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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von schafwolle Beitrag anzeigen
    Hast Du Perspektiven (privat und beruflich), die Highs in der
    Zukunft realistisch scheinen lassen?

    Hinter Angst steckt oft, wenn auch verborgen, die Vorstellung,
    dass alles so bleibt, wie es ist.
    Highs in Aussicht: nein. Dafür fehlt mir zuviel, fürchte ich. Und das dränge ich weg. Obwohl sich andererseits neue Dinge in letzter Zeit ergeben haben, die toll waren. Doch, es gab schon auch euphorische Momente.

    Deinen Gedanken mit der Angst finde ich interessant!

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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von Melencolia Beitrag anzeigen
    Highs in Aussicht: nein. Dafür fehlt mir zuviel, fürchte ich. Und das dränge ich weg. Obwohl sich andererseits neue Dinge in letzter Zeit ergeben haben, die toll waren. Doch, es gab schon auch euphorische Momente.

    Deinen Gedanken mit der Angst finde ich interessant!
    Das klingt doch sehr wie jemand, die keine Routine mag und für sich gerade erkennt, dass nichts Neues, Spannendes in Sicht ist. Hmmm, aus eigener Erfahrung: bloße Beschäftigung oder 30 min Sporttreiben reichen da nicht aus, es sollte schon Leidenschaft im Spiel sein und das Flow-Gefühl.
    Kreativität kommt von der Freiheit zu scheitern. Und die Freiheit zu scheitern kommt vom Experiment. (Peter Gabriel)

  3. Inaktiver User

    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von Sprachlos Beitrag anzeigen
    Hmmm, aus eigener Erfahrung: bloße Beschäftigung oder 30 min Sporttreiben reichen da nicht aus, es sollte schon Leidenschaft im Spiel sein und das Flow-Gefühl.
    Genau das!

    W.

  4. Inaktiver User

    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von Melencolia Beitrag anzeigen
    Das betrifft auch das Gebiet Sport und Figur. An und für sich treibe ich sehr gerne Sport, mir geht es gut, wenn ich körperlich aktiv bin. Ich ernähre mich gerne gesund. Ich bin auch gerne schlank, logischerweise. Aber ich habe auch schon eine Menge Diätscheiß hinter mir. Und derzeit mag ich nur mit der Literpackung Sahneeis mit Baileys vorm Fernseher hocken... und fühle mich dann aber auch unwohl, körperlich unwohl, habe noch weniger Energie.

    Mein Haushalt... es sieht hier ähnlich unordentlich aus, wie in mir drin. Keine Energie. Keine Lust, Energie zu haben.

    Irgendwie bekomme ich alles auf die Reihe. Mein Leben droht nicht akut, in sich zusammenzustürzen. Aber es ist anstrengend.
    Um herauszufinden was genau dahintersteckt, versuche all das zu spüren, wirklich zu spüren was Du an Gefühlen weg-isst. Warum Du die Leere stopfst, welche Ängste und eigentliche Bedürfnisse da sind.
    Über das Essen erhälst Du nicht die Energie die Dir fehlt und es befriedigt auch nicht Deine Bedürfnisse, wie Du selbst merkst. Um etwas wirklich zu verändern musst Du Dir erst einmal bewusst werden was da genau in Dir abläuft.

    Es ist anstrengend, weil Du einen Teil von Dir ständig selbst verleugnest!!! Das kostet Kraft! Wenn ich es richtig in Erinnerung habe hast Du irgendwo geschrieben es ginge nicht um Existenzängste. Doch, genau darum geht es oder besser gesagt um Vertrauen in Dich selbst. Du fürchtest Dich davor Dich völlig gehen zu lassen, die Kontrolle zu verlieren, ganz abzustürzen - und dann??? Du übst das "Dich sein zu lassen" auf eine Art die Dir keine Befriedigung - keinen Frieden bringt. Du beweist Dir durch Aktionismus immer wieder - ich kann mich selbst herausziehen, mich motivieren. Das beruhigt eine Weile ist aber nicht die Lösung, wie Du selbst schreibst. Das sind Überlebensmechanismen die Du Dir angeeignet hast.
    Du hast im Grunde keine Lust am Absturz. Es ist eher die Sehnsucht nach einer anderen Da-seins-Form die nicht nur aus funktionieren und Leistung besteht, für die Du noch keine anderen Antworten (Maßnahmen) gefunden hast, als "das Loch in der Straße" aufzusuchen.

