Liebe ame-solitaire,
ob man das dauerhaft lernen kann, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur sagen, dass ich es für mich im Moment akzeptieren kann. Ich habe mir meine jetzige "Freundelosigkeit" bewusst gewählt, aus verschiedenen Gründen, hauptsächlich aber weil die vorhandenen Freundschaften irgendwann nicht mehr passten. Ich habe sie als anstrengend und belastend empfunden. Zuerst waren es nur einige und als ich merkte wie befreiend ich das empfand habe ich dann auch die letzte Freundschaft im Sande verlaufen lassen.
Und nun stehe ich da, ohne auch nur eine Freundschaft. Aber, es geht mir "jetzt" besser damit.
Einen Partner habe ich auch nicht, aber ich habe meine Familie die mir auch sehr wichtig ist.
Manchmal frage ich mich natürlich auch, ob mit mir evtl. etwas nicht stimmt, zumal dieser Zustand ja auch nicht der Norm entspricht und für die meisten Menschen auch nicht erstrebenswert erscheint.
Bei mir ist es aber nun mal so, und dass ich das für mich so annehmen kann macht es total leicht damit umzugehen. Und tatsächlich genieße ich es.
Sollte ich irgendwann das starke Bedürfnis haben wieder Freundschaften zu knüpfen oder einen Partner an meiner Seite zu haben dann werde ich mich damit auch wieder auseinander setzen und etwas dafür tun müssen. Jetzt ist es aber gut so wie es ist und ich vermisse auch nichts.
Alles hat seine Zeit. Bei den einen so und bei den anderen so.
Liebe Grüße
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08.09.2014, 21:41Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
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08.09.2014, 21:52Inaktiver User
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09.09.2014, 03:14
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Das weiß ich. Das habe ich schon durchaus vernommen.
Ich habe mehr versucht dein Inneres zu beschreiben und nicht wie du konkret handelst oder was du offen sagst. Wichtig ist: Insgeheim wünschst du es dir doch, sie mögen deinen (geheimen) Ansprüchen genügen.
Jetzt suchst du Linderung für die Enttäuschung und sie heißt für dich: "Einsamkeit ist mein letzter Freund." Ein bisschen zu dramatisch, wie ich finde...
Aber im Prinzip sagst du das alles schon selbst:
Du weißt das schon. Verstehst du es auch?
Oder kannst du nur die Worte benennen?
Kannst du es fühlen? Warst du je in der Situation?
Hast du eine Ahnung, was das bei anderen auslösen kann, wenn du Pech hast?
Darüber lohnt sich nachzufühlen. Wissen, was ist schon wissen?
Ich persönlich „weiß“ auch so einiges, ich begreife es aber noch lange nicht.
Was mich in diesem Absatz verwundert:
Du koppelst Zuneigung und Aufmerksamkeit an deinen eigenen Ansprüchen. Bemerkst du das?
Jeder Mensch braucht diese erste zwei. Jeder! Zumindest jeder, der sich mit Menschen umgibt und nicht masochistisch drauf ist.
Aber du meinst bestimmen zu wollen WIE dir diese entgegengebracht werden sollen.
Du scheinst den Rahmen innerlich bestimmt zu haben wie Zuneigung und Aufmerksamkeit gezeigt werden sollen, was sie denn überhaupt sind.
Merkst du, dass du dir damit selbst im Wege stehst? Loslassen ist der Punkt.
"Keinerlei" hast du dir so ausgesucht.
Ich stelle sehr wohl Ansprüche. Allerdings nix mit Verlässlichkeit. (Das hab ich gelernt..)
Und nicht von vornhinein. Man fühlt sich da rein, was man vom Gegenüber so erwarten und sich wünschen kann. Manchmal passt es, mal nicht. Jedenfalls ist das keine im Stein gemeißelte Sache und wird von beiden Parteien, meist nonverbal, durch bloße Handlungen, ausgemacht.
Du scheinst aber innerlich Ansprüche zu stellen, als würde dir so was (vertraglich) zustehen.
Finde ich relativ unschlau. Denn Verbindlichkeit z.B. ergibt sich aus dem Verhältnis, die Enge, die Lust. Dazu noch aus den Lebensumständen und der inneren Disposition. Niemand ist dazu verpflichtet sich mit jemandem zu treffen, auch wenn er erst in der letzten Sekunde „kein Bock“ hat. (Was machst du eigentlich wenn du zum fröhlichen Brunch verabredet bist und gerade eine Depression-Phase hast? Gehst du trotzdem dahin und verdirbst allen die Laune??
