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Ergebnis 11 bis 20 von 21
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09.09.2014, 19:08
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
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09.09.2014, 19:11
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09.09.2014, 19:57
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Ich glaube, das Wichtigste ist, dass man in Bewegung kommt - und täglich in Bewegung bleibt. Auf die Art, wie man halt kann, mit oder ohne Liste, allein oder mit Hilfe anderer Leute...
Mit Listen komme ich nicht gut klar - denn wenn ich eine Liste schreibe, fühlt sihc das an als "ich hab was gemacht" und mein Pensum für den Tag ist erledigt. Es gibt Leute, die können's aber gut mit Listen.
Hilfreich ist auch, nicht das Eigentliche zu tun, was man tun sollte (und das zu bedrohlich ist), sondern etwas Anderes. Hausthaltsarbeiten bieten sich da sehr an, und porentief rein geputzte Fenster haben durchaus auch ihre tollen Seiten und können helfen, das richtige zu tun.
Hilfreich kann auch sein, wenn man sich erst um die Gegenwart kümmert - zum Beispiel, für laufende Rechnungen einen Dauerauftrag einrichten, sodass dies dann ab sofort von selbst läuft, auch wenn es hinten drin noch eine Lücke hat.
kleine Schritte machen - zum Beispeil sich sagen "ich öffne jetzt nur erst mal alle Briefe, ich schau sie nicht mal an, ihc öffne sie nur und werfe die Umschläge und die Werbungen weg!"- macht einen Stapel schon deutlich kleiner, und somit weniger bedrohlich.
man kann auch darüber nachdenken, welche Dinge man NICHT mehr tun will. Angenommen, die Kollegen haben die Gewohnheit, einen im Ausgang anzupumpen - dann nehme man nur genau den Betrag mit, den man ausgeben will, und nicht mehr. Wer kein Geld auf sich hat, kann auch keins ausleihen.
Dafür zu sorgen, dass der Berg an Problemen zumindest nicht grösser wird, ist auch schon ein Erfolg.
und immer schön nett sein mit sich selbst - gerade Finanzen können emotional sehr schwer wiegen, und anscheinend kleine Handlungen können extrem erschöpfen am Anfang.
gruss, barbara
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10.09.2014, 12:32
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Hallo ihr Lieben!
Schonmal ganz ganz lieben Dank für eure tollen Antworten. Ich bin ganz überwältigt von eurem Verständnis, hatte eher mit dem Tenor "nun reiß dich mal zusammen" gerechnet.
Ich will mal versuchen, ein bisschen näher auf die Dinge einzugehen (wobei schon Tipps dabei waren, die hilfreich sein können, so wie Briefe öffnen aber nicht anschauen - auch wenn es blöd klingt).
Im Job bin ich knallharte to do Listen Königin, komme morgens im Büro, schreibe die Liste und arbeite ab. Privat kriege ich zwar das Listen schreiben noch hin, aber die Umsetzung selbst kleinster Sachen fordert so wahnsinnig viel Kraft :-(
Die ursprünglichen finanziellen Probleme resultieren zum einen aus meinem Studium und zum Großteil aus dem jahrelangen Durchfinanzieren meiner ersten großen Liebe, das hat mich gnadenlos rein gerissen.
Die Beziehung danach hat es in sofern nicht leichter gemacht, als dass für diesen Hintergrund null Verständnis da war (er war aber in keinster Weise an den finanziellen Problemen beteiligt). Hat beispielsweise gefordert, dass ich mein Haustier "abschaffe", würde auch nur Geld kosten. Dabei ist es seit Jahren mein Wegbegleiter und war oft meine einzige Freude.
Durch das Unverständnis habe ich mich hier immer weiter in mich zurück gezogen, bis ich darüber mit niemanden mehr reden kann, das geht nur anonym. Die Hemmschwelle ist einfach viel zu groß.
Und das aktuelle Problem? vollkommen selbst gemacht, ich habe im letzten Jahr meiner kleinen Schwester in einer verzweifelten Situation eine große Belastung abgenommen. Diese betrifft unser gemeinsames Hobby und birgt aber so große (nicht vorab absehbare) finanzielle Probleme, dass es mir einfach massiv über den Kopf gewachsen ist.
Der Exfreund hat dann immer verlangt, ich solle es ihr quasi "vor die Füße schmeißen".
War dann auch ein Trennungsgrund und nun fordert er auch noch (tw. unberechtigt) massive Geldbeträge und schreckt auch vor Hausfriedensbruch, versuchter Nötigung und übler Nachrede bei meinen Vermietern und Bekannten nicht zurück.
Also noch mehr Belastung :-( und damit nicht genug, ich bin von Kind an chronisch krank, wird bei Stress schlimmer, bin, um es ganz krass zu sagen, stark tablettenabhängig und komme nicht mehr los.
Alles zusammen nagt und nagt und nagt... und ich kann nicht mehr. Ich stecke den Kopf in den Sand und hoffe blauäugig, dass die ganzen Forderungen an mich irgendwie aufhören. Also vollkommen bescheuertes Verhalten :-(
Das Ganze zehrt massivst an meinem sozialen Umfeld, ich habe kaum noch die Kraft, mich mit ner Freundin auf nen Kaffee zu verabreden, schon das fühlt sich wie unangenehme Anstrengung an :-(
Einzig Kraft gibt mir mein neuer Freund, den ich aber natürlich nicht in den ganzen Mist eingeweiht habe :-( er hat momentan nur die Sonnenschein Fassade von mir, dahinter bröckelt es immer mehr.
