig unbegabt, allerdings habe ich angefangen, kleinere Möbelrestaurierungen durchzuführen, das lenkt auch super ab. Für zwischendurch oder Abends auf dem Sofa wäre aber etwas kleineres nicht schlecht - vielleicht schaffe ich es doch noch mal, Socken stricken zu lernen.
Und dieses Zentangle kann bestimmt auch ganz gut spontan einschieben.
Einen Blog habe ich mir auch schon überlegt. Das wäre eben so eine Art von Herausforderung, weil ich ja meine Gedanken zwangsweise strukturieren müsste, wenn ich mich an eine Leserschaft wende - auch wenn die Leserschaft erstmal nur theoretisch vorhanden ist.
Das mit der Achtsamkeit und dem Gedanken ziehen lassen versuche ich, zu praktizieren, mir fällt es aber leider oft noch schwer. Mein Gehirn ist glaube ich irgendwie überaktiv.
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24.09.2014, 22:02Inaktiver User
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
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25.09.2014, 09:01Inaktiver User
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
Liebe emdi,
mir geht es ähnlich; ich habe mich auch überreden/animieren lassen ein "Tagebuch" zu führen. Ich habe dann wirklich ein Jahr lang fast täglich ein bißchen was aufgeschrieben. Allerdings musste ich feststellen, daß mir das nicht wirklich was gebracht hat, der Gehirn"fick" war trotzdem aktiv. Ich habe alles Geschriebene irgendwann mal nochmal gelesen und habe dann festgestellt, daß ich fast täglich den gleichen Schmarrn aufgeschrieben habe, aber die wirklich bedrückenden Gedanken waren dann eigentlich auch nicht auf dem Papier.
Ich habe momentan einen Therapie-Platz ergattert, aber alle 2-3 Wochen ist fast zu wenig.
Was mir auch hilft, ist Sport. Inliner fahren, Crosstrainer.... irgendwas, wo ich meine "Wut" rauslassen kann.
Ja und wie andere schon vorgeschlagen haben, ich bin gerne kreativ. Stricken, häkeln, usw.
Falls Du nicht ganz so talentiert bist, Socken stricken regt mich z. B. furchtbar auf...
momentan sind doch diese gehäkelten BOSHI-Mützen "in", das geht wirklich einfach und Du kannst Deiner Familie / Freunden eine kleine Freude machen? Weihnachten ist übrigens auch nicht mehr soooo weit weg..
Wenn mich manche miesen Gedanken gar nicht mehr los lassen, stell ich mir einfach vor was ich einer Freundin dazu sagen würde... dann schimpf ich mich mal kurz selber und manchmal hilft das auch ganz gut!
Ich wünsch Dir was!
Liebe Grüsse Sandra
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25.09.2014, 10:25
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
Liebe emdi,
Es sei ferne von mir, an einer echten Depression herum schrauben zu wollen. Das beschriebene Puzzle kommt aber sonst auch vor. Dafür habe ich keine Allheilmittel, aber hilfreiche Ansätze:
- Ich überlege, wie genau ich es jemandem erklären würde und tue das gegenüber jemand Imaginärem. Sieht wie ein Selbstgespräch aus, aber eigentlich spreche ich mit jemandem, der/die nicht anwesend ist. Ein Stück weit hilft das, aber es braucht schliesslich noch mehr.
Begründung: Unter Ingenieuren/Ingenieusen ist es ziemlich bekannt, dass einem die Lösung selbst einfällt, sobald man einem Kollegen/einer Kollegin, das Problem vorgelegt hat, um sich Rat zu holen. Wahrscheinlich spielt dabei eine Rolle, dass man sich bemüht hat, nicht rum zu eiern, sondern den Sachverhalt möglichst klar dar zu legen.
- Anwendung von Techniken zu Problemlösung. Aufschreiben kommt dabei vor, auch wenn es nicht um ein Tagebuch geht:
. Gedanken notieren, damit man ihn sicher nicht vergisst. Dann kann man ihn auch zeitweise loslassen, etwa zum Einschlafen.
. Pro- und Contra-Listen helfen, ES vom Zustand einer bedrohlichen Wolke in etwas Greifbares zu wandeln, dem man mit gezielter Überlegung bei kommen kann.
. Auf den Listen: Bewertungen oder Prioritäten zu ordnen. Dabei bemerkt man/frau auch sehr belastende Möglichkeiten, die man/frau sie getrost bei Seite lassen kann, weil sie erkennbar gar nicht gehen.