    Deine selbständige Arbeit hast Du sicher auch nicht rein zufällig gewählt. Auch hier könnte man hinein deuten - ich beweise mir auf eigenen Beinen stehen zu können, unabhängig zu sein. Und ich habe mir die Umstände so erschaffen das ich auch hier nicht loslassen darf, weil das existenzielle (in dem Fall finanzielle) Folgen hätte.

    Sich in Unordnung aufzuhalten hat den Vorteil das man immer vor Augen hat was noch zu machen ist. Du bleibst mit den unerledigten Dingen unterschwellig in "Beschäftigung" und vermeidest damit wieder das Gefühl der Leere. Nachteil - Du bleibst in der Anspannung, kannst nicht wirklich loslassen.

    Das sind meine Gedanken - ohne Wertung!

    Raff Dich auf und suche Dir nochmal einen/eine Psychotherapeuten/in.
    Geändert von Inaktiver User (11.09.2014 um 23:35 Uhr) Grund: Ergänzt

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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Guten Morgen/Mittag!

    Ich danke euch! Ihr habt mich an etwas erinnert... das mir schon so lange fehlt, daß ich selbst das Vermissen vergessen habe.

    Alles keine neuen Erkenntnisse, aber ich habe wieder etwas erkannt, und das ist genauso wertvoll.

    Ich komme gerade raus aus meinem Loch und packe den Stier bei den Hörnern; oder besser: die Stiere:

    1) Beziehung: Das zieht mich extrem runter. Das merke ich. Läuft es da nicht rund, raubt mir das sehr viel Energie. Zuviel Energie. Ich definiere mich zu sehr darüber. Und verlange wohl mehr von meinem Partner, als er geben kann. Unabhängig davon, ob und welche Zukunft diese Beziehung hat - ich muß mein Leben anpacken! (Reden und uns umeinander bemühen tun wir trotzdem. Aber ich muß, will, werde aufhören, da so ausschließlich herumzukreisen.) Führt zu:

    2) Therapie: Ich habe eine Therapeutin angerufen, die mit "Plätze frei" im Verzeichnis stand, mir auf den ersten Blick gefiel, optisch wie auch von den Inhalten her, und die in der Nähe ist. Nun warte ich auf Rückruf. Falls die es nicht wird, rufe ich weitere an.

    3) Hobbys: es gibt etwas, das ich auch schon lange nicht mehr vermisse, aber das eine große Leere hinterlassen hat - Tanzen. Ich habe gerade einen Probetermin in einem Verein ausgemacht.

    4) Sonstige Verpflichtungen/unangenehmer Krams: Das erste Rücksendeetikett ist ausgedruckt. Heute habe ich nicht soviele Termine, also kann ich ein bißchen Krams abarbeiten, aufräumen - und ausspannen.

    5) Gehört eigentlich eher an höhere Stelle: Sport und Ernährung! Ich habe eine Stunde Sport getrieben und das Gefresse eingestellt - ich fühle mich körperlich bereits deutlich besser, und in ein paar Tagen geht's mir dann erfahrungsgemäß wieder gut.

    6) Sonstige Inhalte: Ich bin am Überlegen, was ich beruflich ändern kann. Oder besser: was ich noch dazu nehmen kann. Verändern. Austauschen. Mal schauen.

    7) Soziale Kontakte: Eine etwas unangenehme Mail habe ich geschrieben. Angefangen, mit mehr Leuten darüber zu reden, daß es mir nicht gut geht, was mir fehlt - und seltsamerweise geht es mir seitdem besser. Auch wieder festgestellt: in meiner Krise steckt auch immer ein Mutter-Thema drin. Und: ich habe zwei wirklich gute Freundinnen. Und auch mein Partner wäre für mich da, wenn ich wirklich abstürzen sollte.