)
Das ist kein Arbeitsverhältnis, du bezahlst ihn doch nicht. Sicher, kann man auch enttäuscht darüber sein ist man auch meist, aber pocht man da auf ein vermeintliches Recht, hat man nur noch verloren: Entweder hirnt man und verbittert drüber (bzw. fühlt sich ungerecht behandelt und missverstanden) oder man konfrontiert den anderen mit den EIGENEN Erwartungen an ihm, die aber sowieso nicht freiwillig, aus purem Lustgefühl heraus, erfüllt werden, sondern dann nur noch aus „Pflicht“. Das kann nur in sehr gerechtfertigten und gut begründeten Fällen gut funktionieren, sollte aber doch nicht Alltag in einer Freundschaft sein.
Ich persönlich, kann mir sehr gut vorstellen Zeiten meines Lebens ganz allein leben zu können. Ohne Partner, ohne Freunde. Das wird ja auf der anderen Seite manchmal zu viel. Ja ja, auch wenn es gut läuft, denke ich mir – so eine Zeit des Einsiedlertums könnte noch kommen. Nur ich in einer klitzekleinen schönen Wohnung (vorzugsweise mit Balkon), Bücher, Filme, Musik und Rumtänzeln, eine oder zwei Katze(n), Tee und lecker Essen, dazu noch das Internet, verschiedene Spiele, Nachdenken und Schreiben, Zeichnen und Entwerfen, Basteln. Dafür bleibt im Leben doch gar keine Zeit! Man kann sein Leben durchaus auch allein mit Leben füllen. So eine Zeit der Regeneration könnte ich mir für mich sogar bestens vorstellen. Unter Umständen durchaus für länger.
Ich weiß allerdings: NICHT für IMMER.
Ich kann mir das eben ja so gut vorstellen, weil ich weiß, ich kann auch anders und weil mich dieses „anders“ eben auch mal ermüdet. Ich würde es also eher nicht als letzte Wahl betrachten, denn ich wüsste, ich mache es wenn dann freiwillig. Es wäre meine Entscheidung, nicht eine Notlösung. Ich würde bewusst nicht mehr ausgehen, nicht mehr neue Menschen treffen und mich auf niemand einlassen. Weil ich das dann eben so will. Nicht weil mich die Umstände dazu zwingen. Das könnte ich dann auch genießen.
Wüsste ich aber tief in mir drin, ich habe allgemein Problem mit Freundschaft und der liegt bei mir – dann würde ich früher oder später daran auch arbeiten wollen. Denn von alleine löst es sich nicht, es verhärtet und es wird später nicht leichter.
Aber so ist es, wohl mit dem Leben, das führt uns immer zu den Aufgaben zurück, die an uns gestellt worden sind - an unseren wunden Punkten. Bis wir sie überwinden.
Grüße
KaoriGeändert von KaoriNight (09.09.2014 um 03:20 Uhr)
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09.09.2014, 07:04Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Der Wolf, der sich die Pfote abbeißt, um aus der Falle zu kommen…
Ich denke, es geht weniger um die Ansprüche als um die Verletzungen, die entstehen, wenn jemand z.B. nicht verlässlich ist, oder? Dieses unsagbare Gefühl der Verlassenheit, des Nichtverstandenseins? Habe ich dich richtig verstanden?
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09.09.2014, 12:06
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
So wie ich das verstehe, leidest du an alten Einsamkeits- und Getrenntheitsgefühlen, die in neuen Beziehungen/Freundschaften aktualisiert werden. Es kann ja sein, dass du das Gefühl, aussen vor zu sein, sehr leicht bekommst, weil da vielleicht schon minimale Skepsis/Botschaften, die du als Abweisung verstehst, ein Abrutschen in Altes auslöst, aus dem du dann schwer rauskommst.
Insofern finde ich die Idee, aus dem Schmerz geboren, lieber autark sein zu wollen, damit es nicht so weh tut, problematisch. Es ist eine Verzweiflungs-Idee, scheint mir, das "dann will ich lieber ganz alleine sein, damit mich keiner verlassen kann" eines jungen, einsamen Kindes. Kein reifer Plan, kein selbstliebender Plan.
Da du aber erwachsen bist und daher auch andere Anteile hast, scheint es mir, DBT-Vorerfahrung hin oder her, eigentlich ein Thema für Psychotherapie zu sein. Da schwingen ja auch sehr selbstunsichere und "kleine" Anteile mit, nicht nur Instabilität, was gerade, wenn man sonst auch "tough" und stark ist, sehr verunsichern kann.
