Ich lebe komplett zurückgezogen, verkehre im RL nur noch mit meinem Mann und sehe ein-, zweimal im Jahr meine Mutter (und selbst das ist oft schon zuviel).
Am Anfang, als ich krank geworden bin, war es schon eine ziemlich heftige Erfahrung, daß nach ein paar Monaten mein gesamtes soziales Umfeld weggebrochen ist - ich war Mitte 30 und keine meiner Freundschaften jünger als 15 Jahre, die meisten Freunde begleiteten mich seit meinem 10. Lebensjahr.
Also "eigentlich" durchaus sturmerprobte Bindungen, von denen ich niemals gedacht hätte, daß sie irgendwann brechen würden.
Heute gilt meine Liebe - außer meinem Mann natürlich - ausschließlich meinen Katzen.
Und die danken mir jedes bißchen Zuwendung ihrerseits mit soooo viel Liebe und Hingabe, daß ich keinerlei Bedarf mehr an zwischenmenschlichen Kontakten habe (wie immer mein Mann ausgenommen, ohne den ich mir mein Leben gar nicht vorstellen könnte).
Liebe ame-solitaire, es ist überhaupt nicht schlimm, ganz alleine zu sein !
Man kann sehr gut ohne andere Menschen auskommen, gerade auch, wenn man sich statt mit Menschen mit Tieren umgibt.
Was man auf jeden Fall braucht, sind Aufgaben, aber die findet man immer irgendwie, sei es Sprachen lernen, Gedichte auswendig lernen, kochen, backen, nähen etc pp
Mach' Dir bewußt, daß es kein grausameres Raubtier auf Erden als den Menschen gibt - und wenn Du Dir die Sehnsucht nach zwischenmenschlichem Kontakt gründlich abgewöhnen möchtest, brauchst Du nur mal nach Bildern von Tierversuchen zu googeln, da vergeht es einem wirklich vollends.
Falls Du Dich zeitlich und emotional dem gewachsen fühlst, dann hol' Dir ein oder zwei Tiere ins Haus (Katzen, Kaninchen und Meerschweinchen sollten NICHT alleine gehalten werden); am besten solche, die nicht den ganzen Tag im Käfig sitzen, sondern Dir abends entgegen gelaufen kommen, wenn Du die Wohnungstür aufschließt und Du wirst staunen, wie wenig Du noch an Säugetieren den Gattung Homo sapiens Interesse hast...
Alles Liebe Dir
verschwiegen
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08.09.2014, 10:32Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
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08.09.2014, 11:04Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Einsamkeit zu mögen, kann deshalb nicht funktionieren, weil das Fettmarkierte nicht aus dir selbst kommt. Wenn du Geschichten von Einsiedlern liest (die es durchaus auch heute nocht gibt), dann erkennst du, dass ihnen ihre Einsamkeit ein Bedürfnis war, also sich aus sich selbst heraus entwickelt hat. Und nicht, weil die Umstände einem zu dieser Entwicklung getrieben haben.
Daher glaube ich nicht, dass du Einsamkeit lernen kannst. Es muss schon ein Bestandteil deiner Persönlichkeit sein und nicht der Umstände.
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08.09.2014, 11:11Inaktiver User
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08.09.2014, 11:22Inaktiver User
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08.09.2014, 11:24Inaktiver User
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08.09.2014, 11:28Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Nein, ich bin nicht in der Situation. Aber ich persönlich würde erstmal analysieren, warum ich keine Freunde oder zumindest Bekannte habe und wie man das ändern könnte, statt mein alleiniges Heil bei anderen Lebensformen zu suchen.
Um Tiere kann man sich ja neben menschlichen Kontakten trotzdem kümmern.Geändert von Inaktiver User (08.09.2014 um 11:42 Uhr)
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08.09.2014, 11:38Inaktiver User
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08.09.2014, 11:46Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
Wo habe ich geschrieben, daß das nicht soooo schlimm wäre ??
Das ist einzig und alleine eine (mißlungene) Interpretation Deinerseits...
Ich lese da eher, daß die TE momentan an einem Punkt ist, an dem sie - nachdem sie etliches an Therapien etc pp hinter sich gebracht hat - versucht, damit klar zu kommen, daß es schwer für sie ist, dauerhafte Bindungen zu anderen Menschen einzugehen.
Das scheint derzeit ihre Realität zu sein und dann bringt es irgendwann nichts, immer weiter rumzuanalysieren, warum eine Situation ist, wie sie nunmal ist oder zu lamentieren, wieeee schrecklich das alles doch ist.
Manchmal muß man sich (zumindest vorübergehend) mit Gegebenheiten abfinden, um nicht sein letztes bißle Kraft in einen Kampf gegen Windmühlen zu stecken, den man eh (derzeit) nicht gewinnen kann.
Und dann ist es sinnvoll und wichtig, daß man ganz pragmatisch überlegt, was man machen kann, um sich mit der ungeliebten Realität anzufreunden - genau für diesen Fall habe ich der TE beschrieben, was mir, die ich in einer sehr ähnlichen Situation bin, geholfen hat / hilft / auf Dauer hoffentlich helfen wird.
Wichtig scheint jetzt momentan zu sein, daß die TE zur Ruhe kommen kann, daß sie sich nicht weiter abmüht, in irgendwelche zwischenmenschlichen Schemata zu passen und daß sie (wieder) zu sich selber finden kann.
Wenn ihr das gelingt, wenn sie es schafft, aus sich selber heraus ihr Leben und vor allem sich selber und ihre ganz eigene Art mit Freude und ohne Gefühl des Mangels zu betrachten, dann wird sie hoffentlich/ganz bestimmt irgendwann so sehr in sich ruhen, daß sie ganz anders als jetzt auf andere Menschen zugehen kann - falls sie das dann überhaupt noch möchte....
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08.09.2014, 11:46Inaktiver User
AW: Leben ohne Freunde oder: lernen, sich selbst zu genügen.....
und ich befürchte, dass das ein forum nicht leisten kann.
es nutzt nichts, wenn menschen die nicht unter borderline leiden, darlegen, wie sie sich selbst genügen.
ich z.b. fühle mich pudelwohl beim nichts tun. könnte ich stundenlang, alleine.
das ist meine persönlichkeit. meine freundin muss immer etwas tun, kann schlecht abschalten.
das ist ihre persönlichkeit.
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08.09.2014, 11:48Inaktiver User



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