    Ich danke euch allen sehr!

    Melencolia

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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Dakini - ich schreib später noch was zu Deinen Gedanken!

  7. Inaktiver User

    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von Melencolia Beitrag anzeigen
    Highs in Aussicht: nein. Dafür fehlt mir zuviel, fürchte ich. Und das dränge ich weg. Obwohl sich andererseits neue Dinge in letzter Zeit ergeben haben, die toll waren. Doch, es gab schon auch euphorische Momente.
    Die Fragen wollte ich dir noch stellen, Melencolia. Was ist für dich ein High, der eine hohe Lebendigkeit auslöst? Etwas Körperliches, Mentales? Wie drückt sich das bei dir aus, und wie bemerkst du, dass es ein High ist?

    Für mich ist ein High ein kurzzeitiger Gefühlspeak, im Gegensatz zum extremen Flowerlebnis, der länger anhalten kann (und dann den Absturz aus Kraftlosigkeit schon in sich trägt).

    Deinen Gedanken mit der Angst finde ich interessant!
    Hinter der Angst kann auch verborgen der Gedanke stehen, das sich etwas ändert, obwohl man es nicht will.

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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Guten Morgen!

    Die Energie reichte dann nur bis gestern mittag/nachmittag, aber ich bin nicht mehr so tief abgestürzt, und heute morgen geht es mir wieder besser. Ich bin dran, benenne den Mangel, die Leere, das, was weh tut, und das ist gut, denke ich.

    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Du übst das "Dich sein zu lassen" auf eine Art die Dir keine Befriedigung - keinen Frieden bringt. Du beweist Dir durch Aktionismus immer wieder - ich kann mich selbst herausziehen, mich motivieren. Das beruhigt eine Weile ist aber nicht die Lösung, wie Du selbst schreibst. Das sind Überlebensmechanismen die Du Dir angeeignet hast.
    Du hast im Grunde keine Lust am Absturz. Es ist eher die Sehnsucht nach einer anderen Da-seins-Form die nicht nur aus funktionieren und Leistung besteht, für die Du noch keine anderen Antworten (Maßnahmen) gefunden hast, als "das Loch in der Straße" aufzusuchen.
    Nein - so ist das in meinem Empfinden nicht. Ich suche Beschäftigung, die mich ausfüllt. Funktionieren ist (für mich) nicht so negativ besetzt. Ich könnte auch sagen: leben - lernen - leisten. Und ja: ich möchte auch etwas leisten, gut sein, Anerkennung finden, das gehört für mich zum Lebendigsein dazu.

    Deine selbständige Arbeit hast Du sicher auch nicht rein zufällig gewählt. Auch hier könnte man hinein deuten - ich beweise mir auf eigenen Beinen stehen zu können, unabhängig zu sein. Und ich habe mir die Umstände so erschaffen das ich auch hier nicht loslassen darf, weil das existenzielle (in dem Fall finanzielle) Folgen hätte.
    Auch das trifft es für mich nicht. Zum einen bin ich reingeschlittert in die Selbständigkeit, als ich mich gegen eine andere Möglichkeit/Stelle/Laufbahn entschied. Zum anderen komme ich aus einem sozialen Umfeld voller Selbständiger, das ist sehr normal für mich, ich kenne die Vorzüge seit meiner Kindheit. Ich habe es schon als Kind gehaßt, in der Schule eingesperrt zu sein. Selbständigkeit bedeutet große Freiheit - allerdings eben auch den Zwang, sich selbst zu motivieren, aufzuraffen, die Leere zu füllen. Oder eben auch: nicht einfach krank machen zu können. Das sind sicher die Schattenseiten.

    Also: es geht dabei weniger darum, mir etwas zu beweisen - mehr darum: mich nicht fremdbestimmt und zu Gehorsam verpflichtet zu sehen. Und zugleich fehlt mir manchmal diese äußere Struktur. Nun suche ich gerade nach zusätzlichen Alternativen.