. Wege, die wirklich als nicht-gehend erkannt wurden, kann man echt abhaken (mit einem Stift). Wenn man/frau die Liste gelegentlich durch sieht, kramt man sie solche verworfenen „Lösungen“ nicht ständig wieder hervor. Für mich ist das besonders wichtig, da ich derlei Dinge oft vergesse.
Das erinnert mich: Ich muss unbedingt solche Listen für die Wohnungssuche benützen, sonst komme ich vom Regen in die Traufe.
. Brainstorming: Alles, was in den Sinn kommt, UNBEWERTET aufschreiben. Später durch sehen, bewerten und gut heissen oder verwerfen.
. Das Bewusstsein, dass die letzten 20% der Perfektion 80% der Arbeit beinhalten. Das hilft dabei, aufzuhören, wenn es einigermassen geht und nicht wenn es perfekt ist, also in der Ewigkeit.
. etc.
Begründung: Zettel helfen, Ordnung in die Gedanken zu bringen und sie dadurch eher AB zu arbeiten. Das sehr quälende: „Die Gedanken drehen sich im Kreis“ kommt dann weniger oder weniger intensiv vor.
- Gewisse - auch schmerzliche - Angelegenheiten könnten eigentlich durchaus als „technische“ Probleme angesehen und behandelt werden. Dann wühlen sie eineN längst nicht mehr so auf, wie mit einem emotional gesteuerten Vorgehen.
. Ich gehe jährlich zum Zahnarzt. Der nächste Termin wird sogleich wieder vereinbart. SCJ (Sub conditio Jacobi, „Wenn wir leben und Gott will“). Die Entscheidung ist mir also ab genommen, und es tut kaum je etwas richtig weh.
. Ich hatte immer wieder zwar nicht schmerzhafte, aber äusserst anstrengende und lähmende Herzrhythmusstörungen und schaffte es, sie 3 Jahre lang als technisches Problem zu betrachten, bis dann endlich Abhilfe gefunden wurde. Eine junge Ärztin sagte mir: „Dass Sie keine Angst haben, ist im Moment das Beste, was Sie sich tun können!“
. Ich kenne Leute mit massiven und z.T. gefährlichen Behinderungen, die das auch schaffen und nur deshalb etwas Lebensqualität finden.
Grüsse von Isambard , der seine eigene Medizin unbedingt auch wieder einmal probieren sollte.
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25.09.2014, 10:52Inaktiver User
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25.09.2014, 12:58Inaktiver User
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
Wenn du tatsächlich ganz gern schreibst, lies doch mal "Der Weg des Künstlers" von Julia Cameron. Die Autorin beschreibt darin eine besondere Art Tagebuch, das sie "Morgenseiten" nennt. In meinem Leben gab es zwei ganz verschiedene Situationen, in denen ich das hilfreich fand - einmal, als ich durch eine Krise ging, und einmal, als ich mehr Kreativität in mein Leben bringen wollte. Beide Male hat diese Methode für mich sehr gut funktioniert.
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26.09.2014, 22:06
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
Fahrrad fahren und zwar mit einem klasse Bike über einen längeren Zeitraum hinweg. Danach denkst du ersteinmal nur über Flüssigkeitsaufnahme und Essen nach. 10 km/Tag reichen schon. Und die Fitness ist auch nicht zu verachten.
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27.09.2014, 09:03Inaktiver User
AW: Gedanken verarbeiten - Alternativen zum Tagebuch?
Dieser Ansatz gefällt mir, dass ist mal eine ganz andere Art, die Dinge zu betrachten
. Und ich denke, das liegt mir auch, da ich eigentlich eher ein analytischer Mensch bin. Ich werde mal darüber nachdenken, wie ich das am besten umsetzen kann.
Listen schreiben und Prioritäten setzen mache ich sowieso gerne, bin nur noch nicht auf die Idee gekommen, das auch auf diesen Bereich anzuwenden. Vielen Dank für die Anregung
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Sport hilft mir auch, wobei da aufgrund gewisser körperlicher Einschränkungen gerade nicht alles geht, was ich gerne machen würde. Aber zumindest im Rahmen des Möglichen werde ich versuchen, das noch zu vertiefen.
Gehäkelt habe ich glaube ich zuletzt in der Grundschule. Aber vielleicht probiere ich es noch mal. Allerdings zweifle ich ein bißchen daran, dass das Produkt so sein wird, dass ich damit jemandem eine Freude machen kann
. Aber egal, es geht ja hauptsächlich um eine sinnvolle ablenkende Beschäftigung.
Im Moment surfe ich Abends viel zu viel. Das lenkt zwar zum Teil auch ab, aber befeuert andererseits gewisse Gedankengänge und macht mich noch unruhiger.
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27.09.2014, 09:04Inaktiver User


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