Im Grunde, wie gesagt, sehe ich nicht, warum das nicht bearbeitet werden kann - wenn du schon Therapie gemacht hast, kann es auch gut sein, dass der Weg dahin, dieses Kleine, Unsichere, Einsame in dir integrieren zu können, gar nicht mehr so weit ist. Manchmal muss man in mehreren Etappen gehen (zu dem letzten Stück Weg braucht es nicht einmal unbedingt eine spezielle Borderline-Behandlung wie DBT oder MBT, eine gute psychodynamische Therapie oder Gestalt-Therapie bei einem mit frühen Störungen erfahreren Therapeut kann da auch sehr hilfreich sein).that was the river - this is the sea
Moderation in den Foren "Kindergesundheit", "Persönlichkeit" und im "Corona"-Forum
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09.09.2014, 12:13Inaktiver User
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09.09.2014, 21:26Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Hallo an alle,
@die es Interessiert:
ich bemühe mich auf Anraten der Psychiaterin um einen Platz in einer psychiatrischen Tagesklinik.
Ich war bereits stationär in einer psychosomatischen Klinik, und das wollte ich nicht wieder. Für mich ist es nicht zielführend, ganz aus dem Alltag und dem Umfeld gerissen zu werden.
Das wird sich hinziehen,bis es mit dem Platz klappt.
Aber seitdem ich das vor Augen habe, fühle ich mich gelassener.
Jetzt nehme ich mir die Zeit, mich zu strukturieren und nett zu mir zu sein (vielleicht neue Hobbies o.ä. zu finden).
Ach, was ist schon normal?
Ich denke, du gehst deshalb damit gut um,weil du weiß, dass du den Zustand jederzeit beenden kannst.
Liebe Grüße[/QUOTE]
Kommt drauf an, was du meinst. Ich wurde im Rahmen der Klinikaufenthalte /wo ja vieles über Gruppenarbeit läuft) mehr gespiegelt als ich es mir je hätte träumen lassen.
Ich kann meinen Mitmenschen natürlich nur vor den Kopf gucken, aber in einer Therapiesituation sagt/zeigt man seine Gefühle recht offen. Von daher: ich bin mir meiner Wirkung auf Andere bewusst.
Ich weiß nicht, ob du sowas meinst.
Ja, aber welche Ansprüche sind vertretbar und welche nicht?Was mich in diesem Absatz verwundert:
Du koppelst Zuneigung und Aufmerksamkeit an deinen eigenen Ansprüchen. Bemerkst du das?
Ich meine,irgendwelche Ansprüche stellt ja jeder.
Oh ja! Das merke ich.Aber du meinst bestimmen zu wollen WIE dir diese entgegengebracht werden sollen.
Du scheinst den Rahmen innerlich bestimmt zu haben wie Zuneigung und Aufmerksamkeit gezeigt werden sollen, was sie denn überhaupt sind.
Merkst du, dass du dir damit selbst im Wege stehst?
Ja. Es gelingt mir mal besser, mal schlechter, phasenweise.Loslassen ist der Punkt.
Auch,wenn BL diesen Ruf haben: ich bin keine durchgeknallte Furie,die ständig ihre Umwelt terrorisiert.
Ich falle im Regelfall nicht auf,oder wenn, dann nicht negativ.
Ich werde gemocht, und es bemühen sich durchaus Menschen um mich/meine Freundschaft. Nicht massenweise, aber eben schon auch.
Besonders schlecht kann ich mit der Gewohnheit mancher Menschen umgehen, einem erst quasi die Bude einzurennen, und sich dann mehr oder weniger plötzlich wieder abzusetzen. Oft gerade dann, wenn ich angefangen habe, mich auf die Person einzulassen.
Und ja, ich denke dann, was ich doch für eine furchtbare Person sein muss.
Na Danke!(Was machst du eigentlich wenn du zum fröhlichen Brunch verabredet bist und gerade eine Depression-Phase hast? Gehst du trotzdem dahin und verdirbst allen die Laune??
)

Wenns mir richtig dreckig geht, sage ich ab mit der Begründung,dass es mir dreckig geht.
Ansonsten - ich habs ja schon geschrieben - bin ich eine durchaus angenehme Gesellschaft.