    Sich in Unordnung aufzuhalten hat den Vorteil das man immer vor Augen hat was noch zu machen ist. Du bleibst mit den unerledigten Dingen unterschwellig in "Beschäftigung" und vermeidest damit wieder das Gefühl der Leere. Nachteil - Du bleibst in der Anspannung, kannst nicht wirklich loslassen.
    Auch hier eher: die Unfähigkeit, komplette Ordnung zu schaffen. Unordnung strengt mich an - Ordnung zu machen noch mehr. Manchmal geht es - häufig fühle ich mich überfordert.

    Und gestern abend habe ich spontan alle weiteren Termine abgesagt, weil es mir (psychisch wie physisch) nicht gut ging - und endlich den Tiefkühlschrank abgetaut.


    Zitat Zitat von Inaktiver User Beitrag anzeigen
    Die Fragen wollte ich dir noch stellen, Melencolia. Was ist für dich ein High, der eine hohe Lebendigkeit auslöst? Etwas Körperliches, Mentales? Wie drückt sich das bei dir aus, und wie bemerkst du, dass es ein High ist?
    Highs waren für mich immer Dinge, auf die ich hingearbeitet habe, denke ich. Prüfungen, ob in der Uni oder im Hobbybereich (ich hasse den Streß vorher, aber ich liebe [gut laufende - aber das tun sie allgemein] Prüfungen - bin eine Rampensau). Auftritte/Veranstaltungen/soziale oder sonstige Erfolgserlebnisse. Die Bewältigung intellektueller Herausforderungen. Eine Arbeit (sehr gut) abzuschließen. Und: Männer... Verliebt sein, Ungewißheit, Flirten, einen Mann erobern... Das war meine Welt - und ich vermisse sie.

    Merkt man irgendwie, daß ich ein Leistungsmensch bin?

    Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende!

    Melencolia

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    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    Zitat Zitat von Melencolia Beitrag anzeigen
    - und endlich den Tiefkühlschrank abgetaut.
    So etwas kenne ich nun eher als Verhinderungstaktik, ein Sich-Drücken vor unliebsame(re)n Notwendigkeiten.

    Zitat Zitat von Melencolia Beitrag anzeigen
    Ja, durchaus! Empfiehlst Du etwas bestimmtes? Wobei ich gleich vorbeugend sagen muß: mit spirituellen Ansätzen kann ich nichts anfangen. Ich schätze das Leben sehr, aber kosmische Deutungen oder ein tieferer Sinn dahinter - das ist nicht meine Welt, in der ich lebe.
    Nachdem ich Deine Antworten gelesen habe, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich spezielle Buchempfehlungen habe. Ich meinte ohnehin eher die Beschäftigung mit unserem So-Sein und seinen Irrungen und Wirrungen ganz allgemein, das langsame(re) Erreichen eines tieferen Selbst-Verstehens (Du hättest ja offenbar noch etwas Zeit dafür "übrig"), aus dem sich dann erst persönliche Konkretisierungen ergeben.

    Das allein kann für sich schon ziemlich spannend und herausfordernd sein und vieles auf den Kopf stellen, macht aber mit der Zeit immer öfter immer gelassener, weil man doch über ein (langsam) wachsendes Portfolio von Erklärungs- und auch Handlungsmöglichkeiten für sich selbst verfügt und damit auch über Möglichkeiten, auf andere zuzugehen oder sich von ihnen zu distanzieren. Leider klappt das mit alten Beziehungen weniger gut als mit neuen, weil man da auch noch (am wahrscheinlichsten erst einmal lange einseitig) ungute gegenseitige Beziehungsmuster überwinden muss sowie große Skepsis und mangelnde Bereitschaft - als hätte man mit sich selbst nicht schon genug am Hals...

    Spiritualität ist ein sehr weiter Begriff - aber im geläufigen Sinne muss auch ich sagen, dass ich solche Ansätze für mein Weltbild prinzipbedingt nicht nutzen kann, da ich ein sehr radikaler Radikaler Konstruktivist bin. (Wer oder was hätte denn Gott erschaffen? Wie kommt es zur Verbreitung solcher "Erscheinungen"? Unsere Realität ist eine "virtuelle".) Wohl kann ich manche als (auch indirekte) Bestätigung, andere als Anstoß verwerten. Einem fremde Gedanken führen nämlich oft auf die eigenen zurück, weil es letztlich ums Selbe geht: Um den Versuch, auch auf ganz unentrinnbar gemeinsamen Ebenen, also mit den selben Mitteln, das selbe Phänomen zu verstehen: Sich (und die anderen etc. pp.).

