Ich kann manches nachfühlen, manches aber auch nicht oder nur schlecht.
Wenn ich die Gelegenheit habe, versuche ich, Dinge bei denen mir das schwer fällt, nachzufühlen, indem ich nachfrage.
Dann sag ich es halt anders: ich habe Wünsche an Andere.Nein, warum?
Woher nimmst du das Recht Ansprüche an Menschen zu stellen?
Was können das für Ansprüche sein?
Zähl doch mal auf, was du so in einer Freundschaft alles erwartets.
Ich fühle mich gerade in die "Alles soll sich um mich drehen und alle sollen nach meiner Pfeife tanzen"-Ecke gestellt.
Da gehöre ich nicht hin. So bin ich nicht.
Von Freunden wünsche ich mir, dass sie mich so mögen, wie ich bin.
Dass sie sich für mich interessieren, wie ich mich für sie interessiere.
Dass sie verlässlich sind, so wie ich verlässlich bin.
Dass sie, wenn sie mit mir zusammen sind, dies gerne sind. Egal, ob 1x im Monat oder 1x im Jahr.
Dass sie ehrlich sind und offen mit mir sprechen und nicht hintenrum lästern oder giftige, gehässige Sachen zu mir sagen.
Ich ärgere mich über mich selbst.Ok und weiter? Was machst du damit?
Jeden Tag anrufen. Jedes Wochenende Unternehmungen vorschlagen.z.B.Was bedeutet "die Bude einrennen"?
Leider nicht.Und warum setzen sie sich mehr oder minder plötzlich ab? Hast du mit jemand, der das machte nachhinein darüber gesprochen?
In einem konkreten Fall kommt jedes Mal, wenn ich sie wiedersehe,soviel Bitterkeit in mir hoch, dass ich ihr lieber aus dem Weg gehe.Sonst würde es wahrscheinlich hässlich.
Mein Mann mag sie immer noch und freut sich,wenn er sie sieht. Ich seil mich dann immer ab& kriege hinterher zu hören "Hättst ja mal Guten Tag sagen können".
Nö. Hätt ich nicht.
Naja, nee, ganz so ist es nicht. Aber es ist mir tatsächlich schon öfter passiert.Heisst das, du hast nur kurze Intensivfreundschaften und danach hauen die "Freunde" ab?
Klar. Ich habe den Eindruck, dein Urteil über mich steht schon fest. Und das stört mich.Na wofür?
Nimmst du das jetzt echt als Angriff??
Axo.Was genau hast du in meiner Frage interpretiert?
Ich habe nicht auf deine Depressionen hingezeigt (die jeder Mal hat oder haben könnte), sondern wollte dich fragen, wie du denn mit einer konkreten sponatnen Absage deinerseits umgehest. Du sagst, Leute die spontan absagen, taugen nix. Was machst du, wenn du mal spontan absagen musst - war die Frage. Taugst du dann auch nix? Darauf wollte ich hinaus.
das mit dem spontan absagen ist so eine Sache.
Kommt immer darauf an,wer das wie oft tut. Es gibt ja so Kandidaten, die sehr häufig spontan absagen. Die sortiere ich schnell aus.
Das heißt aber nicht, dass niemals nicht spontan abgesagt werden darf. Das kommt doch immer auf die Situation an.
Warum nicht? Gibt es Erfahrungen damit? Was ist der Nachteil gegenüber einer Einzeltherapie?Das glaube ich auch nicht, bzw. auch.
Kaori
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10.09.2014, 17:43Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
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10.09.2014, 19:47
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ich vermute, das dieses Thema nur in regelmäßigen Einzelsitzungen zu bearbeiten ist. Und auch nur wenn du es ganz konsequent angehst.maryquitecontrary schreibt:
So wie ich das verstehe, leidest du an alten Einsamkeits- und Getrenntheitsgefühlen, die in neuen Beziehungen/Freundschaften aktualisiert werden. Es kann ja sein, dass du das Gefühl, aussen vor zu sein, sehr leicht bekommst, weil da vielleicht schon minimale Skepsis/Botschaften, die du als Abweisung verstehst, ein Abrutschen in Altes auslöst, aus dem du dann schwer rauskommst. ....
Im Grunde, wie gesagt, sehe ich nicht, warum das nicht bearbeitet werden kann - wenn du schon Therapie gemacht hast, kann es auch gut sein, dass der Weg dahin, dieses Kleine, Unsichere, Einsame in dir integrieren zu können, gar nicht mehr so weit ist. Manchmal muss man in mehreren Etappen gehen (zu dem letzten Stück Weg braucht es nicht einmal unbedingt eine spezielle Borderline-Behandlung wie DBT oder MBT, eine gute psychodynamische Therapie oder Gestalt-Therapie bei einem mit frühen Störungen erfahreren Therapeut kann da auch sehr hilfreich sein).
Das Thema ist, woher in meiner Vergangenheit kenne ich dieses Einsamkeits- und Getrenntheitsgefühlt? Geh schrittweise zurück bis in deine Kindheit.
Grüße
Luftpost
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10.09.2014, 20:15Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Danke für die Antwort.