Fühlt sich einfach nur wie versagen an :-(This is my truth, tell me yours! (Manic Street Preachers)
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten! Dieter Nuhr
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10.09.2014, 14:30
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Hey!

nun: shit happens. Jeder Mensch ist gelegentlich zu naiv, zu freundlich, zu vertrauensselig, zu hilfsbereit, zu nett, zu grosszügig... was ja alles, grundsätzlich, gute erstrebenswerte Eigenschaften sind. Behalte die! Das Leben ist nicht schöner, wenn man zynisch, misstrauisch, geizig und unfreundlich ist. Aber man muss irgendwann mal herausfinden, wo eine sinnvolle Grenze von Grosszügigkeit und Freundlichkeit ist. Du hast nun das Pech, dass du diese auf die harte Art lernen musst. Du hattest eine Kombination von Umständen, die dich in diese Situation gebracht hat - andere Leute haben diese Kombination von Umständen nicht. Viele, denen es besser geht, waren schlicht nie in einer solchen Situation, was kein besonderes Verdienst ist, sondern einfach Glück.
Die gute Nachricht ist: es geht, sich rauzuarbeiten! es ist möglich. Es ist machbar. Auch für dich ist es machbar.
Es ist natürlich nicht leicht, und es wird ziemlich sicher lange dauern, und du wirst noch einige schwierige Situationen durchleben, aber: du kannst dich da rausarbeiten. Du kannst dein Leben auf eine finanziell sichere Basis stellen, den Ex in die Schranken weisen und diese Lebensphase hinter dir lassen.
Du hast offenbar eine gute, und gut bezahlte Arbeit - das ist doch schon mal was. Schau dafür, dass du diese Arbeit gut pflegst und erhältst!
Du hast einen Freund - bist offenbar ein liebenswürdiger Mensch. Das ist positiv - das kann heissen, du bist nicht allein, es gibt möglicheweise Menschen, die dich unterstützen können. Und warum nicht dein neuer Freund? Warum hast du "natürlich" nichts von deiner Situation erzählt? Seid ihr schon lang zusammen, fühlst du dich wohl bei ihm? - er wäre wohl die naheliegende Person, und wenn's nur zum Zuhören ist, oder auch mal gemeinsam sich hinzusetzen und die Papiere zu sortieren, nächste Schritte zu definieren. Hast du da schon mal ein paar Versuchsballone steigen lassen? Wie steht er zu Geld und Geldthemen?
Jeder Mensch erlebt Tiefschläge in seinem Leben, und versagt gelegentlich vor seinen eigenen Augen.Fühlt sich einfach nur wie versagen an :-(
Aber das ist nicht ein Zustand, der für den Rest des Lebens so bleiben muss. Du kannst die Lektionen daraus lernen, die gemachten Fehler nicht wiederholen, und dich rauskämpfen.
mach heute deinen winzigen Schritt. Nur einen. aber mach ihn.
gruss, barbara
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10.09.2014, 15:05Inaktiver User
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Liebe Aglaia,
Du hast Deinen Ex lange unterstützt und im vergangenen Jahr Deine Schwester. Wie wäre es, wenn Du jetzt die beiden um Unterstützung bitten würdest?
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10.09.2014, 15:07Inaktiver User
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10.09.2014, 16:39
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
ich schiebe auch auf. Aber es hält sich in einem kleineren rahmen. ich habe jetzt z.b. geerade wieder 2 Zahlungserinnerungen bekommen, wo ich die Rechnungen hier seit Wochen auf dem Schreibtisch liegen habe (und es bisher einfach nicht geschafft habe, trotz onlinebanking). hab sogar noch glück gehabt, dass die bisher noch recht nett an die Zahlung erinnert haben und nicht gleich noch zusätzliche Mahnkosten verlangt waren. Eben grade hab ich die erste überweisung dann endlich mal erledigt.
es hilft, aufgaben zu zerteilen und minischritte aufschreiben, nicht sowas wie "Steuererklärung machen" sondern erstmal nur "unterlagen raussuchen", dann "unterlagen kopieren". die Liste dann nach Wichtigkeit sortieren und dann jeden Tag 1 Sache davon vornehmen. vielleicht schreibst du deine todo liste mal hier ins forum?
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10.09.2014, 16:49
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Auf englisch verdeutscht hört sich doch alles besser an.
Für jemand der gerne lieber alles auf Morgen verschiebt wird eine Liste nicht helfen ist ja nur noch mehr Aufwand...denke ich.
Bei mir hilft nicht zu viel vornehmen, lieber ein Fach im Kühlschrank sauber machen wie gar nichts.
Also liebe TE fang klein an und arbeite Dich höher.Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie
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10.09.2014, 16:55
AW: kopf in den sand und aufschieberitis
Du bist überfordert, gibt es jemanden den Du um Hilfe bitten könnte?
Obwohl ich glaube, Du willst keine Hilfe - Experten sagen des öfteren bei deinem Typ dreht es sich um einen Perfektionist und deswegen bekommst Du nichts auf die Reihe.
Kann das sein?
Eines weiss ich mit Bestimmtheit, Du bringst das hin.Los lassen ist einer der besten Geschenke die man sich geben kann.
Mckenzie



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