Wie gesagt: ist ja nicht so, als hätte ich die letzten Jahre die Hände in den Schoß gelegt.Wüsste ich aber tief in mir drin, ich habe allgemein Problem mit Freundschaft und der liegt bei mir – dann würde ich früher oder später daran auch arbeiten wollen. Denn von alleine löst es sich nicht, es verhärtet und es wird später nicht leichter.
Eine Mischung aus beidem, würde ich sagen.
Ich bin völlig unsicher, ab wann Ansprüche unangemessen sind.
Ja.
Insofern finde ich die Idee, aus dem Schmerz geboren, lieber autark sein zu wollen, damit es nicht so weh tut, problematisch. Es ist eine Verzweiflungs-Idee, scheint mir, das "dann will ich lieber ganz alleine sein, damit mich keiner verlassen kann" eines jungen, einsamen Kindes. Kein reifer Plan, kein selbstliebender Plan.
Danke für dein Posting. Ja, ich suche weiter nach einer Lösung (s. ganz oben)
Im Grunde, wie gesagt, sehe ich nicht, warum das nicht bearbeitet werden kann - wenn du schon Therapie gemacht hast, kann es auch gut sein, dass der Weg dahin, dieses Kleine, Unsichere, Einsame in dir integrieren zu können, gar nicht mehr so weit ist. Manchmal muss man in mehreren Etappen gehen (zu dem letzten Stück Weg braucht es nicht einmal unbedingt eine spezielle Borderline-Behandlung wie DBT oder MBT, eine gute psychodynamische Therapie oder Gestalt-Therapie bei einem mit frühen Störungen erfahreren Therapeut kann da auch sehr hilfreich sein).
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09.09.2014, 23:41
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ich glaube nicht, das dir eine Psychiatrische Tagesklinik bei der hier beschrieben Problematik weiter helfen wird.Im Grunde, wie gesagt, sehe ich nicht, warum das nicht bearbeitet werden kann - wenn du schon Therapie gemacht hast, kann es auch gut sein, dass der Weg dahin, dieses Kleine, Unsichere, Einsame in dir integrieren zu können, gar nicht mehr so weit ist. Manchmal muss man in mehreren Etappen gehen (zu dem letzten Stück Weg braucht es nicht einmal unbedingt eine spezielle Borderline-Behandlung wie DBT oder MBT, eine gute psychodynamische Therapie oder Gestalt-Therapie bei einem mit frühen Störungen erfahreren Therapeut kann da auch sehr hilfreich sein).
Du wirst dich wohl an einen niedergelassen Psychotherapeuten wenden müssen, wenn Du das Problem angehen willst.
Grüße
Luftpost
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10.09.2014, 06:39Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Warum nicht?
Ich denke, Gruppentherapie/-sitzungen würden mir eher weiterhelfen als Einzelsitzungen.
Auch eine Einzeltherapie schließe ich nicht aus. Die letzte habe ich vor einem Jahr abgeschlossen.
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10.09.2014, 15:38
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Ich meine damit schlicht: Kannst du dich in anderen hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden??
Spiegelungen und Reaktionen sind schön und gut - da lernt man wie andere auf einem reagieren. Ok.
Aber kannst du dir - unabhängig von dir, von dem was dich betrifft und für dich wichtig wäre - vorstellen wie es in anderen aussieht? Kannnst du das nachfühlen?
Einfach nur die andere. Um dich geht es gar nicht.
Nein, warum?
Woher nimmst du das Recht Ansprüche an Menschen zu stellen?
Was können das für Ansprüche sein?
Zähl doch mal auf, was du so in einer Freundschaft alles erwartets.
Ok und weiter? Was machst du damit?
DAS kenne ich ja gar nicht. Wie kommt es dazu?
Was bedeutet "die Bude einrennen"?
Und warum setzen sie sich mehr oder minder plötzlich ab? Hast du mit jemand, der das machte nachhinein darüber gesprochen?
Heisst das, du hast nur kurze Intensivfreundschaften und danach hauen die "Freunde" ab?
Na wofür?
Nimmst du das jetzt echt als Angriff??
Was genau hast du in meiner Frage interpretiert?
Ich habe nicht auf deine Depressionen hingezeigt (die jeder Mal hat oder haben könnte), sondern wollte dich fragen, wie du denn mit einer konkreten sponatnen Absage deinerseits umgehest. Du sagst, Leute die spontan absagen, taugen nix. Was machst du, wenn du mal spontan absagen musst - war die Frage. Taugst du dann auch nix? Darauf wollte ich hinaus.
Das glaube ich auch nicht, bzw. auch.
Kaori


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