Welche Art von Therapie hast du gemacht? Ich habe Verhaltenstherapie gemacht.Psychodynamische oder Gestalttherapie kenne ich nicht.
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10.09.2014, 20:34
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
1. Psychotherapie 40 Sitzungen Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie bei einem Analytiker.
2. Psychotherapie 80 Sitzungen Verhaltenstherapie.
3. Psychotherapie 23 Sitzungen Tiefenpsycholgsch fundierte Pschotherapie bei dem selben Analytiker wie oben,
alles kassenfinanziert.
Zu dem ca. 50 Sitzungen Konzentrative Bewegungstherapie, privat finanziert,
und jede Menge probatorischer Sitzungen und privat finanzierte Sitzungen zwischen den kassenfinanzierte Psychotherapien.
Psychodynamische Psychotherapien ist ein Oberbegriff zu denen auch tiefenpsycholgisch fundierte Psychotherapien zählen.
Grüße
LuftpostGeändert von Luftpost (10.09.2014 um 22:14 Uhr)
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11.09.2014, 06:28
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ob eine psychiatrische Tagesklinik in Frage kommt, hängt von den Behandlungsmethoden ab, die dort angeboten werden.
Eine sehr sinnvolle Form ist z.b. die Kombination aus Gruppen- und Einzeltherapie, wie sie für mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) mit sehr gutem Ergebnis erforscht worden ist.
In einer reinen Gruppentherapie kann es schwieriger sein, sehr "zerbrechliche" Anteile, wonach es ja hier klingt, ganz aufzuarbeiten.
Vielleicht ist es möglich, das im Vorgespräch zu klären.
Eine reine Verhaltenstherapie ist problematisch für die Behandlung von Persönlichkeitsstörungen, da sie bislang keine Affekt- und Übertragungskonzept hat. DBT ist da anders, wie eben die speziell für BPD entwickelten Behandlungsmethoden sich in Kernpunkten alle ähneln - eben weil es notwendig ist, diese methodisch abzudecken.
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12.09.2014, 07:37Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ich glaube dir fehlt noch der richtige Leidensdruck.
Therapien sind doch kein Allheilmittel.
Vor kurzem las ich mal nen guten Satz: Depressionen sind das Zeichen für unrealistische Ziele.
Außerdem steht uns nichts im Leben zu.
Statt arme Solitaire könntest du dich dankbare Solitaire nennen.
Wenn du nur wolltest.
Eine Bestandsaufnahme in dieser Richtung ist nicht das Schlechteste.
Oder glaubst du so krank zu sein dass weder Verstand noch irgendwelche Selbststeuerung noch funktionieren?
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12.09.2014, 07:51
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ich glaube da hast Du was falsch verstanden - ame heißt auf französisch Seele, das ist wahrscheinlich kein Rechtschreibfehler, noch hat die TE sich hier mit ihrem Nick als arm bezeichnet.
Mal abgesehen davon klingt Deine Argumentation für mich schon sehr nach "Depressive sollen sich einfach mal zusammenreißen!"
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12.09.2014, 07:57
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
@Lucia_
da war jemand schneller als ich
ich habe in meinem Umfeld einen Depressiven. Der möchte, kann aber wirklich nicht. und er hat keine unrealistischen Ziele.
ich glaube auch nicht,dass jemand ohne Leidensdruck eine Therapie macht. So spaßig ist das nicht.
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12.09.2014, 09:05
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Angesichts der Tatsache dass die TE bereits in ihrem Ausgangsbeitrag ihre Verletzlichkeit und erlebte Exponierung mit diesem Strang beschrieb, möchte ich ausdrücklich darum bitten, dass hier wirklich respektvoll und höflich miteinander umgegangen wird.
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12.09.2014, 11:24Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Was du nicht voraussetzen (und auch keinen Anspruch darauf erheben) kannst, ist eine gesteigerte Sensibilität im Umgang mit dir. Dann müsstest du voraussetzen, dass alle so feinfühlig Stimmungen wahrnehmen können wie du. Und das können nicht so sehr viele.
Vielleicht habe ich ein etwas verqueres Weltbild, aber ich sehe hierin nichts anderes als das übliche Konsumverhalten vieler. Erst will jemand das Gadget unbedingt haben, und wenn der Jemand das Gadget kennt, geht's zum nächsten. Gerade für Menschen wie dich, die Schwierigkeiten mit dem schnellen Einlassen haben, sehen sich vor dem Kopf gestoßen, und nicht selten bleibt ein Gefühl der Einsamkeit. Obwohl du als Person gar nicht gemeint bist. Wenn du so willst, ist es eine Timing-Frage.Besonders schlecht kann ich mit der Gewohnheit mancher Menschen umgehen, einem erst quasi die Bude einzurennen, und sich dann mehr oder weniger plötzlich wieder abzusetzen. Oft gerade dann, wenn ich angefangen habe, mich auf die Person einzulassen.
Und ja, ich denke dann, was ich doch für eine furchtbare Person sein muss.
Es gibt ja diesen blöden Spruch: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." Bei dir hört es sich so an: "Wer zu spät agiert, den bleiben die Zweifel." Kannst du aber ändern (und bist ja schon auf dem Weg).





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