    Dein Titelteil "Lust am Absturz" und ein paar weitere Aussagen hatten mich allerdings direkt an ein paar Bücher meiner aktuellen Lesephase denken lassen. Nach Dakinis Posting #24 kann ich mir vorstellen, dass es bei Dir letztlich um Hunger geht, einen Hunger, wie ihn Caroline Knapp in ihrem gleichnamigen Buch beschreibt, das ich aber erst zu einem Drittel angelesen habe und daher noch etwas unsicher bin. Schaden würde die Lektüre aber sicher nicht.

    Solche Bücher lese ich etwas anders als "normal", sie treffen bei mir auf ein bestimmtes Vorverständnis und auf eine speziellere Art des Extrahierens von Information. Ich hatte das Glück, meine diesbezüglichen (neurowissenschaftlichen) Leseerfahrungen wie meine besten Lernerfahrungen anhand von "knackigen" Beispielen zu machen, z. B. an Fallschilderungen. So habe ich mir angewöhnt, jede Information als Hinweis auf das Dahinter- oder Zugrundeliegende zu verarbeiten, weniger als vordergründiges (mich selbst womöglich garnicht betreffendes) Faktenwissen.

    Knapps Buch dreht sich letztlich um ihre Magersucht und die ist für mich ein gutes, eben knackiges Beispiel für unsere inneren Irrungen und Wirrungen inklusive gesellschaftlicher (Zer-) Störungen - mitsamt aller Therapieansätze und Weiterungen, die ebenfalls das "Funktionieren" des Systems Mensch in vielen Aspekten wunderbar beleuchten, genau wie Psychopathien oder Autismus als weitere Beispiele. Außer als "Hunger" neige ich übrigens lange schon dazu, vieles aus der Sicht auf eine Sucht begreifen zu wollen - offenbar Thema eines anderen Buches von Caroline Knapp. Auch dazu lief mir letztens ein für mich neues Gedankenmodell zu.

    Solche (aber möglichst viele) Beispiele sind sozusagen Lupen, Kontrastverstärker und Filter zugleich und eben keine dümmlichen Paradigmen oder bloße Lehren, die den Blick von vorneherein einseitig richten. Keine Fragestellungen, die die Antworten (teils aus ganz durchsichtigen Gründen) vorbestimmen. Leider werden sie, so meine Befürchtung, genau deshalb nicht richtig wahrgenommen. Wir erwarten eben ganz utilitaristisch Checklisten-Diagnosen, Tabellen, Charts, Versicherungsmathematik, klare "Tarife" und Handlungsanweisungen und orientieren uns an Buzzwords, an neuen Göttern, an neuen Gurus und Hohepriestern. (...und fallen andererseits auf ganz vage Wahrscheinlichkeitsgefühle herein, sogar wider besseren Wissens, sonst würde kein Mensch Lotto spielen.)

    So funktionieren zwar (m. E. ziemlich schlecht) Gesellschaften, die Wirtschaft und zwanghafte Menschen - aber gerade daraus wollen wir uns persönlich doch befreien und das ohne den Terror (angeblich) neuer Freiheiten, die nur alte Zwänge in neuen Verpackungen sind.

    War das jetzt zu allgemein und weitschweifend? Dann lass Dich trotzdem vom Lesen des Buches (wohl nur noch "antiquarisch" zu bekommen) nicht abhalten - vielleicht kannst Du ja auf ähnliche (abseitige?) Weise wie ich etwas daraus beziehen.
    Va', pensiero, sull'ali dorate... G. Verdi - Nabucco

    Es gibt kein richtiges Leben im falschen. T. Adorno - Minima Moralia

  10. Inaktiver User

    AW: Ankämpfen gegen den Absturz - Lust am Absturz

    ...
    Geändert von Inaktiver User (14.09.2014 um 10:30 Uhr)

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